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Pleite des Reiseveranstalters: Das können Thomas-Cook-Geschädigte jetzt tun
FRIEDEMANN VOGEL/ EPA-EFE/ REX

Wer Reisen beim Pleite-Konzern Thomas Cook gebucht hat, muss noch immer auf sein Geld warten - und wahrscheinlich bekommt er nur einen Bruchteil zurück. Trotzdem gibt es Kniffe, seine Chancen zu verbessern.

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mingolan 30.11.2019, 15:24
1. Eine Möglichkeit haben Sie vergessen

Die EU-Richtlinie sieht keine Möglichkeit zur Haftungsbeschränkung vor. Dadurch, dass der Bund diese aber eingeführt hat, könnte eine fehlerhafte Umsetzung der Richtlinie vorliegen, die eine Staatshaftung begründet.

Die Zurich hat im Übrigen genau den Versicherungsschutz angeboten, die Thomas Cook bei ihr eingekauft hat. Und Thomas Cook hat genau den Versicherungsschutz eingekauft, den sie gesetzlich benötigten. Der Schwarze Peter liegt daher allein beim Bund.

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claus7447 30.11.2019, 15:25
2. Geduld ....

... nun nicht jedermanns Stärke. Ja ich bin Betroffener. es geht dabei lediglich um eine Anzahlung - die liegt aber auch bereits über 1.000 Euro. Eingereicht hatte ich die Schadenssumme unmittelbar nach Eröffnung der Insolvenz. Obwohl TC bis dato immer noch verlauten lies das Reisen ab 1.10 und dann 1.1. durchgeführt werden. Mittlerweile hat sich die Zurich gemeldet, das mein Fall an die Abwicklungsfirma weitergereicht ist. Auf Anfrage meiner Creditkartenbank kam sofort eine Antwort - ja - reichen Sie den Fall ein, sobald feststeht wie viel die Versicherung nicht bezahlt. Weiteres sei im Moment allerdings nicht möglich.

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schoeneberg 30.11.2019, 19:04
3. Unglückliches Bild

Leider habe ich bei vielen Medien wie zum Beispiel in der Tagesschau oder jetzt bei Ihnen immer wieder gesehen, dass die Pleite von Thomas Cook mit Bildern von deren Flugzeugen unterlegt sind. Ich finde diese Darstellung unglücklich da die Verbindung zur noch bestehenden Condor hier leider unterschwellig besteht und deren Versuch wieder auf die Beine zu kommen somit unterminiert werden. Irgendwie scheinen Flugzeuge ja immer noch eine tolles Anziehungsvermögen zu haben, dass man immer wieder diese Bilder zu den Berichten zeigen muss. Ich habe keine persönlichen Verbindung zur Condor, finde es aber immer wieder erstaunlich wie man mit solchen unreflektierten Darstellungen die eigene Wirtschaft schwächt.

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Tobi2995 30.11.2019, 19:48
4. @Kommentar #3

Ich verstehe, worauf sie hinaus wollen. In der konkreten Abbildung wird allerdings kein Condor-Flugzeug gezeigt, sondern eines der Thomas Cook Airlines Balearic. In dem Fall ist der Verweis so falsch nicht...

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Hyperion2206 30.11.2019, 21:03
5. Nur 2 Schuldige

Ich kann dem Autor hier nur bedingt Recht geben. An diesem Debakel gibt es nur 2 Schuldige:

1. Thomas Cook, weil sie aus Geiz nicht für ausreichendem Versicherungsschutz gesorgt hat.

2. Die Bundesregierung, weil sie die gesetzlich vorgeschriebenen Deckungssumme nicht an die heutigen Gegebenheiten angepasst hat.

Den Versicherer trifft hier keine Schuld. Dieser leistet doch tatsächlich nur dafür, wofür Thomas Cook auch bezahlt hat.

