Forum: Wirtschaft
Pharma-Dynastie Sackler: Der Drogen-Clan
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Amerikas Opioid-Epidemie ist ungebrochen. Hauptursache ist das populäre Schmerzmittel OxyContin. Jetzt ist die prominente US-Milliardärsfamilie Sackler, die es herstellen lässt, erstmals angeklagt.

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altais 18.02.2019, 17:46
50.

Zitat von Leser161
Es ist ein zugelassenes Medikament. Das der Hersteller des Medikamentes es abzusetzen versucht ist auch normal. Hier muss genau geprüft werden, wer was falsch gemacht hat. Flossen Schmiergelder. Haben sich Ärzte nicht an Regeln gehhalten. Hätte eine Aufsichtsbehörde eingreifen müssen? Warum man sich an die Regeln halten muss und nicht einfach einen Bösen bestimmen und plattmachen darf? Weil dann derjenige Gewind der am Stärksten ist. Es waren mal die Sacklers stark. Wenn man die plattmacht und die Grundprobleme nicht beseitigt wird jemand anders stark. Den kann man dann natürlich wieder plattmachen. Das führt zu einer tollen Folge von Plattmacherei, genau wie in Putschgeschüttelten dritte Welt Staaten. Und in die Röhre gucken die einfachen Leute die nie stark genug sind irgendwen plattzumachen sondern maximal als Kollateralschäden mitmachen dürfen. Plattmachen weil man das irgendwie fühlt ist das Problem nicht die Lösung.
Schon 2007 wurden leitende Manager der Pharma-Firma angeklagt. Die Anklage wurde eingestellt, gegen Zahlung von 634 Millionen Dollar. Auch weil sich die Vertreter der Justiz einer Übermacht an gegnerischen Anwaltspower gegenüber sahen. Die Staatsanwälte glaubten auch, man habe damit ein ausreichend scharfes Signal an die Pharmaindustrie gesandt, so dass diese gewarnt sei. Die Hersteller von OxyContin haben auch reagiert: mit noch aggressiverer Vermarktung.
"But drug companies continued to flood areas rife with drug abuse with more opioids. Starting in 2007, the year of the settlement, distributors of prescription drugs sent enough pain pills to West Virginia over a five-year period to supply every man, woman and child there with 433 of them, according to a report in the Charleston Gazette-Mail."

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themistokles 18.02.2019, 17:51
51.

Zitat von Sophiedo
Für die, die sich vernichtenden Drogen verschrieben haben. Keiner von denen nahm jemals Opiumderivate. Weil das keinen Kick gibt, sondern genau das Gegenteil: tiefen Schlaf und angenehme Träume.
Genau. Die ganzen Opium- Höllen damals waren reine Schlaflabore...

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Björn L 18.02.2019, 17:54
52. Nach einer OP Oxi bekommen

Nach einer Schulter OP habe ich im Krankenhaus 4 Tage lang Oxicodon gegen die Schmerzen bekommen. Am 5. Tag hat man mir keine gegeben, da ich sonst wohl neue Freunde in der Heroinszene am kölner Neumarkt bekommen würde. Das Zeug hat mir zwar nicht alle Schmerzen genommen aber mich in einen "Walking Dead" Modus versetzt. Dass dieses Mittel Suchtgefahr bedeutet habe ich nicht verstanden. Genau darin liegt wohl die Gefahr. Gut, dass unsere Ärzte sich mehr um das Wohl der Kunden (Patienten sind wir alle nicht mehr) scheeren als den Pharmafreunden. Die Schuld würde ich auch normalerweise den Rezeptausstellern geben, aber wer mal auf YouTube sich mit dem Mittel und den Sacklers beschäftigt wird rasch diese als Drogenkartell sehen.

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spon_7933274 18.02.2019, 18:14
53.

Zitat von Annalu
Damit meine ich -in strikter Einhaltung der dem Artikel zugrunde liegenden Kriterien- die Familie Augstein/Walser. Was reitet Sie eigentlich, eine ehrbare Familie, die Millionen von Amerikanern mit ihren Schmerzmitteln geholfen hat, als Drogen-Clan mit einer libanesisch-mexikanischen Mafia-Famiglia gleichzusetzen? "Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant." Nach August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874).
Stehen Sie unter Drogen, sind Sie betrunken oder sind Sie geisteskrank?

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blinkythebrain 18.02.2019, 18:14
54. Lustig,...

... wie hier manche die Sacklers verteidigen!

"Das ist ja nur eine hart arbeitende Familie, die sich aus eigener Kraft ihr Imperium aufgebaut hat! Jobs geschaffen hat und Kranke geheilt hat!"

Das ist eine Logik, die ich nie verstehen werde! Es sind vor allem die Strukturen, Glück, und die vielen hart arbeitenden Mitarbeiter die Sacklers Erfolg herbeigeführt haben! Niemand hat es "verdient" Milliardär zu sein!

Wissenschaftlich ist die einmalige Genialität von erfolgreichen Menschen widerlegt worden. Der eindeutig entscheidende Faktor ist Glück! Vermutlich auch in vielen Fällen eine gehörige Portion Rücksichtslosigkeit und Narzissmus.
Als ob nur Bill Gates an einem Computerprogramm in der Garage der Eltern geschrieben hätte.

