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Ost-West-Angleichung: Höhere Renten - welche Finanzierung ist gerecht?
DPA

Die Angleichung der Ostrenten wird zur Hälfte durch Steuern bezahlt - ein fauler Kompromiss? Fest steht: Der Staat hat die Rentenkasse schon einmal stärker finanziert als heute.

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mailand2 23.12.2016, 11:47
40. Soso

Zitat von nickleby
Der Staat schießt pro Jahr85 Milliarden Euro der Rentenkasse zu, ohne dass ein Beamter irgendeinen Nutzen davon hat. Die Beamten hinken der allgemeinen Einkommensentwicklung um ca. 15-20 % hinterher und werden sie auch nicht einholen, da der Staat immer dann bei den Beamtengehältern einspart, wenn es populistisch angesagt ist. Dem Beamten wurden Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld gestrichen, ohne dass er sich dagegen wehren kann. Man benachteiligt die Beamten und lässt sie sprichwörtlich im Regen stehen. Man denke z.B. nur an die Verschlechterung der Beihilfesätze und der Versorgungsbestimmungen. Der Beamte kann sich nicht wehren, weil er kein Streikrecht hat. Das fällt der Öffentlichkeit nicht auf, weil der Beamte staatstreu und bescheiden ist, seine Rechte gegenüber dem Großen und Ganzen hintanstellt. mehr Solidarität mit den Beamten !!!
Ich gehe mal davon aus, dass Sie Beamter sind. Auch wenn nicht:
Wieviel Prozent des letzten (Brutto)Einkommens beträgt die Pension...?? Das sind sicher mehr als die 47,5 % im staatlichen Rentensystem. Sicher kommt der Einwand, es müssen Beamte Krankenversicherungsbeiträge entrichten... Rentenempfänger müssen das auch.... Und wo genau war jetzt noch die Benachteiligung?

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schreiber5.3 23.12.2016, 11:49
41. Die Renten sind sicher...

Einerseits hatte Kohl die Ostrenten, die bis dahin nie etwas einzahlten, aus unserer Rentenkasse genommen. Das ist Grundgesetzwidrig! Er hätte diese Renten aus dem Steuertopf nehmen müssen! Er hat also gegen das Gesetz verstoßen!

Andererseits wurden ja auch seit 1956 von allen Regierungen mehr als 700 Milliarden € an Fremdleistung aus der (wohlgemerkt) Rentenversicherung entnommen, als sei das Staatseigentum. Es sind aber die Versicherungsbeiträge der Versicherten!

Und wenn man die letzten 3 Jahrzehnte zurückblickt, dann muss man feststellen, dass die Regierungen von Kohl über Schröder bis hin zu Merkel, mit den prekären Minijobs (400 € Basis, bis 1 € -Jobs) dafür gesorgt haben, dass dies staatlich subventionierte Arbeitsplätze für Großunternehmen sind und andererseits damit die Beiträge der Sozialversicherungen ausgehöhlt wurden. Folglich hat der Staat, der wir übrigens alle sind, dafür zu sorgen, dass die Menschen im Alter ein würdiges Leben ohne Not führen können. Und das gilt insbesondere für die jungen Generationen, die sich durch die politischen Fehlentscheidungen der Vergangenheit benachteiligt fühlen.

Und gerade, weil die Produktivität heute durch Automation um ein Vielfaches extrem viel höher liegt, als in früheren Zeiten, wäre es nur Fair, wenn die definitiv üppigen Gewinne aus solcher Produktivität mit sozialen Beiträgen belegt würden! Es kann nicht sein, dass sich weltweit gerade mal 85 Hanselen leistungslos so viel Besitz aneignen konnten, wie die gesamte untere Hälfte der Menschheit (ca. 3,6 Milliarden Menschen) besitzt. Da ist eine Schieflache eingetreten, die nicht weiter hinnehmbar ist. So kann also mit politischer Macht alles in vernünftige Bahnen gelenkt werden, ohne dass die junge Generation meint, über Gebühr belastet werden zu müssen! Doch da ist immer wieder die Korruption im Spiel, die alles blockiert. Freie Entscheidungen werden so verhindert. Wenn allein in Brüssel mehr als 30.000 Lobbyisten (mehr als 40 pro Europaabgeordneten) das politische Geschehen bestimmen, dann kann sich jeder denken, wo der Wind her weht!

