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Organisierte Kriminalität: BKA soll Hinweise auf systematischen Betrug bei Pflegedien
DPA

Pflegedienste sollen die Sozialkassen systematisch betrügen. Medienberichten zufolge prüft das Bundeskriminalamt nun Hinweise auf Strukturen organisierter Kriminalität.

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53er 16.04.2016, 12:40
50. Kein Wunder,

Zitat von untitled0
Es wundert mich, dass das Thema jetzt erst hoch kocht. Eine Freundin von mir hat in einem durchaus solide wirkenden Pflegedienst auf dem Lande gearbeitet - keine Spur von "osteuropäischer Bandenkriminalität". Aber das, was sie schon vor Jahren darüber berichtet hat, lässt mich an der Seriosität dieser Dienstleister zweifeln. Vor Prüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mussten die Mitarbeiter regelmäßig Sonderschichten einlegen, um Unterlagen zu "überarbeiten". Die Mitarbeiter haben mitgespielt, aus Angst um ihre Jobs. Dieser Pflegedienst wird bei den Prüfungen durch den MDK regelmäßig mit der Note 1,0 bewertet. Anscheinend ist das System, nach dem die Kassen prüfen, einfach nicht effektiv genug.
wenn man sich das Vorgehen bei der Prüfung mobiler und stationärer Pflegeeinrichtungen durch den MDK anschaut, ist jedem klar, dass einfach weggeschaut und der Betrug geduldet wird. Grund ist, bezahlen muss die Maschinerie ja nur der Beitragszahler und alle leben davon. Angefangen bei Ärzten, Apothekern, Pharmaindustrie über Krankenhäuser, mobile und stationäre Pflegeeinrichtungen. Alle hängen am Tropf des Sozialsystems und ganze Wirtschaftszweige würden ohne diese Allimentierung zusammenbrechen. Wenn man den sprichwörtlichen Bock zum Prüfer macht und der seine Prüfung auch noch anmeldet oder die Termine durch Informanten aus dem MDK vorher weitergeflüstert werden, braucht man sich über die Ergebnisse nicht zu wundern. Wenn die Pflege mit Stufe 2 in einem mittelmäßigen Pflegeheim in der Provinz mittlerweile annähernd 4000 Euro/Monat kostet, müßten eigentlich bei allen die Alarmglocken unaufhörlich schellen. Denkt man das weiter, zahlt ein Rentner in 10 Jahren fast das doppelte und das bei einem Rentenniveau von dann ca. 45%, also unbezahlbar - auch nicht über die Sozialhilfe.
Die vielbewunderten Experten in Wirtschaft und Politik sollten doch bitte einmal sagen, wie sie sich bei weiter absinkendem Rentenniveau vorstellen, dieses Dilemma zu lösen, wenn auch noch systematischer Betrug geduldet wird. Alle Verantwortlichen lassen offensichtlich den Karren, den sie selber angeschoben haben, sehenden Auges gegen die Wand fahren. Der Leidtragende ist ja nur der Beitrags- und Steuerzahler. Der Auslöser war ein nicht zu überbietender Privatisierungswahn bis in die intimsten Winkel der Gesellschaft, er wird in naher Zukunft zu Chaos führen.

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Nabob 16.04.2016, 12:41
51. Die Industrie-Ikone Merkel

Zitat von distar99
Die pharmazeutische Industrie schröpft die Sozialkassen legal mit Hilfe des Staates, die Pflegekassen illegal. In diesem Fall stehe ich eher auf der Seite der Illegalität, nicht zuletzt, weil es ganz sicher viel billiger ist. ;-) Fakt ist, die Beitragszahler sind wie immer die Dummen.
wird noch mehr Sozialstaat abbauen, dafür steht und bleibt sie.

Einnahmen bekommen die Unternehmer, Lasten der Steuerzahler.

Das eigentliche Problem dahinter ist, dass es keine Volkspartei mehr gibt, eine kraftvolle mit starken sozialstaatlichen Ausrichtungen schon gar nicht.

Wenn sich aber der Deutsche weiter nur um sein Auto und seine soziale Akzeptanz im direkten sozialen Umfeld kümmert, werden sich die Verhältnisse weiter verschlechtern.

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Spiegelleserin57 16.04.2016, 12:42
52. interessanterweise...

