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Piketty-Report über weltweite Ungleichheit: Der große Graben
REUTERS

Arm und Reich driften auseinander: Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht über Ungleichheit in aller Welt. Was steht darin über Deutschland, was über mögliche Konsequenzen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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yvowald@freenet.de 15.12.2017, 12:03
40. Reichtum abschmelzen

Zitat von Beat Adler
Lasst die Reichen reicher werden, das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass die Armen immer weniger arm werden, und das ist der Fall! Wichtig ist, dass der Mittelstand waechst! Wichtig ist, dass immer mehr Arme Richtung Mittelstand aufsteigen. Das ist zu foerdern! mfG Beat
Ihre Ansicht in allen Ehren - aber zu kurz gedacht.
Wenn der sogenannte Mittelstand besser gestellt werden soll (höhere Einkommen, größere Vermögenswerte), dann muß dieses Geld doch irgendwo herkommen?
Also muß der Kuchen ganz oben kleiner werden, damit die vielen in der Mitte bis nach ganz unten mehr von diesem Kuchen erhalten.
Deshalb dürfen die Reichen und Superreichen icht noch reicher weerden.
Stattdessen muß deren Reichtum abgeschmolzen werden, wie der Schnee in der Märzsonne.

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Barças Superstar 15.12.2017, 12:30
41. Zynismus

ja wie zynisch ist das denn, von Neiddebatte zu reden angesichts der Tatsache, dass 60 und mehr investierte Arbeitsstunden pro Woche nciht für das Nötigste reichen, werden viele denken, die in einer solchen Situation sind.

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lino.m.ventura 15.12.2017, 13:22
42. @BeatAdler

Sie hätten vielleicht recht wenn die Reichen vollkommen unabhängig von den Armen reicher werden würden. Aber dies ist natürlich nicht der Fall. Die Reichen werden nicht einfach so reicher. Sie werden unter anderem dadurch reicher, dass in den letzten Jahrzehnten trotz stetigem Wirtschaftswachstum die Löhne im Verhältnis nur marginal gestiegen sind. Oder in anderen Worten: Arbeitnehmer werden zunehmend unfair bezahlt.
Das ist natürlich nur eine von vielen Ursachen.

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n.wemhoener 15.12.2017, 15:00
43.

Zitat von lino.m.ventura
Sie hätten vielleicht recht wenn die Reichen vollkommen unabhängig von den Armen reicher werden würden. Aber dies ist natürlich nicht der Fall. Die Reichen werden nicht einfach so reicher. Sie werden unter anderem dadurch reicher, dass in den letzten Jahrzehnten trotz stetigem Wirtschaftswachstum die Löhne im Verhältnis nur marginal gestiegen sind. Oder in anderen Worten: Arbeitnehmer werden zunehmend unfair bezahlt. Das ist natürlich nur eine von vielen Ursachen.
Reicher Mann und armer Mann // standen da und sahen sich an // und der Arme sagte bleich // "wär ich nicht arm, wärst du nicht reich."

Berthold Brecht

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Andreas1979 15.12.2017, 15:28
44. In Deutschland gibt es nur eine Möglichkeit der Ungleichheit

In Deutschland gibt es nur eine Möglichkeit der Ungleichheit entgegen zu wirken und das sind Zinsen auf Sparbücher oberhalb der Inflationsrate. Jedes Land hat seine eigenen spezifischen Eigenarten, in Deutschland traut man sich ungerne dran, in Aktien zu investieren. Deshalb braucht man höhere Zinsen, damit vom Aufschwung nicht nur Aktienbesitzer profitieren, sondern auch der junge, der über ein Festgeld, oder Sparbuch den Unternehmen Geld zur Verfügung stellt um damit Profite zu machen.

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mintyapple 15.12.2017, 15:44
45.

Zitat von wiesenflitzer
[...] freiwillig geben die keinen Cent raus. Da wird lieber noch die dritte Yacht, das fünfte Auto, die x-te Luxuswohnung gekauft. [...]
Zustimmung. Ich setze noch einen drauf, einverstanden? Dieser Tage beschäftige ich mich beruflich mit der Französischen Revolution, von der gemeinhin angenommen wird, sie sei ausgebrochen, weil das Volk den Absolutismus und die eigene Armut satt hatte. Auslöser war aber etwas anderes: nämlich die Weigerung des Adel, sich besteuern zu lassen. Der Staat war bankrott, aber die Aristokraten weigerten sich gegen jeden gesunden Menschenverstand auch nur einen Sou von dem rauszurücken, was sie zusammengerafft hatten. Wir, die wir wissen, was es ultimativ für Folgen für den Adel und die Monarchie hatte, dass man sich nicht rechtzeitig von seiner Anspruchshaltung verabschieden konnte, können uns nur an den Kopf fassen angesichts dieser Kurzsichtigkeit und selbstherrlichen Sturheit - aber lassen sich hier nicht auch gewisse Parallelen zu heute erkennen? Nicht anders führen sich unsere (über-)besitzenden Klassen auf.

