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Organisierte Kriminalität: BKA soll Hinweise auf systematischen Betrug bei Pflegedien
DPA

Pflegedienste sollen die Sozialkassen systematisch betrügen. Medienberichten zufolge prüft das Bundeskriminalamt nun Hinweise auf Strukturen organisierter Kriminalität.

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untitled0 16.04.2016, 10:22
10. Ineffektive Prüfungen?

Es wundert mich, dass das Thema jetzt erst hoch kocht. Eine Freundin von mir hat in einem durchaus solide wirkenden Pflegedienst auf dem Lande gearbeitet - keine Spur von "osteuropäischer Bandenkriminalität".

Aber das, was sie schon vor Jahren darüber berichtet hat, lässt mich an der Seriosität dieser Dienstleister zweifeln. Vor Prüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mussten die Mitarbeiter regelmäßig Sonderschichten einlegen, um Unterlagen zu "überarbeiten". Die Mitarbeiter haben mitgespielt, aus Angst um ihre Jobs.

Dieser Pflegedienst wird bei den Prüfungen durch den MDK regelmäßig mit der Note 1,0 bewertet. Anscheinend ist das System, nach dem die Kassen prüfen, einfach nicht effektiv genug.

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Homer-Jay 16.04.2016, 10:26
11. seit Jahren bekannt...

das schwerfällige System wird eher zusammenbrechen als das es wirklich den Leuten nutzt die es brauchen...

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bresson1 16.04.2016, 10:28
12. nicht nur mit Schein - Leistungen wird betrogen

Auch bei tatsächlich eingesetzten Kräften erklären die Vermittlerinnen am Telefon ungeniert, dass man bitteschön die monatlichen Rechnungen in bar bezahlen solle.
Betrug von a bis z!

Von den angeblichen Qualifizierungsnachweisen ihrer Pflegefachkräfte ganz zu schweigen.

Noch Fragen?

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viwaldi 16.04.2016, 10:30
13. Na, dann klären Sie uns doch mal auf:

Zitat von sighthound
...geschieht uns doch recht: wer vor lauter QM- und anderer Regelmanie wie die Bundesrepublik irgendwann mal den Überblick verliert, der wird dann halt von noch schlaueren geschröpft...siehe auch der Skandal über die AKW-Überprüfungen, die ja gar nicht stattgefunden haben, außer auf dem Prüfpapier!
Wie funktioniert ein System besser und gerechter ohne QM Maßnahmen und ist vor kriminieller Energie besser geschützt, - wenn schon mit diesen Maßnahmen der Betrug und Schmuh an der Tagesordnung sind? Ich warte gespannt.

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viwaldi 16.04.2016, 10:34
14. Mal konkret nachgefragt:

Zitat von Nabob
sondern daran, dass im "Wirtschaftssektor" Altenpflege zu kleine Gehälter gezahlt, alte Hilfe bedürftige Menschen nach erbrachter Lebensleistung einschließlich Abgabenentrichtung von diesem Staat, langsam wundert gar nichts mehr, organisatorisch und kostenmäßig ausgeblendet werden. Würde an das Hilfspersonal für diese alten Menschen das berufliche Mindestwissen erhöht werden und würden diese Menschen angemessen bezahlt werden, wären erst einmal diese Altersheime für die Armen (13 Millionen der Bundesbevölkerung), diese Heime wie Nachkriegslazarette, eine Sache der Vergangenheit. Nur wenn die ökonomischen Verhältnisse um den (armen) alten Menschen so ein Desaster bleiben wie es bislang ist, haben kriminelle Bestrebungen eine Aussicht auf Erfolg. Und natürlich muss man auch nachsehen, wo die organisierten Lecks in den Sozialkassen stecken.
Sie meinen also, wenn man die Löhne anhebt, hört der Betrug auf? Vielleicht denken Sie über diesen Vorschlag noch mal nach, aus meiner Lebenserfahrung heraus wird genau das Gegnteil passieren: wo mehr pro Patient zu holen ist, wird der Mißbrauch attraktiver, weil die Gewinnmarge steigt.

