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Organisierte Kriminalität: BKA soll Hinweise auf systematischen Betrug bei Pflegedien
DPA

Pflegedienste sollen die Sozialkassen systematisch betrügen. Medienberichten zufolge prüft das Bundeskriminalamt nun Hinweise auf Strukturen organisierter Kriminalität.

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thpuc 16.04.2016, 13:01
60. Beobachten allein ...

... ist eben nicht genug. Vielleicht sollte der Dienst einfach mal aktiv werden und seine Erkenntnisse teilen!

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thinklink 16.04.2016, 13:12
61. Es geht doch hier

Zitat von viwaldi
Sie meinen also, wenn man die Löhne anhebt, hört der Betrug auf? Vielleicht denken Sie über diesen Vorschlag noch mal nach, aus meiner Lebenserfahrung heraus wird genau das Gegnteil passieren: wo mehr pro Patient zu holen ist, wird der Mißbrauch attraktiver, weil die Gewinnmarge steigt.
um private Pflegedienste, um Pflegende, die was dokumentieren, was sie nicht tun.
Jeder Laie, der die Berichte über dieses Metier liest, hat doch bis heute x-mal gehört, dass das gesamte System unterfinanziert ist. Also: rein aus unternehmerischer Sicht macht es Sinn, Leistungen zu dokumentieren, die nicht erbracht wurden, denn nur von den real erbrachten Leistungen kann so ein Unternehmen nicht über die Runden kommen.
Dass das gewerbsmäßig und mit betrügerischer Absicht im organisierten Verbechen auch gut funktioniert, ist für mich logisch. Die Frage ist, was kann bzw. muss man tun? Nur strafrechtliche Verfolgung und Bestrafung wird wohl nur dazu führen, dass andere das gleiche Geschäftsmodell aufgreifen.
M.E. ist es eine Systemfrage, genau wie bei der gesamten Korruptionsthematik im Gesundheitswesen: beitragsfinanzierte Kassen auf der einen, privatwirtschaftliche Akteure auf der anderen Seite, eine strukturelle Unterfinanzierung (damit die Wirtschaft nicht über Gebühr belastet wird). Wir brauchen ein staatliches non-Profitsystem, das aus Steuermitteln getragen wird. Dazu trägt dann jeder nach Einkommenslage bei, ohne dass eine Gewinnerzielungsabsicht bedient wird- Kein Akkord, keine minimalistische Leistungserfassung, kein billlig bis billigster Wettbewerb, ein realistischer Leistungskatalog. So könnte es ziemlich unattraktiv werden, es sei denn, die Bediensteten im Amt sind korrupt. Das muss man mit Anti-Korrutptionsmaßnahmen wie in Bauämtern etc. natürlich im Auge behalten. Aber insgesamt würde der Bereich etwas weniger anfällig.

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mariendistel 16.04.2016, 13:14
62. Stichproben machen, aber nicht nur bei Pflegediensten!

Dann sollen eben mehr Stichproben gemacht werden, aber nicht nur bei Pflegediensten!
Ich habe schon von Fällen gehört, bei denen Krankenhäuser Krankenhausaufenthalte abgebucht haben, die gar nicht stattgefunden haben. Herausgekommen ist das, als die betroffenen Leute wirklich einmal ins Krankenhaus mussten und man ihnen sagte: "Ah, Sie sind schon vor 10 Jahren hier gewesen." - "Nein, ich bin noch nie im Krankenhaus gewesen!" Aber die betroffenen Personen waren isoliert lebende Alte, die über kein Netzwerk verfügten, um den Skandal publik zu machen. Und da schweigt man lieber als einzelner, denn man ist ja doch im Notfall aufs Krankenhaus angewiesen.

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Pfaffenwinkel 16.04.2016, 13:18
63. Auch bei deutschen Pflegevereinen

wird betrogen. Was ich bei meiner pflegebedrüftigen Mutter erlebt habe, hat mich erschüttert.

