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Polit-Chaos nach der Wahl: Italiens Tragödie, Italiens Farce
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Der Wahlausgang in Italien war kein Betriebsunfall - er gehört zum zweiten Teil einer Tragödie: In den dreißiger Jahren zerstörte die Politik des Todsparens den Goldstandard, heute zerstört sie den Euro.

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Miere 07.03.2013, 07:22
90. Gold

Könnten Sie mal bitte erklären wie die angebliche Politik des Totsparens den Goldstandard zerstört haben soll? Wer hat denn damals gespart, Italien? Deutschland hat doch fleißig Geld gedruckt. Hatte der Goldstandard nicht noch Jahrzehnte läger bestand? Ist Gold nicht heute noch wertvoll?

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pruefer 07.03.2013, 07:46
91. Toll!

lieber herr münchau, die beiden letzten artikel waren wirklich klasse. die weltökonomen hier, die anderer meinung sind, begreifen einfach nicht, dass die "reformen"
die rezession verschlimmern. rezession heißt, dass die nachfrage zu gering ist! also kann man löhne senken soweit man will, die auslastung in den betrieben steigt dadurch nicht.
zu den staatsschulden: anstieg vor allem wg bankenrettung, steuersenkungen für unternehmen und
reiche. aber klar, da ist der "staat" dann auch noch schuld.

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Südblume 07.03.2013, 07:49
92. Grillos KERNAUSSAGE geht nicht um den Euro

Es stimmt, dass Grillo sagt: Wenn Europa sich so in Italien einmischt, dass der Bevölkerung nur Nachteile daraus entstehen, sind wir (M5S) für einen Volksentscheid für oder gegen den Euro. Aber das ist nicht seine Kernaussage. Es geht um die italienischen Alt-Politiker, die sich jetzt schon wieder nur darum sorgen, wie die Pöstchen und Ämtchen verteilt werden und dass nur jeder genug abbekommt. Ausserdem geht es darum, dass in Italien wohl auch die letzten verstanden haben, dass Monti nur DIE Reformen durchsetzen konnte, die dem Volk schaden. Die Reformen, die jede Menge Geld gespart hätten, dem Volke aber nicht ans Leder gegangen wären, sondern höchstens den ganz Reichen und den Politikern....die wurden soweit aufgeweicht von den Alt-Politikern, dass man sie sich gleich schenken konnte. Und Monti war still. Hätte er mal schon während seiner Amtszeit so gegen Berlusconi gewettert, wie er es in seinem zaghaften Wahlkampf tat....Da wäre das Volk hinter ihm gestanden....Grillo ist ein Populist und Demagoge-da gibt's nix. Aber er trifft den Nerv. WIR ITALIENER HABEN DIE SCHNAUZE GESTRICHEN VOLL von all denen, die UNS das Sparen heissen und selbst prassen, prassen, prassen, als gäb's kein Morgen mehr. Jetzt sind die Alt-Politiker alle kleinlaut, das 8-Punkte-Programm Bersanis erinnert stark an die Kernaussagen Grillos (seine Euro-Skepsis ausgenommen), es ist vollkommen klar, dass Grillo jetzt den starken Mann spielt. Und es ist auch völlig klar, dass diese Patt-Situation jetzt auch die Investitionen blockiert. Aber das war mehr als ein Abwatschen. Das war ein Tritt ins verlängerte Rückgrat. Wir brauchen Leute, die sich um UNSER Wohl kümmern, nicht um ihr eigenes. Dann kommt Italien auch wieder auf die Beine. Alles andere ist Schall und Rauch und interessiert momentan niemanden, so schlecht geht's den Italienern schon!

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Thaeve 07.03.2013, 07:50
93. Zaghafter Weg zur Alternative

Es gibt einen Weg zur Alternativlosigkeit, zaghaft wird er aufgezeigt, ungerne darüber geprochen, undenkbar für die Eliten in Politik und Hochfinanz.
Aber die Menschen scheinen diesen Weg langsam als machbar anzusehen.

Natürlich haben die Regierungen das Geld mit vollen Händen zum Fenster rausgeworfen. Natürlich haben die Menschen diese Regierungen gewählt.
Alle? Mitnichten. Schauen wir uns mal die Wählerschichten an, die in ITA Grillo gewählt haben und vor einem Jahr in GR Tsipras.
Gebildete junge Menschen, die genau wissen, das der Weg, den ihre Eltern- und Großelterngeneration gegangen ist falsch war, das Gefälligkeitssystem, die Fakelaki-Mentalität, die mafiösen Strukturen.
Deswegen wählen sie auch die Vertreter der alten Parteien des Establishmentes nicht mehr.

