Forum: Wirtschaft
Ostdeutschland: Alles so schön rückständig hier
FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Die Wirtschaft in Ostdeutschland reicht nicht ans Westniveau heran, warnen Experten. Ostdeutsche Politiker wollen davon nichts hören - und noch weniger von den nötigen, harten Gegenmaßnahmen. Das ist ihnen zu unbequem.

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alex_omä 05.03.2019, 10:05
10. Vieleicht

Wollen die menschen im Osten garnicht wirtschaftlich anschluss finden. Sondern gefallen sich in ihrer opferrolle. Deswegen scheut auch die Politik irgend etwas zu ändern. einwanderung wird nicht nur nicht gewollt sondern als Katastrophe wahrgenommen obwohl das Land einen Exportfokisierten Kurs hat. Die Unternehmen werden zunehmend internationaler um global erfolgreich zu sein. Wenn den leuten im Osten das fremd ist sollen sie doch in Demokratisch legitimierter stagnation leben. Der Geld transfer muss dann jedoch auch abflachen.Man liegt wie man sich bettet.

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rkern 05.03.2019, 10:12
11. Demographie und Demokratie

Die Wut-Ossis, die mit Pegida marschieren und Lügenpresse schreien sind bestimmt nicht die gesuchten Fachkräfte, und sie verhindern auch dass solche in den Osten kommen. Und das mit Absicht. Welcher internationale Fachmann für Halbleitertechnologie soll denn in Dresden arbeiten wollen, wenn er damit rechnen muss durch die Stadt gejagt zu werden, wenn er sich traut seine Wohnung zu verlassen?
Die Fremdenfeindlichkeit ist für mich der grösste Standortnachteil, und daran wird sich wohl erst in Generationen etwas ändern.
R.K.

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jerrinho 05.03.2019, 10:14
12. Simplifizierung komplexer Zusammenhänge

Sehr merkwürdiger Kommentar. Scheint so, als hätte Herr Kröger den Auftrag auf den Tisch bekommen und gemerkt, dass da nichts zu holen ist. Ein paar polemische Sätze als Anker und dann eine wirre Einordnung von völlig unterschiedlichen Themen in einen missverständlichen Brei aus Schlagwörtern.

Über den einzig legitimen Ansatz zur Neuordnung der kommunalen Investitionen schreibt Herr Kröger nichts. Wahrscheinlich nicht genug Zeit zur Recherche. Stattdessen besteht der "inhaltliche Teil" aus einer vagen Beschreibung der Bildungspolitik, die so viel Aussagekraft hat, wie ein Interview mit Philipp Lahm.

Wieder einmal ein wertloser Erguss, der den Namen "Journalismus" nicht verdient hat. Halb so viel Content, der doppelt so gut recherchiert ist. Das wäre doch mal was, liebe Spiegel Online Redaktion.

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Bellagio 05.03.2019, 10:15
13. Heute reden wir den Osten wieder klein

und morgen prügeln wir dann wieder auf die Nazis dort ein. Merkt einer was ? Der Grund warum Ost-Deutschland seit 30 Jahren keinen richtigen Anschluß findet ist simpel der, das wie den Wagen schon längst abgekoppelt haben. Das ist Dunkeldeutschland, wenn die Polen es haben wollen schenken wir es ihnen gerne, wenn sie die mauer wieder aufbauen wollen pack ich mir meine schaufel nehm urlaub und fahr hin...die gleichen herablassenden Sprüche seit über 20 Jahren, aber dann immer groß wundern wenn da drüben die politische Stimmung immer weiter nach rechts kippt. Die sind unserer Moralvorstellungen und Besserwisserei mittlerweile überdrüssig. Komisch nur, das die Bundeskanzlerin das nicht nachvollziehen kann und sich dem mal persönlich angenommen hätte, genauso wie der Gauck...abgehobene Oberschichten gibts halt in jeder Staatsform. Hat sie damals wie heute einfach nicht persönlich berührt. Kaum ist man da raus, lässt man es auch schon weit hinter sich. Oder diese DDR- Karrieristen wollten es nie anders und lieber das Lebensgefühl der alten Zeiten auf diese Weise konservieren

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markusmoeller89 05.03.2019, 10:23
14. Ostdeutsche Landwirtschaft? Wohl eher bayrische.