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herkurius 30.11.2019, 21:15
6. Die Schuld hat:

"Die Schuld an dem finanziellen Desaster" für die Kunden haben allein die Reisebüros, die jedem einzelnen Kunden beiläufig versichern, daß Ausfälle infolge Insolvenz des Veranstalters ja abgesichert seien. Die Branche wirbt doch mit ihrer Beratungsleistung. Jeder Reisebürokaufmann hat gewusst, wie knapp das Unternehmen schon vor Jahren an der Insolvenz vorbeischrammte und wie wackelig es da stand. Die Google-Suche mit den simplen Stichworten "thomas cook bilanz" zeigt z.B. im zweiten Suchergebnis heute Zahlen an wie "Veränderung Eigenkapital 2012", minus 64 Prozent, 2014 minus 58 Prozent (von den 36 Prozent, die noch da waren...), 2017 minus 23 Prozent ... (von den 15 Prozent, die durch die beiden genannten Verlustjahre dann noch da waren... Zugewinne in den dazwischenliegenden Jahren kamen durch Stützungsaktionen, für die das Unternehmen sehr teuer bezahlen musste), also wenig übertrieben gesagt, man hat die gutgläubige Kundschaft noch dorthin geschickt, als dem Unternehmen nur noch ein paar Besprechungstische und ein alter Fernschreiber selbst gehörte (etwas übertrieben ausgedrückt, aber nicht sehr ...).

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jedem-das-seine? 30.11.2019, 22:35
7. Beim Chargeback die Frist nciht versäumen: üblicherweise höchstens 180

... Tage ab Zahlung. Genaueres regeln die individuellen Bedingungen, je nach Kartengesellschaft und/oder ausstellender Bank (nachlesen!).
Beim Chargeback kann es sein, dass dieser im ersten Durchgang nicht akzeptiert wird: in diesem Fall einfach weitermachen. Es gibt noch eine zweite Runde, und danach ggf. noch ein schematisiertes weiteres Verfahren. In aller Regel entscheiden die Kartenorganisationen zu Gunsten der Kunden. Es hängt im Zweifel davon ab, dass die Unterlagen, die initial eingereicht werden, komplett sind und die Gesamtsituation vernünftig und komplett wiedergeben. Viel Erfolg!

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Manitou-01@gmx.de 01.12.2019, 23:31
8.

Es stellt sich die Frage, ob der Insolvenzverwalter eventuell haftbar zu machen wäre. Das der Geschäftsbetrieb eingestellt wurde und damit einerseits Reisende geschädigt wurden, die an- bzw. vollbezahlte Reisen nicht antreten konnten, andererseits leistungserbringende Firmen gebuchte Leistungen nicht erbringen, aber auch nichr an Dritte weiterverkaufen konnten und damit ebenfalls Forderungen an die Insolvenztabelle geben, ist die Masse unzulässig gemindert worden.
Im Gegensatz zu einer haltbaren Ware, die der Insolvenzverwalter später verwerten können, ist bei einer Dienstleistungsfirma es nicht möglich, nachträglich eingelagerte Waren zu veräußern. Ein Flugticket oder eine Hotelbuchung verfällt einfach.
Da sollte mal jemand mit einer soliden Rechtsschutzversicherung sich einen auf Insolvenz- und Reiserecht spezialisierten Anwalt den Fall aus diesem Winkel ansehen.

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carstenwind 01.12.2019, 08:39
9. Käuferschutz und Cargeback

dürften nicht funktionieren, weil dadurch das Verkäuferkonto belastet würde, was mit Sicherheit nicht klappt und eine Gläubigerbegünstigung wäre. Ggfs. müssten die Beträge dann an den Insolvenzverwalter wieder zurückgezahlt werden.

Und weshalb die Zurich mit Schuld sein soll, erschließt sich auch nicht. Ebenfalls nicht, woraus die Zurich berechtigt sein soll, den Zurückgeholten eine Rechnung zu stellen. Die Deckungssumme ist vertraglich vereinbart. Darin sind Rückholkosten mit Sicherheit enthalten.

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