Forum: Wirtschaft
"Pay what you want" im Gängeviertel: Wo Geiz nicht geil ist
Franziska Holz

Wer im Hamburger Gängeviertel ein Bier bestellt oder ein Konzert besucht, darf selbst entscheiden, wie viel ihm das wert ist. Er muss sogar. Aber kann das "Zahl, so viel du willst"-Prinzip funktionieren? Ein Besuch bei Menschen, die es wissen müssen.

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klfm01 10.02.2014, 07:04
1.

Wie Künstler sehen die nun nicht gerade aus. Eher wie Hipster. Also genau das Gegenteil.

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HenryFromWob 10.02.2014, 07:37
2.

Echt schöne Aktionen, sofern denn rentabel. Schade bloß, dass hier nicht noch einmal das "Humble Bundle" genannt wurde, bei dem Computerspieler entscheiden können, zu welchen Teilen das Geld für das Bundle an den Entwickler, den Betreiber oder soziale Einrichtungen geht. :-)

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Rickie 10.02.2014, 07:59
3. Interessante Sache, aber...

"zahl was du willst" tut es doch. Muss man es ums Verr... anglifizieren/amerikanisieren/modernisieren/aufpeppen? Oder ist "zahl was du willst" zu banal während aus "pay what you want" ein hipper Trend werrden könnte?

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bibberbutzke 10.02.2014, 08:47
4. Ach ja

Zitat von sysop
Wer im Hamburger Gängeviertel ein Bier bestellt oder ein Konzert besucht, darf selbst entscheiden, wie viel ihm das wert ist. Er muss sogar. Aber kann das "Zahl, so viel du willst"-Prinzip funktionieren? Ein Besuch bei Menschen, die es wissen müssen.
das gab es schon vor mindestens 8 Jahren in Berlin. Ober coole Typen die glauben sie sind Hip. Vorallem kamen die nicht aus Berlin. Sind die Initiatoren Hamburger?
Es wird genau geguckt wie viel Du zahlst, ich kann nur empfehlen garnichts zu zahlen.

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mm71 10.02.2014, 08:49
5.

Zitat von sysop
Wer im Hamburger Gängeviertel ein Bier bestellt oder ein Konzert besucht, darf selbst entscheiden, wie viel ihm das wert ist. Er muss sogar.
Eine rein technische Frage dazu: Ist es nicht wettbewerbsgesetzlich unlauter, unter Einstandspreis zu verkaufen (Stichwort Dumping)?

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Jens Klinke 10.02.2014, 09:07
6. Nichts wirklich Neues, aber trotzdem klasse

Schöne Sache, aber nicht neu. Klaus Depta erzählt bereits 1993 in seinem Buch "Ach du lieber Gott" von einem Restaurant in London, das nach demselben Prinzip funktioniert. Hieß Just around the corner. Habe ich damals ausprobiert. Keine Ahnung, ob es das heute noch gibt. Aber damals war das ein recht gutes französisches Restaurant, bei dem wirklich alles, was man gegessen und getrunken hatte, fein säuberlich auf die Rechnung geschrieben wurde. Ganz unten auf der "Rechnung" gab es dann einen Kasten, in den man den Betrag eintragen sollte, den man geben wollte. Der Laden war übrigens immer abgeschlossen. Wer dort essen wollte, musste erst klingeln, dann eine Gesichtskontrolle über sich ergehen lassen. Wer nach Nepp aussah, dem wurde gesagt, dass alle Tische reserviert wären.

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pffft 10.02.2014, 09:14
7. das geht so lange gut

bis die dummen Menschen kommen. Die Hedonisten, denen nur das eigene Ich wichtig ist und die sich um das Ganze einen Dreck scheren (Die Geiz ist G*** Fraktion, die es einfach nicht versteht, dass Konsumgüter und Dienstleistungen einen (Mindest-)Wert haben).
Jede mittlerweile prekäre Hochhausfestung (z.B. HH-Wilhelmsburg, München Neuperlach, Köln Chorweiler, Berlin Mahrzahn) war zu Anfang mal nagelneu, alles funktionierte, war schön und gepflegt. Da die Bewohner aber anonym sind, ist allen die Gemeinschaftfläche egal. Woraufhin die verkommt. Die ersten Asozialen ziehen ein (die nur an sich denken und nicht gemeinschaftfähig sind) und die Schlauen GEHEN denen dann aus dem Weg, in dem sie wegziehen. Übrig bleibt Bodensatz und Verwahrlosung.

Jedes hippe Viertel nimmt einen ähnlichen Weg. Erst die Künstler, Stundenten, die sich mit wenig oder kein Geld was aufbauen, schön und lebenwert machen, dann kommen die Hipster, die nicht mitmachen sondern nur partiziperen, und dann kommt der Partypöbel (weil das da ja so cool ist) und zum Schluß kauft sich die Schickeria dort ein (Preise steigen wegen Nachfrage) weil man ja im in-Viertel wohnen "muss". Das die "Siedler" dann schon wieder weiter sind, merkt keiner. Und dass das in-Viertel dann zur Spießigkeit mutiert, ... die Bar die vorher bis 3 auf hatte und alle saßen auf der Strasse, nee, mein Kind braucht ab 19:00 Uhr Nachtruhe...
leider wirds dem Gängeviertel genau so gehen. Wenn die Dumm-meute erstmal merkt, dass es da Bier für lau gibt, helfen auch freundliche Ermahnung nicht mehr. Dann gibts 2 Alternativen: zumachen oder Preise festsetzen.
Schade, aber so ist der Lauf der Welt.

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Ballonmütze 10.02.2014, 09:16
8. Schauspielhaus Hamburg

Es gab mal einen Abend am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, der nach dem gleichen Prinzip funktionierte.
Bekanntlich ist das Schauspielhaus nicht gerade günstig, aber an dem Abend hatten sie sogar mehr in der Kasse und trotzdem waren zahlreiche Leute da die es sich sonst nicht leisten können.

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disi123 10.02.2014, 09:23
9. Humble Indie Bundle

Zitat von HenryFromWob
Echt schöne Aktionen, sofern denn rentabel. Schade bloß, dass hier nicht noch einmal das "Humble Bundle" genannt wurde, bei dem Computerspieler entscheiden können, zu welchen Teilen das Geld für das Bundle an den Entwickler, den Betreiber oder soziale Einrichtungen geht. :-)
Daran musste ich auch sofort denken. Ausserdem kein DRM oder sonstiger Kopierschutz, ueber mehrere Platformen und die Indie (unabhaengige) Entwickler muessen sich keiner grossen Platform anschliessen.

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