Forum: Wirtschaft
Plötzliche Reue: Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern steigt rasant
DPA

Torschlusspanik der Reuigen: Einer SPIEGEL-Umfrage zufolge haben sich im ersten Halbjahr 2014 fast so viele Steuersünder selbst angezeigt wie sonst in einem Jahr. Denn bald werden die Regeln strenger.

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Terrorist2 13.07.2014, 17:37
60.

Zitat von RMG
Vielen „Flüchtlingen“ geht es darum ihr Eigentum vor dem Staat zu schützen. Ein Staat der seine eigenen Ausgaben kaum hinterfragt, wird das Eigentum seiner Bürger immer weniger respektieren. Es geht auch nicht um die offensichtlichen und ausgereizten direkten Steuer wie die Einkommensteuer. Es ist die MwSt., die Besteuerung der Rentner, die EGG Umlage, die Maut und letztlich auch die niedrigen Zinsen der Bankguthaben. Man sollte in „Staatsabgaben“ als Sammelbegriff für alles denken, was zwischen „Brutto“ und verfügbarem Einkommen liegt. Hier liegen wir schon deutlich über 50% mit steigender Tendenz.
Was für ekelhafte Lügen erzählen sie hier eigentlich? Die Menschen, die prozentual vom Einkommen viel für MwSt., EEG Umlage oder Maut ausgeben müssen, die haben bestimmt kein Geld übgrig, um es "vor dem Staat" im Ausland zu schützen. Und wer über 50% liegt, ist keiner von den wohlhabenden Verbrechern, die jetzt versuchen ihre Beute zu sichern. Denn sie zahlen hierzulande dank Gesetzgebung und absichtlich von korrupten Politikern schlecht konstruierten Steuerregeln immer weniger Steuern seit 10-15 Jahren.

Auch die niedrigen Zinsen auf Bankguthaben betreffen diese Leute wohl kaum, weil die paar Zehntausend Euro auf dem Festgeldkonto bei denen anders als bei Oma Erna nicht ihr gesamtes Vermögen, sondern nur einen verschwinden Bruchteil davon ausmachen. Portokasse.

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Terrorist2 13.07.2014, 17:40
61.

Zitat von naklar?
Das Finanzamt interessiert sich Null dafür, ob Sie mit dem Hauptgewerbe ein wahrhafter Steuerzahler sind. Wenn im Nebengewerbe Verluste anfallen, dann sind Sie spätestens im 3-Verlustjahr Reif für §164-AO ---Nachprüfungsandrohung. Selbst wenn Sie mit dem Nebengewerbe viele Jahre zuvor so richtig Steuern abgedrückt haben und selbst wenn Sie im Hauptgewerbe immer noch viel Steuern zahlen und deswegen Ihre Steuerzahlungen immer noch weit höher sind, als die Steuererstattungen. So bekloppt und verkommen ist inzwischen unser Steuerrecht geworden. Verluste in einem anderen Geschäftsbereich dürfen nur noch Konzerne machen. Fazit: Die Finanzbeamten mögen mit Zahlen gut umgehen können; von dem freien Markt haben die aber leider keinen blassen Dunst.
Das schlägt echt dem Faß den Boden aus. Sie würden also gerne unbegrenzt ihre Verluste aus ihrem angeblichen Nebengewerbe mit ihren Haupteinkommen verrechnen? Na klar. Dann macht jeder ne ganz schlechte Frittenbude auf, fährt weil er den Senf nur beim Schwager und wegen der tollen Qualität zum 100 fachen Preis kauft, nur Verluste ein und zahlt plötzlich gar keine Steuern mehr.

Ich find schon 3 Jahre Verrechnung abenteuerlich viel.

Natürlich ist das ein einziger Beschiss mit den Konzernen. Aber sie wollen das auch noch auf jeden höheren Einkommensbezieher ausweiten!

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Terrorist2 13.07.2014, 17:45
62.

