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Panama Papers: Whistleblower fürchtet angeblich um sein Leben
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Er nennt sich "John Doe" und brachte die "Panama Papers"-Affäre ins Rollen. Jetzt fürchtet der Whistleblower offenbar Racheakte. Die "Süddeutsche Zeitung" weigert sich deshalb, die Dokumente an die Behörden zu geben.

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Alex Miller 08.04.2016, 15:08
50. Vergessene Helden - Antoine Deltour und Edouard Perrin

Ich möchte auf die Schicksale von Antoine Deltour und Edouard Perrin aufmerksam machen. Als Dank für die Aufdeckung des Luxleaks-Skandals wird den beiden diesen Monat in Luxemburg der Prozess gemacht. Deltour drohen nun zehn Jahre Haft. Während die unter Luxleaks aufgedeckten Schweinereien nach wie vor ungeniert weiterlaufen und genau niemand zur Rechenschaft gezogen wurde. Und was erfährt man darüber in den deutschen Medien? Genau NICHTS! Wer macht sich für Deltour und Perrin stark? (Fast) Niemand! Obwohl beide sogar vor dem EU-Sonderausschuss Taxe ausgesagt haben, lässt man sie nun im Stich. So viel zum Schutz der Whistleblower und Journalisten! Ein Armutszeugnis auch des deutschen Journalismus. Aber es kommt noch dicker. Die EU-Kommission will eine neue Richtlinie zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen erlassen, um eventuelle Whistleblower komplett mundtot zu machen. Siehe http://www.spiegel.de/politik/deutschland/europaeische-union-richtlinie-behindert-whistleblower-a-1086137.html

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royalflash 08.04.2016, 15:47
51.

Schlimm, dass der Whistleblower in Lebensgefahr schwebt. Die ganze Affäre zeigt auch mal wieder, wie wichtig Verschlüsselung ist. Wenn diese sensiblen Daten verschlüsselt gewesen wären, hätte der Whistleblower sie nicht an die Presse geben können (ohne Schlüssel). Sichere Verschlüsselung ist also nicht nur für die Privatsphäre essentiell, für den Schutz vor dem Überwachungsstaat, sondern auch für den Schutz vor Whistleblowern und Journalisten, und nicht zuletzt für den Schutz der Whistleblower selbst, die mangels Gelegenheit gar nicht erst zu Whistleblowern werden, weil alles so gut verschlüsselt ist, dass nur Befugte darauf Zugriff haben.

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redwed11 08.04.2016, 16:37
52.

Zitat von Bueckstueck
Ist schon verständlich, dass das Leck Angst hat. Ganz besonders wenn die Russenmafia um Putin blossgestellt wird - weil das den Wladimir auch nicht kalt lässt, könnte ein eifriger FSB Agent mal wieder das Poloniumfläschchen aus dem Giftschrank holen...
So ist leider das Schicksal dieser wahrhaft aufrechten Menschen die der Menschheit einen großen Dienst erwiesen haben.
Mag sein das in Russland das Poloniumfläschchen aus dem Giftschrank geholt wird genauso wie in den USA schon die Giftspritze für die Volstreckung des kommenden Todesurteils für Snowden vorbereitet wird.

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roger09 08.04.2016, 19:13
53. Supergau

Die moralische, juristische Problematik von Steueroasen, Briefkastenfirmen existiert seit Jahrzehnten, ohne dass politisch adaequat reagiert wurde, um Schaden zu Lasten des deutschen Volkes abzuwenden. Auch durch Unterlassen, durch Nichthandeln in der hier bekannten Sache wurde auf diesem Gebiet -insbesondere durch die zustaendigen Finanzminister- Staatsgewalt missbrauechlich angewendet, fuerhte daher bis heute zu einem gigantischen finanziellen Schaden, der nicht nur die Bundesrepublik Deutschland finanziell exorbitant belastet. Natuerlich muessten nach Rechtsstaatsprinzipien die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden...........

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Boh-Cgn-ZG 08.04.2016, 21:51
54. Lieber

Sie schreiben: "Wenn jeder 15% zahlen müsste, würde NIEMAND mehr das Risiko eingehen, wegen 3-5% mehr Ersparnis Straftaten zu begehen"
Wie kommen Sie eigentlich auf die Idee, mir von meinem, nach Abzug der Lebenshaltungskosten, noch verbleibenden 300€ nochmal 50€ abziehen zu wollen, um reichere Mitbürger von Straftaten abzuhalten? Also ihr Name sagt wirklich alles über ihren Blick für das Ganze... tststs

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schlafes.bruder 08.04.2016, 22:01
55. Was Staaten und . . .

