Forum: Wirtschaft
Oxfam prangert Ungleichheit an: 2043 Milliardäre - 3,7 Milliarden Menschen in Armut
AP

Die Reichen werden immer reicher - und die Spaltung der Gesellschaft immer größer, konstatiert die Hilfsorganisation Oxfam vor dem Treffen der Weltwirtschaft in Davos. Das Wirtschaftsforum will Antworten finden.

Seite 8 von 19
hefe21 22.01.2018, 10:41
70. Spiegelbildverteilung

Zitat von studibaas
Das aktuelle Weltvermögen beträgt ca. 170 Billionen EUR. Die reichsten 8 Menschen besitzen lt. diesem Artikel: https://www.bilanz.ch/management/acht-maennern-gehoert-das-halbe-weltvermoegen-809090 mehr als die Hälfte davon. Nun also die einfache Rechnung: 170/2=85 Billionen. 85 Billionen geteilt durch 3,7 Milliarden = 85 000 000 000 000 / 3700 000 000 = 22972 EUR pro Person! Ich persönlich finde, dass 22972 EUR pro Person für die ärmsten 50% der Bevölkerung und selbst für die meisten Deutschen ein erheblicher (!) Geldsgen wäre. Und das sind die reichsten 8 Personen, nicht das Vermögen der 2043 Milliardäre. Bevor sie als falsche Informationen suggerieren informieren sie sich bitte. Weil wer so was schreibt sollte entweder zumindest nach meinen Post begreifen, warum wir in Bildung investieren sollten oder gehört zu den Gewinnern des Systems,- und sich ganz erheblich gegen Bildungsförderung aussprechen. Und so schließe ich ab mit den Worten Volker Pispers: Was glauben sie was in Deutschland los wäre, wenn die Leute begreifen würden was hier los ist.
Diese "Vermögensbilanzen" strotzen nur leider so vor Unvermögen.
Wie ein Vorforist richtig angemerkt hat, handelt es sich z.B. bei den "Börsenwerten" um Spiegeldaten, die wie eben ein Spiegelbild nur als Fiktion im Markt sind. Sie müssten also für ihre konfiszierten "Vermögenswerte" Käufer finden oder könnten bei ihrer Verteilaktion nur auf die tatsächlichen Werte der Firmen zugreifen (z.B. auf die versteckten Barvermögen von Apple, auf die vermuteten Vermögen der zukünftigen Käufer der Appleprodukte, die sich in selbigen auch spiegeln, ist ein Zugriff illusorisch). Ebenso sind alle Anleihevermögen reine Fiktionsvermögen, Sie hätten bei einem Zugriff nur einen Schuldschein in Händen und müssten irgendjemanden tatsächliches Geldvermögen wegnehmen um diese weitere Fiktion nicht als Illusion enden zu lassen.
Die erwähnten schulischen Defizite zeigen sich bei diesem Thema auch eindeutig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
archi47 22.01.2018, 10:42
71. ein Verteilungsproblem,

das schon seit fast 200 Jahren als Folge der arbeitsteiligen Massenproduktion thematisiert wird.
Ein ungezähmter "Markt" führt zu Zusammenballung von Kapital und Produktionsmitteln, also Monopolen/Oligopolen, wenn nicht dem Grenzen gesetzt werden.
Diese Grenzen setzen sich nicht von selbst, solange "weiche" Faktoren erst mit ihren Grenzkosten preiswirksam werden.
Egal ob die Ausbeutung/Verwwendung der Ressourcen selbst, Umelt, Sozalstandards oder eben die Verteilung des Mehrwertes im Handelsbereich.

Menschliche Gier ist ein starker Trieb. Geldgier und sein Gegenpart der Neid wohl stärker, als das menschlich Verbindende.
Das zeigen auch viele Argumente, die von Verdrängung bis Beschimpfung derer reichen, die das Thema überhaupt ansprechen und diskutieren wollen.