Es heißt immer, wir bürden unseren Kindern die Schulden auf. Das ist ja auch das Argument, mit dem eine Schuldenvergemeinschaftung abgelehnt wird. Warum sollten unsere Kinder für die Fehler der Alten im Süden haften?
Im Süden ist dieser Punkt bereits erreicht.
Die junge Generation, jene, die das System nicht zu verantworten haben, die die Schulden nicht gemacht haben zahlen heute schon dafür, mit Jugendarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit.

Und sie haben eine Antwort, die nur keiner hören will.
Wir zahlen nicht für die Fehler unserer Eltern und Großeltern. Punkt.
Staatsbankrott.
Spricht zwar keiner aus, läuft aber im großen und ganzen darauf zu.
Ob innerhalb oder außerhalb des Euro? Egal.

Machen wir uns bewust, das eine Abkehr des Euro in diesen Ländern einen 100%igen Schuldenschnitt bedeutet, auch im privaten Sektor, denn die Schulden sind in € dotiert und werden niemals in Lira oder Drachmen zurückgezahlt. Das ist schlicht unmöglich.

Staaten können sie nur auf eine Art pfänden - Panzer rollen lassen. Und ich glaube nicht, das irgendjemand bereit ist, für die Interessen der Kreditgeber Krieg in Europa anzufangen.

Der Fehler war von vorneherein, das wir den Kreditgebern das Risiko (mal wieder) abgenommen haben. Aber warum sollen wir, warum sollen unsere Kinder für die Verlustsozialisierungspolitik zahlen?
Weil Staatsbankrott undenkbar ist?
Staatsbankrotte sind in der Geschichte so häufig wie Dynastiewechsel und Revolutionen, deswegen ist noch kein Land im Atlantik oder Mittelmeer versunken. Nur die Kreditgeber haben Geld verloren, dafür aber vorher auch Risikoaufschläge kassiert. Dann müssen sie das Risiko auch tragen.

Nach dem Staatsbankrott wird den Bankrotteuren dann auch keiner mehr Geld leihen, natürlich.
Wer aber über keinen Kredit mehr verfügt muß mit dem Geld auskommen das er hat. Da ist Sparen automatisch.
Aber man wird nicht gleichzeitig von Zins und Tilgung bei sinkendem BIP erdrückt, wie es im Moment geschieht.
Wer einen Primärüberschuß aufweist könnte also theoretisch sogar im Euro verbleiben, ob das klug ist sei dahingestellt, aber das wäre eine nationale souveräne Entscheidung.
Wer keinen Primärüberschuß hat, für den bleibt nur die Notenpresse - und das geht tatsächlich nur außerhalb des Euroraumes.

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germandoof 07.03.2013, 07:51
94. Sparen

Ich krieg jedesmal das große Kot*en wenn ich das Wort "kaputtsparen" höre. Würde man nicht sparen, würden die Schuldenberge noch schneller steigen. Wir haben 50 Jahre in der westlichen Welt über die Verhätnisse gelebt, Sachen produziert ( von Kriegsmaterial bis zum chinesischen Plastikschrott für 1 Euro) den kein Mensch braucht. Sollen wir weiter so machen? Sollen wir wieder unötiges Zeug produzieren das Italien, Spanien, Griechenland usw . bloß ihre Wirtschaft wieder ankurbeln können? Sollen weiter extreme nutzlose hohe Löhne an Millionen Beamten in der EU bezahlt werden, bloß das die Wirtschaft läuft? Wann kommen wir mal auf die Idee das zu machen und nur Das was für Menschen nützlich ist? Natürlich lässt sich so etwas mit den angehäuften Schuldenbergen weltweit nicht mehr machen. Also so schnell wie möglich dieses Casino Spiel beenden, ein Neuanfang mit eigenen Landeswährungen starten. Der Mensch und nur der Mensch muss im Mittelpunkt stehen und nicht die Lobbyisten und Absahner an den Börsen.

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mielforte 07.03.2013, 07:55
95. Also das, das ist der Münchau

und macht im Spon die Sendung mit der Maus. Nur mit dem Unterschied, daß sich das Original an Fakten hält.
Alles was sich aus dem vorhandenen Parteienspektrum wagt, muß nationalistisch, rechtsextrem oder weiß was sein. Mein Gott, der Henckel ist Mitglied im Klub und sammelt die Euroskeptiker vor der Wahl ein, um sie danach ordnungsgemäß wieder nach Hause zu schicken.

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albrechtstorz 07.03.2013, 08:14
96. Der Euro zerstört die Wirtschaft, nicht anders herum!