Zitat von heindeburk
Die Identität der Quelle wird bekannt werden. Schon jetzt arbeiten Experten gut organisierter Politik- und Wirtschaftskriminellen an der Entlarvung, um ein Exempel zu statuieren und andere mögliche Quellen abzuschrecken. Solche Personen können letztlich nur durch Staaten geschützt werden
. . . Politiker von Whistleblowern halten, haben Sie ja an Manning, Assange und Snowden gesehen. Und die, von denen wir wissen, dass sie garnichts davon halten, sind alles westliche Staaten und Politiker - spätestens, wenn sie an der Macht sind.

Manning verrottet für 35 Jahre in Einzelhaft, Assange ist in der Londoner Botschaft von .Ecuador festgesetzt und Snowden sitzt in Moskau, weil die USA die Beiden gerne auch für 35 Jahren in Einzelhaft haben wollen - mindestens, es gibt genug Regierungsverantwortliche in den USA, die die beiden ohne mit der Wimper zu zucken, abknallen lassen würden. Selbst bei Obama bin ich mir da überhaupt nicht sicher - sein Lack als demokratische Hoffnung ist schon lange ab.

Das sind alles nur US-Amerikaner? Mitnichten, die europäischen Vasallen, Sattrapen und Speichellecker der USA würden liebend gerne ein Fleißkärtchen vom großen Bruder dafür bekommen, dass sie ihm die beiden auf ihrer Schleimspur ans Messer liefern.

Erinnern Sie sich an die Sprüche des SPD-Fraktionsvorsitzenden Oppermann vor der Wahl, der lauthals Asyl für Snowden in Deutschland forderte und ihn nach der Wahl und dem erfolgreichen Run der SPD an die dicken Futternäpfe der GroKo aufforderte, sich den USA zu stellen (und dort im Knast zu verschimmeln)?

Oder an das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Evo Morales, dass in Wien zur Landung gezwungen wurde, weil ihm aufgrund des Verdachts, Snowden könne sich an Bord befinden, die Überflugsrechte über die "demokratischen" Länder Frankreich, Portugal, Italien und Spanien nicht erteilt wurden?

Oder die getürkten Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange von Damen, die zuvor noch im Internet über die fantastische Nacht mit Assange geschwärmt hatten und das dann schnell löschten, weil die Schweden ihn gerne, notfalls auch an den Gesetzen vorbei (für so was sind sie bekannt), den Amis geschenkt hätten.

Das sind Ihre "demokratischen Staaten", denen Sie die Whistleblower anvertrauen wollen?

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juergenstoeckert 10.04.2016, 20:46
56. Kosmetik

Wenn man die neue EU-Richtlinie für Geschäftsgeheimnisse betrachtet, so kann man davon ausgehen, das die Aufklärung solcher Angelegenheiten nicht gewünscht ist und man um Möglichkeiten der Vereitelung sucht. Whistleblower im Großen und Kleinen sind unerwünscht. Sie "stören" den Betrieb. Wenn's um's Geld geht, ist sich die B urschenschaft einig. Wer z.B. fragt nach dem Ex-cum Aktiendesaster? Noch nicht mal die Linke! Dabei wusste das Finanzministerium schon seit Nov.2002) davon. Den Milliardenschaden interessiert keine Sau. Meine >persoenliche

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juergenstoeckert 10.04.2016, 20:47
57. Kosmetik

Wenn man die neue EU-Richtlinie für Geschäftsgeheimnisse betrachtet, so kann man davon ausgehen, das die Aufklärung solcher Angelegenheiten nicht gewünscht ist und man um Möglichkeiten der Vereitelung sucht. Whistleblower im Großen und Kleinen sind unerwünscht. Sie "stören" den Betrieb. Wenn's um's Geld geht, ist sich die B urschenschaft einig. Wer z.B. fragt nach dem Ex-cum Aktiendesaster? Noch nicht mal die Linke! Dabei wusste das Finanzministerium schon seit Nov.2002) davon. Den Milliardenschaden interessiert keine Sau. Meine >persoenliche

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juba39 11.04.2016, 09:23
58. Erklärungsbedarf!

Kann uns Herr Krach, oder auch der Spiegel, erklären, wie mit der Übergabe der Dokumente an die Steuerbehörden die Quelle enttarnt werden kann? Selbst bei Wikileaks jagt die USA ja auch nur stellvertretend für alle Quellen den "Chef". Und ohne die Übergabe der Originaldokumente bleibt das ganze Thema Steuerhinterziehung ein Papiertiger. Geeignet nur für eine Medienkampagne. Oder kann sich jemand ein Gericht vorstellen, das einen Beweis akzeptiert, der da heißt. "Das stand in der SZ"?

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wannbrach 11.04.2016, 12:42
59.

Unsere Politiker reden nur und machen große Vorschläge im Wissen das diese nie umgesetzt werden. Sonst hätten wir doch schon lange mehr über deutsche Schein- Firmen erfahren. Man höre sich doch nur die Ausreden an - Steuer-Oasen sind nicht da um Steuern zu hinterziehen- natürlich nicht. Man muss sich schon fragen für wie dumm die Politiker und Banker uns Normalmenschen halten.

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