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Pleite bei Privatversicherten: 150.000 Opfer von Ulla Schmidt
DPA

Sie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.

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Pfeiffer mit drei F 08.03.2012, 14:04
230.

Zitat von michaelhuether
Wer die Solidargemeinschaft Gesetzliche Krankenkasse verlässt um bei den Privaten für weniger Geld bessere Leistungen zu bekommen, der ist ein Schnäppchenjäger.
Quatsch. Es ist ein ganz normal handelnder Mensch. Wenn Sie sich zwischen zwei Alternativen entscheiden müssten, würden Sie dann nicht auch die günstigere wählen, wenn damit zudem "bessere Leistungen" verbunden sind?

Zudem ist kaum ein Mitbürger ein echter Versicherungsexperte und erst recht sind selbst Experten in der Lage, zuverlässige Prognosen für die nächsten Jahrzehnte abzugeben.
Von daher werden viele Mitbürger Opfer von Versicherungsvertretern, die dank Trainings in der Lage sind, gezielt die Ängste von potentiellen Kunden zu aktivieren, um sie zu Vertragsabschlüssen zu drängen.
Privatpatienten sind schlussendlich auch nicht aus der Solidargemeinschaft ausgestiegen, sondern finanzieren über ihre Steuern auch die GKV mit - Und das ganz ohne selber davon zu profitieren.

Ich bin übrigens trotz meines weit oberhalb der Versicherungspflichtgrenze angesiedelten Gehalts weiterhin in der GKV zum Höchstsatz versichert. Mit der Beitragshöhe bin ich auch einverstanden. Eher stört mich das ausufernde Gesundheitssystem, wo meiner Meinung nach viel Geld für unnütze Dinge ausgegeben wird.

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itchybod 08.03.2012, 14:04
231. aha

Zitat von mats73
Das ist Blödsinn! Wenn es die PKV nicht gäbe, würde die GKV sofort erheblich teurer! (was für die Transparenz gut wäre, da es den Realitäten entsprechen würde)
Wenn es die PKV nicht gäbe, dann wären alle, die in der PKV wären in der GKV. Dann hätten die GKVs auch genügend Geld zur Verfügung. Dann kippen wir noch die Beitragsbemessungsgrenze und verlangen Beiträge auf Mieten und Kapitaleinkünfte.
Wenn wir das haben, dann können wir uns hier eine Luxusmedizin vom feinsten für jeden leisten.

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SirTurbo 08.03.2012, 14:05
232. Hier steht ein *Titel*

Zitat von wehwehwehdievernunft
was für ein dummer, polemischer Artikel. Ulla Schmidt hat versucht, Dinge richtig zu machen.
JUpp.
Aber das geht natürlich nun gar nicht daß für die PKVler die es sich sich nicht mehr leisten können jetzt die anderen PKVler aufkommen sollen.
Die sollen mal schön brav in die GKV zurück damit diejenigen Malocher von denen sich diese ... in besseren Zeiten abgesetzt haben jetzt deren Kosten übernehmen dürfen.
Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren.
Wie erbärmlich.

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Mr. XXX 08.03.2012, 14:05
233. Opfer von Horst Seehofer...

Zitat von DMenakker
Hört doch mal endlich auf, von "Solidarität" zu labern. Die GKV zockt doch mindestens genauso schlimm ab, wie die Privaten, wenn nicht sogar noch mehr. Wer sich als junger Mann selbstständig machen will, wird SOFORT als Höchstverdiener behandelt, wenn er freiwillig in der GKV bleibt. Als ob jeder Existenzgründer direkt Beiträge von 600 EUR latzen könnte, geschweige denn auch nur in Ansätzen derartige Leistungen einfordern würde. Wenn die GKV, ähnlich wie bei der Steuer oder bei AN sich am realen Einkomen orientieren würde, wären viele bereit dort zu bleiben. Aber noch ist die "Solidaritätskasse" die schlimmst Abzockerbude von allen. Muss man einfach mal so klar sagen.
Wie reden hier nicht über den kinderlosen Jung-Akademiker in der Export-Industrie, der nach Überschreiten der Bemessungsgrundlage sofort in die PV wechselt, sich damit brüstet: "Ich bin doch nicht blöd, ich "Leistungsträger"!" und ein Jahr später ein neuer A4 in silber-metallic vor der Türe steht... Wir reden von Klein- und Kleinstselbständigen, denen der Zugang zur GK über Erhebung von abenteuerlichen Pauschalbeiträgen, die sich an Leistungsfähigkeit eines nichtselbständigen (Über-) Gutverdieners orientieren -die aber gar nicht vorhanden bzw. realisiert werden kann- politisch gewollt versperrt wird, um diese Masse der Menschen in die Hände der Privat-Versicherungswirtschaft umzuleiten. Deren Lobby hat hier eine hervorragende Arbeit geleistet. So gesehen sind die Pauschalbeiträge der GV in solchen Fällen gar keine Abzocke, denn wenn der Betroffene zwangsweise in die PK gehen muß, werden diese Beiträge seitens der GK gar nicht realisiert -es handelt sich ganz klar um "Verhinderungs-Traife" der GKs. Zum Schaden der GKs, zum Schaden der Betroffenen, wenn sie am Ende den Offenbarungseid leisten müssen, zum Schaden aller anderen Versicherten in den PKs, weil die Beitragsausfälle der genannten Versicherten-Gruppe natürlich auf sie umgewälzt werden. Abgeschrieben wird in hier nichts.