Zitat von rumsi
dann schauen Sie sich mal an wieviel unqualifiziertes Personal in den Pflegebereichen arbeiten, dann sträuben sich Ihnen die Haare. Nicht ausgebildet, nicht Deutsch sprechend, halt Hifsarbeitskräfte, die teilweise nichts, aber auch gar nichts,gelernt haben. Die kommen aus dem Ausland , wohnen günstig im Heim und sind oft deshalb im Pflegedienst, weil sie die Notsituation kennen und trotz Unfähigkeit einen Job bekommen dort. Fliegen sie raus, gehen sie in´s nächste Heim, das sie mit offenen Armen aufnimmt. Ich könnte Ihnen die Praxis zeigen,. Eine Katastrophe... und dann sagen sie .... besser bezahlen??!! Wohlbemerkt, es gibt auch - leider zu wenige- qualifizierte und ausgebildete Kräfte.Gehen Sie in die Heime und schauen Sie sich um.
arbeiten die Heime bevorzugt mit Halbtagskräften.
Eine Bekannte von mir die eine erfahrene und qualifizierte Altenpflegerin ist hatte Probeme einen Job zu bekommen da alle Heime nur Teilzeitkräfte haben wollten.
Es müssen für die Altenpflege dringend Verordnungen geschaffen werden nach welchen Kriterien gearbeitet werden kann und auchdie Hygienevorschriften müssen deutlich verschärft werden.
Ich kenne es auch Kliniken die Pflegebedürtige aus Altenheime prinzipiell erst mal als infektiös einstufen bis der Hygienebefund die Menschen entlastet!
Das wird wohl nicht ohne Grund geschehen und das in Kliniken die auch sparen müssen!

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farbkasten 16.04.2016, 12:42
53. Selbstbedienungsladen

Wenn man hier schon die Kommentare liest, die Verständnis für diese betrügerischen Praktiken (Diebstahl und Betrug) zeigen, dann sieht man, wie weit es mit der Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Moral in diesem Land gekommen ist.
Man nimmt sich ja also nur "was einem zustünde". Und weil das von Fall zu Fall ganz andere Dimensionen sind, könnte dieses Argument jeder für sich anwenden. Als ob man seinen Umständen hilflos ausgeliefert wäre und einem "ja gar nix anderes übrig bliebe".

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wintergreen 16.04.2016, 12:42
54. Ungenauer Artikel

der viele Fragen offen lässt.
Wie läuft denn das genau? Die Abklärung der Pflegestufe - insbesondere auch einer Intensivpflege - kann doch nicht allein Sache der Pflegedienste sein? Es müssen also in DE niedergelassene Ärzte in die Sache verwickelt sein!

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rahus 16.04.2016, 12:42
55. Betrug und Ordnung

Zitat von frenchie3
da wenigstens, und mit mikromalen Mehrkosten, etwas Ordnung reinzubekommen. Die Pflegekasse müßte nur eine Rechnungskopie an den zu pflegenden/berechtigte Person schicken. Dann wüßten ehrliche Leute was in ihrem Namen kassiert wird und könnten darauf hinweisen. Hilft zwar nichts wenn der Patient mitmacht. Dadurch würden aber Kräfte frei die sich um Merkwürdigkeiten kümmern können
So einfach ist das nicht. Wenn fiktive Patienten (die haben auch betrogen) Rechnungskopien bekommen, dann freuen die sich nur über ihren Anteil.

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blueshift774 16.04.2016, 12:44
56. Na endlich...

Mir lagen bereits seit 2006 Anzeichen dafür vor, dass es im Pflegesystem in Deutschland nicht ganz mit rechten Dingen zugeht. Im Gesundheitswesen gibt es ähnliche "institutionelle Strukturen" der systematischen Ausbeutung, die teilweise bis in staatliche Organisationen reichen. Schön, dass das Bundeskriminalamt endlich reinleuchtet...

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bernd80b 16.04.2016, 12:49
57. seamanslife

Sie haben Recht. Seit der Änderung bzw. Privatisierung vieler Dienstleistungen (Post,Bahn, Energie, Fahrdienste, Putzdienste usw.usf.) werden Service immer schlechter, Kosten höher und Löhne niedriger. Grade aktuell der Fahrdienst im EU Parlament (IS). Sauberkeit in Krankenhäusern, Behörden usw. miserabel und als Auftraggeber will man die Leute nicht anschwärzen, da sie sowieso nur für den Mindestlohn schuften= Wir hatten zeitweise nur eine Kraft für 7 Stockwerke an einem Gericht.

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AndreHa 16.04.2016, 12:51
58.

