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Pilotprojekt für Ökostromförderung: Wind gegen Sonne
DPA

Das Wirtschaftsministerium lässt Wind- und Solarfirmen ab 2018 um Fördergeld für Ökostrom kämpfen. Nicht einmal das Ministerium selbst findet, dass das eine gute Idee ist.

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Günter Rudolphi 08.03.2017, 15:03
100. Da muß man ebenfalls aber seine Anforderungen

Zitat von knuty
Haben Sie eine Wärmepumpe? Das wäre eventuell eine Option den Eigenbedarf auch ohne Akkus zu steigern.
auch berücksichtigen, wie vorher.
Wärmepumpen erzeugen Wärme über den Strom, ohne Strom keine Wärme, also wird damit doch das Stromproblem und Speicherproblem geschärft.
Aber auch die Klimaziele wären doch ein Kriterium, und dazu sagt die Fraunhofer-Studie auch einiges aus:
Für das 80% – Ziel der CO2-Reduktion bis 2050 sind in der Abb. 15 auf der Seite 31 einige Szenarien dargestellt mit Werten von 293 GW bis 423 GW installierter Leistung an PV + Wind.

Dafür sind aber auch noch komplementäre Stromerzeuger auf der Abb. 16 auf der Seite 32 vorgesehen, als auch noch aus Steinkohle, Braunkohle, GuD Gas, Gasturbinen und KWK in der Höhe von ca. 85 GW bis ca. 130 GW (!). Die müßten dann ja bereit stehen, also auch vorgehalten werden mit allen Konsequenzen (!) daraus.

Ein Anstieg von Pumpspeicherkapazitäten auf 70 GWh bis 2050 wurde auch angenommen, jetzt sind es ca. 40 GWh.
Daneben müßten auch stationäre Batterien von ca. 40 GWh bis ca. 100 GWh bereit stehen, siehe Abb. 21 auf der Seite 36.
Viele andere Annahmen, auch zum Strom- und Wärmebedarf bei Gebäuden und dem ganzen Verkehr und dem industriellen Bedarf an Strom und Wärme sind ebenfalls ja nachzulesen.

Im Abschnitt: „4.5 Bedeutung von Stromimport und Stromexport“ sehen Sie dann in der Abb. 52 auf der Seite 59 den Saldo für ein modifiziertes 85 % Szenario mit Stromimporten ab 2017, auf dann einen hohen Importlevel noch anwachsend. Die Schwankungsbreite dort geht von ca. 68 TWh bis ca. 130 TWh Importsalsdo im Jahr.

Und auch noch ganz wichtig, das Ressourcen- und Rohstoffproblem und eine sichere Versorgung mit den Ressourcen- und Rohstoffen, die Deutschland selber oder auch die EU nicht hat, auch Wärmepumpen müssen ja produziert, gewartet und entsorgt am Ende werden.
Denn auch das spielt eine wichtige Rolle bei der ganzen Energiepolitik, die sichere Versorgung.

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tempus fugit 08.03.2017, 15:21
101. Bei Dunkelflaute...

Zitat von bluescreen70
Sinnvoll wäre es gewesen, die Windrad- und Solaranlagenbetreiber von Anfang an zu einer gewissen Stetigkeit ihrer Energieeinspeisung zu verpflichten. Z.B. 20% der Maximalleistung für mindestens 24 Stunden. Dieser Gedanke wird erst jetzt, Jahre später in die Betrachtung einbezogen und vermutlich zu neuerlichen horrenden Kosten führen.
...schlafen die allermeisten Menschen - Sie nicht? Nachts liegt die
Stromnachfrage bei etwa der Hälfte der mittleren Tageslast...

Abgesehen davon, EED ist nicht nur Sonne und Wind - trotzdem: Wann
ist denn mal der Strom wegen Dunkelflaute ausgefallen? Butter bei die Fische, sonst dreht sich das Rad nicht.....