Zitat von naive is beautiful
Hier wird fast ausschließlich über die medienwirksamen Fälle von Steuerhinterziehung geredet und ein Eimer voller Häme nach dem anderen vergossen. Ja: Steuer- UND Abgabenverkürzung/Hinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, und es ist richtig, dass sich die Netze enger ziehen. Die Einforderung von Steuer-/Abgabenehrlichkeit beschränkt sich aber keineswegs auf die so genannten Besserverdienenden', es gibt auch die unzähligen 'kleinen' Tricksereien und Hinterziehungen, über die sich kaum jemand so herzergreifend ereifert. Vielleicht deshalb, weil fast jeder Bürger seine eigenen Leichen im Keller hat... - die nicht angemeldete Putzhilfe, das als 'Nachbarschaftshilfe' getarnte Nebengewerbe, das steuerwirksame Hinzuschummeln von Entfernungen zum Arbeitsplatz in der Steuererklärung, aber auch Sozialleistunsbetrug. Nicht zu vergessen: Auch Versicherungsbetrug (dazu gehört auch das von der Haftpflichtversicherung bezahlte Handy, das ein Bekannter 'angeblich' mit dem Auto überfahren hat...) schädigt die Allgemeinheit mit höheren Prämiensätzen. Wir reden hier alles in allem über MILLIONENFACHE 'kleine' Tricksereien und bewusste Steuer-/Abgabenverkürzungen. Nachdem die Nation durch die 'großen' Fälle anscheinend hoch sensibiliisiert ist - die so aufgeregten Beiträge hier scheinen das ja auch zu belegen - rechne ich nun mit großem Optimismus mit einem drastischen Rückgang auch im Bereich dieser millionenfachen 'kleinen' Vergehen - zusammen genommen bringt das nämlich Mehreinnahmen, die alle in letzter Zeit aufgedeckten 'großen' Fällen und der dadurch ausgelösten Welle von Selbstanzeigen locker um ein x-faches übersteigen... Steuerehrlichkeit beginnt eben nicht erst bei 500.000 Euro ;)
Nö. Aber bei ein paar Hundert Euro (und darum gehts in ihren Beispielen), ist sie unerheblich und lohnt kaum die Verfolgung. Ich hoffe sehr die Polizei verfolgt zuerst Bankräuber, Diebe und Betrüger, die Millionwerte abgreifen und nicht Ladendiebe, die Kaugummi oder Brötchen klauen...

Selbst wenn sie ALLE "steuerwirksamen Hinzuschummelungen von Entfernungen zum Arbeitsplatz in der Steuererklärung" von ALLEN deutschen Steuerbürger im letzten Jahr zusammenrechnen, kommen sie nichtmal annähernd auf den Betrag, um den ALLEIN Herr Hoeneß die Allgemeinheit bestohlen hat.

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Terrorist2 13.07.2014, 17:58
63.

Zitat von spiegelleser987
Wer 51000 Euro jährlich verdient gehört zu den 10%, mit 64000 Euro schon zu den 5% Reichen. Und mit 71000 Euro schafft man es in die Gruppe der 1% Reichen.
Ihre Zahlen sind Quatsch. Ich hab mir gerade mal angesehen, wo solche Zahlen veröffentlicht werden. Die haben als Grundlage das zu versteuernde Einkommen. Ja glauben sie ernsthaft, Leute jenseits der 100.000 Euro Grenze sorgen nicht dafür, daß ein riesiger Teil ihres Einkommens nicht versteuert wird?

Bei hohen Einkommen lohnt es sich überhaupt erst richtig zahllose Steuersparmodelle zu nutzen und z.B. einen Steuerberater zu beschäftigen: Der sorgt schon dafür, daß das "zu versteuernde Einkommen" winzig wird.

Von illegaler Steuerhinterziehung oder- verkürzung noch gar nicht zu reden.

Ihren Reichtum klein rechnen konnten die Reichen schon immer ganz hervorragend.