Menschliche Vernunft aller Beteiligten wäre die Lösung. Keiner kann was ins Jenseits mitnehmen, keiner kann 100 Steaks am Tag essen oder überall gleichzeitig sein. Sozialprestige könnte auch über den Geist und adäquates am Gemeinwohl orientiertes Tun erworben werden, statt über Protz, Egoimus und deren Verbände.

Steimeier hat das evolutionäre Prinzip der sozialen Steuerung von Marktwirtschaft mal als das "Setzen von Leitplanken" bezeichnet.
Eben gleiche Regeln und Pflichten beim Gebrauch und der Verteilung von Mehrwert. Das sollte auch für das Vererben gelten.
Schließlich sind eigene Tüchtigkeit das eine Bein, das andere Bein aber ist die von allen Bürgern und damit von ihrem Staat geschaffene und vorgehaltene Infrastruktur. Der einzeln Milliardär wäre ein Nichts ohne diese allen gehörende Infrastruktur.
Deshalb, es ist an der Zeit, dass auch diese Milliardäre das Teilen lernen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
comtom 22.01.2018, 10:43
72. Bei dem was hier manche schreiben

kann man nur den Kopf schütteln. Den Aufruf zur Sterilisation grenzt schon an Menschenverachtung. Dann wird wieder palavert, dass jeder die Chance hat auf der Welt reich zu sein oder man könnte ja den richtigen Beruf wählen. Auch das deutsche Sozialsystem wird die Schuld gegeben, dass weltweit Armut herrscht. Bei manchen Foristen frage ich ob da im Kopf noch alles richtig verdrahtet ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kampfgnom555 22.01.2018, 10:44
73. # 40 studibaas

Der größte Vermögensteil in Ihrer Rechnung ist aber "fiktives Geld" , also Aktien. Ob man im Kongo davon satt wir wage ich zu bezweifeln.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-1799684941 22.01.2018, 10:50
74. Fragwürdige Überschrift

In der Überschrift wird behauptet, dass 3,7 Mrd. Menschen in Armut leben. Im Text wird diese Zahl dann nur noch als "die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung" dargestellt. Dass es diese gibt - no na - ist eine Binsenweisheit. Zu behaupten und zu suggerieren, diese ärme Hälfte lebe in Armut ist aber etwas ganz anderes. Das tut nicht mal Oxfam selbst, wohl aber der Autor des Artikels. Warum eigentlich?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Koana 22.01.2018, 10:51
75. Tja Leistung .....

Zitat von taglöhner
Spaltung herbeischreiben ist destruktiv und demokratiezersetzend. Solange Wohlstand Gesundheit und Lebenserwartung steigt, wird etwas richtig gemacht. Marx ist tot. Die Neidschiene kann man dort konstruktiv einsetzen, wo nicht Leistung und Kreativität, sondern Korruption und politisches Wohlverhalten reich macht.
.... sollte sich lohnen. Jene die kreativ und leistungsorientiert die Ausbeutung der kreativen und leistungswilligen Menschen betreiben, sollten wir wirklich nicht beneiden, jene die ihre Lebenszeit für einige Euros verkaufen beneidet ohnehin keiner.

Sorry, aber Milliardäre korrumpieren die Politiker und die Politiker leisten nur eines, die Massen zu kontrollieren, die Milliardäre zu protegieren (wofür sie von den Massen bezahlt werden...... - wirklich clever, die Nutzmenschen finanzieren sich sogar ihre strukturelle Gewalt und ihre Unterdrückung selbst - ok, letztlich finanziert auch die Legehenne ihre Legebatterie.......)

Die Lebenserwartung steigt nur dort, wo Leben Rendite bringt, dort wo Leben nicht nutzbar gemacht werden kann, darf sie auch gerne im einstelligen Bereich bleiben.
Marx ist tot, Marx hatte auch nicht die richtigen Gedanken zur globalen Gerechtigkeit und jene die sie gehabt hätten, sind schon vor über 2500 verschieden und wurden leider niemals gründlich überliefert - doch die Kyniker entwarfen ein Weltbild, nach dem der Respekt gegenüber dem Nächsten und der Erde als Ganzes, zur obersten Maxime des Denkens erhoben wird, wobei sie es als essentiell ansahen, dass Denken und Handeln eins sein müssen.