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tempus fugit 08.03.2017, 15:29
102. Fördergelder?....

Zitat von oldman2016
Würde der letzte Satz im Artikel am Anfang stehen, dann würde der Leser sofort verstehen, dass die EU einen EU-weiten Strommarkt vorantreiben will, bei dem die Fördergelder ertragsorientiert vergeben werden sollen. Im sonnigen Süden stehen die Chancen der Solarindustrie auf dem Festland nicht so schlecht wie in den nördlichen Breitengraden. Hier wird mit wenigen sonnreneichen Landstricken, die Windkraft die Nase vorn haben. Das gilt auch für die Küsten und bergigen Regionen. Windkraft hat allgemein den Vorteil, dass der Wind auch nachts wehen kann. Aber egal ob Solar- oder Windstrom:Die Speicherprobleme sind noch nicht gelöst.
...die werden schlicht nach der Stromproduktion über die eingespeisten kWh bezahlt.
Kommt viel, gibt's viel.

Kommt nichts, kriegen die Investoren nichts und sind dann möglicherweise pleite.

Allerdings: Ohne Bankgarantien u/o Bürgschaften für Rückbau und
..... gibt's keine Baugenehmigung.

Sowas gibt's nur bei Atom- und Kohle, wo es 100te Milliarden Folgekosten - alleine die ASSE kostet so 12 Mia. um den Dreck wieder
an die Oberfläche zu bringen... - geben wird und die sogenannten Ewigkeitskosten aus Braun- und Steinkohleförderung.
Und Atom natürlich wie immer: Keine Risikoversicherung die mögliche 6 BILLIONEN SuperGAU-kosten decken müsste.

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knuty 08.03.2017, 15:38
103.

Dunkelflaute? An welchen Tagen im Januar ist die Sonne denn nicht aufgegangen?

Deutschland war vor zehn Jahren noch ein Stromimportland. Uran, Steinkohle, Erdöl und Erdgas müssen auch importiert werden. Was ist das Problem daran?

Sicherlich werden bis 2050 mehr Speicher benötigt. Die machen aber nur dann Sinn, wenn im Schnitt wesentlich mehr EE-Strom produziert als verbraucht wird.
Der Bedarf von saisonalen Speichern ist viel geringer als Sie sich anscheinend vorstellen. Wenn sowohl im Sommer als auch im Winter in 80% der Zeit der Strombedarf durch EE gedeckt ist, bleibt für die Nutzung von saisonalen Speichern nicht viel übrig.
Mit einer PV-Anlage auf dem Dach und einer Wärmepumpenheizung im Keller kann man jetzt schon zu 70% sämtlichen Energiebedarf eines Mehrfamilienhauses im Jahr abdecken und dabei wird noch rund 50% des PV-Stroms ins Netz eingespeist. Mit Akkus kann man auf 100% Deckung des jährlichen Energiebedarfs kommen und das nur mit PV-Strom.

Die besten, also ideale und optimale (onshore) Standorte sind schon lange vergeben. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass alle geeigneten Standorte vergeben wären. Davon gibt es noch mehr als genug.

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knuty 08.03.2017, 15:39
104.

