Forum: Wirtschaft
"Oxi"-Folgen: "Die Euro-Gruppe wird keinen Kniefall vor Athen machen"
DPA; Stefan Sämmer

Premier Tsipras fährt mit breiter Brust nach Brüssel, sein Land könnte sofort die Drachme wieder einführen - und der Grexit droht: Welche Szenarien deutsche Ökonomen jetzt für Griechenland erwarten, lesen Sie hier.

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schwerpunkt 06.07.2015, 14:53
180.

Zitat von sb111111joe
Prof. Sinn hat m.E. richtigerweise immer nur den evtl. nur temporären Austritt aus dem EURO gefordert. Ansonsten gehe ich mit Ihnen konform, dass GR als EU-Mitglied unabhängig davon ob sie im EURO sind oder nicht ein Mitglied sein wird, das dauerhaft Unterstützung der Gemeinschaft haben muss. Als EURO-Mitglied würde dies aber nur teurer
So gesehen kommen unsere Vertreter bestimmt auf ein Konstrukt, dass sich Greuro nennt. Eine Art temporäre, weiche Unterwährung in Griechenland, welche auch nur IN Griechenland gilt und innerhalb einer gewissen Schwankungsbreite zum offiziellen Euro abgewertet werden kann.

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tout-et-rien 06.07.2015, 14:55
181. Danke für diese beeindruckende Belehrung i.S. Demokratie

Zitat von kuac
Hat denn die Tsipras Regierung die Milliarden Schulden verursacht? Diese Partei hatte nie GR regiert. Und jetzt müssen sie die möglichst beste Lösung für GR aushandeln. Das ist der Auftrag der Wähler. So funktioniert die Demokratie.
Hat sich die Performance der Griechen im vergangenen halben Jahr (Regierung Tsipras) verbessert? Unabhängiger geworden vom Stoff (=EU-Geld)?
Hat Hr. Tsipras IRGENDWAS verkündet, wie man das Organisieren der lausigen Finanzen besser machen kann als die Typen vor ihm, die die Megaschulden aufgehäuft haben? Ja? Nein?
Eher so: Er will eingesparte Beamte zu Tausenden wieder einstellen, die Renten erhöhen, alle Sparmaßnahmen zurücknehmen, er will Geld für dies und das und dass die Schulden erlassen werden.
So funktioniert das nicht. Das ist nur seine linke Wahnidee, die von anderen €-Ländern finanziert werden soll, für die nächsten sagen wir mal 100 Jahre...
Es ist einfach nur eine Zumutung für jeden halbwegs vernünftigen Gedanken für eine bessere Zukunft.

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nullneunelf 06.07.2015, 14:58
182.

Zitat von sb111111joe
Die Drachme wird durchaus einen Wert haben (z.B. 50% vom EURO bei 1:1-Umstellung), wie sie ja auch früher einen Wert hatte. Je besser die griechische Wirtschaft sich erholt, um so höher wird ihr Wert zum EURO sein. Damit kann ich weiterer Zukunft durchaus ein gewisser Schuldendienst erfolgen
Ich glaube, Sie verwechseln da etwas mit der deutschen Währungsunion. Das war eine Umstellung aufgrund politischem Willen im werdenden Inland, die aber auch gar keinen Bezug zu einem "Währungswert" der Ostmark hatte, dieser hatte sich im schwankenden Bereich von 1:12 bis 1:20 etabliert, allerdings unter schwerlich mit anderen Beispielen vergleichbaren Bedingungen. Eine ausländische Währung wird dem Euro nicht sagen können, was er gegenüber ihr wert ist. Das ist doch ziemliche Traumtänzerei. Griechenland würde eine eigene Währung als Schwellen- oder Entwicklungsland mit einer Wirtschaftsleistung auf derart armseligem Niveau hinterlegen können, dass letztlich buntest Papier gedruckt werden würde, das nur im Binnenland nutzungsfähig wäre. Nur für welche Waren, wenn nichts produziert wird? Eine ziemlich blauäugige Illusion.

