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Pfund, Euro - oder ganz was anderes: Schottland sucht nach seiner Währung
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Bleibt das Pfund? Kommt der Euro? Im Fall der Unabhängigkeit muss sich Schottland schnell für seine künftige Währung entscheiden. Hier sind vier Optionen und ihre Folgen.

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Direwolf 16.09.2014, 09:15
80. Als ob das so einfach wäre

Zitat von Emil Peisker
Die europäischen Länder hatten ihre Währungen schon früh zu Zeiten Helmut Schmitts in der sogenanten "Snake" festgelegt. Mit einer kleinen Schwankungsbreite. GB hat diese Schlange dann mal verlassen müssen, um das Pfund abwerten zu können, weil Soros gegen das Pfund spekulierte. So könnte Schottland das mit dem schottischen Pfund auch machen. Es wäre wesentlich flexibler als direkt dem Euro anzugehören.
Was für Schottland möglich wäre ist ein Currency Board, wie es in Argentinien galt. Schließlich ist es, anders als die Snake, eine Einseitige Bindung. Nur das "kleine" Land will die Wechselkursfixierung aufrecht erhalten, bei der Snake waren alle Partner darauf festgelegt.

EIn Currency Board erfordert aber sehr hohe fiskalische Disziplin, sonst platzt es. Zudem ist jedes Currency Board spekulativ brechbar.

Also klar kann man das machen, aber die Erfahrungen sprechen dafür, dass es keine besonders gute Idee ist

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Dr.Fuzzi 16.09.2014, 12:27
81. Och Joh!

Das ist falsch!

Schottland ist nicht sebständiges Mitglied der EU und auch kein Beitrittskandidat. Schottland ist lediglich als Bestandteil des United Kingdom Mitglied der EU - und die Abstimmung geht genau um den Verbleib bzw. das Verlassen dieses United Kingdom. Wird das United Kingdom verlassen, wir auch gleichzeitig die EU verlassen.
Der neue selbständige Staat Schottland kann sich dann, wenn gewünscht, in die Reihe der Beitrittkandidaten einreihen und muß dann erst mal nachweisen, das die Kriterien für die Aufnahme in der EU erfüllt werden. Alternativ kann Schottland sich auch an Norwegen orientieren, die auch kein Mitglied der EU sind.

Die EU andererseits, sollte sich gut überlegen, ob es ein Schottland "braucht" oder dies nur ein weiterer Brandstifter in der Wirtschaftsgemeinschaft sein wird.

Ich halte es inzwischen für völlig hanebüchen, immer mehr Staaten in die EU aufzunehmen und gleichzeitig am Prinzip der Einstimmigkeit festzuhalten. Da ist es kein Wunder, das seitens der EU Regierung oftmals nur Mist produziert wird und fast alle Entscheidungen Jahre dauern!

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Charlie Brown II 18.09.2014, 10:19
82.

Zitat von silverhair
Die Schotten können auch einfach mit zig anderen Währungen leben, Euro/Dollar/Pfund - sogar die DM ist noch in Umlauf irgendwo! Dieses "Wir brauchen eine Währung ist in heutigen Weltwirtschaftsystem und Computern unwichtig geworden! Wir haben mit dem IWF eine Weltwirtschaft die Zentralbanken als "Eichmaße verwendet" - und keine nirgendwo gibt es eine "Geld-Deckung" - 5..8 % Deckung des Giralgeldes ist der absolute normal fall! Eben und genau weil es einfach nur noch Eichmaße in den ZB gibt! Die EZB könnte auch eigentlich mit genau 1 Euro aggieren .. man müßte nur die Umrechnungen in den Computern anpassen! Und weil wir ein Bankenwährungens -System haben .. den faktisch hat jede Bank ihre eigenes "Giralgeldwährung" - ist es reinste Historie von irgendwelchen Währungen zu reden .. man sollte sie einfach Eichmaße nennen , da kommt ihrer Funktion und Bedeutung weitaus näher als die Vorstellung das da irgendwelche Banknoten oder Goldbarren sind!
Das ist ziemlicher Schwachfug.

Nur drei Gründe (es gibt 1000 und mehr):

1.) Eine Regierung die keinerlei Einfluss auf auf die Politik Ihrer Währung hat, lebt zwangsläufig mit den Entscheidungen derer, die diesen Einfluss haben. Das ist auch eines der wenigen echten Probleme des Euros: Den Haupteinfluss haben die 5 "Großen" der Währungsunion, und deren Handlungsweise orientiert sich an den eigenen wirtschaftlichen Erfordernissen. Diese sind zwangsläufig für Länder wie Griechenland oder Portugal eher kontraproduktiv. Großbritannien würde die schottischen belange feuchte Scheiße interessieren, verlassen Sie sich drauf.

2.) Banken können virtuelles Vermögen erschaffen wie sie wollen. Letztlich hängen Sie an der Politik von FED und EZB. Denn diese regulieren die Zinsen. Und wenn Banken glauben, dies ignorieren zu können endet dies mit demütigem Gebettel bei FED und EZB. Und an deren Futterdose. Bei allem Betonen der Unabhängigkeit von EZB oder FED: Sie hängen an Steuergeldern, vor allem wenn es mal wieder knapp wird weil Lehman Bro. so ein tolles Vorbild war^^. Und damit ganz tief im Hintern der entsprechenden Regierungen. Im Falle der EZB gleich im Hintern von 15 Regierungen.

3.) Bei der Vergabe von Krediten an Staaten spielen die Zentralbanken, vor allem seit Griechenland, gell, eine entscheidende Rolle. Wenn der schottische Staat Geld braucht und die Zentralbank (in London, britisch, ne) der Meinung ist, dass das Ausfallrisiko hier deutlich höher liegt, werden die Zinsen merklich steigen. Oder glauben sie ernsthaft Schottland bekommt dann Geld zu dem Zinssatz Deutschlands oder Großbritanniens?

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DerBlup 18.09.2014, 19:41
83. Versteh ich alles nicht...

Vielleicht kann mir mal jemand erklären, warum die ganzen beschriebenen Probleme an der Währung hängen sollen?
Wir hätten die Griechen doch nicht retten müssen. Das hätte sich natürlich auf den Euro ausgewirkt, wahrscheinlich wäre er gefallen, aber das ist ja per se erstmal nicht unbedingt schlecht.
Ob eine Bankenrettung stattfindet und wie die bezahlt wird, ist doch auch keine Frage der Währung. Das Problem ist doch nur die Umrechnung in andere Währungen. Um Stabilität im Aussenhandel zu gewährleisten, sollte man (erstmal) eben eine grosse, stabile Währung haben.

Die Schotten werden für ihre Staatsanleihen so oder so mehr Zinsen zahlen müssen, egal in welcher Währung. Wenn die meisten Staatsanleihen von Inländern in eigener Währung gekauft werden, können die auch Goldtaler oder Lebkuchenherzen als Währung einführen, oder?

Im Ernst, was übersehe ich hier und kann mir das jemand erklären?

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