Forum: Wirtschaft
Pflegekosten für die Eltern: Keine Angst mehr vorm Sozialamt
DPA

Die Pflege der gebrechlichen Eltern kann ganz schön ins Geld gehen. Gute Nachricht: Ab kommenden Jahr soll davon verschont bleiben, wer weniger als 100.000 Euro verdient. Eine schwierige Reform.

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cobaea 07.09.2019, 12:54
50.

Zitat von Helina
Noch nirgendwo habe ich gelesen ob es hier um das Haushaltseinkommens oder nur um das Einkommen des Kindes geht. Kann da jemand aufklären? Die Frage für mich ist darüber hinaus auch wie die Kosten gedeckelt werden. Es gibt ja große Unterschiede bei den Heimen. Wenn jetzt jeder das teuerste nehmen kann, weil im Zweifel das Amt zahlt, führt das theoretisch ins Unendliche. Wo ist mein Denkfehler?
Es kann eigentlich nur um das Einkommen des betroffenen Kindes gehen - denn auch heute muss ja nur das Kind bezahlen, nicht dessen PartnerIn. Zahlungsverpflichtung besteht nur für das Kind, nicht für dessen Angehörige (die sind nur wieder bei ihren Eltern verpflichtet).

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MatthiasPetersbach 07.09.2019, 12:55
51.

Zitat von muunoy
....Die Vorteile eines geringeren Einkommens liegen auf der Hand: Sie zahlen weniger Steuern und bald auch keinen Soli mehr. Für die Pflege Ihrer Eltern müssen Sie finanziell nicht mehr aufkommen, haben aber mehr Zeit, um sich persönlich um die Eltern zu kümmern. ......
Sie haben schon begriffen, daß es hier um ne Verdienstgrenze von 100 000 Euro/a geht?

Das wird wohl nicht sehr viele betreffen - und ob die dann -wie sie vorschlagen- den Schwanz einziehen und ihren Verpflichtungen nicht nachkommen oder die "Nachteile" ihres hohen Einkommens "nehmen wie ein Mann" sollten Sie doch den Betreffenden überlassen.

Alternativ kann man seine gut bezahlten Arbeitsplatz natürlich jemanden anders geben - ich denke nicht, daß sich bei so einem Verdienst 90% der Leute, die heute 3000/Monat verdienen einen Kopf machen, ob Sie da durch Trickserei was sparen könnten.

Das ist irgendwie doch ein bisschen krank.

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ludwig49 07.09.2019, 12:58
52. Nicht nur die Kinder ...

...werden zur Kasse gebeten, sondern auch deren angeheiratete Partner/innen, die zum Gesamteinkommen beitragen. Es kann dann schon passieren, daß ein Ehepartner für eine Person zahlungspflichtig wird, die bisher völlig fremd war. Fall-Beispiel: Der Vater einer Tochter macht sich auf und davon, die Tochter heiratet Jahre später und der Vater kommt irgendwann ins Pflegeheim. Schon kommt Post vom Sozialamt und der Ehemann lernt erstmals seinen Schwiegervater per Sozialamt kennen. Auch eine Art der Sippenhaftung !

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paterfelix 07.09.2019, 12:59
53. Vermögen II

Zitat von general_0815
Der Autor geht leider nicht auf Vermögen ein. Als Betroffener, der monatlich für die Pflege der Mutter aufkommt, wurde mir auf Nachfrage mitgeteilt. Wenn das wenn das monatliche Einkommen unter gewisse Grenzen sinkt, werden immer noch ca. 90 Prozent meiner Vermögenswerte/Depots berücksichtigt, die ich dann zur Pflege der Mutter aufbrauchen muss.
Eben, das habe ich mich auch gefragt.
Ich verstehe das so, wenn ich unter 100.000 Euro im Jahr verdiene, wird sofort auf mein Vermögen geschaut.
Sollte das mehr als das Schonvermögen sein, wird dieses sofort für die Pflegekosten herangezogen.
Heißt das, wenn man Rücklagen in Form von Aktienfonds hat, um die Rente später aufzubessern, müssen Teile des Fonds verkauft werden?
Beispiel:
Ich verdiene unter 100.000 Euro/Jahr und habe Aktienfonds in Höhe von 120.000 Euro und mein Schonvermögen beträgt 105.000 Euro.
Dh die Differenz von 15.000 Euro geht direkt in die Pflege?
Oder ändert sich an der Höhe des Schonvermögens auch was?


Noch eine Frage:
Schonvermögen wird immer an den geleisteten Berufsjahren berechnet oder nach den Jahren, die man insgesamt arbeiten muß? Also Pauschal 35 Jahre, als Beispiel

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cobaea 07.09.2019, 13:02
54.

Zitat von -komakino-
Zu Nummer 1: Doch, es ist Gejammer, wenn man sich darüber beklagt, dass Menschen, die im Jahr mehr als 100000 Euro verdienen, selbst für ihr Leben aufkommen sollen.
Danke. Ich dachte schon, ich sei die Einzige, die dieses Gejammer nicht versteht. Wo liegt das Problem, wenn ich über 100.000 Euro verdiene, etwas an die Pflege meiner Eltern zu bezahlen? Die haben mich doch auch durchgefüttert und erzogen, obwohl sie weniger verdienten und auch Steuern und Sozialabgaben bezahlten. So langsam geht mir diese Anspruchshaltung auf den Geist, wonach die Allgemeinheit für alles und alle zu bezahlen habe - auch wenn man's gar nicht braucht.

