Forum: Wirtschaft
Pläne der Regierung: Wer von Steuersenkungen profitieren würde

Schwarz-Gelb verspricht, die Steuern zu senken. Ob es dazu kommt, ist fraglich. Doch falls ja: Wie viel zusätzliches Geld bliebe vom Bruttolohn übrig? Eine Berechnung des Steuerzahlerbundes zeigt, wie stark der einzelne Bürger profitieren würde.

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dr.jennings 24.06.2011, 23:09
40. Sozial Gerecht

Zitat von Aleksandrs Krievs
Sag ich doch: die Welt der Rechenschwachen! Laut Tabelle (Singles, Steuerklasse I) zahlt der Geringverdiener (1500 € brutto) 107 € Steuern, also 7,13 % vom Bruttogehalt. Der Gutverdiener (6000 € brutto) zahlt 1632 € Steuern, also 27,2 % vom Bruttogehalt. Nun soll der Geringverdiener um 9,03 % (!!) seiner Steuerlast entlastet werden. Ergibt 97 € statt 107 € (9,03 % von 107 € sind nun mal nur knapp 10 € - wer absolut wenig zahlt, kann nun mal auch nur absolut mit wenig entlastet werden, wurde hier schon gesagt). Der Gutverdiener wird um „nur“ 4 % entlastet (4 % von 1632 € ergibt 65,28 € Entlastung). Also 1567 € statt 1632 €. Also, wo ist die Ungerechtigkeit? Verzeihen Sie die Überheblichkeit, aber ein herzliches Danke an Sie, denn mit Ihrem Beitrag haben Sie die Richtigkeit meines vorherigen Beitrags bezüglich Gerechtigkeitsempfinden der Rechenschwachen noch mal schön demonstriert. Quod erat demonstrantum.
Sie sind mir einer, einfach mal mit den Bezugsgrössen rumspielen und damit den dank Dyskalkulie "anders-begabten" Gutmenschen verwirren.

Also, damit auch Sie es endlich begreifen:

Ein "sozial gerechtes" Steuersystem basiert darauf, dass bei Steuererhöhungen die oberen Einkommensgruppen höher belastet, und im Gegenzug die unteren Einkommensgruppen bei Steuersenkungen höher entlastet werden.

Und das machen wir gefälligst dann so lange, bis es nichts mehr zum Angleichen gibt. Doppelte Umverteilung schafft einfach deutlich mehr Effizienz.

Capiche?

Dr. Jennings

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dr.jennings 24.06.2011, 23:31
41. Sozial Gerecht

Zitat von Aleksandrs Krievs
Sag ich doch: die Welt der Rechenschwachen! Laut Tabelle (Singles, Steuerklasse I) zahlt der Geringverdiener (1500 € brutto) 107 € Steuern, also 7,13 % vom Bruttogehalt. Der Gutverdiener (6000 € brutto) zahlt 1632 € Steuern, also 27,2 % vom Bruttogehalt. Nun soll der Geringverdiener um 9,03 % (!!) seiner Steuerlast entlastet werden. Ergibt 97 € statt 107 € (9,03 % von 107 € sind nun mal nur knapp 10 € - wer absolut wenig zahlt, kann nun mal auch nur absolut mit wenig entlastet werden, wurde hier schon gesagt). Der Gutverdiener wird um „nur“ 4 % entlastet (4 % von 1632 € ergibt 65,28 € Entlastung). Also 1567 € statt 1632 €. Also, wo ist die Ungerechtigkeit? Verzeihen Sie die Überheblichkeit, aber ein herzliches Danke an Sie, denn mit Ihrem Beitrag haben Sie die Richtigkeit meines vorherigen Beitrags bezüglich Gerechtigkeitsempfinden der Rechenschwachen noch mal schön demonstriert. Quod erat demonstrantum.
Sie sind mir einer, einfach mal mit den Bezugsgrössen rumspielen und damit den dank Dyskalkulie "anders-begabten" Gutmenschen verwirren.

Also, damit auch Sie es endlich begreifen:

Ein "sozial gerechtes" Steuersystem basiert darauf, dass bei Steuererhöhungen die oberen Einkommensgruppen höher belastet, und im Gegenzug die unteren Einkommensgruppen bei Steuersenkungen höher entlastet werden.

Und das machen wir gefälligst dann so lange, bis es nichts mehr zum Angleichen gibt. Doppelte Umverteilung schafft einfach deutlich mehr Effizienz.

Capiche?

Dr. Jennings

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mitbestimmender wähler 25.06.2011, 00:56
42. Was würde die Schweiz mit so viel Steuereinnahmen machen?