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huddi03 06.07.2015, 15:00
183. Vielleicht

Zitat von mustafa20
Beim Atomaustieg konnte sie mit der Unwissenheit und erfolgreicher faktenfreien, linken Indoktrinierung rechnen. Genauso, wie jetzt mit der Unwissenheit in Wirtschaftsfragen ...
auch das. Aber wichtig ist ihr die Gefolgschaft der Partei und vor allem der Fraktion. Und anders als beim Atomausstieg oder auch der Aussetzung der Wehrpflicht oder den Veränderungen in der Familienpolitik ist diese im Falle größerer Zugeständnisse an die griechische Regierung nicht gegeben. Ein weiterer Unterschied ist der dass der Atomausstieg, die Aussetzung der Wehrpflicht und die neue Familienpolitik von der Öffentlichkeit mitgetragen wurden-ein Schuldenschnitt oder eine Umschuldung für Griechenland in der Bevölkerung aber auf grosse Ablehnung trifft.

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collapsar 06.07.2015, 15:00
184. Man kann sich nur wundern ...

Zitat von fd2fd
Man kann sich nur über einige Aussagen wundern. Die Griechen haben sich in einer demokratischen Abstimmung gegen Euro und EU entschieden. Diese Wahl müssen wir akzeptieren......
1.
Die Griechen haben sich nicht gegen die EU entschieden. Sie haben sich noch nicht einmal gegen den Euro entschieden.
Wogegen sie sich entschieden haben ist eine bstimmte Vorstellung der Ausgestaltung von Wirtschaft und Staat, die sich zur Zeit flächendeckend in der EU durhcgesetzt hat.
Was sich sehr schnell ändern kann: innerhalb der maximalen Dauer einer Legislaturperiode eines EU-Mitglieds.

In jedem Fall sehr viel schneller, als Grienchenland mit noch so lehrbuchhaft neoliberalen Wirtschaftsreformen seine Schulden würde begleichen können ( daß sie es mit einem solchen Rezept überhaupt könnten, sei hier einmal stillschweigend vorausgesetzt ).

2.
Alle Vertreter einer 'harten Linie' sollten sich vergegenwärtigen, daß sie in einer Gesellschaft leben, in der es ein auf demokratischem Wege enstandenes Insolvenzrecht für natürliche und Rechtspersonen gibt, das dem Gläubiger regelmäßig den Verzicht auf einen signifikanten Teil seiner Forderungen abverlangt.

MfG, Carsten

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FreakmasterJ 06.07.2015, 15:02
185. Irrtum

Zitat von ackergold
Griechenland möchte auf dem Erpressungsweg die Transfer-Union auf alle Zeiten einführen.
Irrtum: Die Griechischen Politiker und das Griechische Volk wollen einzig eine sozial-gerechte Verteilung der Lasten, denn das Land wurde von den Verantwortlichen die letzten 5 Jahre. Das wollte Syriza bereits vor Jahren, damit sind Syriza an die Regierung gekommen und mit dem Thema wollte man mit den Gläubigern verhandeln!!
Griechenland ist gar nicht in der Lage jemanden zu erpressen, denn wie wir alle wissen (aber keiner offiziell zugeben möchte) ist Griechenland bankrott!!

Würde der IWF -was er Dank des Ausbleibens der letzten fälligen Rate jeder Zeit tun könnte- die Pleite Griechenlands offiziell erklären, dann könnte endlich das Ende mit Schrecken kommen, als das Schrecken ohne Ende weiter (ihrer Ansicht nach "auf dem Erpressungsweg") fortzusetzen. So sieht es nämlich aus!!!

"Griechenland ist auf gutem Wege" als erster kippelnder Dominostein in der TEURO-Domino-Kette, zu fallen!!
Und wir dürfen schon gespannt sein, gegen wen die Bild-Zeitung, die CSU, die Bankster und die Gläubiger als nächstes anfangen zu hetzen...

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tout-et-rien 06.07.2015, 15:02
186. Wo steht denn geschrieben,

Zitat von constractor
Mit dem Referendum hat sich Griechenland vom neo-kapitalistischem Joch der Bänkster befreit. Die griechische Demokratie hat beeindruckend gezeigt, dass irgendwann Schluss ist mit dem ausquetschen und den Drohungen von Seiten der EU. Nun muss die EU den Willen des griechischen Volkes respektieren und wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren und die Bedingungen die das griechische Volk stellt akzeptieren. Ein großer Tag für die Freiheit und ein großer Tag für die Demokratie in Europa.
dass sich irgendwer mit einem abgehalfterten Pleitier an irgendeinen Verhandlungstisch setzen und sprechen muss - und dann noch die Bedingungen dieses Pleitiers akzeptieren muss?
Bitte zeigen Sie uns die Paragrafen im entsprechenden Regelwerk der EU- oder Euro-Verwaltung, damit wir klüger werden.
Ziemlich heiß heute, nicht?