Der Name dieser Politik hat einen Namen: der größte deutsche "Sozialdemokrat" H. Seehofer. Schmidt hat nur durch die Einführung der Versicherungspflicht das System "gefestigt", damit keiner auf den Gedanken kommt, aus diesem System auszuscheren.

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qoderrat 08.03.2012, 14:06
234. Differenzierung

Zitat von sysop
Sie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.
Ich finde es ein bisschen einfach gedacht, allen PKV-Versicherten pauschal vorzuwerfen nur wegen dem Geld gewechselt zu haben.

Es gab mal eine Zeit, da hat das Arbeitsamt versucht Leute mit allen Tricks in die Existenzgründung zu treiben. Da waren jede Menge Geschäftsmodelle vertreten, mit denen der GKV-Beitrag für Selbstständige beim besten Willen nicht zu erwirtschaften war und meistens auch nicht lange überlebt haben. Das sind für mich tatsächlich Opfer, aber eher Opfer vom Arbeitsamt.

Auf der anderen Seite haben sich viele GKV-Versicherte, die gerade so über der Bemessungsgrenze lagen, von den vermeintlich günstigen PKV-Angebote über den Tisch ziehen lassen. Da ist sicher der eine oder andere dabei, der besser den gesunden Menschenverstand eingesetzt hätte. Das Beispiel der Dame, die mit 50 gewechselt hat ist dafür eigentlich recht typisch, solange man Kinder hat GKV wegen der Mitversicherung, dann günstigen Tarif genutzt ohne über die Konsequenzen im Rentenalter nachzudenken. Ehrlich gesagt tu ich mir da mit dem Mitleid ein bisschen schwerer, auch wenn da sicher ein cleverer Versicherungskaufmann nicht unbeteiligt war, der die Risiken wohlwissend verschwiegen hat. Trotzdem ein Risiko ohne Not eingegangen, von dem her vielleicht kein wirklich gutes Beispiel für die Artikelausrichtung.

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osk5 08.03.2012, 14:06
235. -

Zitat von ThomasGB
Ich verstehe das alles nicht. Ich bin privat krankenversichert, 45 Jahre alt und zahle EUR 350.- / Monat. Ich kenne andere, die sind in der GKV und Zahlen EUR 600.- / Monat. Wenn jamandem eine Erhöhung von EUR 50.- / Monat das Genick bricht, was wäre dann erst, wenn er von der privaten in eine gesetzliche wechseln würde ? Es gilt immer noch 50 < 250 - stimmt's ? Das ist nämlich die Differenz ! Im übrigen werden Privatpatienten beim Arzt nicht bevorzugt behandelt. Jeder der schlau ist, schließt zu seiner gesetzlichen Krankenversicherung eine private Zusatzversicherung am - zumindest für den Fall eines Krankenhausaufenthaltes. Somit sind also schätzungsweise 80 % aller Bürger zumindest partiell privat versichert. Der Zeitrahmen, wie schnell man beim Arzt drankommt hängt doch von folgendem ab: - Kann ich telefonieren ? - Bin ich in der Lage einen Termin auszumachen ? - Habe ich einen Arzt, der über ähnliche Fähigkeiten verfügt ? - Bin ich in der Lage, meinen Arsch morgens um 7 Uhr aus dem Bett zu bewegen ? - Von garnichts ! Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, daß gerade viele gesetzlich Versicherten einige der o.g. Attribute abgehen. Aber hauptsache fluchen, kommt ja immer gut. Im übrigen ist die Privatversicherung genauso eine Solidargemeinschaft wie die gesetzliche. Die gesetzliche hausen in schönen teuren Palästen, die Privaten (zumindest meine) in einer umfunktionierten 3-Zimmer Wohnung. Alleine die Türen stammen wohl noch aus der Nachkriegszeit und zum sitzen gibt es eine Holzbank und keine durchgestylten sauteuren Sofas. Vielleicht wird jetzt etwas klarer, warum Privatversicherungen eben billiger sind.
Haben sie denn auch ausreichend Beitragssicherheit? Oder kann es sein, dass im Alter die Beiträge überproportional ansteigen?
Wenn sie sichere, Sinne von hinreichend niedrigen, Beiträge im Alter haben, dann ist alles gut. Ansonsten ist die von ihnen durchgeführte Rechnung lediglich kurzfristig und somit systemtechnisch eine Milchmädchenrechnung.