Zitat von untitled0
Es wundert mich, dass das Thema jetzt erst hoch kocht. Eine Freundin von mir hat in einem durchaus solide wirkenden Pflegedienst auf dem Lande gearbeitet - keine Spur von "osteuropäischer Bandenkriminalität". Aber das, was sie schon vor Jahren darüber berichtet hat, lässt mich an der Seriosität dieser Dienstleister zweifeln. Vor Prüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mussten die Mitarbeiter regelmäßig Sonderschichten einlegen, um Unterlagen zu "überarbeiten". Die Mitarbeiter haben mitgespielt, aus Angst um ihre Jobs. Dieser Pflegedienst wird bei den Prüfungen durch den MDK regelmäßig mit der Note 1,0 bewertet. Anscheinend ist das System, nach dem die Kassen prüfen, einfach nicht effektiv genug.
Falsch. Der Bürokratiewahnsinn lässt sich im Rahmen der Minutenpflege überhaupt garnicht darstellen. Das System frisst seine Kinder - so sieht es aus. Wenn da an irgend einer Stelle Betrug mit dabei ist - Pech gehabt, Staat. Ihr habt es so gewollt. Wer Pflege und Gesundheit auf dem Altar des Wettbewerbs opfert (und genau das ist mit der Pflegereform passiert), hat es nicht anders verdient.

Es ist ein himmelschreiender Skandal, dass meine Pflichtversicherungsbeiträge in die Taschen von Shareholder fliessen. Und nichts anderes geschieht bei den "Gesundheitskonzernen" Fresenius, Helios, Marseille-Kliniken, Rhön etc. usw.

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53er 16.04.2016, 13:00
59. So ein Unsinn,

Zitat von Annabelle1811
ist bei uns schuld. Erst kürzlich habe ich gesehen, was ein Mensch für das Arbeitsamt an Formularen alles ausfüllen muß, nachdem dieser nicht gleich nach der Ausbildung anschließend eine Arbeitsstelle hatte. Das war fast ein Buch, das da zu lesen und auszufüllen war. Dabei wurden gleichzeitig alle möglichen Fragen zu Imigration etc. etc. gestellt. Mich würde nicht wundern, wenn es beim Pflegedienst nicht ähnlich verlaufen würde. Zum Schluß hat man dann soviel Salat, daß man den Überblick verliert und alles schnell genehmigt. Damit ist den Kranken und den Gesunden nicht geholfen. Die Kranken erhalten weniger Leistung und Zuwendung und die gesunden Beitragszahler können sich auf die nächste Erhöhung der Beiträge gefasst machen, weil man durch steigende Kosten oder diesen Beschiss mit den bisherigen Beiträgen nicht mehr auskommt.
wenn man keine Ahnung hat warum etwas schlecht läuft, war´s im Zweifelsfall immer die Bürokratie. Wer sich das als Begründung verkaufen läßt, glaubt auch an den berühmten Weihnachtsmann. Für das Ausfüllen der Pflegeliste beim Kunden braucht ein Mitarbeiter maximal 2 Minuten. Die Pflegeverwaltung hat genügend Zeit, den Rest abzuarbeiten. Die Tätigkeit eines Pflegers vor Ort überschreitet in den meisten Fällen keine 15 Minuten, dann ist er wieder weg. Dafür verlangt ein Pflegedienst oft Stundensätze, die jede Autowerkstatt vor Neid erblassen lassen würden. Den geringsten Anteil bekommt der Pflegende. Der Rest geht in Verwaltung und verschiedene Täschchen. Dass ein Pflegedienst sich nicht nur davon ernährt, stellt man daran fest, dass viele Pfleger schon beim geringsten Anlass den Notdienst rufen und den Senior ins nächstgelegene Krankenhaus transportieren lassen. Gerne auch mit dem teueren Notarztwagen und ohne vorher ärztlichen Rat eingeholt zu haben (bevorzugt auch bei Privatpatienten, das kostet mehr). Seltsamerweise bevorzugen viele Pflegedienste auch gerne bestimmte, Massagepraxen, Ärzte, Apotheken oder Orthopädiefachgeschäfte. Dies fällt übrigens auch bei Pflegeheimen auf. Dass da auch finanzielle Gefälligkeiten zurückfließen ist offensichtlich, wenn man erkennt mit welcher Vehemenz manche Pflegedienste versuchen dem Kunden einen Wechsel zu bestimmten Anbietern schmackhaft zu machen.

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