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Pleite von DB-Konkurrent Locomore: Die Lüge vom Wettbewerb auf der Schiene
AFP

Die Pleite des Bahn-Startups Locomore zeigt: Konkurrenten der Deutschen Bahn haben keine Chance. Das liegt nicht an der tollen Leistung des Staatskonzerns, sondern an den zu hohen Kosten für die anderen.

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Nonvaio01 12.05.2017, 13:36
1. tolle idee

alles um sonst, und wer haelt die trassen dann in zustand? Wer betreibt reperaturen wenn welche anfallen?

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Mehrleser 12.05.2017, 13:40
2.

"Und das heißt aus Sicht des Bundes vor allem: Er muss die Infrastruktur kostenlos zur Verfügung stellen." Falsch. Rückführung des Bahnbetriebs auch in der Fläche im Sinne einer allgemeinen Daseinsfürsorge und als langfristige Weichenstellung(!) zur Stärkung des ÖP(N)V. Aber steuerfinanzierte Renditen für Privatunternehmen, die dann nicht nur bei Ticketpreisen, sondern auch bei Löhnen und Gehälter die Schraube nach unten drehen? Nein danke!

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lynx999 12.05.2017, 13:42
3. Finde den Vorschlag nicht zielführend

das würde ja anders herum bedeuten, dass private Unternehmen auf Kosten der Infrastruktur des Staates Gewinne erzielen würden, ohne einen Beitrag für den Unterhalt zu leisten. Der feute Traum eines jeden Unternehmers.

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sametime 12.05.2017, 13:44
4. Subventionierung und Privatisierung ohne Sinn

Die private Konkurrenz soll also nichts für die Benutzung des Schienennetzes zahlen? Warum nicht, es fallen dort Kosten an. Wenn dann wieder ein Zug entgleist, wird wieder gejammert, warum kein Geld für das Schienennetz da ist. Und das Konkurrenz nicht immer die Preise drückt zeigt ja sehr deutlich der Strommarkt.

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majakovskij 12.05.2017, 13:50
5. Der Vorschlag ist absurd:

Kein Wirtschaftsgut darf kostenlos zur Verfügung gestellt werden, denn es ist ja niemals (!) kostenfrei. Die Bahngesellschaften müssten genau die Kosten für die Trasse zahlen, die deren Erhalt und Ausbau erfordert. Eine Forderung nach Gewinnverzicht an dieser Stelle wäre sogar essenziell, denn schließlich gibt es ja ein Monopol, das heißt, man kann nicht einfach eine andere Strecke nutzen (wie das vor der Enteignung der verschiedenen Bahngesellschaften und Zusammenlegung zur Reichsbahn möglich gewesen wäre) oder nach Belieben eine neue bauen, auf Grund der großen Hürden für Infrastrukturprojekte. Letztlich handelt es sich ja um ein natürliches Monopol, denn zehn Bahnstrecken von Zürich nach Hamburg wären in jedem Fall nicht rentabel.
Umgekehrt müsste genauso aber der Straßenverkehr endlich ebenfalls bepreist werden, aber korrekt: Nach Nutzung jedes einzelnen Kilometers und nicht mit Pauschalen à la Maut. Ebenfalls Preise für ÖPNV (nach Nachfrage, das heißt, preisabhängig auch nach Uhrzeit, um endlich die Verkehrsinfrastruktur sinnvoll auszulasten - wäre bei Autobahnen auch denkbar).
Dann erst könnte ein denkender Konsument für sich die richtige Entscheidung treffen. In letzter Konsequenz ist jede andere Regelung unfair, da sie Privilegien schafft, da Ressourcen einseitig – und grundlos – verschenkt.

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rbn123 12.05.2017, 13:53
6. Zuerst sollte man sich über Folgendes klar werden,

Will man ganz grundsätzlich mehr Verkehr auf der Schiene und ist bereit damit weniger Geld zu verdienen, oder gar zu subventionieren? Das ist eine rein strategische Entscheidung, die erstmal getroffen werden muss. Ist Gleisinfrastruktur teil der Daseinsvorsorge, oder eine zusätzliche Einkommensquelle.

Beim Flugverkehr scheint man sich da ja sehr klar zu sein mit den ganzen Miniflughäfen wie z.B. Kassel-Calden oder steuerfreiem Kerosin.

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Tiberiumdue 12.05.2017, 13:55
7. Bahn zurück zum Staat ohne Gewinnmaximierung

Dieser Beitrag zählt genau das auf was falsch gemacht werden könnte. Deutschland braucht nicht mehr Wettbewerb auf der Schiene sondern weniger - bzw. überhaupt keinen. Viele Probleme im Bahnverkehr kommen gerade dadurch zustande das viele kleine Unternehmen nebeneinander her arbeiten und auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Warum nehmen wir uns nicht endlich die Schweiz zum Vorbild ? Dort wurde von der Bevölkerung entschieden das die Bahn im Staatsbesitz bleibt und eben NICHT Gewinnorientiert fahren muss. Sie ist dafür da den Bürger von A nach B zu bringen - schnell und zuverlässig. In der Schweiz wurden die Schienen ausgebaut und es wird jedes Jahr dermassen mehr in das Schienennetz investiert als in Deutschland. Die Bahn ist nicht dafür das um Gewinn zu machen - sie ist dafür da die Bevölkerung zu bezahlbaren Preisen mobil zu halten. Deswegen kann der richtige Schritt nicht mehr, sondern weniger Wettbewerb sein. Ohne die "quasi Privatisierung" der DB wären viele Probleme die wir heute haben erst gar nicht entstanden. Immer dieses Gewäsch vom Markt und Wettbewerb - auf der Strecke bleibt der normale Bürger und auch Arbeitnehmer - der muss nämlich die Zeche dann wieder zahlen !

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hdudeck 12.05.2017, 13:58
8. Was da gefordert wird ist doch nicht weiter als

das der Steuerzahler die Gewinne von privaten Unternehmen finanzieren soll. Das hoert sich nach einer Donaldischen Doktrin an. Gebt unser Geld den Unternehmern, den die wissen besser zu wirtschaften als Politiker. Kann man nur den Kopf schuetteln, den scheinbar kann der Staat es doch besser, denn dieser macht immerhin noch einen Gewinn. Der Versuch, diesen als klein (einen Euro pro Passagier) darzustellen ist mehr als billig (aber gemacht mit System, siehe Aussagen zu Fake News), den die Masse macht es und mit Doener kann man halt nur Millionaer werden, wenn man entsprechende Mengen davon verkauft. Uebrigens, viele Buden benutzen die Infrastruktur auch mehr oder weniger ohne dafuer entsprechend zu zahlen. Trotzdem haben die meisten trotzdem nur iene Bude, somit ist das Argument auch wiederlegt.

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MainLoop 12.05.2017, 14:01
9. Meine einmalige Erfahrung mit Locomore

1 Alte Waggons wohl aus den 70ern
2 Farbwahl ebenfalls 70er
3 Keine freie Platzwahl
4 Harsches, dann wieder flapsiges Zugpersonal
5 Platzverhältnisse wie in der Sardinenbüchse, auch durch fast durchgängig ausgebuchten Zug
6 Viele Haltepunkte
7 insgesamt: Preis/Leistung viel schlechter als DB

Die Rückfahrt im modernen ICE war eine echte Wohltat und kostete nur 1/3 (Berlin -Stuttgart). Insolvenz von L. kann einem leid tun, ist aber aus meiner Erfahrung eine nachvollziehbare Entwicklung.

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