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Pleite von Pralinenhersteller Leysieffer: Edel, himmlisch, bieder
Britta Pedersen / DPA

Leysieffer galt als Inbegriff für Top-Pralinen. Nun ist der Süßwarenhersteller insolvent. Auch, weil jüngere Menschen die Marke bieder finden und oft nur noch Ältere zugreifen. Wie ist das zu ändern?

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winterlied 04.04.2019, 20:37
30. Nicht gut genug

Früher war Leysieffer qualitativ im oberen Drittel angesiedelt, heute eher im unteren. Der Grund liegt darin, dass viele kleinere Hersteller inzwischen wesentlich bessere Produkte mit höherer Fertigungstiefe, z. T. von eigenen Kakaoplantagen, anbieten und auch wesentlich kreativer sind.

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tkedm 04.04.2019, 20:57
31.

Naja... mittlerweile weiß halt fast jeder, dass in einer Ritter Sport- oder Lindt-Schokolade oder einer C&W-Torte eben auch qualitativ hochwertige Zutaten sind, wenn nicht sogar noch höher.

Und mal im Ernst: Es sind schlicht Süßigkeiten, nicht mehr und nicht weniger. Da können sie noch so edel präsentiert und handgeklöppelt sein.

Konditoreien preislich über Supermarktdurchschnitt laufen immer noch gut, aber Edelboutiquen für Torte & Schokolade braucht, mit Verlaub, bei solchen Alltagslebensmitteln kein Mensch mehr.

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ArmeOhren 04.04.2019, 21:21
32. In Bewegung setzen

Ich bin mit der Marke nicht vertraut, aber wenn ich den Artikel recht verstehe, war die Firma doch frueher mal Vorreiter mit damals originellen Kreationen und Zutaten. Das ist doch ein Geschaeft, das an sicher immer noch boomt und wo man dran anschliessen kann. Man muss nur am Ball bleiben. Also, analysieren, auf welche Klassiker die Stammkunden nicht verzichten moechten und was noch den meisten Gewinn einfaehrt, das behalten und ansonsten aussortieren, das Sortiment modernisieren und der Frau Leysieffer vielleicht auch mal ein paar Marketing- oder Gestaltungsprofis zur Seite stellen, damit die Optik moderner wird ohne den Charakter und den edlen Touch zu verlieren. Und Brausepulver ist vielleicht gar nicht mal so weit hergeholt - die Edelmanufaktur Chuao z.B. hat sog. Firecracker-Pralinen im Angebot, die neben Chili, einem Hauch Raucharoma und etwas Zimt, auch Poprocks enthalten, die beim Essen im Mund zerknallen, sodass man fast das Gefuehl hat, ein kleines, prasselndes Kaminfeuer zu essen. Fuer dieses Einzigartige und den besonderen Eventcharakter kombiniert mit bester Schokolade, sind die Kunden dann auch mal bereit, die Mondpreise zu zahlen, die Chuao aufruft. Das ist dann ja auch als Geschenk z.B. viel spannender als die ollen 70er Jahre Kamellen. Oder auch Zotter schafft es z.B. sehr gut, bodenstaendiges, hochwertiges Handwerk geschickt zu vermarkten und mit einer modernen, pfiffigen Optik und interessanten neuen Geschmacksrichtungen zu verbinden und beweist auch ein gutes Haendchen was die Auswahl der Haendler angeht, ueber die sie vertreiben. Und hochwertige, sortenreine Schokoladen mit Herkunftsgeschichte und Fairtrade und allem sind doch auch voll im Trend. Also, an Chancen mangelt es glaube ich nicht. Man kann sich halt nur nicht darauf ausruhen, seit 100 Jahren das erste Cafe am Platz zu sein, das interessiert heute nicht mehr so viele.

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TS_Alien 04.04.2019, 22:13
33.

Zitat von maria.wedelt
Pralinen der Spitzenklasse gibt es nicht als Massenprodukt. Das gleiche gilt auch für Wein. Auch die Vielfalt an Sorten, Präsentation und Kreationen ausserhalb des Mainstreams rechtfertigen einen höheren Preis. Ausserdem sollte man beachten, welche und wieviele Arbeitsplätze bei einem Discounter im Gegensatz zu einem gehobenen Geschäft unterstützt werden. Es ist sozialer Geld auszugeben, als zu sparen.
Ich gebe sehr gerne Geld aus. Aber eben nicht für Produkte mit Mondpreisen. Firmen, die mich nicht abzocken wollen, haben mein Geld verdient. Die anderen Firmen sehen mich nicht als Kunde.

