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Pleite von DB-Konkurrent Locomore: Die Lüge vom Wettbewerb auf der Schiene
AFP

Die Pleite des Bahn-Startups Locomore zeigt: Konkurrenten der Deutschen Bahn haben keine Chance. Das liegt nicht an der tollen Leistung des Staatskonzerns, sondern an den zu hohen Kosten für die anderen.

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Crom 12.05.2017, 16:14
60.

Zitat von johnny_b
Achja, was ist denn mit dem Straßennetz? Bis auf die lächerlichen Mautgebühren, die seit ein paar Jahren erhoben werden ist das doch für alle kostenfrei zu nutzen, warum also bitte nicht auch das Schienennetz?
Die Mautgebühren sind nicht lächerlicher und dazu kommt noch die Steuer auf Kraftstoffe sowie KfZ-Steuer. Das reicht für die Straßen Infrastruktur mehrmals dicke.

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jowitt 12.05.2017, 16:16
61. @johnny_b

Zitat von johnny_b
Die Kfz-Steuer ist unabhängig von der Nutzung und damit nicht direkt vergleichbar, außerdem ist sie nicht Zweckgebunden für die Erhaltung der Infrastruktur und reicht dafür auch nicht einmal annähernd aus. Schienennutzer zahlen vermutlich allein mehr MwSt. als Straßennutzer Kfz-Steuer. Fakt ist, der Staat zahlt bei der Straße massiv drauf, da die Abgaben nicht kostendeckend sind, erwartet aber bei der Schiene, dass diese kostendeckend ist? Das ist sicher kein fairer Wettbewerb.
Na ja. Das stimmt ja so nicht. Der Staat kassiert KfZ-Steuer und Mineralölsteuer. Auch wenn das nicht Zweckgebunden ist, hat er damit ja mehr Einnahmen, als er für den Strassenbau ausgibt. Hinzu kommen noch Mautgebühren aus dem LKW-Verkehr. In den Kommunen müssen die Anlieger die Strassen zum großen Teil selbst zahlen.

Wenn Sie diese Einnahmen den tatsächlichen Ausgaben gegenüberstellen, ist das ein dickes Geschäft für den Staat. So gesehen zahlt er da gar nichts drauf.

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alternativloser_user 12.05.2017, 16:18
62. 2 Möglichkeiten

Gibt zwei Möglichkeiten das ganze anzugehen:

1. Marktgerechtigkeit herstellen.
Der Bahn wird das Schienennetz entzogen und an eine Netznutzungsgesellschaft übertragen.
Jeder der möchte, auch die Bahn, kann das Netz gegen Entgeld nutzen.
Das sorgt dafür, dass alle Netznutzer die gleichen Nutzungsbedingungen haben. Die Bahn kann so nicht der Konkurrenz Steine in den Weg legen.

2. Wieder verstaatlichen
Die Bahn komplett verstaatlichen, Tickets und Kontrollen abschaffen und den Personenverkehr kostenlos machen. Das ganze wird dann über Steuern finanziert. Würde vielleicht auch dazu beitragen dass mehr Leute die Bahn nutzen, weil sie "ja eh schon dafür gezahlt haben", wodurch die Straßen auch direkt entlastet würden.

Bestimmte Unternehmen brauchen gar keinen Gewinn machen, solange sie eine Leistung erbringen die der Allgemeinheit etwas nutzt.
Gerade z.b. ärmere Leute ohne Auto würden von kostenlosem Bahnverkehr deutlich profitieren.

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Hyperboraeer 12.05.2017, 16:19
63. Die Straße ist zu günstig

für Busse (Personen-) und vor allem für Güterverkehr, noch immer, trotz LKW-Maut.
Ein wesentlicher Grund dafür, dass man immer mehr Verkehr von der Schiene auf die Straße verlagert, neben den Lagerhaltungskosten, die viele Betriebe just-in-time längst auf die Straße und damit auf die Allgemeinheit abgewälzt haben.
Das Schienennetz sollte staatl. geführt werden und alle Nutzer zahlen für Nutzung und Instandhaltung etc., auch die DB.
Mit dem Metronom hat man hier in HH sehr gute Erfahrungen (z.B. Richtung LG und UE): Saubere, neue, sehr schöne Züge, überaus freundliches Zugpersonal, guter Service (Fahrradwaggon etc.), zudem eingebunden in den Hamburger Verkehrs Verbund HVV.
Leider sind die so gut wie nie pünktlich, weil die DB grundsätzlich Vorrang auf der eingleisigen Strecke hat und der Metronom daher ständig in den div. Bahnhöfen warten muss, bis die ICs und ICEs der DB vorbei sind.
Stellwerks- und Bahndammschäden kommen dann noch on top, davon kann jeder Pendler ein Lied singen.

Aufgrund Gewinnstreben der DB ist in Sachen Netz in der Breite vielfach Stillstand und man fährt im wahrsten Sinne auf Verschleiß. Dass das irgendwann gg. die Wand fährt, ist wohl klar.