Zitat von Aleksandrs Krievs
Sag ich doch: die Welt der Rechenschwachen! Laut Tabelle (Singles, Steuerklasse I) zahlt der Geringverdiener (1500 € brutto) 107 € Steuern, also 7,13 % vom Bruttogehalt. Der Gutverdiener (6000 € brutto) zahlt 1632 € Steuern, also 27,2 % vom Bruttogehalt. Nun soll der Geringverdiener um 9,03 % (!!) seiner Steuerlast entlastet werden. Ergibt 97 € statt 107 € (9,03 % von 107 € sind nun mal nur knapp 10 € - wer absolut wenig zahlt, kann nun mal auch nur absolut mit wenig entlastet werden, wurde hier schon gesagt). Der Gutverdiener wird um „nur“ 4 % entlastet (4 % von 1632 € ergibt 65,28 € Entlastung). Also 1567 € statt 1632 €. Also, wo ist die Ungerechtigkeit? Verzeihen Sie die Überheblichkeit, aber ein herzliches Danke an Sie, denn mit Ihrem Beitrag haben Sie die Richtigkeit meines vorherigen Beitrags bezüglich Gerechtigkeitsempfinden der Rechenschwachen noch mal schön demonstriert. Quod erat demonstrantum.

Steuerparadies für Jedermann Schweiz:

Grob gesagt, von 13 netto Mittelschichts-Gehältern geht Einer an den Staat/Gemeinde in der Schweiz.

Variert etwa bei bei einem Jahresgehalt eines Normalverdieners (Handwerker, Büroleiter, Kfz Mechaniker) mit 57500 Euro netto.........zwischen
7,7% -11,5% so 370 - 550 Euro/pro Monat.

Bei einem Jahresgehalt 18000Euro netto (AZUBI im letzten Jahr) 34Euro/Monat


Bei 830 000 Netto Jahresgehalt etwa 14 000Euro/Monat.

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ThomasH001 25.06.2011, 12:45
43. ein paar Zahlen

Die Zinsausgaben der öffentlichen Hand in D belaufen sich auf ca. 63.200.000.000 € pro Jahr, also rund 173.150.000 € pro Tag oder rund 773 € / Jahr pro Einwohner, also mehr als 2 € pro Tag und Nase.
Ich sehe da wirklich keinen Spielraum für Steuersenkungen...

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Aleksandrs Krievs 25.06.2011, 13:18
44. Was haben Sie nicht verstanden?

Zitat von dr.jennings
Ein "sozial gerechtes" Steuersystem basiert darauf, dass bei Steuererhöhungen die oberen Einkommensgruppen höher belastet, und im Gegenzug die unteren Einkommensgruppen bei Steuersenkungen höher entlastet werden.
Das geschieht doch bereits jetzt. Die Steuerbelastung steigt prozentual mit steigendem Einkommen (bis zum Spitzensteuersatz). Die Entlastung erfolgt umgekehrt, die niedrigeren Einkommen werden prozentual höher entlastet als die höheren Einkommen. Was haben Sie an meinem obigem Beitrag nicht verstanden?

Ich spiele nicht mit den Bezugsgrößen. Bei jeder betriebswirtschaftlichen Berechnung ändern sich die Bezugsgrößen andauernd, das liegt in der Natur der Sache. Auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, die Mathematik beugt sich nicht ihrem Gutmenschentum. Genau darin liegt das Problem: Prozentrechnung ist für viele Leute wohl höhere Mathematik. Aber selbst wenn ich es bei einer Bezugsgröße, dem Bruttoeinkommen lasse. Für Sie nochmal: Laut Tabelle (Singles, Steuerklasse I) zahlt der Geringverdiener (1500 € brutto) 107 € Steuern, also 7,13 % vom Bruttogehalt. Der Gutverdiener (6000 € brutto) zahlt 1632 € Steuern, also 27,2 % vom Bruttogehalt (Steuerprogression verwirklicht). Nun soll der Geringverdiener um weitere 7,13 % des Bruttogehalts (also 100 % der Steuerlast) entlastet werden. Ergibt 0 € statt 107 €. Der Gutverdiener wird dagegen um „nur“ 2 % des Bruttogehalts entlastet (2 % von 6000 € ergibt 120 € Entlastung), also etwas mehr als 7 % der Steuerlast. Also 1512 € statt 1632 €. 120 € ist immer noch mehr 107. Ungerecht? Sollen dem Geringverdiener noch 13 € ausgezahlt werden?

Was Sie fordern hat nichts mit "sozialer Gerechtigkeit" zu tun, sondern mit "sozialem Neid".

Zitat von dr.jennings
Und das machen wir gefälligst dann so lange, bis es nichts mehr zum Angleichen gibt.
Was soll der Unsinn? Wozu brauchen wir dann noch unterschiedliche Gehälter, wenn wir sie dann alle durch Steuern einebnen? Dann können wir gleich gleiche Gehälter für alle fordern. Das ist mit Marktwirtschaft, auch wenn sie sozial ist, nicht vereinbar. Sie wollen kommunistische Gleichmacherei (Gleichheit im Ergebnis). Begreifen Sie nicht, dass wir das schon mal 40 Jahre lang hatten? Das Ergebnis war eine Mangelwirtschaft sondersgleichen (mit allen bekannten Folgen). Aber zumindest war sie gerecht, würden Sie jetzt wohl sagen :-) Alle hatten gleich wenig. Capiche?