Zitat von Günter Rudolphi
und das wird ja von der räumlichen Größe, sprich Ausdehnung abhängig sein, als regional - national (Deutschland) - oder im EU-Raum. Großräumige, ungünstige Wetterlagen für Solar oder Wind alleine, aber auch noch in der Summe aber kommen auch im ganzen EU-Raum noch vor, denn hier gibt es ja auch ausgeprägte Jahreszeiten. Nach Norwegen oder den Alpenländern schielen bei Speichern verkennt deren Eigenbedarf bei deren eigenem EE-Ausbau und auch andere Interessenten innerhalb und auch außerhalb der EU der 27 an deren Kapazitäten im Fall von Norwegen, die Schweiz liegt mehr innerhalb der EU. Ein Kollege stellte ja richtig auf die Sektorenkopplung ab und meinte abschließend: "PV muss soviel installiert werden, dass der Bedarf gedeckt ist. Die "peak"-Leistung ist hier irrelevant, so auch der Wirkungsgrad der Module, es muss einfach so viel stehen, dass es reicht." Bei PV alleine aber wäre die zu installierende Kapazität exorbitant hoch, eine Sommer zu Winter-Speicherung auch unmöglich. Man muß also Wind dazunehmen, wir hatten jetzt im Januar aber eine längere Dunkelflaute in der ganzen BRD alleine schon gehabt und die konventionellen Kraftwerke und auch Importe hatten liefern müssen. Der Windausbau wird auch durch den Naturschutz gebremst. "es muss einfach so viel stehen, dass es reicht" dann aber erfordert Netzausbau + zusätzliche Speicher. Und Deutschland kann auch zum Stromimportland nach einer neueren Studie des Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme I S E vom November 2015, (PDF mit 89 Seiten) noch werden: WAS KOSTET DIE ENERGIEWENDE? Wege zur Transformation des deutschen Energiesystems bis 2050 Die modellbasierte Studie untersucht sektor- und energieträgerübergreifend die System- und Kostenentwicklung einer klimaschutzkompatiblen Transformation des deutschen Energiesystems.
Dunkelflaute? An welchen Tagen im Januar ist die Sonne denn nicht aufgegangen?

Deutschland war vor zehn Jahren noch ein Stromimportland. Uran, Steinkohle, Erdöl und Erdgas müssen auch importiert werden. Was ist das Problem daran?

Sicherlich werden bis 2050 mehr Speicher benötigt. Die machen aber nur dann Sinn, wenn im Schnitt wesentlich mehr EE-Strom produziert als verbraucht wird.
Der Bedarf von saisonalen Speichern ist viel geringer als Sie sich anscheinend vorstellen. Wenn sowohl im Sommer als auch im Winter in 80% der Zeit der Strombedarf durch EE gedeckt ist, bleibt für die Nutzung von saisonalen Speichern nicht viel übrig.
Mit einer PV-Anlage auf dem Dach und einer Wärmepumpenheizung im Keller kann man jetzt schon zu 70% sämtlichen Energiebedarf eines Mehrfamilienhauses im Jahr abdecken und dabei wird noch rund 50% des PV-Stroms ins Netz eingespeist. Mit Akkus kann man auf 100% Deckung des jährlichen Energiebedarfs kommen und das nur mit PV-Strom.

Die besten, also ideale und optimale (onshore) Standorte sind schon lange vergeben. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass alle geeigneten Standorte vergeben wären. Davon gibt es noch mehr als genug.

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knuty 08.03.2017, 15:51
105.

Zitat von Günter Rudolphi
Wärmepumpen erzeugen Wärme über den Strom, ohne Strom keine Wärme, also wird damit doch das Stromproblem und Speicherproblem geschärft. (...) Und auch noch ganz wichtig, das Ressourcen- und Rohstoffproblem und eine sichere Versorgung mit den Ressourcen- und Rohstoffen, die Deutschland selber oder auch die EU nicht hat, auch Wärmepumpen müssen ja produziert, gewartet und entsorgt am Ende werden. Denn auch das spielt eine wichtige Rolle bei der ganzen Energiepolitik, die sichere Versorgung.
Gerade Wärmepumpen entschärfen die Speicherproblematik. Die können vorrangig dann laufen, wenn es genügend Strom gibt. Die so erzeugte Wärme lässt sich einfach und billig für ein paar Tage speichern.

Sicherlich müssen Wärmepumpen gebaut werden. Das müssen andere Heizungssysteme aber auch und die Brennstoffe müssen auch noch importiert werden.

