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Pflege-Alltag in deutschen Kliniken: "Es regiert der Wahnsinn"
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Auf vielen Klinikstationen fehlt es am Nötigsten. Zu wenige Pflegekräfte müssen sich um immer mehr Patienten kümmern. Jetzt gibt eine Pflegerin Einblick in ein System, das für alle zur Gefahr wird.

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herrmann.bar 15.02.2018, 15:26
140.

Zitat von cvdheyden
Das Geld fließt zum großen Teil ab. Es gibt eine Krankenhauskette (privat natürlich) die jedes Jahr 500 Mio. aus dem System zieht. Die Wirtschaft wird es schon richten wird aj immer Gebehtsmühlenartig gesagt. Das habe wir nun davon, dass wir der Wirtschaft alles glauben. Selbst Schuld Deutschland. Schaut nach Norwegen. Die können das.
Dann schauen Sie sich doch einmal Norwegen genau an. Wer finanziert dieses System wievil Eigenanteil gibt es, wie häufig gehen die Leute zum Arzt usw. Man darf sich nicht nur die Rosinen herauspicken, sondern muss das System als Ganzes betrachten.
Norwegen ist aufgrund des Öls ja auch ein extrem reíches Land, da können wir derzeit nicht im entferntesten mithalten.

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le.toubib 15.02.2018, 15:28
141. Da haben Sie völlig Recht!

Zitat von Topf Gun
Ich arbeite in einem Klinikum seit knapp 40 Jahren. Solange Bürokraten und Politiker immer mehr überbordende Bürokratie fabrizieren und Ärzte bzw. pflegerisches Personal nur noch am Dokumentieren sind, wird sich die Situation noch wesentlich verschlimmern. Schafft endlich diese hahnebüchene Bürokratie ab, damit die Mitarbeiter wieder das tun können, was sie ihr Leben lang gern tun wollten - Menschen helfen und pflegen !
Als ich anfing, war die Relation Patientenkontakt/Schreibkram 50 zu 50. Als ich krank wurde, war ich bei 30% Patientenkontakt (OPs rechne ich schon zum Patientenkontakt dazu, da sie meist nur Leitungsblocks bekommen hatten, man konnte sie also oft ins Gespräch miteinbeziehen) und 70% paperwork. Während ich noch immer krank und dialysepflichtig war, wurde ich dennoch vertragsgemäss zum leitenden Oberarzt befördert (der leitende Oberarzt der Nephrologie hatte eine ganz neue Studie, die sagte, ein gewisser Prozentsatz mit meiner Erkrankung könnten innert 12 Monaten gesunden und mein Chefarzt wollte ihr nur zu gerne glauben). Leider weiss ich nicht, wie sich dann das Patientenkontakt/ Schreibarbeit-Verhältnis geändert hätte, aber sicherlich nicht zum Besseren, da man als lOA den Papierkram des Chefarztes oft mit erledigen muss. Dafür lass zumindest bei uns der Chefarzt die Entlassbriefe der Assistenten Korrektur - das ist allerdings eher die Ausnahme denn die Regel, ein lOA ist eigentlich dazu da, seinem Chefarzt den Rücken freizuhalten ...

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sponlinekjr 15.02.2018, 15:29
142. Verifizierbare Fakten sind nie populistisch Punkt!

Zitat von So Nebenbei
Auch wenn es Fakten sind, ist es populistisch. Denn sollen ihrer Meinung nach Kinder von Versicherten Beiträge zahlen? Womöglich die Gelder mit Kinderarbeit verdienen? Machen sie sich mal schlau, was für im Ausland mitversicherte Angehörigen gezahlt wird. Es sind nicht die riesigen Summen, die sie sich da im Hirn vorstellen. Kindergeldempfänger müssen in Deutschland arbeiten und Steuern zahlen, da das Kindergeld mit dem steuerfreien Exitenzminimum der Kinder verknüpft wurde.
"Auch wenn es Fakten sind, ist es populistisch.
Denn sollen ihrer Meinung nach Kinder von Versicherten Beiträge zahlen? Womöglich die Gelder mit Kinderarbeit verdienen?"

Natürlich sollen nicht die Kinder arbeiten müssen um ihre KV -Beiträge zu bezahlen.

Simpel: Ich bezahle die PKV für meine Tochter aus zweiter Ehe aus meinem Einkommen/Vermögen. Was ist daran so komisch?
O.k., viele, viel zu viele bezahlen wenig oder gar nichts für ihre eigene KV und für die der Familienmitglieder.

Ist ja alles kein Problem. Der Steuerzahler heißt deswegen so weil er halt zahlt, zahlt, zahlt ...

Was das allerdings mit gerechtem Gesundheitssystem zu tun hat erschließt sich mir nicht so recht.
Details verkneife ich mir.

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lupenrein 15.02.2018, 15:32
143. Bezeichnend

für die Situation in den Krankenhäusern heute ist auch,
dass in den Kommunen nicht mehr von'Kliniken' , sondern ganz regelmässig
und selbstverständlich schon von 'Betrieben' gesprochen wird.
Auch dass heute immer mehr Krankenhäuser schon von Managern mit hoher
Bezahlung und Gewinnbeteilung ( Boni wie in der Bank) geleitet werden, sagt alles.

