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Paketzusteller zur Weihnachtszeit: Ausgeliefert
DPA

330 Millionen Pakete versenden die Deutschen zur Weihnachtszeit. Jedes Jahr werden es mehr. Die Zusteller leiden unter der hohen Belastung und der schlechten Bezahlung. Und die Straßen der Städte verstopfen. Wie kommen wir daraus?

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Bala Clava 17.12.2018, 12:13
40. Die armen Zusteller

Es weihnachtet sehr, und dann singt man seit jeher (seit 2010) die Ballade vom geknechteten Paketschlepper, der mit einem Almosen vom Tisch der prassenden Reichen abgespeist wird.

"Die Zusteller leiden unter der hohen Belastung und der schlechten Bezahlung. "

Die Frage ist, was würden die schlechtbezahlten und hochbelasteten Zusteller eigentlich sonst machen? Atomphysik studieren, als Hirnchirurgen arbeiten? Den Traumschiffkapitän spielen?

Ergängungsfrage: Und warum kündigen sie dann nicht und arbeiten nicht genau dort in ihrem hochbezahlten und völlig stressfreien Beruf?

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Benno Groß 17.12.2018, 12:16
41. Stärkung des stationären Handels

Eine Stärkung des stationären Handels, den die Menschen mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichen oder der mit lokalen Boten die Kunden beliefert, wäre auch eine Lösung.

Das muss der Handel aber auch selbst bewerkstelligen: Muffiges / lautes / enges Ambiente mit schlechter Beratung hilft da nicht weiter. "Hamwanich" für fehlende Größen, Varianten und Farben muss ersetzt werden durch eine Bestellung im Laden mit definiertem, zeitnahem Lieferdatum. Es muss komfortable und einfache Möglichkeiten geben, schon zu Hause Waren auszuwählen und zur Ansicht/zur Abholung in den Laden zu bestellen. Es braucht faire und einfache Umtausch- und Rückgaberegelungen. All das kann helfen, den Unterschied zwischen bequemer Onlinebestellung und nervige Einkaufstour abzuschmelzen.
Meine Buchhandlung hat schon so ein System: Ich kann Bücher per Shop, Mail oder Telefon wahlweise zur Abholung oder zu mir nach Hause bestellen. Nach einem Werktag liegen die im Laden, darum bestelle ich kein Buch mehr bei Amazon & Co.

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Drhouse 17.12.2018, 12:17
42.

alle Vorredern haben recht mit Ihren Aussagen.
Da könnt ich in ein Loch wo keins ist. Es liegt bestimmt nicht an den vielen kleinen und mittelständigen Shops.
1) versenden die nicht diese Mengen
2) würden diese lieber für Hin und Retour Porto draufschlagen und das nicht alles aus eigener Kasse zahlen.
3) müsst ihr mal AZ/ und die grössen Versender an den A.. kriegen.
Feste Versandpauschale für alle! und die muss von DHL/Hermes & Co umgelegt werden, damit die Löhne steigen, mehr Fahrer eingestellt werden und die Zeiten sinken.
Es geht nur noch um AZ/Zalando/Otto/Tschibo.
Wenn ein Shop 165mio. Kunden hat, was glauben sie wieviel Pakete raus gehen täglich? es wird sich nichts ändern, die grossen geben die Gangart vor, egal in welchem Thema. Das nennt man dann neue Modelle oder Fortschritt.
Die Gesetzgebung sagt der Kunde online soll nicht schlechter gestellt werden als der Stationärhandel. Aber die Pakete fliegen nicht alleine zum Kunden. So geht die Vielfalt flöten, am besten verkaufen alle nur noch denselben chinesischen Käse.

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lab61 17.12.2018, 12:19
43.

Zitat von lapje
...hat Hermes bei mir geklingelt: Stand jemand an meiner Tür mit Kippe in der Schnautze und hielt mir mit einem "Hier!" den Digitizer zum Unterschreiben hin. Seit dem kein Hermes mehr wenn es sich irgendwie verhindern lässt.
Auf meiner Arbeitsstelle ist mir in einem Bereich unseres Hauses, von dem ich immer noch nicht weiß, wie der Typ da ÜBERHAUPT hingelangen konnte, ein Paketbote von dpd in die Arme gelaufen, der verzweifelt versuchte, drei Päckchen loszuwerden.,
Der Typ war Russe und sprach nicht ein Wort deutsch oder englisch.
Er hat sich dann sicher gut verarscht gefühlt, als ich ihm halbwegs ordentlich auf russisch sagte, dass ich kein Russisch verstünde. :D

Ich hab ihn dann an die Hand genommen, und zur Poststelle geschleift.

Wie kann man als Paketdienst nur solche Leute auf (immer noch überwiegend) deutsche Paketempfänger loslassen?

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SusiWombat 17.12.2018, 12:19
44.

Zitat von StefanXX
Das mit den verstopften Straßen und der Umweltbelastung durch die vielen Pakete lasse ich so nicht gelten. Das geht mal wieder in Richtung böse Online-Shops (Amazon etc.) und ist grundfalsch. Man muss dann nämlich auch dazusagen, wie es ohne Pakete aussähe. Vergleichen wir doch mal: Bei einer Online-Bestellung liefert ein LKW 100 Amazon-Pakete im Rahmen einer Rundfahrt aus. Wenn jeder selbst die Waren beim Fachhändler besorgen würde, würden sich im Vergleich dazu mindestens 50 Autos (denn nicht jeder wohnt nun mal in der Großstadt wo der nächste Händler gleich um die Ecke ist) in die Stadt quetschen, zwecks Parkplatzsuche auch noch einige Ehrenrunden drehen und sich dann dieselben 50 Autos wieder aus der Stadt herausquälen. Da wären die Straßen aber erst verstopft! Man kann leicht erkennen: Es ist genau das Gegenteil der Fall, die Belieferung via LKW ist viel umweltfreundlicher.
Sie versuchen ein Scheinargument mit einem Scheinargument zu entkräften.

