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Pleite von Pralinenhersteller Leysieffer: Edel, himmlisch, bieder
Britta Pedersen / DPA

Leysieffer galt als Inbegriff für Top-Pralinen. Nun ist der Süßwarenhersteller insolvent. Auch, weil jüngere Menschen die Marke bieder finden und oft nur noch Ältere zugreifen. Wie ist das zu ändern?

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BellSouth 04.04.2019, 14:18
1. Realitätsfremd

Bei diesem Wissensstand von Walterscheid wundert einem der Untergang überhaupt nicht! Der Herr sollte sich auf den Boden der Tatsachen begeben und einige EDEKA-Märkte/Center dringend aufsuchen!

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Bersich 04.04.2019, 14:36
2. Falsch!

Da liegt der Insolvenzverwalter aber falsch; die "Himmlischen" und andere Pralinen von Leysieffer gibt es schon längst in Supermärkten, z.B. bei Rewe.

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xees-ss 04.04.2019, 14:40
3.

Und wieso soll ich hochwertige Ware nicht im Edeka kaufen dürfen? Das ist der Denkfehler! Gerade wenn es diese Angebote geben würde bei Edeka und Co, dann wären viele bereit auch mal mehr auszugeben zwischendurch. Und was ist mit internationalen Märkten? Kein Shop in Wien, Paris oder Moskau? 2,50 für 2 Pralinen ist aber schon happig, bei meinem erstklassigen Konditor in Wien zahle ich 80 Cent das Stück, auch in Handarbeit traditionell Hergestellt!

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Fletsch 04.04.2019, 14:52
4. Champagner

Wen es der Marke Dom Perignon nicht schadet, im Edeka zu stehen, dann kann Leysieffer das auch. Ausser natuerlich, die Pralinen schmecken doch nicht sooooo viel besser als die eigenen von Edeka. Wenn das so ist, und die Marke von der Exklusivitaet der Standorte abhaengt, dann muss man Sortiment zusammenstreichen, und mehr maschinell produzieren (nur das "i-Tuepfelchen" mit Hand). Voila.

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Newspeak 04.04.2019, 14:53
5. ...

"Gibt es die "Himmlischen" bald also auch im Supermarkt? Walterscheid glaubt nicht daran: "Stellen Sie sich einen hochwertigen Champagner-Pralinenkasten in einem Edeka vor, das passt doch nicht.""

So spricht jemand, der pleite gehen will. Hochpreisige Waren verkaufen wollen, in ausgewaehlten Laeden, das kann auf Dauer nicht funktionieren. Ehrlich gesagt, ich kannte die Firma bis heute gar nicht. Wieviele andere potentielle Kunden kennen sie nicht? Mein Gott, man muss doch nicht Wirtschaft studiert haben, um zu wissen, dass man eine Marke so gut als moeglich bekannt machen muss. Gekauft wird sie dann schon von alleine. Der altbackene Stil ist sicher auch ein Problem, aber das kann man aendern. Aber wenn man schon den Eindruck macht, man will gar keine neuen Kunden generieren, ja dann.

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PolitBarometer 04.04.2019, 15:13
6.

Ich mag zwar Süßes, aber der Name Leysieffer sagt auch mir innerhalb der Schokoladenwelt nichts. Lindt & Sprüngli, Cote d'Or oder Reber hingegen sind für mich geläufiger und ein Garant für guten Geschmack und ausgezeichnete Produktqualität.
Zwei Pralinen, die zumindest optisch noch nicht einmal lecker bzw. ansprechend aussehen, für 2,50€zu verticken ist eher weltfremd und grenzt an Raffgier.

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Chico73 04.04.2019, 15:18
7. und was ist mit Qualität und Geschmack...?

Ich glaube das eigentliche Problem bei Leysiffer ist, dass man den Zeitgeist völlig verschlafen hat. Der genussvolle Kunde erwartet heute auch viel mehr Qualität und Einzigartigkeit. MIt Leysiffer verbinde ich rein optisch zunächst einmal einen äußert biederen und altbacken Hersteller. Wenn ich dann noch deren Pralinen oder Schokolade probiere, habe ich kein Aha-Erlebnis - im Gegenteil. Wenn ich hingegen die Pralinenkunst manch eines belgischen, schweizerischen (und hier nicht die große Marke mit L) oder französischen Herstellers vergleiche oder eben die weltbesten Champagner-Trüffel einer kleinen Manufaktur am Niederreihn probiere, tuen sich Welten auf. Hinzu kommt, dass ich mehrfach äußerst unfreundlich bei Leysiffer bedient wurde. Mit Jungendwahn oder Starbucks hat das m.E . überhaupt nicht zu tun. Im Gegenteil viele junge Leute kaufen heute viel hochwertigere Schokolade oder Pralinen als es deren Eltern getan haben - nur eben nicht bei Leysiffer und das hat wohl seinen Grund.

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_derhenne 04.04.2019, 15:22
8.

Der Lauf der Dinge. Marke, Produkte und Präsentation versprühen den antiquierten Charme einer Flasche 4711, wie will man da das Ruder herumreißen?

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hpampel 04.04.2019, 15:23
9. Management Fehler?

Vor Jahren war im Wirtschaftsteil der NOZ ein Interview mit dem Geschäftsführer von Leysiffer zu lesen. Er meinte dort, es würde ihn richtig ärgern, das er die alten Mitarbeiter nicht einfach entlassen und junge Mitarbeiter einstellen kann. Einige Mitarbeiter sind schon lange dort und haben das Unternehmen mit aufgebaut. Jetzt sind sie nicht mehr so produktiv und die wolle er gerne loswerden. Das kam offenbar nicht besonders gut an. Jedenfalls haben einige in Osnabrück dann Leysiffer gemieden. Würde mich nicht wundern wenn mit dieser Vorgeschichte, Leysiffer die eigene Insolvenzmasse aufkauft und das Geschäft weiter betreibt. Nur die alten Mitarbeiter sind plötzlich alle weg. Sowas blödes aber auch.

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