Nun, sie gingen von der Aufrichtigkeit der Gedanken und der sozialen Güte, nicht von der Verschlagenheit und der sozialen wie ökologischen Destruktion menschlichen Antriebs aus, so wurden die letzten Jahrtausende ein grandioses Fiasko, dessen baldiges Finale wir vielleicht sogar persönlich erleben dürfen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
helmut.alt 22.01.2018, 10:52
76. Das Problem Arme/Reiche

ist in der Natur des Menschen begründet. Wichtig ist, dass die Chancengleichheit gegeben ist. Es gibt nun mal Fleißige und Faule, Schlaue und Dumme, Gesunde und Kranke, Interessierte und Desinteressierte. In Deutschland wird selbst für die Benachteiligten gesorgt: von der Geburt bis ins Grab. Wer mehr will muss sich anstrengen. Die Bestätigung dafür liefert die deutsche Geschichte nach 1945: Das Land total zerbombt, für jeden Neubeginn, Währungsreform, Wiederaufbau, Wirtschaftswunder. Bei diesem Prozess entwickelte sich das Spektrum von arm und reich, eben aus besagten Gründen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karl-felix 22.01.2018, 10:55
77. Ich

Zitat von taglöhner
Spaltung herbeischreiben ist destruktiv und demokratiezersetzend. Solange Wohlstand Gesundheit und Lebenserwartung steigt, wird etwas richtig gemacht. Marx ist tot. Die Neidschiene kann man dort konstruktiv einsetzen, wo nicht Leistung und Kreativität, sondern Korruption und politisches Wohlverhalten reich macht.
glaube nicht, dass dieses Phänomen mit " Neidschiene " treffend bezeichnet wird.
Es sind in der Regel nicht die Ärmsten , die sich über die Ungleichheit empören sondern der leistungsorientierte , gebildete Mittelstand. Dahinter steckt wohl eher die Sorge um die friedliche Koexistenz einer Weltbevölkerung bei zunehmender Ungleichheit und wachsendem Gefühl dr Ungerechtigkeit des Systems.

Es hat nichts mit Neid zu tun , wenn man z.B. das Gehalt eines DAX Vorstandes auf das 100 fache eines Durchschnittsverdieners begrenzen würde. Eher mit dem bekämpfen von Auswüchsen .

Ihre Erkenntnis, dass Marx tot ist, ist eines Einsteins würdig. Die Erkenntnisse eines Karl Marx sind aber durchaus beachtenswert.

Ich könnte mir vorstellen , dass eine Mehrzahl der Deutschen sich mit einer wirtschaftlichen Neuordnung anfreunden könnte, die nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben , sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes zum Ziel und Inhalt hat.

Meinen Sie nicht ?

Zunehmender Wohlstand begrenzt jedenfalls nicht empfundene, systemische Ungerechtigkeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
griaseich 22.01.2018, 10:58
78. immer das gleiche Gejammer

zeigt den Menschen wie sie in Wohlstand kommen, als ewig herumzujammern wie schrecklich ungerecht das alles ist

Beitrag melden Antworten / Zitieren
taglöhner 22.01.2018, 11:11
79. Enteignet Augstein!

Zitat von kydianta
... Die Biologie des Menschlichen lehrt: Nicht Altruismus wird die Oberhand gewinnen, sondern das übermächtige Ego, welches ja den Kapitalismus erfand und auch künftig antreibt.
Ego treibt auch Revolutionen. Mob plündert gerne. Ist auch nicht altruistisch.
Altruismus ist per Definition schädlich für das Genom. Deshalb kann echter Altruismus auch gar nicht evolvieren, allenfalls gelegentlich, als Panne sozusagen, auftreten.
Aber Entwarnung: Philanthropie und Altruismus ist zweierlei. Empathisches Verhalten ist sehr nützlich und profitabel und daher hoch evolviert und geschätzt in unserer sozialen Spezies.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 19