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proffessor_hugo 07.09.2019, 13:06
55.

Warum wird hier - wieder mal - auf Kinderlose herum gehackt?

Bin kinderlos, habe aber neben meinem Job zwölf Jahre meine Mutter gepflegt - für zuletzt 200,- Euro pro Monat. Zwölf Jahre um 5 Uhr aufstehen und erst um 23 Uhr wieder zu Bett... Dabei mußte ich oft an Wochenenden+Feiertagen und sogar im Urlaub arbeiten, zusätzlich zu den fünf Tagen in der Woche....

Fazit:

fast alle sozialen Kontakte verloren, hatte ja nie Zeit für Besuche etc.

viel Geld verloren.

keine Zeit für eigene Arztbesuche.

von verlorener Lebenszeit ganz zu schweigen.

Übrigens: ein Pflegedienst hätte schon für 30mal je 15 Minuten mehr Geld bekommen.... wie paßt das zusammen?

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MatthiasPetersbach 07.09.2019, 13:18
56.

Zitat von Spiegelleserin57
hoffentlich erkennen all diel lieben Kinder WER sie groß gezogen hat und auch dafür sehr viel Geld verwenden musste. Soll man sich nun davor drücken dies an seine Eltern zurückzugeben...ich finde nein!
Das ist doch nicht der Punkt.

Ein Heimplatz hat nichts damit zu tun, daß man - was ja noch leistbar ist - für die Eltern 300 Euro pro Monat zuzahlt, denen im Leben und in der Wohnung hilft und die zum Arzt fährt.

2000 Euro ZUSÄTZLICH fürs Heim (eventuell mal 2) überfordert so ziemlich jeden bis alle.
Das hat mit "Eltern unterstützen" nicht mehr viel zu tun - außer um den Preis der eigenen Selbstaufgabe und Armut.

Man kann sich natürlich auch fragen, warum die Rente eines Menschen, der wie z.B. mein Vater - in der Blüte seiner Jugend (unfreiwillig) die Knochen und die Gesundheit für den Staat hingehalten und danach den Laden wieder aufgebaut hat, nicht mal für nen Pflegeplatz im Alter ausreicht. Aber das ist ein anderes Thema.

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iris b. 07.09.2019, 13:25
57.

Zitat von ludwig49
...werden zur Kasse gebeten, sondern auch deren angeheiratete Partner/innen, die zum Gesamteinkommen beitragen. Es kann dann schon passieren, daß ein Ehepartner für eine Person zahlungspflichtig wird, die bisher völlig fremd war. Fall-Beispiel: Der Vater einer Tochter macht sich auf und davon, die Tochter heiratet Jahre später und der Vater kommt irgendwann ins Pflegeheim. Schon kommt Post vom Sozialamt und der Ehemann lernt erstmals seinen Schwiegervater per Sozialamt kennen. Auch eine Art der Sippenhaftung !
Nein, das Einkommen der Schwiegerkinder wird nicht herangezogen.
Es wird in den Fragebögen abgefragt, aber es fließt nicht in die Berechnung ein.

Im Fall, dass mehrere Kinder da sind und nur ein Kind so viel verdient, dass es zahlen muss, muss diese Person nicht für die Geschwister "mitzahlen".

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Crom 07.09.2019, 13:52
58.

Wenn es soweit kommt, muss ich meinen Vorgesetzten wohl um eine nicht mehr so gute Bewertung bitten, damit aus dem jährlichen Bonus kein Malus wird. Einfach mal wieder absurd, was man sich da wieder ausdenkt. Zum Glück habe ich privat für den Fall der Fälle vorgesorgt, damit meine Kinder nicht in so eine Falle tappen. Am besten ist es wohl rechtzeitig auszuwandern.

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MatthiasPetersbach 07.09.2019, 14:07
59.

Zitat von Crom
Wenn es soweit kommt, muss ich meinen Vorgesetzten wohl um eine nicht mehr so gute Bewertung bitten, damit aus dem jährlichen Bonus kein Malus wird. Einfach mal wieder absurd, was man sich da wieder ausdenkt. Zum Glück habe ich privat für den Fall der Fälle vorgesorgt, damit meine Kinder nicht in so eine Falle tappen. Am besten ist es wohl rechtzeitig auszuwandern.
Heimkostenzuzahlung 10 Jahre x 2000 Euro/Monat sind 240 000 Euro. Kann im blöden Fall auf einen (oder die Nachkommen) durchaus zukommen. Meine Tante lag noch länger.
Ob da private Vorsorge reicht - fraglich.

Aber während SIE sich fragen, wie Sie sich da von der Zuzahlung vorbeimogeln können (warum eigentlich?) - ist das Gesetz für die weniger Glücklichen, die eben NICHT vorsorgen KÖNNEN und denen nicht nur ein wenig Einschränkung, sondern die Armut droht, genau richtig. Und für die ist es ja wohl auch gemacht.

Für SIE ändert sich ja nichts. Nur, daß es andere, Ärmere ein wenig besser haben. Warum man dagegen was auszusetzen haben soll, halte ich nicht für nachvollziehbar.

Wohin wollen Sie denn eigentlich auswandern? Wo gibts 100 000/Jahr Verdienst UND Altersheime, die bis auf den Eigenanteil bezuschusst werden?

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