Konkurrenz ist sicher gut, aber dann doch wohl zu gleichen Netz-Nutzungsbedingungen (Taktung, Kosten), also weder kostenlos für private Schienenunternehmen, aber eben auch nicht unter ständiger Bevorzugung der DB.

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mauricebln 12.05.2017, 16:21
64. Falscher Artikel

Nicht die hohen Kosten geben Mitbewerbern keine Chance, sondern die Billigpreise der anderen Bahnunternehmen. Wenn diese so hoch wären, wie bei der DB, würde es auch keine Pleite geben. Aber immer muss ja alles billig billig sein. Wer darunter leidet sind die Angestellten, die bei Locomore auch nicht viel verdient haben. Der Artikel ist schlecht recherchiert und nur dazu da, Leser zu binden mit billigem Bahnbashing, weil man ja damit immer Zuspruch bekommt.

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Bastian__ 12.05.2017, 16:25
65. Bahn Infrastruktur und Immobilien gehören der Gemeinschaft

Die "Schiene" und die Bahn-Gebäude dürfen keiner privaten Gesellschaft gehören. Zum einen ist es jetzt nicht mehr möglich für ein Unternehmen eine Linie z.B. zwischen Hamburg und München zu bauen, des weiteren sind viele Besitztümer der Bahn durch Enteignung "gekauft" worden. Daher gehören die Immobilien und Schiene der Bahn in eine staatliche Gesellschaft, die keinem privaten gehören kann.

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pirata507 12.05.2017, 16:28
66. Das Vereinigte Königreich zeigt die Komplikationen.

Es wäre eher an der Zeit einzusehen, dass der Schienenverkehr nicht in private Hände gehört. Im Vereinigten Königreich sieht man wie die Privatisierung den Steuerzahler und Staat kontinuierlich höhere Kosten aufdrückt. Das gute alte Wirtschaftkonzept 'economies of scale' wird im Bereich Schienenverkehr notorisch ignoriert. Der ÖPNV sollte nicht als Wirtschaftseinheit verstnden werden, sondern als Grundebedingung zum Wirtschaften - Er sollte die Menschen zur Arbeit, nach Hause und Freizeitaktivitäten bringen und durch vereinfachte, niedrigere Tarife, eine höhere Netzdichte und Taktung zum erreichen der Klimaziele beitragen. Ich fahre nur noch mit der Bahn wenn ich muss, die Fahrt mit dem Auto kostet mich das gleiche.

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teflonhirn 12.05.2017, 16:29
67. Trassengebüren werden schon nötig sein, sonst werden 3 Fahren angemeldet und eine durchgeführt.

Immer nur ein Zug zwischen 2 Signalen. Das muss vorgeplant und nachgesorgt werden.

Um ein Netz anzubieten würden riesige Investitionen in fahrendes Material nötig, betreibt man einzelne Strecken. kann es immer mal sein, dass die Züge nicht ausgelastet sind und der Zug ins Minus fährt. Die Fluggesellschaft cancelt in so einem Fall.

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privateer.freibeuter 12.05.2017, 16:31
68. öffenliches gut

Die Bahn oder Energie sind in meinen Augen öffentliche Güter und gehören nicht rein in private Hand. 51% sollte deshalb in den Händen des Staates liegen und kontrolliert werden nach allen Seiten, die anderen 49% können ja an private Anleger gehen, aber auf jeden Fall darf es nicht sein, dass ein einziges Unternehmen einen ganzen Staat erpressen kann und gleichzeitig jegliche Konkurrenz verdrängen kann. Man sehe das z.B. in den USA - ein Oligopol von einigen wenigen und die können tun und lassen was sie wollen und Absprachen sind kaum zu kontrollieren oder zu unterbinden. So sehr ich für freie Marktwirtschaft bin, aber in einigen wichtigen Bereichen muss der Staat die Oberhand haben zum Schutz der Bürger und/oder auch mit Investitionen eingreifen, sodass Bahnfahren sowie Gütertransport lukrativer werden und so eben auch die Strassen und Umwelt entlasten.

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MartinHa 12.05.2017, 16:33
69. Trassengebühren nicht kostenlos, aber niedriger

Das Problem der Trassenkosten ist doch, dass diese größtenteils von der einen Hand (DB Fernverkehr) an die andere (DB Netz) des gleichen Unternehmens (DB) gezahlt werden. Es gibt hier viele Möglichkeiten, wie die DB möglichst viele Kosten in die DB Netz verschiebt, um so hohe Trassengebühren kalkulieren zu können. Selbst macht das der DB ja nichts aus, da sie diese Gebühren ja an sich selbst zahlt. Aber Wettbewerber kann man sich so eben gut vom Hals halten. Im Elektrizitätsübertragungsnetz bestand das gleiche Problem - und hier wurde letztendlich eingesehen, dass Regulierung nicht ausreicht, und die Übertragungsnetze an Firmen, die von den Stromerzeugern unabhängig sind, verkauft. Bei der Bahn muss es eigentlich genauso sein. Erst dann besteht der Anreiz, die Trassenkosten richtig zu kalkulieren.

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