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piratenkoch 13.07.2014, 18:02
64. Verrechnung

Zitat von Terrorist2
Das schlägt echt dem Faß den Boden aus. Sie würden also gerne unbegrenzt ihre Verluste aus ihrem angeblichen Nebengewerbe mit ihren Haupteinkommen verrechnen? Na klar. Dann macht jeder ne ganz schlechte Frittenbude auf, fährt weil er den Senf nur beim Schwager und wegen der tollen Qualität zum 100 fachen Preis kauft, nur Verluste ein und zahlt plötzlich gar keine Steuern mehr. Ich find schon 3 Jahre Verrechnung abenteuerlich viel. Natürlich ist das ein einziger Beschiss mit den Konzernen. Aber sie wollen das auch noch auf jeden höheren Einkommensbezieher ausweiten!
In der Regel sind es nicht schlecht laufende Frittenbuden als Nebengewerbe. Sondern Pferdehöfe, Zierfischzuchten, Handel mit Antiquitäten, Vermietung von Ferienwohnungen und dergleichen. Oft eben Fälle wo die Ausgaben für das Hobby mit einer unternehmerischen Veranlassung getarnt wird.
Drei Jahre sind ehr eine untere Grenze. Man wird das seitens der Finanzämter meist akzeptieren. Irgendwann muss halt aber der clevere Unternehmer auch merken, dass seine Geschäftsidee ein Fehlschlag ist und die Konsequenzen ziehen. Das Finanzamt schaut lange zu. Aber zurecht nicht ewig.

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Terrorist2 13.07.2014, 18:07
65.

Zitat von spiegelleser987
da kann richtig zugeschlagen werden. Da reicht es schon, wenn das Wachstum nicht schnell genug geht. Wer nicht sofort mehrere Millionen verdient und Wachstum plant, den kann es schon bei 1 Mio. Umsatz und Gewinn steuerlich richtig treffen. Dann macht das Finanzamt Hobby einen einen Hartz-4-Empfänger draus. Bei Selbständigen wird extrem abkassiert. Stört aber niemanden, sind ja keine Arbeitnehmer.
Das Video was sie verlinken ist ja echt die Höhe. Der Pizzeria Typ "wollte das Steuergeheimnis nicht aufheben, weil er mehr Schikane vom Finanzamt fürchtet"...wieso? Der Laden ist doch angeblich dicht? Nee...weil der Typ GENAU weiß, daß er erwischt wurde. Die ganzen Colas hat nich seine Belegschaft getrunken, sondern die hat er an Kunden verkauft!!! Natürlich zusammen mit Pizzen. Und dafür keine Mehrwertsteuer abgeführt oder sie als Umsatz angegeben. Weil man nämlich Cola, die ja geliefert werden muß, nicht so einfach verbergen kann, wie selbst hergestellte Pizzen, wo man einfach andere Werte für z.B. den Mehlverbrauch angibt und schon ein paar hundert Pizzen extra/schwarz zum verkaufen herstellen kann.

Genauso diese unbedarfte Gastronomin. Dieser Beschiss ist doch ALLTAG in der Gastronomie. Da sogtu wie niemand eine Rechnung fordert, kann der Wirt im Grunde beim Umsatz angeben, was er will. Das Finanzamt müßte erst durch aufwendige Beobachtungen nachweisen, daß der Wirt viel mehr Einnahmen hat, als er angibt.

Außerdem werden mittelständische Betriebe statistisch nur alle 20 Jahre geprüft. Also hier von häufiger Schikane des Finanzamts zu sprechen ist doch echt lachhaft.

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Terrorist2 13.07.2014, 18:25
66.

Zitat von piratenkoch
Auffällig ist der Fall dieser "Pferdezüchterin". Wenn sie keinen Gewinn erzielt, Verluste macht und somit die Zucht aus "Liebhaberei" betreibt, müsste Sie doch auch keine Steuern Nachbezahlen müssen. Irgendwas kann bei der nicht stimmen.....
Auf ihrer eigenen Internetseite und anderen Artikel ist von 11-20 Millionen Euro vermögen die Rede. Davon spricht im Frontal Beitrag niemand...dann wäre das schon mal eine ganz andere Perspektive.