Die Subventionen der Landwirtschaft in Ostdeutschland zu kritisieren halte ich für arg heuchlerisch. Wie viele Ostdeutsche Landwirte gibt es denn überhaupt noch? Zumindest in Brandenburg und ich denke auch Mecklenburg-Vorpommern werden doch so gut wie alle Flächen von einer Handvoll Industriebauern aus Bayern bearbeitet. Die Subventionen fließen doch direkt in deren Taschen, die und das ist jetzt mal Spekulation eh in der Schweiz oder Lichtenstein liegen. Ostdeutschland hat da bis auf eventuelle Pacht nur Pinats von.

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vera gehlkiel 05.03.2019, 10:30
15.

Zitat von christiang36
punkt 1: wenn ich aussichtreiche regionen subventioniere, habe ich mit z.b. leipzig bald das neue münchen...mieten auf mondniveau (daneben kaum unternehmen zum geldverdienen, im unterschied zu münchen) da die preise immer schneller wachsen als die einkommen. das führt dann wieder zu... punkt 2 ...die scheu vor den fremden nehmen...aha, per gesetz oder wie geht das? nein, geht nur wenn sich alle ökonomisch wohl fühlen, da sind wir wieder bei pkt 1... punkt 3 womit soll ich denn den gebildeten nichtschulabrecher motivieren... mit dem weg in den westen? siehe pkt 1
Bleibt wohl nur noch Punkt 4: Mauer wieder aufbauen, zur Sicherheit vielleicht einem Meter höher. Dahinter einen nationalistischen eigenen Ministaat mit AfD-Linke Populistenkoalition, Anschluss an Visegrad und die Russen suchen. Die hundert Milliarden plus X Aufbauhilfe: geschenkt, Hauptsache, wir Volk müssen dann keine nihilistischen Beiträge mehr wie den Ihren ertragen. Letzte Geste des guten Willens wäre die Zurverfuegungsstellung aller westdeutschen Rechtspopulisten in Fuehrungsfunktionen auf unbestimmte Zeit gegen eine symbolische Leihgebühr von einer Alt-BRD-Mark. Und Helene Fischer kriegt ihr auch noch, zur Revitalisierung einer staatsmonopolistischen Unterhaltungsindustrie. Nur gerecht, nachdem wir früher mal die Nina Hagen bekommen hatten.

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fischmops 05.03.2019, 10:41
16. Das war nicht die Frage

Zitat von gumbofroehn
Gesamtwirtschaftlich können wir uns aber dieses "Mezzogiorno minus Sonne" leisten.
Wirtschaftlich vielleicht, aber politisch...?

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shotaro_kaneda 05.03.2019, 11:08
17.

Sehr geehrter Herr Kröger,
warum die ostdeutsche Landwirtschaft unproduktiver sein sollte, als die westdeutsche, müssen sie mal erklären. Diese Aussage ist meiner Meinung nach nicht haltbar. Weiterhin leben 50% der ostdeutschen Bevölkerung auf dem Land. Den Empfeglungen der Ökonomen zu folgen, ist demokratisch und politisch nicht durchsetzbar, es sei denn, sie wollen ähnlicve Mehrheitsverhältnisse wie in den USA herbeiführen. Und wenn die ländlichen Gebiete so unproduktiv sind, könnte man genausogut argumentieren, diese noch stärker zu fördern (Verbunden mit Maßnahmen zur Steigerung der Effektivität). Dies fordert natürlich eine Institution der reinen Marktlehre nicht. Weiterhin würden diese Forderungen genau zu den Problemen der jetzigen Großstädte im Westem führen (hohe Mieten für Privatleute und Gewerbetreibende). Es muss einfach mal ein Umdenken stattfinden, dass nämlich einem unendlichen BIP-Wachstum umweltseitige und soziale Grenzen gesetzt sind. Im Übrigen ist der Osten in weiten Teilen jetzt schon "kapitalistischer" als der Westen. Anscheinend sind die neoliberalen Ratschläge doch nicht immer die Besten. Es ist im übrigen auch fragwürdig, ob das BIP/Erwerbstätigen prinzipiell eine Aussage zur Produktivität zulässt (so wie in der Studie durchgeführt). Zum Thema Fachkräfte: das Problem ist ein sich verselbststärkender Effekt: wenig Gehalt, Abwanderung, wenig Fachkräfte. Einzig beim Thema Schleifen der Bildung gebe ich Ihnen recht.

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Stresspille 05.03.2019, 11:16
18. Es hilft ja nix !

Die einen machen Vorwürfe, die anderen gefallen sich dabei und leben in ihrer sehr eigenen verschwurbelten Welt von Fremdsteuerung und Verschwörung.