Und wenn die so genannten etablierten neoliberalen Parteien aus csDU/sPD, grünen und vielleicht noch der gelben nicht mehr nennenswerten Splitterpartei da nicht handeln wollen, dann muss sich niemand wundern, wenn die Rechtsradikalen leider immer mehr Zustimmung erhalten. Das ist aber dann die Folge der total verfehlten Politik!

Und die heutigen und künftigen Rentner, haben letztendlich diesen Staat finanziert! Die großen Unternehmen dagegen können sich in den Steueroasen um jegliche Steuern drücken, was zwar angeblich stets von der Politik willentlich unterbunden werden soll, doch geschehen ist bis dato absolut nichts! Das muss auch mal festgehalten werden. Allein aus diesem Grunde haben alle Menschen einen Anspruch auf eine würdige Rente!

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kumi-ori 23.12.2016, 11:50
42.

Zitat von Oberleerer
"Seitdem ist klar, dass die Renten in Ost- und Westdeutschland angeglichen werden. Das werde aus Steuermitteln bezahlt, teilte das SPD-geführte Sozialministerium mit." Die "Ostrente" ist eine riesige Lüge. Im Osten gab es viel mehr Kinder pro Frau, die überdies gut ausgebildet waren. Diese zogen unmittelbar in den Westen und zahlten dort in die Rentenversicherung ein, sorgten also für stabile Erträge für die Rentner in West und auch ihre Eltern in Ost. Für das vereinigt Deutschland stieg durch die Wende die Zahl der Beitragszahler unmittelbar an. Es wird ja auch nicht zwischen Nord- und Südrente unterschieden, oder Stadt und Land.
Wenn diese Ost-Arbeitnehmer ihr Arbeitsleben lang in die gesamtddeutsche Rentenkasse eingezahlt haben werden, sollen sie selbstverständlich aus dieser ihre gesamte Rente beziehen. Wenn sie aber teilweise in das ostdeutsche Renetensystem eingezahlt haben, dann muss eben genau diesen Teil der Bundesfinanzminister berappen, der damals genau diese Beiträge in den BRD-Staatshaushalt eingesackt hatte, und nicht die Rentenkasse, die dieses Geld nie gesehen hatte. Ist doch ganz klar und einfach oder?

Wenn Sie Ihr Auto bei Mercedes in zwölf Monatsraten zu bezahlen versprechen, und nachher sagen Sie "aber die ersten drei Monatsraten habe ich an BMW überwiesen.", dann geht das irgendwie so nicht gut aus.

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herrenschirm 23.12.2016, 11:50
43. Höhere Rentenbeiträge

Ohne höhere Rentenbeiträge ist die gesetzliche Rente tot. Denn höhere Beiträge bedeuten auch für die Jüngeren eine belastbare Rente im Alter. Wenn die Renten über die Beiträge immer mehr gekürzt werden, laufen wir, ohne eine realistische Alternative, in ein Rentenchaos.
Mich wundert, dass nicht schon heute eine Rentnerpartei ganz vorne mitmischt. Potential zum Einzug in den Bundestag wäre allemal vorhanden.

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bruno_67 23.12.2016, 11:51
44.

Zitat von Der_Franke
... hätte sofort nach der Wiedervereinigung aus Steuermittel finanziert werden müssen. Alternative wäre gewesen, Ostdeutsche in Ostmark die Rente zu bezahlen, da sie nur Ostmark eingezahlt haben. Seit Jahren vergreift sich der Stat an der Rentenkasse, indem er für versicherungsfremde Leistungen zu wenig Steuermittel aufbringt. Z.B. die komplette Mütterrente müsste aus Steuermitteln finanziert werden, da kein einziger Euro Beitragslesitung entgegensteht.
Auch Ihnen kann ich nur anraten, sich mit dem Umlageprinzip der GRV auseinanderzusetzen. Nochmal, vor 1990 haben die Ostdeutschen AN in ihr System eingezahlt und deren Renter aus diesem System Renten bezogen (im Prinzip auch im Umlagesystem, in dem nichts angespart wird). Seit 1990 zahlen die ostdt. AN in die GRV ein und die Rentner beziehen aus dem System ihre Rente. Ist das wirklich so scher zu verstehen ?

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kumi-ori 23.12.2016, 11:54
45.