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frank57 15.02.2018, 15:35
144. Wieviele

Kassen gibt es hierzulande? Wieviele Vorstände mit breiter und hochbezahlter Peripherie werden von den Beiträgen bezahlt? Wenn es mehr Verwaltungsangestellte als Pfleger gibt sollte das System einen kleinen Fehler haben wenn es Geldmangel gibt!

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almiwo 15.02.2018, 15:35
145. @abgasaffe

Sie schrieben: "...meine Kaudalanästhesie unter MRT bekommen, die sich als hochwirksam erwiesen bzw. meine Entzündung aus dem Bandscheibenvorfall sofort behoben hat." Eine Kaudalanästhesie hat keinerlei Auswirkungen auf einen Entzüngsprozess, da hatten sie einfach nur Glück oder der Placeboeffekt hat es "heilen" lassen.

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ralfds 15.02.2018, 15:36
146. Die Katastrophe wird kommen..

Auswüchse wie hier:
http://www.allgaeumed-oa.de/das-bisschen-mehr.html
zeigen das ganze Dilemma. Auf den "Armen-Stationen" fehlt das Personal und auf den "Reichen-Stationen" gibt es einen Gepäckservice. Das ist dekadent und höchst unmoralisch.

Bürgerversicherung muss kommen.

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elmer_fudd 15.02.2018, 15:37
147. Es ist doch beruhigend

zu wissen, dass beim nächsten Bankencrash die Milliarden wieder locker fliessen. Die Situation in der medizinischen Versorgung und in den Pflegebereichen ist doch nicht neu und hat die politisch Verantwortlichen bisher kaum interessiert. Die Privatisierung der Daseinsvorsorge im großen Stil als Beispiel, haben die wenigsten Wahlschafe mitbekommen, weil die wichtigen Entscheidungen immer dann getroffen werden, wenn die Herde abgelenkt ist. Da droht dem Stimmvieh plötzlich Ungemach durch große Pandemien, irgendein Lebensmittelskandal, da laufen in Endlosschleife sportliche Großveranstaltungen, ein neu eingestellter Hüte-Bello wird vorgestellt oder es wird über die Standard-Themen Migration und Flüchtlinge debattiert. So lange die Wahlschafe immer dasselbe wählen, bleibt "dies ein Land, in dem wir gut und gerne leben".

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ftraven 15.02.2018, 15:41
148.

Zitat von le.toubib
Wäre ich im Pflegedienst, würde ich so schnell wie irgend möglich zusehen, Instrumentierpfleger zu werden. Erstens einmal herrscht im OP eine ganz andere Atmosphäre als auf einer Pfegestation und jeder Operateur ist immer nur so gut wie seine Instrumentierschwester (ich hatte immer das Glück, eine zu finden, die sehr gut mit mir zusammenarbeitete). Somit wird deren Arbeit ausgesprochen wertgeschätzt ...
Die Pflege am Menschen ist eine Sache, als OTA im OP zu stehen
eine andere. Es kommt schon darauf, wie ich helfen will.
Die Argumentation, "dann mach halt was anderes" geht daneben.
Es geht um die Verhältnisse in der Pflege, ob im Krankenhaus oder
Altenheim.
Die überwiegende Mehrzahl wird nun mal als Pfleger/in benötigt.
Warum sind die Verhältnisse in Skandinavien oder der Schweiz
so viel besser als in unserm "Wohlfühlland".
Und auch da gebe ich vielen Recht.
Man hätte viel mehr Geld zur Verfügung für die Krankenhäuser
und damit die Beschäftigten, wenn man es nur vernünftig ausgeben
würde und nicht jährlich z.B. 1 Mrd für Afghanistan etc.

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le.toubib 15.02.2018, 15:42
149. Den Glauben sollte man in der Kirche lassen!

Zitat von olli08
Glauben sie vielleicht, wenn es Frau Merkel und ihren Spießgesellen einmal schlecht geht, dann kommen sie in ein zu Tode gespartes "ordinäres" Krankenhaus? SO etwas ist für den Pöbel! Bei unseren spitzen Politikern wird der Chefarzt (samt Entourage) schneller neben dem Krankenbett stehen, als sie "Huch" sagen können ...
Nachdem auf Schäuble geschossen worden war, kam er in die Uni.-Klinik Freiburg, eine Klinik, die auch jeden "Pöbel" behandelt. Er lag auch in keiner Privatstation, sondern alleine in einem ganz normalen Patientenzimmer der Orthopädie (auf dem Weg ins Casino zum Mittagessen lief ich ja jeden Tag zweimal an seinem Zimmer vorbei, nachdem sich seine Bodyguards an den Dr. XX des Départements YY gewöhnt hatten)! Eigentlich hätte Schäuble gar nicht zu Prof. Reichelt der Orthopädie Freiburg gehört, sondern in die BG-Klinik Ludwigshafen, die von Oppenau aus auch nicht wesentlich weiter entfernt gewesen wäre. Und dort wird auch nicht "jeder Pöbel" behandelt ...

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