Es gibt keinen "Osten" mehr. Keine Planwirtschaft, keine Fremdsteuerung - nix bekommt man geschenkt. Jeder einzelne, jedes Unternehmen, jede Gemeinde, jede Stadt und jedes Land ist ihr eigen Glückes Schmied und kann die ihr gegeben Möglichkeiten nutzen, um voranzukommen - oder eben nicht.

Wenn man will, daß qualifizierte Fachkräfte und internationale Firmen kommen und dableiben, dann muß man dafür sorgen, daß es attraktiver ist, als an anderen Orten. Die neuen Bundesländer liegen jetzt immerhin mitten in Europa. Wie kann man sich da nicht entwickeln?

Man muß die Standortvorteile preisen und weltweit dafür werben - ganz so wie es andere machen. Bescheidenheit, Gastfreundschaft, gute Laune, Offenheit und Freundlichkeit sind angesagt - selbst wenn es schwerfällt und zum Dach reinregnet - und dabei niemanden zurücklassen. Das verstehe ich unter Patriotismus!

Wenn ich an Baden-Württemberg denke, dann fallen mir malerisch Städtchen, Weinlese, Porsche, Daimler und Hochtechnologie ein. Denke ich an Bayern, dann sehe ich lachende Menschen in typischer Tracht, die sich gerne von chinesischen Touristen fotografieren lassen, aber auch an Siemens und BMW. Kein Wunder, daß die ganze Welt dort gerne einkauft.

Bis vor Kurzem sah man auch Dresden als attraktive Kulturmetropole, Erfurt und Jena als schnuckelige Studentenstädtchen mit Weltmarkführer Zeiss. Alles sympathisch, aufstrebend und attraktiv.

Und jetzt sagen sie mir mal, an was man jetzt in der Welt denkt, wenn man Chemnitz hört? Welche Bilder hat man im Kopf in Asien, Afrika oder Amerika? Kaufen sie in einem Laden ein, in dem sie sich unwohl fühlen? Was hat man da kaputt gemacht!

Aber es hilft ja nix. Man kann nur aus den Fehlern aus der Vergangenheit lernen - Kehrtwende. Man muß an der Wahlurne die abstrafen, die das Schlammassel zu verantworten haben - die eine verleitet haben. Denn vom Schmollen, Mitleid und mit dem Finger auf andere zeigen kann man nicht leben.

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tüttel 05.03.2019, 11:41
19. Der Osten holt sehr wohl auf, nur eben relativ langsam

Die These des zweiten Artikels zum Thema, dass der Osten nicht aufholt, stimmt leider nicht. Laut dem Diagramm der Produktivitätsentwicklung ist in der ersten Hälfte der Neunziger Jahre im Osten ein rasanter Produktivitätsanstieg von ca. 50% um ca. 25 Prozentpunkte von 50,7% im Jahre 1991 auf 75,5 % im Jahre 1995 erfolgt, der wohl vor allem mit Infrastrukturentwicklung, den massiven Transferzahlungen und der Etablierung des neuen, effizienteren kapitalistischen Wirtschaftssystems zu erklären ist.
Ab diesem Zeitpunkt 1995 hat der Osten sehr wohl weiter aufgeholt, nur eben viel langsamer als in der ersten Zeit des sprunghaften Wachstums. Nämlich von 75,4% im Jahre 1995 auf 84,3% im Jahr 2017. Was ich mir vor allem damit erkläre, die Produktiviätssteigerung eines neu eingeführten Systems in einem ganzen Landstrich, in dem zuvor kommunistische Wüste herrschte, braucht viel mehr Zeit als der vor allem mit Transferzahlungen gepamperte Grundaufbau. Was ja bedeutet allmählicher Aufbau und Akkumulation an Knowhow, Ausbildung, Mentalitäten, Kapital, Betrieben, ökonomischen Beziehungen und Vernetzungen usw. usf. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und ebenso allmählich wächst auch der Osten. Die Betrachtung der ökonomischen Angleichung zwischen Ost und West braucht also einen etwas genaueren Blick und schlicht mehr Geduld und einen weiteren Horizont. Es dauert vielleicht noch lang, bis sich beide Hälften weitgehend angeglichen haben, aber der Zeitpunkt wird irgendwann kommen. Vielleicht kann man diesen Aufholprozess mit der Fördergießkanne noch stärker beschleunigen, mehr Geduld gebietet der ökonomische Realismus hier aber ebenso.

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