Es ist eindeutig sinnvoll, dass dieser Reichtum sich nicht automatisch vergrößert und das er angemessen besteuert wird. Was sind da ein paar Milliönchen an Museen, wenn man nicht Steuern zahlt, wie jeder andere auch.

Für mich gehören die Sacklers in den Knast! Drogenbesitz bringt Schwarze schon in den Knast! Für das führen eines Drogenkartells gibt es da noch ganz andere Strafmaßnahmen in den USA!

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Horst Scharrn 18.02.2019, 18:16
55.

Gibts in Amerika keine Behörde die über die Zulassung von Medikamenten entscheidet ?
Solange das Medikament offiziell zugelassen ist, sehe ich nicht wo sich das Pharmaunternehmen strafbar gemacht hätte. Ausser natürlich die hätten Studien/Dokumente gefälscht für die Zulassung notwendig waren.

In Deutschland war Heroin auchmal offiziell als Schmerzmittel zugelassen. Aber irgendwann hat man dann gemerkt, dass das doch keine gute Idee ist und die Zulassung wurde zurückgenommen. Und ab da gabs kein Heroin mehr in der Apotheke zu kaufen. Wieso geht sowas in Amerika nicht?

Oxycontin die Zulassung als Medikament entziehen und das Problem hat sich erledigt.

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edward elgar 18.02.2019, 18:16
56.

Zitat von docjoe1967
Keine Frage, als Arzt bin ich für die Folgen meines Handelns verantwortlich. Nun habe ich erst kürzlich einen Artikel gelesen, in dem darauf hingewiesen wurde, dass es in den USA ein Recht auf Schmerzfreiheit gibt. Das führt unabwendbar zu einer Änderung der Verschreibungspraxis, die unter dieser Bedrohung durch Klage des nicht schmerzfreien Patienten aus einer Verteidigungshaltung heraus zwangläufig aggressiver sein wird. Der Fingerzeig auf die Ärzte ist, obschon berechtigt, so doch etwas zu kurz gefasst. Wäre aber mal spannend zu wissen welche Lobbygruppen dieses Gesetz unterstützt haben. Ich habe da so eine Theorie
Oxycontin ist ein Präparat von Purdue Pharmacy aus dem Portfolie der Sackler-Familie. Eines der Produkte ist das Analgetikum OxyContin, das 12 Stunden Schmerzfreiheit verspricht, dagegen kann man nichts sagen. Wenn aber die Pharmafirma 30.000 Gutscheine für das Präparat an die Verordner bringt, dann ist die Absicht dahinter klar: Man will nicht einer großen Anzahl von Patienten helfen, sondern eine große Anzahl von Patienten auf dieses Medikament setzen - das damit eine Abhängigkeit zumindest in kauf genommen wird, ist wohl nicht von der Hand zu weisen. Vermutlich stand aber Absicht dahinter. Purdue hat wegen Desinformation bereits eine Geldbuße von
600 Mio $ bezahlen müssen, dadurch wird das Opioid-Problem allerdings nicht kleiner.

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Soziopathenland 18.02.2019, 18:22
57. Hier können Sie sich ein Bild von den Sacklers machen

Was für ein Foto:

https://www.forbes.com/sites/alexmorrell/2015/07/01/the-oxycontin-clan-the-14-billion-newcomer-to-forbes-2015-list-of-richest-u-s-families/#42605d0875e0

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apetri1 18.02.2019, 18:28
58. Mauern

Wieso umzingelt der größte Präsident aller Zeiten nicht die Sacklers&Co auch mit einer Mauer, um die Drogenflut einzudämmen? Am Ende geht's wohl doch nur darum, dass nur ausländische Drogen die amerikanische Gesundheit schädigen, so wie nur deutsche Autos die Sicherheit der USA gefährden.

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e&e 18.02.2019, 18:30
59. Knallhart wie Trump, aber kultivierter

Vor vielen Jahren ?durfte? ich Mortimer und Raymond Sackler, übrigens beide Ärzte, persönlich bei einer Geschäftsbesprechung kennenlernen. Zu meinem großen Missvergnügen war ich ?auserwählt? worden, ihnen ein weiß Gott krummes Geschäft schmackhaft zu machen und musste parieren. Das scheiterte kläglich und im Eklat, denn die Sacklers waren intelligent und fachkundig. Unabhängig davon habe ich sie als so knallhart und skrupellos kennengelernt, wie heute Donald T. agiert. Ich bin auch überzeugt, dass sie wegen der Abhängigen und Toten infolge von Oxycodon keinerlei Skrupel hatten. Sie hatten auch keine Skrupel, in Verhandlungen den Holocaust zu instrumentalisieren, wenn sie sich davon pekuniäre Vorteile versprachen. Ich denke, in punkto Gewissenlosigkeit nehmen sich die Sacklers und Donald nichts. Allerdings gibt der sich keine Mühe, philanthrop zu wirken oder gar - sein Geiz und seine Gier sind grenzenlos - der Allgemeinheit Museen zu spenden. Wegen seiner Brutalität, seiner Mafia-Umgangsformen und seines kleinstgeistigen Narzissmus repräsentiert er im Vergleich zu den Sacklers sogar eine noch niedrigere Stufe des (recht großen) skrupellosen Teils des amerikanischen Unternehmertums.

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