Forum: Wirtschaft
Pflege von Angehörigen: Nur 2000 Anträge auf Pflege von Angehörigen
DPA

Mit Lohnersatz und Darlehen will der Staat Arbeitnehmer bei der Pflege von Angehörigen unterstützen. Doch einem Bericht zufolge wird das Angebot kaum wahrgenommen. Verbände überrascht das nicht.

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Holzbeinschnitzer 20.10.2015, 13:10
1. Pflege- und Gesundheitsreform

Leider auch wieder nur ein Flickwerk-Reförmchen. Im Gesundheitswesen wird leider bei Reformfragen schon lange nur reagiert und nicht mehr agiert. Das ganze Thema muss grundlegend neu ausgearbeitet werden und auf finanziell sichere Beine gestellt werden. Hier fehlt leider der politische Mut! (Wille?)

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melaw 20.10.2015, 13:11
2. Abstimmung mit demografischen Füßen

Kinder kriegen ist undankbar in Deutschland, also lässt man es. Doch - Pflegefälle kriegen kann man nicht lassen. Der Staat sollte zumindest den Anstand haben, die demographischen Probleme nicht wie sonst nur mit einem Scheck lösen zu wollen. Die Menschen, die pflegen, brauchen in erster Linie Entlastung und Unterstützung.

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quark2@mailinator.com 20.10.2015, 13:12
3.

Nachdem ich da mit 3 Angehörigen durch bin kann ich nur sagen, das ist ein finsterer Bereich in unserer Gesellschaft. Es gibt teilweise auch Lichtblicke, keine Frage, aber zu viele Menschen müssen am Ende ihres Lebens extrem harte Umstände erdulden. Da wird man schon mal gebeten, den Prozeß abzukürzen, was unerträglich bitter ist, weil man ja schon tut, was man nur irgend kann.

Z.T. ist es total abstrus - Geld ist da für eine Sache, die nicht gebraucht wird. Man hat mehrere Kartons von irgendwas, wenn man nicht aufpaßt. Aber bei einer anderen Sache sind die vorgeschriebenen Mengen viel zu niedrig und man weiß nicht, wie man hinkommen soll. Beides wird aus der gleichen Kasse bezahlt, aber man hat nicht die Möglichkeit, von dem einen weniger zu nehmen und dafür von dem anderen mehr zu bekommen. Die Pflegedienste tricksen, damit es überhaupt geht. Da wird A abgerechnet, um Zeit für B zu haben, ohne das es nicht geht. Bei DEM Lohn noch gezwungen zu sein, sich auch noch rechtlich aus dem Fenster zu lehnen, ist der Hammer. Ich kann den Einsatz der Pflegekräfte nur dankbar und lobend erwähnen. Warum bekommen die nicht mal so 500 Bundesverdienstkreuze, statt immer nur irgendwelche Leute, die eh schon alles haben :-( ?

Und was die Angehörigen angeht ... tja ... Seinerzeit wurde die Familie ja als etwas angesehen, um das man sich einfach kümmert - Kinder, Kranke, Greise ... nun wird das langsam eine geldwerte Leistung. Hmmm. Ein komisches Gefühl. Irgendwo macht es Sinn, wenn die Gesellschaft diese Leistung zahlt, aber irgendwie auch nicht. Ich habe es jedenfalls gern für meine Leute getan, ohne was haben zu wollen, aber angesichts der Verarmung breiterer Schichten in unserem Land muß das Geld irgendwoher kommen. Wir brauchen ENDLICH eine Rückverteilung von oben nach unten. Die Arbeitsproduktivität steigt ständig, aber das breite Volk profitiert nicht davon (siehe auch Verfall der Infrastruktur).

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jokermanex 20.10.2015, 13:16
4.

.... weil es einfach kompliziert ist und pflegende Angehörige genug Zeit zur Lösung von Disputen mit Ämtern, Behörden. Krankenkasse aufbringen müssen und irgendwann mal die Grenze der Belastbarkeit erreicht ist. Selbst wenn damit potentielle Entlastungen verbunden sind.
Leider ist DAS System ungerecht, z. B. ist unverständlich, dass zusätzliche Betreuungsleistungen zwar von Angehörigen erbracht werden sollen, doch diese nicht aus vorhandenen Mitteln erstattet werden. Dies geht nur, wenn solche Leistungen z. B. bei Sozialdiensten teuer eingekauft werden!
Das ist Geldverschwendung und Subventionierung von diesen kommerziellen Anbietern.
Man darf sich gerne mal die Kosten dafür anschauen; nur ein Bruchteil davon gelangt bei den ausführenden Bediensteten!
Weiter ist die Provinz massiv bzgl. Angebot benachteiligt; man vergleiche z. B. Angebote im Ballungsraum Stuttgart mit det Provinz Oberschwaben. ....