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gryps 04.04.2019, 23:03
34. Schade,

die Produkte von Leysieffer können in der Qualität durchaus mit Leonidas oder Neuhaus mithalten, kommen allerdings nicht aus Belgien.

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dborrmann 04.04.2019, 23:15
35. Zutiefst bedauerlich....

Die Himbeerschnitten von Leysieffer habe ich erstmals durch Zufall auf Sylt genossen. Seitdem sind sie mir immer wieder einen Abstecher von der A1 in Osnabrück oder einen Kurztripp auf die Kö in Düsseldorf wert. Sollte Leysieffer verschwinden, würde ich die Himbeerschnitten am meisten missen.

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tobih 04.04.2019, 23:17
36.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit...
Ich muß ehrlich gestehen, daß mir die Marke überhaupt nichts sagt und ich bin höherwertigen Genussmitteln durchaus nicht abgeneigt... Aber vielleicht reichte der vertriebsarm bisher nur noch nicht nach Süddeutschland, bei solch einer Markteinschätzung würde mich das nicht wundern

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registrierte 04.04.2019, 23:25
37. @tkedm

Doch. Ich empfehle, wenn es finanziell möglich ist, mal in ein Sternelokal zu gehen, einen schönen Wein direkt von Winzer in der Pfalz zu trinken oder eben Pralinen zu kaufen, die handgemacht und mit sehr guten Zutaten hergestellt wurden zu probieren. Unterschied garantiert.

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waterman2 05.04.2019, 00:25
38. Die Deutschen legen auf Hochwertigkeit keinen Wert mehr

Es ist in allen Branchen so. Die Massivholzmöbel fliegen auf den Sperrmüll und werden gegen "hippe" Presspappe von IKEA ausgetauscht, weil irgendein Blogger und Influencer Purismus und Minimalismus predigt. Die ALNO-Küchen dadurch insolvent. Hochwertige Klaviere von Schimmel oder Bechstein? Lieber greift man zum Billigklavier von Yamaha, dessen mieser Klang nach einiger Zeit durch den scheppernden Nachhall einem auf den Wecker fällt. Schimmel dadurch insolvent.
Da auch immer mehr das Geld fehlt, kauft man eben Billigzeug. Ich glaube nicht, dass Leyysieffer am nicht ausreichenden Veganangebot scheiterte. Ich kannte die Marke durch das Bistro am Flughafen München, das echt hochwertig ist. Kostet natürlich auch etwas.
In der Zukunft werden noch einige Firmen folgen, spätestens dann wenn es Wirtschaftsabschwung gibt. Dann wird es ein Hauen und Stechen um Arbeitsplätze geben, denn Billigfirmen haben meist nur ein Lagerhaus und ein paar Vertriebler im Einsatz.

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M.W. aus A. 05.04.2019, 00:53
39. ich kenne Leysieffer nicht.

Ich glaube aber auch nicht, daß ich viel verpasst habe. Die Aussage, daß sich die Firma zu fein dafür ist, ihre Produkte unter anderem bei Edeka zu verkaufen ist eine klare Ansage. Leider vollkommen falsch. Nicht jeder wohnt auf Sylt oder in Berlin und selbst wenn, dann gehe ich bestimmt nicht immer da einkaufen und es landen auch schon mal Pralinen von Lindt & Sprüngli oder eine Tafel Schokolade Cote d'Or im Einkaufswagen. Irgendwann ist der Bedarf gedeckt. Übrigens benutzen diese Firmen keineswegs minderwertige Zutaten um ihre Produkte herzustellen. Im Gegenteil, durch die höhere Popularität und die damit verbundene öffentliche Überwachung, sind sie gezwungen hochwertige Rohstoffe zu verwenden. Der Markt beeinflußt dann den Preis.

Ich denke, ich habe auch nicht viel verpasst. Jeden Tag schließen größere Firmen und die waren innovativer oder traditionsreicher.

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