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seamanslife 16.04.2016, 10:35
15. die Lizenz zum Geld drucken

erhält man offensichtlich mit dem Gewerbeschein für den Pflegedienst.
Bei einer zentralen Organisierung durch Gemeinden oder die Stadt mit fest angestellten Mitarbeitern würde sowas nicht passieren.
Die Stadt hätte dann die Kontrolle und man ist vor Ort sollte was zu klären sein.
Den Vorteil der liberalen Marktwirtschaft haben die Bosse der "Pflegedienste" sofort erkannt. Mir das Meiste ist die Devise, egal bei welcher Institution.

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dione_gutzmer 16.04.2016, 10:38
16. Die PflegeKRAFT profitiert nicht

Zitat von athanasia
Und wenn man sich anschaut, was Pflegedienste so bezahlt kriegen und wie sie Sätze für bestimmte Tätigkeiten sind, dann ist das leider sogar durchaus nachvollziehbar... Von irgendwas muss auch eine Pflegekraft leben und dass man da trotz Ausbildung besonders viel verdient kann man nun wirklich nicht behaupten.
Die Pflegekraft bekommt keinen Cent von dem Betrug ab, die wird nach Zeit bezahlt, und wenn die Leistung gar nicht stattgefunden hat, verdient sie dafür auch nichts. Sie muss "nur" ihre Unterschrift leisten, dass sie dies oder jenes gemacht hat. Selber erlebt, nach Verweigerung der Unterschrift rausgeflogen (deutsche Firma!!!). Soll heißen: Ich habe kein Mitgefühl mit abzockenden Pflegediensten.

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wurzelbär 16.04.2016, 10:39
17. Simulierte Pflegebedürftigkeit

Den gesetzlichen Pflegekassen geht durch Betrug offenbar jedes Jahr ein Milliardenbetrag verloren.

(Er geht nicht verloren, er ist nur in andere Bereiche umgeleitet worden!)

Medienberichten zufolge zweigen vor allem Pflegedienste durch gefälschte Ansprüche hohe Beträge aus den Sozialsystemen ab.
Beim Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen durch Pflegedienste handelt es sich um ein bundesweites Phänomen, das insbesondere dort auftritt, wo sich durch Sprachgruppen geschlossene Systeme bilden.
Darüber hinaus, sind in Einzelfällen Informationen bekannt, laut denen die Investition in ambulante Pflegedienste ein Geschäftsfeld europaweiter, organisierter Kriminalität ist.

Es ist bezeichnend, wie sich legale, große Geschäftsmodelle, welche gesetzlich legalisiert sind,
in kleinen Geschäftsmodelle wiederfinden, welche dann von politisch, staatlicher Seite aus - in "finanzkriminellen Machenschaften" eingestuft werden.

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viwaldi 16.04.2016, 10:42
18. Das Problem ist:

Zitat von woistmeinaccount
Auch bei tatsächlich eingesetzten Kräften erklären die Vermittlerinnen am Telefon ungeniert, dass man bitteschön die monatlichen Rechnungen in bar bezahlen solle. Betrug von a bis z! Von den angeblichen Qualifizierungsnachweisen ihrer Pflegefachkräfte ganz zu schweigen. Noch Fragen?
viele beklagen sich, - aber keiner kann ein wirklich besseres System vorschlagen. Bessere Leistungen, bessere Bezahlung der Pflegekräfte, weniger Geld. Nach meiner Meinung (und persönlicher Erfahrung) hilft nur ein Pauschalsystem: Anfahrt, "kleine Pflege" mit Zeitvorgabe 20 Minuten, darin müssen bestimmte Leistungen zwingend erledigt werden: z.B. Teilwaschung, Anziehen, Zähne putzen, Kämmen, Toilettengang, Teileincremen,
Ich erlebe, dass die Fahrpauschale schon fast die gesamten Pflegezuschüsse der Krankenkasse auffrist (Stufe 1), wohnen in einer STadt (>500.000 Einwohner). Kämmen soll 90€ extra pro Monat kosten, - alles dann privat zu tragen, usw. , usw. Nur über Plausibilitätskontrolle der Zeit ist dem Mißbrauch etwas beizukommen.

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peter_silie_1 16.04.2016, 10:45
19. Alter Hut

Würde doch schon vor Jahren darüber berichtet. Aber lieber die Steuern erhöhen. Der dumme Michel zahlt es doch.,,

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