Also, aufm Papier klingt alles nett, doch die Realität zeigt was anderes. Dabei sehe ich mal von tw. eklatat schlechter Beratung der eigentlich verantwortlichen Stellen ab.

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Nordstadtbewohner 20.10.2015, 13:20
5.

Die Pflege eines Familienangehörigen ist Aufgabe der Familien selbst und nicht des Steuerzahlers, wie es von den beiden im Artikel erwähnten Lobbyisten erwähnt wird.

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Nordstadtbewohner 20.10.2015, 13:23
6. Wer ist

Zitat von quark2@mailinator.com
Wir brauchen ENDLICH eine Rückverteilung von oben nach unten. Die Arbeitsproduktivität steigt ständig, aber das breite Volk profitiert nicht davon (siehe auch Verfall der Infrastruktur).
Wer ist "wir" und warum brauchen "wir" eine Rückverteilung "von oben nach unten"?

Wenn Sie im Alter versorgt sein wollen, dann schaffen Sie sich eigene Kinder an oder sorgen Sie auf finanzieller Ebene vor. Das wohlhabende Menschen für andere also fremde Menschen den Lebensabend finanzieren sollen, ist eine üble Forderung.

Der allgemeine Verfall der Infrastruktur hat andere Ursachen. Der Fiskus nimmt so viel Geld ein wie nie zuvor.

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itzig 20.10.2015, 14:34
7. Familienfeindlich

bis zum heutigen Tage dacht ich immer, dass D "nur" Kinderfeindlich ist. Nachdem ich mich jedoch aufgrund dieses Artikels mit der Pflegereform befasst habe, stelle ich ernüchtert fest, dass wir mittlerweile in einer in Gänze familienfeindlichen Politik gemündet sind. Alleine die Möglichkeit, dass jemand, der sich um pflegebedürftige Angehörige kümmert, als Lohnersatzleistung die überaus gnädige Möglichkeit bekommt ein Darlehen aufzunehmen und dieses im Anschluss wieder aus Eigenmitteln zu refinanzieren, empfinde ich als Faustschlag ins Gesicht der Willigen. Es ist in der Gänze nur noch eine Blamage, in welche Richtung sich das Sozialversicherungswesen (Rente (inkl. deren Besteuerung), Pflege, Gesundheit) Deutschlands gerade entwickelt und bis 2040 entwickeln wird. ... Kurzum: Armutszeugnis!

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klacksklacks 20.10.2015, 17:38
8. Witz

Das Gesetz ist ein schlechter Witz. Zunächst gibt es keinen nachvollziehbaren Grund, abhängig Beschäftigte besser zu behandeln als Selbständige. Alsdann gibt es auch Pflegefälle, die nicht aufgrund Alters oder zum Tod führender Erkrankung der Pflege bedürfen, sondern wegen chronischer Erkrankung über Jahrzehnte der Pflege und Assistenz bedürfen. Erbringen Dienstleister diese Leistungen, zahlt der Staat hierfür monatlich tausende Euros, erbringen Familienangehörige die gleiche Leistung, gibt es da keinen Cent für. Selbst den Anspruch auf Pflegegeld hat nicht der Pflegende, sondern der zu Pflegende inne. Ein Solidarmodell sähe anders aus und ließe sich für Angehörige Aufopfernde und dadurch sich und die eigenen Interessen (Einkommen und Altersversorgung) selbst vernachlässigende familiär Pflegende nicht allein.

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Thomas Ernst 20.10.2015, 18:59
9. Wen wundert es?

Dass dieses staatliche Angebot - sofern man es überhaupt so nennen soll - auf sehr geringes Interesse stößt, das ist die logische Folge davon: Die meisten Menschen merken es, wenn der Staat sie über den Tisch ziehen will und sie sind dann nicht amüsiert.

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