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ihawk 06.07.2015, 15:04
187. Die perverse Logik des Brachialkapitalismus

Nur in der perversen Logik der Finanzwirtschaft können die ganz großen Zocker (Bankster) mit Verlusten ganz vorzügliche Gewinne machen - manchmal sogar im Doppelpack ... So geschehen und zu bewundern bei dem US Bank Giganten Goldman Sachs - einer der goldenen Kühe des Kapitalismus die als unantastbar gelten - noch.
Das perfide Spiel ist, wie alle Gängsterei, relativ einfach:
Phase 1: Ein Land mit perfekt korrumpierter Regierung werden Staatsanleihen in großem Umfang abgekauft und gleichzeitig Optionen gekauft die auf den Verlust der gleichen setzen. Unwesentlich zu erwähnen, das dieser Staat dadurch urplötzlich als qualifiziert gilt, der EURO-Zone beizutreten.

Phase 2: Der Staat (in diesem Fall Griechenland) wird erpresst, lukrative Staatsbetriebe zu privatisieren - das hat u.a. in Deutschland vorzüglich und höchst profitabel funktioniert, warum also nicht auch in Griechenland.

Phase 3: Man hat sich verzockt, aber keine Sorge, die privat erworbenen Staatsanleihen werden auf Kosten der EU Steuerzahler "sozialisiert".
Ganz nebenbei fallen in dieser Phase zweistellige Milliardengewinne an - wie durch ein Wunder bei allen Beteiligten, außer natürlich bei dem betreffenden Staat.
Die verbrannte Erde hinterlässt man den ach so unfähigen Politikern und investiert einwenig in "Medienarbeit" damit dieser Eindruck auch in der Öffentlichkeit so erhalten bleibt.

Unwesentlich zu erwähnen, dass die Negativ-Optionen inzwischen auch fällig geworden sind und auch hier Milliardengewinne anfallen.

Ach muss das schön sein, ein Bankster zu sein.

Noch mehr Reingewinn läßt sich übrigens mit der Finanzierung von Schleusern verdienen und die politische Schwächung Europas im geopolitischen Spiel kommt als Zubrot umsonst hinzu.

Ach muss das schön sein, ein Bankster zu sein, dem der heimische Staat aus lauter Dankbarkeit auch noch juristische Immunität gewährt.

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kagu 06.07.2015, 15:04
188.

Zitat von kalle blomquist
Ich vermute, dass die europäischen Staatsführer verzweifelt auf den Knien der griechischen Sieger rutschen und flehen werden: Nehmt das Geld unserer Steuerzahler, bitte, verlasst uns nicht in der Stunde der Gefahr. Darauf werden Tsipras und Genossen freundlich grinsen und bestellen lassen: OK, wir nehmen es, wenn Ihr so darum bittet, aber zu unseren Konditionen. Das sind wir dem griechischen Volk und seiner Würde schuldig.
Also, wenn schon auf den Knien rutschen, dann, wie das entsprechende deutsche Sprichwort es meint, auf den eigenen und nicht auf denen der "griechischen Sieger". Ungeachtet dessen wäre für mich nicht einzusehen, warum wir das "stolze Volk" der Griechen weiterhin demütigen und terrorisieren wollen, indem wir es bitten wollen, doch so gnädig zu sein und unser Geld zu nehmen. Schade, dass wir kein "stolzes Volk" sind und dass bei uns in diesem Fall Volkes Meinung keine Rolle spielt.

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collapsar 06.07.2015, 15:05
189. Vereinnahmen ...

Zitat von iffelsine
also uns ! Und wenn wir EU-Bürger ein Referendum abhalten könnten, würden mindestens 99% für einen Grexit stimmen ! Das wäre Demokratie ! Die Griechen sind nicht europafähig.
... Sie ('...uns', '... wir EU-Bürger' ) mich bitte nicht für Ihre unsolidarischen Vorstellungen !

Auch kann ich dem Gedankengang nicht folgen, daß ein EU-Referendum über den Grexit demokratisch wäre, selbiges für ein griechisches Referendum über die Konditionen des Schuldendienstes hingegen scheinbar nicht gilt.

MfG, Carsten

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