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1lauto 16.04.2016, 13:26
64. wenn ich 10.000 euro im Monat

Zahle, dann seh ich mir das persönlich an. Egal ob als Privatmann oder "Leistungsträger" . Wer das nicht tut, ist mitschuldig. Die Strukturen der Pflegekassen müssen überprüft werden ohne Korruption ist der Schaden kaum zu erklären.

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thequickeningishappening 16.04.2016, 13:29
65. Da braucht man nicht ins Pflegeheim

Jede aertztliche Leistung, die abgerechnet wird, beruht auf Vertrauensbasis; Papier ist geduldig.

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53er 16.04.2016, 13:34
66. Wie kommen Sie darauf.

Zitat von thinklink
um private Pflegedienste, um Pflegende, die was dokumentieren, was sie nicht tun. Jeder Laie, der die Berichte über dieses Metier liest, hat doch bis heute x-mal gehört, dass das gesamte System unterfinanziert ist. Also: rein aus unternehmerischer Sicht macht es Sinn, Leistungen zu dokumentieren, die nicht erbracht wurden, denn nur von den real erbrachten Leistungen kann so ein Unternehmen nicht über die Runden kommen. Dass das gewerbsmäßig und mit betrügerischer Absicht im organisierten Verbechen auch gut funktioniert, ist für mich logisch. Die Frage ist, was kann bzw. muss man tun? Nur strafrechtliche Verfolgung und Bestrafung wird wohl nur dazu führen, dass andere das gleiche Geschäftsmodell aufgreifen. M.E. ist es eine Systemfrage, genau wie bei der gesamten Korruptionsthematik im Gesundheitswesen: beitragsfinanzierte Kassen auf der einen, privatwirtschaftliche Akteure auf der anderen Seite, eine strukturelle Unterfinanzierung (damit die Wirtschaft nicht über Gebühr belastet wird). Wir brauchen ein staatliches non-Profitsystem, das aus Steuermitteln getragen wird. Dazu trägt dann jeder nach Einkommenslage bei, ohne dass eine Gewinnerzielungsabsicht bedient wird- Kein Akkord, keine minimalistische Leistungserfassung, kein billlig bis billigster Wettbewerb, ein realistischer Leistungskatalog. So könnte es ziemlich unattraktiv werden, es sei denn, die Bediensteten im Amt sind korrupt. Das muss man mit Anti-Korrutptionsmaßnahmen wie in Bauämtern etc. natürlich im Auge behalten. Aber insgesamt würde der Bereich etwas weniger anfällig.
dass das System unterfinanziert ist? Informieren Sie sich zunächst über die Pflegesätze und dann über die Leistung, die dafür geboten wird bzw. den Aufwand der damit verbunden ist. Was auch sehr erhellend wirkt, ist die geringe Entlohnung, den die eigentlichen Diensterbringer dafür erhalten. Wenn Sie dann den Überblick haben, werden Sie erkennen, dass keine Unterfinazierung vorliegt, sondern eher ein Fass ohne Boden. Es ist naiv zu glauben, dass bei einer noch besseren Finanzierung der Betrug schon irgendwann ein Ende haben könnte. Dann wird das Loch im Fassboden nur noch größer, aber der Pflegende bekommt immer noch den gleichen Lohn. Die Finanzierung ist bereits ausreichend und ein Pflegedienst hat nicht nur diese eine Einnahmequelle, da wird auf Teufel komm raus getrickst.

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thinklink 16.04.2016, 13:36
67. Unterfinanzierung

Zitat von werner bauer
das macht jedes pflegeheim, indem sie durch unterschreitung des personalschlüssels bezahlte leistungen nicht erbringen.
ist hier das Stichwort und beitragsfinanziert durch Arbeitnehmer/-geber. Letztere sind ja nicht interessiert, noch mehr Beiträge zu leisten. Daher alles super knapp bemessen: nur im Laufschritt und wenn keine Störungen entstehen, realistisch.

