Forum: Wirtschaft
Personalnot: Regierungsexperte erwägt Prämie für neue Pfleger
DPA

Ein Regierungsexperte will den Fachkräftemangel in der Pflege mit Geldgeschenken bekämpfen. Wer in den Beruf zurückkehrt, soll 5000 Euro bekommen. Wer nach der Ausbildung dabeibleibt, wird mit 3000 Euro belohnt.

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k.blaubär 17.05.2018, 08:49
10. Was für ein schlechter witz

Menschen, für die das viel Geld ist, werden in dem Beruf/Armutsfalle gefangen. Und natürlich werden Steuergelder eingesetzt, sodass die Arbeitgeber die Löhne nicht erhöhen müssen. An den Arbeitsbedingungen wird sich natürlich auch nichts ändern. Wer glaubt schon, dass eine ganze Berufsgruppe auf 80% bei vollem Lohn geht, wenn diese im Moment auf 120% bei unbezahlten Überstunden ist.

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minilux 17.05.2018, 08:50
11. ich dachte eigentlich der Mann weiss, wovon er spricht...

sieht aber nicht so aus. Ich kenne den Pflegenotstand jetzt seit Mitte der 80er Jahre. Geld war nur selten das Problem (zumindest in der Krankenpflege. Die Altenpflege kann ich nicht beurteilen, da mag es anders aussehen).
Wie lange muss ich in meinen Beruf zurückkehren, um die 5000.- steuerfrei mitzunehmen? Vielleicht überlege ich ja :-)

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Sibylle1969 17.05.2018, 08:50
12.

Ich habe neulich einen Bericht in einer Magazinsendung gesehen, wo eine Altenpflegerin in einem ambulanten Pflegedienst bei der Arbeit begleitet wurde. Sie sagte, das Problem in diesem Job sei gar mal so sehr die Bezahlung, sondern die Tatsache, dass der Arbeitstag so streng durchgetaktet sei, dass so gut wie keine Zeit für menschliche Zuwendung bleibe. Die Vorgabe der Pflegeversicherung gebe genau vor, wie viel Zeit für welche Verrichtung (Waschen...) zur Verfügung stehe, und diese Vorgaben seien wohl so knapp bemessen, dass sie gezwungen sei, in allergrößter Eile durch ihren Arbeitsalltag zu hetzen, ohne wirklich Zeit für die alten Menschen zu haben. Hinzu komme der minutengenaue Dokumentationsaufwand, den die Pflegeversicherung verlange.

In Altenpflegeheimen dürfte das nicht anders sein, und Personalmangel dürfte das Problem eher noch verschärfen. Die derzeitige Situation ist also weder für die Pflegebedürftigen noch für die in der Altenpflege Beschäftigten gut. Lösen ließe sich das Problem sicher nur mit deutlich mehr Geld, d.h. höhere Gehälter für die Pflegekräfte, höhere Personalschlüssel sowie großzügigere Zeitvorgaben. Es darf bezweifelt werden, dass der politische Wille vorhanden ist, hier deutlich mehr Geld in das System zu kippen.

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zweiblum66 17.05.2018, 08:51
13. Bürokratenschwachsinn

Wie soll das laufen? Wie lange soll ich aus dem Beruf sein, wie lange soll ich dann mindestens arbeiten, wie lange soll ich nach der Ausbildung noch im Beruf bleiben... und vor allem, wer kontrolliert das?

Und vom menschlichen Standpunkt - will ich die Leute in den Job holen die kurzfristig abzocken wollen... besser wäre sich zu überlegen, wie eine dauerhafte bessere Bezahlung und vor allem bessere Arbeitsbedingungen zu organisieren sind. Wäre aus meiner Sicht die Hauptaufgabe für eine Studio im Regierungsauftrag.

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pitchmaster 17.05.2018, 08:52
14. 5000...was für ein Witz

wenn man bedenkt, dass die OEM´s (Automobilhersteller) pro Jahr mit Prämie (zwischen 10.000 und 20.000€), Urlaubsgeld (67%) und Weihnachtsgeld (100%) bezahlt stimmt da das verhältnis nicht. die 5.000 Euro sind so viel Urlaubsgeld wie ich bekomme. Sorry, aber das ist nur lächerlich und traurig wie wenig uns die Pflege wert ist. Mann könnte ja die 20 mrd. für unsere Neubürger dafür besser verwenden, das darf man aber nicht sagen in unserer Demokratie mit Meinugsfreiheit.

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polkupyöränilmapumppu 17.05.2018, 08:53
15. Arbeitsbedingungen

Wie wäre es mit einer grundsätzlich besseren Bezahlung? Aber davon natürlich kein Wort. Lieber dann schön billig "Kopfprämien" ausrufen. Das solche Arbeitsbedingungen in der selbsternannten "zivilisierten Welt" überhaupt möglich sind, ist eine Schande.

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St.Baphomet 17.05.2018, 08:54
16. Wer nach der Ausbildung dabeibleibt, wird mit 3000 Euro belohnt!

Mit mindestens 3000 Netto/Monat für diesen überaus stressigen und anstrengenden Job will ich doch hoffen.
Oder war dies etwa anders gemeint?
Es wird sich wohl erst was ändern wenn die Pfleger wie die Piloten und Lokführer ihre eigene Gewerkschaft gründen und mal 4 Wochen am Stück streiken.

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dr.eldontyrell 17.05.2018, 09:06
17. Das System

ist schlichtweg der Fehler.
Krankenversorgung/-versicherung, Straßen, Wasser, Energie/Wärme, Schienenverkehr, Telekommunikation, Abfallentsorgung gehören einfach nicht in Hände von Kapitalisten und Spekulanten. Diese Dinge sind das tragende Gerüst einer funktionierenden Gesellschaft.
Den amerikanischen/australischen Pensionsfond interessiert es herzlich wenig, wenn hier aufgrund von Spekulationen die Infrastruktur zusammenbricht...
Nett gemeint Herr Westerfellhaus, aber doch nur am Symptom herumgedoktert.

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Grummelchen321 17.05.2018, 09:15
18. Als

erstes müssten Unternehmen die Pflegeeinrichtungen aus Gewinnabzielungsabsicht betreiben verschwinden.Sie entziehen Geld das für eine bessere Bezahlung und dadürch besser Pflege besser angelegt wäre.
Spon sollte mal schreiben welche unternehmen Heime betreiben und wieviel Geld sie aus dem System ziehen und Aktionären an auszahlen.

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so-long 17.05.2018, 09:20
19. Veräppelung

erster Güte. Nur ein Politiker kann auf die Schnapsidee kommen, Menschen mit ein paar lausigen Euronen zu locken: die 3 Mille laufen durch Steuer- und Sozialversichering und halbieren sich. Geteilt durch 12 (dh verteilt auf EIN Jahr) ergeben 130 EUR monatlich mehr. Danach ist der Effekt verpufft. Entweder man bezahlt die Leute deutlich besser, dann gehen Sozialbeiträge deutlich hoch, oder man sagt offen & ehrlich, dass es keine gute Lösung geben kann.

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