Forum: Wirtschaft
Pflegekosten im Ländervergleich: Berlin dreimal so teuer wie Thüringen
DPA

Knapp 600 Euro müssen Bewohner von Altenheimen durchschnittlich in Deutschland selbst berappen - doch die Zuzahlungen variieren regional stark.

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allessuper 03.08.2017, 08:32
1. Angesichts des grassierenden Zynismus

wundere ich mich geradezu, dass noch niemand auf die Idee kam, den Osten als das neue Alte(n) Land zu deklarieren und dort jede Menge Pflegeheime zu eröffnen. Das würde dort die Konjonktur ankurbeln, die Arbeitslosigkeit verringern und wenn der Boden noch so verseucht ist, den Alten macht das ja nicht so viel aus.
Drauf ein paar Ponyhöfe und etwas Landschaft, schon kann man Oma übers Wochenende besuchen fahren. Die Tourismusbranche jammert, hier ist ein Plan!

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spon-1212491987332 03.08.2017, 09:12
2. Schlecht recherchiert!

Nicht die Träger der Heime legen den Einrichtungseinheitlichen Eigenanteil fest! Dieser wird im Rahmen der Pflegesatzverhandlungen zwischen demTräger, den Pflegekassen und den Trägern der Sozialhilfe ermittelt. Die regionalen Unterschiede in der Höhe begründen sich neben den Lohnkosten v.a. auch in der unterschiedlichen öffentlichen Förderung der Pflegeheime.

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Andreas.K 03.08.2017, 09:22
3. @allessuper

Zitat: "1. Angesichts des grassierenden Zynismus
wundere ich mich geradezu, dass noch niemand auf die Idee kam, den Osten als das neue Alte(n) Land zu deklarieren und dort jede Menge Pflegeheime zu eröffnen."

Auf diese Idee kam sehr wohl schon jemand, aus der Union kam 2012 ein entsprechender Vorschlag - allerdings nicht in Bezug auf Ostdeutschland, sondern gleich Osteuropa.
In Polen, Tschechien (oder auch Thailand) sind Pflegeheime nämlich nochmal eine ganze Ecke billiger...

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jwilbers 03.08.2017, 09:23
4. Zahlen irreführend

Die genannten Zahlen sind nur die "halbe Wahrheit". Hinzu kommen in jedem Fall noch die Investitionskosten, die vom Bewohner zu tragen sind. Das können 150 Euro im Monat sein, aber auch 800 Euro je nach dem, ob das Heim Zuschüsse bekommen hat oder wie alt das Gebäude ist.

Falsch ist, dass die Heime den Eigenanteil festlegen. Die gesamten Pflegekosten sind immer das Ergebnis von Verhandlungen zwischen den Heimen auf der einen und den Kostenträgern (Pflegekassen und Sozialhilfeträgern) auf der anderen Seite. Insofern hängt auch die Bezahlung der Pflegekräfte nicht nur vom Arbeitgeber ab, sondern insbesondere davon, ob die Kostenträger in den Verhandlungen höhere Gehälter für die Berechnung der Pflegesätze akzeptieren.

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d-c-r 03.08.2017, 09:28
5. @allessuper

Die Idee ist mind. 10 Jahre Realität; siehe Welt aus 2007:
https://www.welt.de/politik/article1086993/Ostdeutschland-wird-zum-Rentnerparadies.html

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trick66 03.08.2017, 09:40
6. Pflege-Mafia

Nachdem erst vor einigen Wochen der Abrechnungsbetrug von 230 russlanddeutschen Pflegediensten (Schaden ca. 1 Milliarde pro Jahr) publik wurde, kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass es in den Pflegeheimen ähnliche Machenschaften gibt.

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abuske1 03.08.2017, 09:49
7. @allessuper

Der Plan wäre schön, nur leider ist der limitierende Faktor bei der Pflege im Osten das verfügbare Personal. Die Träger müssen weit mehr Energie darauf verwenden, geeignete Mitarbeiter zu finden, als für neue Klienten. Angemessene Bezahlung könnte helfen, dann wäre aber der Kostenvorteil wieder weg....

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ka_dkw 03.08.2017, 09:51
8. Richtigstellung

Liebe Redakteurin, lieber Redakteur,
der Eigenanteil wird nicht wie im 4. Absatz beschrieben von den Trägern festgelegt, sondern ist auf Grundlage des Pflegestärkungsgesetzes und vorangegangener Pflegesatzverhandlungen - führen Träger mit den Pflegekassen und den Sozialhilfeträgern - errechneter Betrag, den Bewohner für Pflegeleistungen und die Ausbildungsumlage unabhängig des Pflegegrades ab Grad 2 zahlen müssen. Hierzu kommen noch die Investitionskosten und die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, die übrigens ebenfalls mit den Kostenträgern (PV und SH) verhandelt werden müssen.
Merke:
1. Pflege ist kein freier Markt in dem die Leistungserbringer die Kosten festlegen können, sondern ein vollkommen regulierter, in dem vorwiegend das Diktat des Sozialhilfeträgers zählt!
2. Der im PSG II beschriebene Eigenanteil ist eine Mogelpackung, da er nur einen Teil der Kosten der vollstationären Pflege abbildet und sowohl die Investitionskosten als auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung außen vor lässt!
Soviel zum besseren Verständnis von einem, der seit 23 Jahren unter diesem System leidet.

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Stäffelesrutscher 03.08.2017, 09:53
9.

»Monatliches Median-Bruttoentgeld für Vollzeitkräfte in Euro, 2013«

Und wie hoch war das Entgelt des Deutschlehrers des Praktikanten?

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