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Günter Rudolphi 08.03.2017, 15:59
106. Sie können ja auch noch die Fraunhofer-Studie ruhig ignorieren

Zitat von knuty
Dunkelflaute? An welchen Tagen im Januar ist die Sonne denn nicht aufgegangen? Deutschland war vor zehn Jahren noch ein Stromimportland. Uran, Steinkohle, Erdöl und Erdgas müssen auch importiert werden. Was ist das Problem daran? Sicherlich werden bis 2050 mehr Speicher benötigt. Die machen aber nur dann Sinn, wenn im Schnitt wesentlich mehr EE-Strom produziert als verbraucht wird. Der Bedarf von saisonalen Speichern ist viel geringer als Sie sich anscheinend vorstellen. Wenn sowohl im Sommer als auch im Winter in 80% der Zeit der Strombedarf durch EE gedeckt ist, bleibt für die Nutzung von saisonalen Speichern nicht viel übrig. Mit einer PV-Anlage auf dem Dach und einer Wärmepumpenheizung im Keller kann man jetzt schon zu 70% sämtlichen Energiebedarf eines Mehrfamilienhauses im Jahr abdecken und dabei wird noch rund 50% des PV-Stroms ins Netz eingespeist. Mit Akkus kann man auf 100% Deckung des jährlichen Energiebedarfs kommen und das nur mit PV-Strom. Die besten, also ideale und optimale (onshore) Standorte sind schon lange vergeben. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass alle geeigneten Standorte vergeben wären. Davon gibt es noch mehr als genug.
aber ich mache das nicht, zur Dunkelflaute aber auch noch diesen SPON-Link, bei den Energy-Charts sehen Sie aber noch mehr dazu:
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oekostrom-knapp-panikmache-mit-der-dunkelflaute-a-1133450.html)
Die Fakten waren nämlich auch für einen längeren Zeitraum noch sehr ähnlich:
Zitat:
"*Die rund 26.000 Windkraftanlagen, die auf deutschem Boden stehen, produzierten fast den ganzen Tag über eine Leistung von weniger als einem Gigawatt.
*Die rund 1,2 Millionen Solaranlagen schafften maximal 2,3 Gigawatt - und das auch nur mittags für kurze Zeit. In den dunklen Morgen- und Abendstunden erzeugten sie gar keinen Strom.
*Die vom Wetter weitgehend unabhängigen Biomasse- und Wasserkraftwerke kamen auf gut sieben Gigawatt.
*Der deutsche Stromverbrauch dagegen lag bei bis zu 74,5 Gigawatt.
*Der Beitrag der erneuerbaren Energien zur deutschen Energieversorgung war entsprechend niedrig. Gegen 18 Uhr, als der Verbrauch am größten war, steuerten alle Ökostromanlagen zusammen nur rund elf Prozent zum Strommix bei, die Solar- und Windanlagen sogar nur gut zwei Prozent. Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke deckten die meiste Zeit des Tages etwa 90 Prozent des Verbrauchs."

Wenn Sie aber auch das alles noch ignorieren wollen oder von Panikmache sprechen wollen bei allen diesen Fakten, dann ist das ja bei der Meinungsfreiheit erlaubt, bitte sehr.
Reden Sie aber vielleicht auch mal mit den Naturschützern und den diversen Bürgerinitiativen und den Haushältern und den Ministerien im Bund und in den Bundesländern, mit Verantwortlichen in anderen EU-Staaten und in der Brüsseler Kommission.

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Günter Rudolphi 08.03.2017, 16:05
107. Machen Sie es bitte einfach selber

Zitat von knuty
Mit einer PV-Anlage auf dem Dach und einer Wärmepumpenheizung im Keller kann man jetzt schon zu 70% sämtlichen Energiebedarf eines Mehrfamilienhauses im Jahr abdecken und dabei wird noch rund 50% des PV-Stroms ins Netz eingespeist. Mit Akkus kann man auf 100% Deckung des jährlichen Energiebedarfs kommen und das nur mit PV-Strom.
die nächsten zig Jahre und überzeugen damit alle Fachleute der Energie. Niemand braucht dann ja noch ein sog. "Passivhaus".

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