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netiothi 15.12.2017, 15:50
46. Sehr gut

Zitat von Flugor
Es geht hier weniger um eine Neiddebatte, sondern um das Problem, dass eine kleine Gruppe Menschen einen prozentual immer größeren Nutzen an dem von der Mehrheit der Menschen erarbeiteten Nominalwachstum einkassiert und dies nicht durch eigen wertschöpfende Arbeit erzielt, sondern auf Basis von Kapitalerträgen und diversen Verträgen. Denken Sie doch einmal selbst nach: Angenommen, Ihre Volkswirtschaft verzeichnet 2% Nominalwachstum bei 1,5% Inflation (gemäß Verbraucherpreisindex) und eine kleine Gruppe (als Teil jenes Nominalwachstums) verzeichnet über Jahre hinweg 20% Nominalwachstum (bei 1,5% Inflation). Da jene (kleine) Gruppe mit 25%-1,5%=18,5% ihr Einkommen/Vermögen schneller als jene die Mehrheit bildende Gruppe mit 2,0%-1,5%=0,5% Einkommens-/Vermögenswachstum steigert und das Nominalwachstum nun einmal erarbeitet werden muss, wird dieses höhere Einkommens-/Vermögenswachstum der kleineren Gruppe aus mathematischen Gründen von der größeren (mehrheitsbildenden) Gruppe erwirtschaftet. Gewisse Differenzen sind ok: Ein Ingenieur hat idR. mehr auf dem Kasten als jemand von der Müllabfuhr, aber wenn Einkommen primär aus Kapitaleinkünften besteht (also jemand anderes dafür arbeiten muss) oder -wie viele Manager-Gehälter der "guten Vernetzung" (also Korruption) geschuldet sind, dann wird ein Verweis auf eine angebliche Neiddebatte lächerlich: Es geht dann nämlich um Rechtsstaatlichkeit und Demokratie und Lügen.
Die Argumentation gefällt mir sehr gut.
Wenn man jetzt noch die Privatisierungen dazu nimmt wird es noch eindrücklicher.
Die Post, doe dem Staat gehörte, gehörte allen Bürgern.
Dann wird privatisiert und das Unternehmen gehört nur noch einer kleinen Gruppe Investoren. Die haben so viel Geld, dass sie sich begeiligen können, der Steuerzahler nicht.
D.h. alles, was die Politik in den letzten Dekaden getan hat, war
1. den Investoren und Wohlhabenden Geld zuzuschustern (siehe Panama Papers, Paradise Papers, Hartz IV Reform, Privatisierungen). Warum wird gegen die Steuerhinterziehung der Reichen nichts gemacht?
2. die Masse beruhigen oder in den Schlaf wiegen, damit sie nicht massenhaft aufbegehrt (da hat Deutschland seit 2005 die Weltmeisterin an der Macht)
3. die Menschen nur noch als Konsument und Wähler erziehen.
Kritisches Denken und Nachfragen wird nicht gelehrt. Die Ausbildung erfüllt nur noch diesen Zweck, möglichst schnell in Arbeit zu kommen. G8 etc. siehe auch Meinhard Miegel
4. den Kindern aus unteren Schichten die Chancen nach oben verbauen.

Und sie können das machen, weil wir es zulassen.
Und so wird die Demokratie abgeschafft. Langsam, aber sicher.

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mostly_harmless 15.12.2017, 16:17
47.

Zitat von Andreas1979
In Deutschland gibt es nur eine Möglichkeit der Ungleichheit entgegen zu wirken und das sind Zinsen auf Sparbücher oberhalb der Inflationsrate.[....]
Es gab in den letzten 40 Jahren fast nie Zinsen auf Sparbücher, die höher waren als die Inflationsrate. Das Ganze ist - und war immer - Wohlstandsvernichtung.

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muttis_liebling_13 15.12.2017, 16:26
48. Kapitalerträge im Ausland

Zitat von KlausP22
Ich gehe mal davon aus, dass der Grund darin liegt, dass reines Kapital, das nicht in Immobilien oder Firmen angelegt ist, halt sehr "mobil" ist. Wenn diese Steuer auf zB 50% ansteigt, dann werden große Teile des Kapitales wohl völlig problemlos in andere Länder "auswandern", in denen die Gewinne weniger stark besteuert werden. Ein Drehen an dieser Steuerschraube kann daher unterm Strich sehr leicht negative Ergebnisse haben, was die Einnahmen mit dieser Steuer angeht.
Könnte man doch ganz einfach gesetzlich nachregeln. Auch Kapitalerträge die im Ausland gemacht werden, müssen hier in Deutschland mit z.B. 50% besteuert werden. Sonst dürfen die Erträge nicht nach Deutschland transferiert werden, Punkt! Wer dann doch versucht die Kapitalerträge aus dem Ausland irgendwie an den Steuern vorbei nach Deutschland zu transferieren, handelt dann eindeutig gesetzeswidrig.

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till_wollheim 15.12.2017, 18:52
49. Was bitte bedeutet Reich?

Wer wie Alfried Krupp als Schmied anfängt und als Milliardär endet hat sicherlich ein großes Einkommen - und diese hat er ehr wohl auch verdient! Denn in dieser Zeit hat er Millionen von Menschen zu sehr guten Lohn und Brot verholfen die sonst verhungert wären. Und nicht viel anders ist es mit jedem, der sein Kapital, anstatt es durch Fressen, Saufen, Rumhuren und Reisen zu vernichten, in eine Firma als Anteilshaber steckt und so tausenden Mitbürgern zu Lohn und Brot verhilft. Und die Steuerlast - obwohl er im Ggs. zum Arbeiter ein Verlustrisiko trägt - ist viel höher, als beim Arbeiter: nämlich 49% auf den Unternehmensgewinn!! Nicht 25% wie manche Fake-Newsmacher bis hin zu Herrn Frank Plasberg gerne verbreiten!
Und den Wert dieser Unternehmung kann er nicht anfassen! Das ist also rein hypothetisches Vermögen! Selbst wenn er es verkauft ändert das nicht viel, da solche Vermögen nicht als Konto- oder gar Bargeld handelbar sind!

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