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ddkddk 25.06.2011, 14:35
45. Kirchhoff hat manche verwirrt

Zitat von Aleksandrs Krievs
Danke für Ihren Beitrag. Ganz meiner Meinung(leider gibt es hier keinen "Like"-Button, sonst hätte ich es bei diesem belassen). Viele Menschen haben mit der Mathematik so ihre Schwierigkeiten und leiten ihr Gerechtigkeitsverständnis möglicherweise von mangelnden Rechenfertigkeiten ab. So verstehe ich z.B. bis heute nicht, warum seinerzeit (2005) die von Kirchhoff angedachte Steuerreform (25 % für alle, ohne Abschreibungsmöglichkeiten, also auch für Reiche tatsächlich bezahlter Steuer, da keine Möglichkeit sich arm zu rechnen - abzüglich eines steuerfreien Sockelbetrags) als "sozial ungerecht" gebrandmarkt wurde. Wenn jemand (bei einem angenommenen Sockelbetrag von 10.000) € 110.000 € verdient und 25.000 € Steuern bezahlt (ohne sich künstlich armrechnen zu können, diesen betrag also im Gegensatz zu heute auch tatsächlich bezahlt), im Gegensatz dazu ein Geringverdiener 20.000 € hat und 2.500 € (1/10 des vorgenannten Betrags) Steuern zahlt, wieso ist das dann "sozial ungerecht"? Weil der Gutverdienende prozentual mehr zahlen soll? Ich dachte, wie "Kalle" sagte, auf dem Geldschein wären € und nicht % abgedruckt. Bei der Festsetzung des Steuersatzes ist der absolute Betrag also unbedeutend und nur der relative Betrag von Belang (mir ist schon klar, dass nach der unserem Solidaritätsprinzip der Reiche stärker belastet werden soll, weil er breitere Schultern hat). Bei der Entlastung dagegen (sagen wir 4 % in meinem obigen Beispiel - 1000 € für den Gutverdiener, 100 € für den Geringverdiener) spielt in der Welt der Rechenschwachen der relative Betrag keine Rolle mehr, der absolute Betrag ist plötzlich allein ausschlaggebend.
Da hat Kirchhoff etwas in die Welt gesetzt, was ständig falsch verstanden wird.

25 % auf alles ohne Abschreibungsmöglichkeiten sagen Sie.

Abschreibungen erfolgen für betriebliche Aufwendungen, sagen wir mal eine Produktionsmaschine, deren sofortiger Abzug als Betriebsausgaben versagt wird und statt dessen nur Betriebsausgaben entsprechend deren voraussichtlichen Nutzungsdauer zugelassen werden.

Wenn Sie keine Abschreibungen mehr zulassen verbieten Sie den Abzug von Ausgaben, die zur Einnahmeerzielung notwendig sind. Sie versteuern also im Ergebnis nicht mehr den Gewinn, sondern den Umsatz.

25 % vom Umsatz als Einkommensteuer wäre dann doch arg viel, zumal es Unternehmer gibt, deren Umsatzrendite nur bei 1 - 2 % liegt.

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tobs2 25.06.2011, 14:50
46. Pläne der Regierung

Zitat von dr.jennings
Sie sind mir einer, einfach mal mit den Bezugsgrössen rumspielen und damit den dank Dyskalkulie "anders-begabten" Gutmenschen verwirren. Also, damit auch Sie es endlich begreifen: Ein "sozial gerechtes" Steuersystem basiert darauf, dass bei Steuererhöhungen die oberen Einkommensgruppen höher belastet, und im Gegenzug die unteren Einkommensgruppen bei Steuersenkungen höher entlastet werden. Und das machen wir gefälligst dann so lange, bis es nichts mehr zum Angleichen gibt. Doppelte Umverteilung schafft einfach deutlich mehr Effizienz. Capiche? Dr. Jennings
Wenn hier schon von Dyskalkulie der anderen die Rede ist, dann bitte am Ende "capisce".
Im übrigen hat Herr Kauder ausnahmsweise mal recht, wenn er von der Benachteiligung der Wenigverdiener durch das jetzige Steuersystem und die Sozialabgaben spricht.
Ein Witz ist übrigens die Höchstgrenze der Besteuerung bei 56.000 Euro für die Reichen, die ihre Abschreibungsmöglichkeiten voll ausnutzen können - was ein Wenigverdiener nur unzureichend kann. Die schmunzeln sich eins, hohoho!

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