Frontal ist mir in den letzten 15 Jahren auch sehr oft sehr negativ aufgefallen. Viele Berichte objektiv falsch oder zumindest sehr verzerrt. Gab sogar einen Fall im persönlichen Umfeld, wo die nur Humbug berichtet haben und dann meinten "wir bleiben dran" rausgekommen ist gar nichts. Da merkt man erstmal richtig, wenn man selbst "Insider" Informationen hat, was für einen Unsinn dieses Magazin oft berichtet.

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naive is beautiful 13.07.2014, 20:15
67. @Terrorist2 (weiß leider nicht wie man hier Zitate einfügt, sorry)

War mir klar dass auf den Hinweis zum Thema 'wir sind doch alle irgendwie Sünder...' gleich das Totschlagargument 'lohnt doch nicht, nach ein paar Hundert Euro zu suchen'. Genau SO rechtfertigt am Ende Jeder seine eigenen Tricks und Steuervermeidungs-Strategien! Doppelmoral vom feinsten! Übrigens ist Ihre Annahme falsch, dass millionenfache 'Bagatellbeträge' in der Summe keine wesentlich Rolle spielen - das Gegenteil ist der Fall, denn unsere Schattenwirtschaft (sowohl im gewerblichen als auch privaten Sektor) hat inzwischen beängstigende Ausmaße angenommen! Deutliche politische Willenserklärungen, verbunden mit ebenso wahrnehmbaren Prüfungsaktivitäten und durchaus eine auch höhere Strafandrohung würden sich durchaus sehr deutlich im Steuersäckel auswirken. Dann... - kann man übrigens auch über wirklich spürbare und nachhaltige Entlastungen der kleineren und mittleren Einkommen nachdenken! Schon mal DARÜBER nachgedacht...?

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naive is beautiful 13.07.2014, 20:35
68. @Spiegelleser987

Leider schlecht und falsch recherchiert oder zitiert. Abgesehen davon dass Sie munter Brutto und Netto vermischen, stimmt die Aussage, der größte Teil der 'oberen 10%' seinen Staatsbedienstete, nicht mal im Ansatz. Weit über die Hälfte sind nämlich leitende Angestellte, Selbstständige und Handwerksmeister, also mithin das was gemeinhin als 'steuerlich tragender Mittelstand' bezeichnet wird. Beamte und Staatsangestellte machen innerhalb der oberen 10% genau diesen Anteil aus - nämlich rund 10% (oder besser 1% der erwerbstätigen Bevölkerung). Tatsache ist aber dass 10% 'Reiche' (na ja, eigentlich verstehe ich unter reich etwas anderes als 70.000 Euro Brutto-Jahreseinkommen...) den Löwenanteil der einkommensabhängigen Steuern zahlen. Das ist auch okay, aber darum muss man nicht wirklich ständig auf genau dieser Bevölkerungsgruppe herumhacken.

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naive is beautiful 13.07.2014, 20:53
69. @Terrorist2 (17:58h)

Reine Neidargumentation! Sie tun ja so als ob es ein Kinderspiel wäre, zu versteuernde Einkommen von EUR 100k oder mehr einfach mal so 'zu verstecken' oder eine entsprechende Steuerlast mal so eben 'auf Null' zu drücken. Das ist völliger Unsinn. Sie haben - wie wohl auch andere auch hier - die heutigen, inzwischen durchaus cleveren und effektiven Informationsquellen und Werkzeuge der Finanzverwaltungen zur Analyse von Einkommen- oder Körperschaftssteuererklärungen schlicht verschlafen: Wareneinsatzverprobungen, Kontrollmitteilungen, Branchenvergleichszahlen, Konteneinsicht in Verdachtsfällen und und und... - und schließlich spült ja auch die Steuerfahnndung jährlich Milliarden in die Steuerkassen. Mein Tipp: Erst seriös recherchieren, dann Kommentare posten ;)

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