Forum: Wirtschaft
Plan der Kohlekommission: Kraftwerke im Westen sollen zuerst stillgelegt werden
imago/Rupert Oberhäuser

Bis 2030 soll der Großteil der deutschen Kohlemeiler vom Netz gehen. Das sieht der Abschlussentwurf der Kohlekommission vor, der dem SPIEGEL vorliegt. So soll der Ausstieg ablaufen.

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brutus972 23.11.2018, 12:27
1. Wie sieht es aus mit einer CO2 Abgabe,

die die entstandenen Schäden nach dem Verursacherprinzip ausgleicht? Wenn ich in meinem Garten Sachen verbrenne, dauert es nicht lange, bis ich Post von der Gemeinde bekomme. Im großen Maßstab ist alles erlaubt, egal ob Industrie, Umweltverschmutzung oder Finanzen!

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maphry 23.11.2018, 12:29
2. Warum wieder der Westen?

Und für den Westen ist das kein zweiter Strukturwandel? Warum muss der Westen nun wieder als erstes Bluten und wieso muss Ostdeutschland nun weiter gepäppelt werden. Ist die Wirtschaft dort so schwach, dass sie nicht mehr Wettbewerbsfähig ist? Woran liegt das? Ist das Bildungssystem dort zu schwach? Aber klar, mit dem Westen kann mans ja machen, frag mich da bloss wo die Gerechtigkeit bleibt.

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draco2007 23.11.2018, 12:35
3.

Und was dann? Neue Gasturbinen bauen?

Elektromobilität fördern und Atom/Kohlekraftwerke abschalten erscheint mir nicht sinnvoll. Außer dass wir an den Punkt kommen, an dem D Strom einkaufen muss und dann eben unsere Nachbarn die Atomkraftwerke bauen...

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tinnytim 23.11.2018, 12:35
4. Pferdefuß Sicherheitsreserve

Klingt soweit alles recht vernünftig. Die Kraftwerke sind größtenteils abbezahlt (außer die neuen Blöcke in Neurath und Niederaußem), die sonstige wirtschaftliche Struktur im rheinischen Revier ist gut und die Entschädigungszahlungen werden vermutlich auch nicht zu dürftig ausfallen.
Das einzige, was schon wieder nach Blödsinn klingt, ist die Sicherheitsbereitschaft von Kohlekraftwerken. Wenn das wieder auf 10 Tage hinaus läuft, bis die Kraftwerke am Netz sein müssen, kann man sich das gleich sparen und die paar Mille mehr in die Hand nehmen, damit das Kraftwerk endgültig abgeschaltet wird.

https://www.zeit.de/2018/13/kohlekraftwerke-abgeschaltet-niedersachsen-gelder-regierung-energiewende

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M. Michaelis 23.11.2018, 12:50
5.

Und so wird eine Region nach der anderen zur strukturschwachen Zone gemacht. Als nächsten kommen die dann die Automobilregionen und dann wird die Luft für Deutschland dünn.
Auf Dauer kann einen Volkswirtschaft eine derartigen nachhaltigen Verlust an Wertschöpfung nicht verkraften.
Die Schere zwischen Arm und Reich geht in der Folge weiter auf, die Zahl prekärer Beschäftigung und Transferabhängiger wird deutlich steigen.

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tinnytim 23.11.2018, 12:54
6.

Zitat von draco2007
Und was dann? Neue Gasturbinen bauen? Elektromobilität fördern und Atom/Kohlekraftwerke abschalten erscheint mir nicht sinnvoll. Außer dass wir an den Punkt kommen, an dem D Strom einkaufen muss und dann eben unsere Nachbarn die Atomkraftwerke bauen...
Exakt das. Gaskraftwerke brauchen je nach Bauart nur 500-1000 bzw. 2000-4000 Jahresvolllaststunden, um rentabel arbeiten zu können, das wären mittelfristig die idealen Partner für volatile Erneuerbare Energien, solange es noch keine wirtschaftlich konkurrenzfähigen Speichermöglichkeiten gibt.

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varlex 23.11.2018, 12:59
7.

Zitat von maphry
Ist die Wirtschaft dort so schwach, dass sie nicht mehr Wettbewerbsfähig ist? Woran liegt das? Ist das Bildungssystem dort zu schwach?
1. Jaein. In Sachsen gibt es einige wirtschaftlich starke Zentren, insbesondere in und um Leipzig und Dresden. Evtl. auch Chemnitz/Zwickau. Allerdings betrifft der Braunkohleausstieg insbesondere die Lausitz. Dort gibt es aktuell keine nennenwerte andere Industrie und die Gegend ist (neben dem Tourismus) stark von der Braunkohle abhängig. Prinzipiell möchte man sich an der Stelle einfach Zeit erkaufen, um den Strukturwandel gezielt mit alternativen Industrien zu begleiten.

2. Nein, Sachsen ist im Bildungsmonitor recht gut.

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apst 23.11.2018, 13:03
8. Kurze Logikfrage....

Man wird dann 2030 nur noch 30% der gesicherten Leistung haben (durch Gaskraftwerke). Wer soll den Rest produzieren. Insbesondere da man aufgrund der Dieseldiskussion (die früher oder später auch zur Benzindiskussion wird) auf E-Mobilität setzt. Das bedeutet noch mehr Strombedarf (bei weniger Kapazität).
Wann lernen die Leute endlich die richtigen Fragen zu stellen - wie verbraucht man weniger Strom?! Dann braucht sich die Gesellschaft und die Politik nicht die Frage nach der Erzeugung zu stellen.
Aber lieber einen Ablassbrief kaufen (hier jetzt ein E-Auto) und sich weiter keine Gedanken machen..

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k70-ingo 23.11.2018, 13:13
9.

Zitat von M. Michaelis
Und so wird eine Region nach der anderen zur strukturschwachen Zone gemacht. Als nächsten kommen die dann die Automobilregionen und dann wird die Luft für Deutschland dünn. Auf Dauer kann einen Volkswirtschaft eine derartigen nachhaltigen Verlust an Wertschöpfung nicht verkraften. Die Schere zwischen Arm und Reich geht in der Folge weiter auf, die Zahl prekärer Beschäftigung und Transferabhängiger wird deutlich steigen.
Dieses Problem ist in den westlichen Braunkohlerevieren vernachlässigbar. Das linksrheinische Dreieck Köln-Aachen-Mönchengladbach kann schon als Boomregion bezeichnet werden.

Abgesehen davon sind die Arbeitsplätze im rheinischen Braunkohlerevier nur ein Bruchteil von den so gut wie völlig verschwundenen Stellen im Steinkohlebergbaus des Ruhrgebietes.

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