Ich bin wie sie der Meinung, dass hier in Dtld. auch gesetzlich versicherte gut und bis auf wenige Ausnahmen nicht schlechter behandelt werden. Dass es aber tatsächlich Unterschiede bei Wartezeiten gibt, ist nicht zu leugnen, auch wenn man früh aufsteht.

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samxx 08.03.2012, 14:12
236.

Ich zahle seit meinem 16ten Lebensjahr in die Gesetzliche Krankenversicherung.
Mittlerweile bin ich bei einer gesetzliche Krankenversicherung freiwillig versichert. Trotz meines höheren Einkommens stand für mich immer fest, dass sich ein Wechsel in die PKV nicht lohnt und die Beiträge gerade im Alter massiv steigen.

Natürlich sind mir auch ein paar Sparfüchse bekannt, die sich hierüber immer amüsierten. Diese Sparfüchse haben jahrelang von den niedrigeren Beiträgen der PKV profitiert und ihr Geld gerne anderes verwendet. Damit habe ich kein Problem. No Risk – No Fun.

Ich habe aber ein erhebliches Problem damit, dass die Mitbürger, die sich vor Jahren aus dem Solidarsystem lächelnd verabschiedet haben, jetzt vor der Tür stehen und das die Versicherungen nicht bereit sind ihr Unternehmerisches Risiko zu tragen. Wer hat eigentlich die Sparfüchse für einen Wechsel in die PKV umworben?
Oder… Retten „WIR“ nach den Banken und Griechenlandvielleicht jetzt auch noch die privaten Krankenversicherung?

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C. Peters 08.03.2012, 14:13
237.

Zitat von BuenaBanana
Das ist der springende Punkt. Die GKV arbeiten schlichtweg uneffektiver als die PKV. Deshalb und weil in der PKV vor Allem Niedrig-Risiko-Menschen anzieht können die PKV soviel Geld ausgeben. Auf jeden Arzt kommt ein Verwalter bei der GKV. Die GKV sind Bürokratiemonster.
Das ist schlicht nicht korrekt. Im Gegenteil: Der Verwaltungsaufwand bei der PKV ist wesentlich höher, da jede einzelne Rechnung von Sachbearbeitern in die Hand genommen und bearbeitet werden muss - ein Verfahren, dass praktisch auf dem Stand der Fünfziger Jahre ist.

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wolf-wolf 08.03.2012, 14:15
238. nicht Ulla Schmidt aber eigene ....

Zitat von sysop
Sie zahlen keine Beiträge mehr, aber rauswerfen dürfen die Krankenkassen sie nicht: Privatversicherte, die sich ihre Police nicht mehr leisten können, sind das Strandgut der letzten Gesundheitsreform von Ulla Schmidt. Schon 150.000 Deutsche sind davon betroffen.
Tatsächlich sie sind Opfer aber nicht von Ulla Schmidt aber eigene Gier. So lange die weniger gezahlt haben da war es gut, und jetzt auf ein Mal Ist das ungerecht! Und im übrigen das ganze Krankenversicherung System ist falsch!!! Eine Versicherung für alle ohne Ausnahme und gleiche Beiträge wie Leistungen. Aber das kommt nicht weil wo sollten die Nutznießer so schönen posten finden wen statt hunderte von Krankenkassen gebe nur eine!!!

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mdada 08.03.2012, 14:16
239. Patient zweiter Klasse

Zitat von freierchrist
Ein Versicherungsvertreter zählte mir damals alle Vorteile der PV auf. Ich war damals blauäugig, regelrecht dumm und habe mich blenden lassen. Aber wer denkt schon daran, dass man irgendwann einmal erwerbsunfähig wird, durch Krankheit oder Unfall.
Als ich 28 Jahre alt war und Referendar bekam ich die PKV für DM 80,00 monatlich angeboten. DIe GKV wollte etwa DM 230,00.

Ich hatte dann mit meinem Hausarzt gesprochen, der mich warnte. Sein Vater hätte ihn in die PKV gedrängt und im höheren Alter wären die Beiträge zu hoch. Dies hatte ich mir zu Herzen genommen und bin in der GKV geblieben. Mein Kollegen lachten mich damals dafür aus. Es war aber eigentlich die richtige Entscheidung gewesen. Auf der anderen Seite komme ich mir als gesetzlich versicherter oftmals vor, als sei ich ein Patient zweiter Klasse. Beispiel. Ich bekomme eine Hautärztin empfohlen, im Internet hat sie ein Kontaktformular. Da ist erstmal anzukreuzen, gesetzlich oder privat versichert. Einen Termin habe ich von ihr mit einer Wartezeit von ca. 5 Monaten angeboten bekommen.

Letztlich habe ich eine kleine Zusatzversicherung bei einer Privatversicherung für Zahnersatz etc. Das halte ich für sinnvoll.Die kostet mich ca € 30,00 mntl.


Und leider kenne ich einige ältere Personen, deren Lebenskonzept nicht aufgangen ist. Die können im ALter ihre Beiträge nicht mehr zahlen.

Dann laß ich mich lieber als Patient zweiter Klasse behandeln.

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