Forum: Wirtschaft
Plagiatsstreit bei Kräuterlikören: Schnaps = Schnaps
Daniel Schvarcz

Erst Jägermeister, nun Verpoorten: Eine bayerische Geschäftsfrau kämpft gegen Schnapsriesen - ein Erbe der Eierlikör-Dynastie soll ihren Kräuterbitter kopiert haben. Eine Geschichte mit auffällig vielen Zufällen.

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hinschauen 18.03.2016, 17:06
2. Was genau ist das Problem?

Im Artikel steht "Jeder gute Destillateurmeister wisse, wie man einen Likör nachbraut." Und aus dem Grunde gibt es unzählige Getränke, die so schmecken wie Getränke anderer Firmen. Ist das verboten? Falls ja - dann steht dieser einzig entscheidende Punkt in diesem ansonsten an Details überbordenden Artikel nicht drin. Falls nein- Wo ist das Problem?

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Freiheit für Europa 18.03.2016, 17:23
3. Plagiate-Professoren viel schädlicher und schändlicher

Ich habe schon Stories gehört/erfahren, wonach Ordentliche Professoren in Bayern, also Institutsinhaber sogar mit der Idee anderer die eig. Leute fördern, von Diplom zu Doktorarbeit, aber sogar Habilitationsversuch und Professur - und den jahrelang umsonst auf eig. Idee arbeitenden Ideengeber nicht einmal erwähnen. Armes Deutschland.

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muellerthomas 18.03.2016, 17:38
4.

Zitat von hinschauen
Im Artikel steht "Jeder gute Destillateurmeister wisse, wie man einen Likör nachbraut." Und aus dem Grunde gibt es unzählige Getränke, die so schmecken wie Getränke anderer Firmen. Ist das verboten? Falls ja - dann steht dieser einzig entscheidende Punkt in diesem ansonsten an Details überbordenden Artikel nicht drin. Falls nein- Wo ist das Problem?
genau das hab ich mich auch gefragt, wobei ich aus diesem Abschnitt, der allerdigns insgesamt wenig Sinn ergibt, geschlossen habe, dass das legal ist:

"Jeder gute Destillateurmeister wisse, wie man einen Likör nachbraut. Von Hirschkuss habe sie deshalb nur die Marke, nicht aber die Rezeptur schützen lassen, weil diese dann en Detail veröffentlicht worden wäre."

Sie hat sich das Rezept ja offenbar nicht schützen lassen, was für mich eine etwas seltsame Strategie ist, wenn ich davon ausgehe, dass ein Destillateurmeister das ohnehin nachbrauen kann. Ich beantrage doch nur dann keinen Schutz, wenn ich davon ausgehe, dass das Rezept/Patent besser geschützt ist, wenn nichts veröffentlicht wird.

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sparrenburger 18.03.2016, 18:05
5. blaue Suppe

Erinnert mich an die Feschichte um die u.a. blaue Suppe eines niederländischen Destillers der den Likeur der Insel Curaçao mit Billigzutaten nachbaut und genauso nennt. Der kl. Karibikinsel bleibt nur die Hoffnung das es der Bekanntmachung der Insel nutzt - der eigentlichen Destillerie Señior bleibt nur das Nachsehen. Verstehe die Regeln dieser Branche nicht, wo nen Schampus nur aus Frankreich den Namen tragen darf, der Likeur aus der Karibik aber Curaçao of Curaçao nennen muß. Weil es mittlerweile so viel Pseudocuracao aus Orangen ( echter Curacao ist aus der endemischen Pomeranze Lahara) gibt dass man sich nur so abheben kann.
Wünsche der Distillerin in diesem Beitrag viel Erfolg!

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uniman 18.03.2016, 18:08
6. @nr4

Weil Patent- und Markenrecht eine sehr spitzfindige Sache sein kann.

Versuchen sie sich mal "Kräuterlikör" schützen zu lassen, keine Chance.

Mit "35% alc, 2% Kraut1, 5%Kraut2, 13% Kraut3..." werden sie da mehr Erfolg haben, aber der Konkurrent kann eben auch einfach 38Vol% nehmen, etwas weniger Kraut4 und schon hat er ihr schönes Patent umgangen, ohne das je ein Kunde den Unterscheid merkt. Dafür haben sie ihm aber eben das Rezept gleich mitgeliefert, das müsste dann nämlich in der Patentschrift enthalten sein.

Langfristig wird sich die Dame eben doch über Qualität und Mundpropaganda absetzen müssen, die Erfahrung zeigt ja das es immernoch viele Kleindistillen gibt welche, (zu teils erschreckenden Preisen) ein im Grunde doch der Massenware ähnliches Produkt absetzen. Würde ich auch nie missen wollen!

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Peter Eckes 18.03.2016, 18:11
7. Oh Mann!

Jeder Destillateurmeister kann den Likör nachbrauen, WENN das Rezept veröffentlicht wird. Und es wird veröffentlicht, WENN es geschützt wird. Ist der Text wirklich so schwer zu verstehen?

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Newspeak 18.03.2016, 18:33
8. ...

Das nennt sich wohl freie Marktwirtschaft. Irgendwann fangen bestimmt noch die Bäcker an, sich gegenseitig zu verklagen, weil alle Brötchen backen.

Was viel mehr stört, ist die Verlogenheit allerorten. Man kann nicht einfach sagen, daß man einen Kräuterlikör braut, mit Standard-Industriemethoden, der ja vielleicht auch einfach durch seine Produkteigenschaften überzeugen könnte. Nein, jeder muß sich für die Werbung etwas von "ganz besonders ausgesuchten" Zutaten zusammenfabulieren und von dem "Geheimrezept", das ein Urahn hinterlassen hat, der natürlich eine "Kräuterhexe" war, was quasi schon von selbst für das Produkt spricht, selbst wenn man es heute zusammenkocht. Noch den Hirsch aufgeklebt, der gar nichts mit Likör zu tun hat (außer man verkauft "Hirschlikör") und alles ist in Butter.

DAS sollte man verbieten. Wenn Herr Verpoorten kein Familienpoesiealbum mit seinem Geheimrezept vorzeigen kann, dann macht er nichts anderes, als den Verbraucher irrezuführen und zu betrügen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu erschleichen.

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twisted_truth 18.03.2016, 18:43
9.

Ich verallgemeinere das mal und lasse es etwas eindicken und stelle fest das es mit Alkohol schnell Probleme gibt. Als mir der erste Hirschkuss damals als was neues besonderes angeboten wurde war mir klar das die Bussi Bussi Gesellschaft Jägermeister als Proleten Saft abgehakt hat.

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