Bevor es für Jedermann eine Lieferung von heute auf morgen gab, fuhren die Menschen tatsächlich in die Städte um etwas zu besorgen. Aber doch nicht für jeden Artikel einzeln. Da gab es solche Dinge wie "Einkaufszettel" nicht nur für Lebensmittel. Und man trug auch nur die Dinge nach Hause, die man behalten wollte.

Und dass sich Autos in der Stadt "quälen und quetschen" könnte man lösen, wenn man das wollte. Will aber niemand. Genausowenig wie jemand die Arbeitsbedingungen der Paketfahrer verbessern will, denn sonst würde es geschehen.

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mlarsen 17.12.2018, 12:20
45.

Zitat von Marvel Master
Der Beitrag Nummer 4 bringt es eigentlich auf den Punkt. Die Paketboten könnte man entlasten wenn sie nach Stunden bezahlt werden. Und man könnte die Zustellung preislich staffeln. Pakete an die Filiale kosten 4 Euro Pakete an die Packstation/Tankstelle kosten 5 Euro Pakete an die Haustür 9 Euro. Das würde bestimmt was bringen weil es sicher viele gibt, die sparen wollen und eh nach der Arbeit bei der Tankstelle/Packstation vorbei kommen. Vermutlich könnte man damit auf einen Schlag bis zu 60% der Hauszustellungen abstellen.
Dem würde ich sogar mit ganzem Herzen zustimmen. Leider hakt der Plan an drei Stellen:

1. Die Filiale in unserem frankfurter Vorort hat nur 2 Stunden am Tag geöffnet. Selbst in Frankfurt direkt hatte ich eine Filiale, die nur nachmittags von 15-17h geöffnet war. Völlig unzureichend. Dazu gibt es kaum Parkplätze. Mal eben nach der Arbeit kurz vorbeifahren und das Paket abholen endet meist im feierabendlichen Verkehrs- und Schlepphorror. Und wehe es ist was größeres, was man mit dem Auto holen muss.

2. Packstation ist eine wunderbare Sache. Es sei dann die Fächer mit ausreichender Größe für das Paket sind bereits belegt. Dann siehe Punkt 1.

3. Bei DHL habe ich eine Abstellgenehmigung erteilt. Es muss niemand zuhause sein und wenn ich heimkomme liegt das Paket am geschützten Ort. Für mich absolut und völlig stressfrei.

Übrigens, wenn 60% der Pakete wegfallen, glauben Sie ernsthaft die Zusteller hätten dann ein besseres Leben ? Nein, es würden enstprechend viele Stellen wegfallen und der Rest würde ebenso malochen müssen...

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bronck 17.12.2018, 12:21
46. Verstopfte Straßen?

Das ist Unfug. Jedes Paket spart mir die Fahrt in die Stadt. Also entlasten die Paketdienste sogar die Innenstädte.

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HuFu 17.12.2018, 12:25
47. Ich als zahlender Kunde...

muss ich mir jetzt schlechter vorkommen? Ein klares NEIN!
Der Arbeitgeber hat hier zu sorgen. Dass die Pakete immer mehr werden ist nun wahrlich nicht neu und kein Wunder. Dass sich keine Leute finden ist auch nicht NUR das Problem bei den Lieferdiensten. Dass sie NOCH Leute finden ist das Dilemma von Hartz IV! Denn Hartz IV untergräbt nämlich die Gehälter immer noch - eine freie Marktwirtschaft hätte hier bereits die Gehälter automatisch angehoben. So lange man aber immer noch vom Hartz Markt sich billige Arbeitskräfte ziehen kann, bleibt dann das Gejammer halt immer noch gross seitens AG! Ich wäre gespannt gewesen, wie ein Herr Merz das Dilemma z.B. ausgebessert hätte.... (nein, lieber nicht, denn ich denke, es wäre noch schlimmer geworden).
Machen wir es doch gleich wie die Nebenländer. Jeder HAT 400 Üst zu leisten im Jahr BUNKT! Ja, der moderne Sklavenmarkt komme in Mode, immer mehr, wenn das Volk nicht so langsam dagegensteuert.

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Lobhudel 17.12.2018, 12:25
48. Sehr richtig...

Zitat von collateral
Zur Besserung der schlechten Gehälter sollte jeder, der sich sein Paket bequem nach Hause liefern lässt, dem Paketboten mal ein anständiges Trinkgeld geben. Ich lasse mir sehr selten was liefern, aber wenn, dann gebe ich immer Tringeld zwischen 2 und 5 Euro. Sollte sich jeder mal angewöhnen, das wäre ein ordentliches Zubrot für die Zusteller. Aber dafür sind wohl die meisten zu geizig.
Die Überraschung in den Gesichtern der meisten Paketboten über die 2 Euro zeigt allerdings, dass wohl die meisten Online-Kunden ihre Gratis-Lieferung bis zum Ende "auskosten".

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schnubbeldu 17.12.2018, 12:25
49. stimmt, ...

Zitat von Das Pferd
Ja, die LKW sind die Lager, und daran muß sich etwas ändern. Aber ihre lokalen Märkte haben sicher auch nicht alle Gleisanschluß, oder?
.... allerdings fahre ich nicht, wie hier mancher Forist es einem "vorschreiben" will wegen jeder Lieferung/Abholung einzeln zum Laden, sondern erledige dies meist auf dem Rückweg von der Arbeit oder im Zuge weiterer Einkäufe fürs alltägliche Leben.

hmm, was spricht aus Ihrer Sicht gegen lokale Märkte?

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