Das System: Beiträge von denen, die Arbeit leisten und Erstattungen nach privatwirtschaftlichen Profitinteresssen: das passt nicht zusammen und lädt nicht nur in diesem Bereich zu Betrug ein - im gesamten Gesundheitswesen wird abgezockt, was das Zeug hält. Daher dieses Missverhältnis endlich abschaffen!

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Puma 16.04.2016, 13:37
68. Zerfall einer Solidargemeinschaft

Wo immer man hinschaut, es häufen sich gesell-schaftliche Auflösungserscheinungen in erschreckender Weise.
Bei VW kommt die Justiz nicht voran wenn es um Aufklärung in Fragen krimineller, organisierter Verantwortungslosigkeit.
Man wartet ab, was die US Justiz am kommenden Donnerstag, 21.04.2016 im Fall VW entscheidet und wir werden sehen wie dann hier bei uns Bewegung in die Ermittlungen kommt. Unsere Spielregeln sind nicht geeignet wirklich Aufklärung und Konsequenzen aufzuzeigen. Der Verbraucher ist der Betrogene und Geschädigte.

Oder ob es um Betrügereien bei der Deutschen Bank geht, welche 6.000 Strafverfahren weltweit an der Backe hat, ob es um dubiose Scheinrückstellungen bei e-on und RWE geht und Gabriel sogleich den Brückenbauer spielt oder merkwürdige Bewertungsmethoden beim BfR bzw. EFSA in Fragen des Einsatzes von Glyphosat oder das gewollte Nichtstun bei Herrn Dobrindt in Fragen des Abgasskandals unter Einbezug aller Fahrzeughersteller (nicht immer auf VW rumhacken die anderen sind nicht besser wohl aber geschickter).

Auch die Existenz eines § 103 (Majestätsbeleidigung) ist schlicht ein Skandal. Weiß der Gesetzgeber überhaupt noch welche Spielregeln gelten bzw. überholt sind.
Die Gefälligkeitspolitik in Berlin treibt seltsame Blüten und kreiert die für sie selbst und anderen, passenden oder besser für die Industrie angepassten oder unterlassenen Spielregeln.
11 Jahre hat man sich Zeit gelassen ein Gesetz gegen politische Korruption zu formulieren, welches am Ende nicht wirklich wirksam ist.
Wie hat Th. Fischer, Bundesrichter in Karlsruhe es formuliert: „Wenn die Wölfe
Gesetze gegen die Wilderei machen, haben die Schafe nichts zu lachen“.

Gesellschaftkreisen denen es um Förderung und Bevorteilung der eigenen Klientel geht, zerstören den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der für ein nachhaltiges friedliches Miteinander erforderlich ist.
Missachtung den sozialen Wohnungsbau voranzutreiben oder die Unterstützung derjenigen, die sich Gesundheitsvorsorge aus Mangel an Geld nicht leisten können müssen immer wieder angemahnt werden. Jeder 6. Deutsche lebt an der Armutsgrenze. Tendenz mittlerweile wieder steigend
Eine Partei die die Interessen des kleinen Mannes trägt, vorlebt und vorantreibt gibt es schon lange nicht mehr. Dort ist jeder sich selbst am nächsten. Der Drehtüreffekt wird es schon richten.
Es gibt auch hier Parallelwelten, nicht nur bei Migranten.

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Marie2015 16.04.2016, 13:39
69.

Zitat von Rezessionist
Darüber hat Wallraff vor 2 Jahren schon ausführlich berichtet.
Das war schon vor 6 Jahren bekannt, dass es solche Pflegedienste unter den sog. Russland-"Deutschen" gibt, die zusammen mit anderen Russland-"Deutschen" Pflegefälle simulieren.
Kohl hat mit der Anwerbung dieser Menschen einen Riesenfehler gemacht. Die bekamen auch noch Zuschüsse in hoher 5-stelliger Höhe zum Hausbau und ihre Kinder arbeiten teils als Zuhälter ...
Ich frage mich, wieso das Problem immer noch besteht?

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