Zitat von ruediger
Für mich als Selbstständiger, der für sich nie etwas in die Rentenkasse eingezahlt und auch nie etwas aus der Rentenkasse bekommen wird und will, ist es natürlich unfair, irgendwelche Beträge über die Steuer indirekt dorthin abführen zu müssen (ganz gleich mit welcher Begründung). Auch an all den Wahlgeschenke wie Mütterente, Lebensleistungsrente und Trümmerfrauen werde ich nicht beteiligt. Die Angleichung der Ostrenten ist sowieso ein ganz anderes Thema: Da die Rentenversicherung keinen Kapitalstock anspart, bekommt kein Rentner sein Geld zurück, sondern immer nur das Geld der zurzeit arbeitenden Generation. Eine Angleichung der Ostrenten dürfte also ganz einfach durch eine Angleichung der Rentenversicherungsbeiträge (und Bemessungsgrenzen) in Ostdeutschland erreichbar sein und sollte überhaupt keinen (zusätzlichen) Bundeszuschuss brauchen
Aber Sie haben Helmut Kohl gewählt und der hat die Wiedervereinigung beschlossen. Es ist daher genauso Ihre Schuld wie die der rentenversicherten Arbeitnehmer, wenn hier ein Defizit sich auftut.

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mettwurstlolli 23.12.2016, 11:54
46.

Zitat von bauklotzstauner
Und nein, das sind keine "kommunistischen Traumschlösser". Die gesetzliche Rente in der Schweiz funktioniert ganz genau so! Bekanntlich KEIN Herd des Kommunismus. Und die Reichen müssen dort auch nicht mit einer Mauer samt Schießbefehl am Verlassen des Landes gehindert werden. Auch in Österreich gibt es eine Erwerbstätigenrente, die alle Arbeitseinkommen einbezieht - und nicht wie in Deutschland ausgerechnet die hohen außen vor läßt. Also was hindert uns?
Scherzkeks. Die Schweiz hat eine teilweise kapitalstockbasierte Rente und leidet im Übrigen unter dem gleichen Demographieproblem (für den Umlageteil). Das System ist so nicht übertragbar.

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ihawk 23.12.2016, 11:57
47. Das Desaster kommt erst noch

Wenn diejenigen in Rente gehen, die heute von Teilzeitjobs leben müssen oder vor Jahren von der Industrie entsorgt wurden und feststellen, dass ihre Rente weit unter Harz IV liegt und dass sie "aufstocken" müssen ... na dann tritt wahrscheinlich der soziale Unfrieden ein.

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scotty_mueller 23.12.2016, 11:57
48.

Zitat von Berg
Merke, der "Staat" nimmt nicht nur Einkommensteuern vom kleinen "Steuerzahler", also vom gesetzlich rentenversicherten AN, sondern auch von Unternehmen und Unternehmern, also AG, die gar nicht rentenversichert sind, aber mit ihre Steuern die Rentenkasse mitfinanzieren. Und steuerzahlungspflichtig werden nur die Rentner/innen mit hohen Renten und zusätzlichen Einkommen.
Merke: Lohnzusatzkosten sind Bestandteil des Bruttolohns und werden daher komplett vom AN bezahlt.

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bauklotzstauner 23.12.2016, 12:03
49.

Zitat von reflexxion
Es ist NICHT egal wer wann wieviel eingezahlt hat, sie können doch bei einer Bank auch nicht mal eben 1 Million abheben, nur weil die Bank das Geld hat, sie es aber nicht eingezahlt haben. Ich habe seit 1971 in die Rentenversicherung eingezahlt, kein Ossi hat vor 1990 was gezahlt, das sind einfach mal 20 Jahre mehr. Frauen in der DDR hatten statistisch die wenigsten Geburten in Europa, die waren zwar häufig schwanger, aber durch Abtreibung als Geburtenkontrolle kam es nur zu wenigen Geburten.
Das ist schlicht falsch:

http://www.deistung.de/weltall/bilder/d-geburten.jpg

Die Geburtenrate war vor allem seit dem "Pillenknick" in der DDR erheblich höher als in der BRD! Also kann es schon mal nicht "Europas niedrigste Geburtenrate" gewesen sein.
Bleiben zwei Möglichkeiten: Sie wissen es nicht, oder Sie lügen.

Und zum ersten Absatz: Vor 1990 hat auch kein Ossi Leistungen aus der westdeutschen Rente bekommen. Wissen Sie eigentlich, wie ein UMLAGEsystem funktioniert? Das ist KEINE Sparbüchse!

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