Zitat von sysop
Der Wahlausgang in Italien war kein Betriebsunfall - er gehört zum zweiten Teil einer Tragödie: In den dreißiger Jahren zerstörte die Politik des Todsparens den Goldstandard, heute zerstört sie den Euro.
Ein ziemlich unsinniger Vergleich, der zwischen Goldstandard und Euro. Der Goldstandard ist historisch entstanden und war dem Gefühl geschuldet, dass ein Wert nicht nur durch ein Versprechen, sondern auch durch eine wertvolles Gut (seltenes, stabiles, vielseitig nutzbares, allgemein begehrtes Edelmetall) repräsentiert werden sollte.
Der Euro ist dagegen eine Kopfgeburt ohne Substanz.
Und der Euro wird nicht durch "Todsparen" zerstört, sondern der Euro zerstört die Wirtschaftszone Europa weil er dieser Zone aufgezwungen wurde und nicht dazu passt.

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NochNeMeinung 07.03.2013, 08:15
97. richtig erkannt

Zitat von fuchs008
Es wird höchste Zeit, dass die Südeuropäer Deutschland aus der Euro-Zone schmeissen, damit endlich mit dem Sparen Schluss ist. (Ironie) Mal ehrlich Herr Münchenau. Die jetzige Situation ist dadurch entstanden, dass in den letzten 20 Jahren ständig Schulden gemacht wurden, in allen Euroländern. Auch das, was Deutschland jetzt macht ist kein Sparen - es ist nur etwas weniger Neuverschuldung. Klar kann man der Krise ein wenig gegensteuern indem die EZB immer mehr Geld druckt. 10% Inflation würden die Staaten sich etwas entlasten, gleichzeitig aber auch die Sparvermögen (für viele steckt da ein Arbeitsleben drin) entwerten. Die sauberste Lösung wäre die Streichung aller Staatsschulden in der Euro-Zone, komplett. Aber das ist wohl zu nah am Sowjetkommunismus als dass man darauf hoffen dürfte.
Die Streichung aller Schulden käme allerdings auch einer zumindest teilweisen Enteignung aller Sparer gleich. Besser als komplette Schuldenstreichung wäre es daher, Vermögen über einer bestimmten Grenze mit einer Zwangsabgabe mit einem Zinssatz in Höhe der Inflation zu belasten. Mit diesem Geld könnte dann die alten Schulden mit höherem Zinssatz abgelöst werden. Das wäre für Deutschland mit seiner ohnehin schon eher geringen Zinslast weniger von Bedeutung als für die romanischen Staaten, die dadurch tatsächlich erheblich entlastet würden. Im Ergebnis geht es nur um die Frage, wer die Last tragen soll: Die Erwerbstätigen oder die Kapitalbesitzer?

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Blackysmart 07.03.2013, 08:18
98.

Zitat von ausgetretenes_mitglied
Das ist Merkels Schuld und wird hoffentlich dazu führen, dass sie im September zurück in die Uckermark geschickt wird.
Schauen Sie sich doch die Umfrageergebnisse der Kanzlerin an. Da muss einem doch klar werden, dass wir nichts besseres verdient haben. Die Weichen sind gestellt, dafür werden die braven deutschen Untertanen im September schon sorgen.

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badsch 07.03.2013, 08:22
99. Italien hat immer noch die Wahl

Zitat von sysop
Der Wahlausgang in Italien war kein Betriebsunfall - er gehört zum zweiten Teil einer Tragödie: In den dreißiger Jahren zerstörte die Politik des Todsparens den Goldstandard, heute zerstört sie den Euro. ... "Daher stehen wir jetzt vor einem Zyklus von Wahlen, technischer Regierung, Neuwahlen, einem wahrscheinlichen Sieg Grillos und einer Phase, die in Italiens Ausstieg aus dem Euro münden wird. Solange das Thema im Raum steht, so lange wird niemand in Italien investieren. Das Trauma des Ausstiegs wird zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung."
Selbst ein Ausstieg Italiens aus dem Euro wäre nicht der Weltuntergang, zumal es mit dem "Totsparen" für Italien ja dann ein Ende hätte und wieder so etwas wie die LIRA eingeführt würde. Genau diese Lösung ist aber für Herrn Münchau völlig inakzeptabel. Wir dürfen raten, warum? Ein Italien-Ausstieg aus dem EUro wäre zwingend mit einem Schuldenschnitt verbunden, das würde einige Banken und Hedgefonds ziemlich treffen. Man muss vermuten, dass der Interessenvertreter Münchau deshalb die Ausstiegslösung scheut wie der Teufel das Weihwasser.
Aber Italien hat ja die Wahl: Diese italienische Gesellschaft ist reicher und vermögender als die deutsche, ein Bail-out Italiens durch z.B. den deutschen Stuerzahler wäre obszön. Wie wäre es also, wenn dien Italiener endlich die Reformen anpacken würden, die sie zu einer wettbewerbsfähigeren Wirtschaft machen könnten.

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