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Politik und Autokonzern: Das VW-Gesetz - plötzlich wieder im Fokus
DPA

Stephan Weil hat sich eine Rede von VW absegnen lassen. Das ist besonders pikant, weil er niedersächsischer Ministerpräsident und Aufsichtsrat beim Konzern ist. Möglich macht das das VW-Gesetz. Warum gibt es das eigentlich?

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neurobi 07.08.2017, 21:03
1. Frontalangriff auf die Mitarbeiter.

Ein Infragestellen des VW-Gesetzes ist ein Frontalangriff auf die Mitarbeiter des VW-Konzerns.
Das man gerade jetzt mit der Forderung wieder hervorkriecht hängt wohl mit der relativ günstigen Aktie zusammen.

Als Niedersachse sage ich klar nein!

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eugler 07.08.2017, 21:20
2. hat sich der Autor mit dem Thema beschäftigt

Diese Frage stellt sich ernsthaft. Das VW-Gesetz hat sich seine Schwächen, allerdings wer den Sinn hinterfragt hat nicht verstanden wie Globalisierung heute funktioniert.
Ich will auch gar nicht lang schwadronieren. Fest steht, dieses Gesetz ist der einzige Schutz, den das Unternehmen, somit seine Mitarbeiter, Kunden und Nutznießer vor der Zerschlagungund vor allem Plünderung schützt. Nicht ausreichend, aber solange es keinen freien Markt gibt und Wirtschaftskriminalität gegen Staaten nicht sanktioniert wird, brauchen wir dieses Gesetz.

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Nordstadtbewohner 07.08.2017, 21:33
3. Zeichen der Zeit nicht verstanden

Zitat von neurobi
Ein Infragestellen des VW-Gesetzes ist ein Frontalangriff auf die Mitarbeiter des VW-Konzerns. Das man gerade jetzt mit der Forderung wieder hervorkriecht hängt wohl mit der relativ günstigen Aktie zusammen. Als Niedersachse sage ich klar nein!
Das VW-Gesetz ist ein Relikt vergangener Zeiten, das in Zeiten der Globalisierung überflüssig ist. Der VW-Konzern gehört vollständig privatisiert und von der niedersächsischen Politik entkoppelt. Der massive Einfluss von Politikern und Gewerkschaften hat die Schieflage bei VW überhaupt erst möglich gemacht. Besonders schlimm sind die Zustände im Personalbereich. Beamtenähnliche Arbeitsverhältnisse innerhalb des Konzerns sind nur die Spitze des Eisberges.

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ulrich_loose 07.08.2017, 21:45
4. Nein, das ist kein Frontalangriff

und wenn, dann ist dieses Gesetz ein Angriff auf die Kapitalseite! Der Aufsichtsrat ist ja nur oberflächlich betrachtet "paritätisch" - das Land sitzt und stimmt aber im Aufsichtsrat für die Arbeitnehmerseite die so ein völliges Übergewicht bekommt. Auch sehr schön an ihrem Beitrag zu erkennen, denn sie gehen ja offenbar selbst davon aus, dass die SPD Landesregierung ganz selbstverständlich NICHT für die Kapitalseite stimmt, sondern für die Gewerkschafts- und Betriebsratsseite. Der "Frontalangriff" würde also nur die Parität wieder herstellen und den VW-Konzern vom Typ VEB wieder zu dem machen, was er ist - eine Aktiengesellschaft. Für die Stammbelegschaft von 160.000 Leuten die praktisch jedes Jahr überhohe Bonis kassieren, wäre es doch ein Leichtes die 20 % mit einer Art Vorkaufsrecht zu übernehmen und zu versuchen an der Börse die fehlenden 5% zu kaufen. Dann säßen die stimmberechtigt auf der Kapitalseite und hätten jedes Recht der Mitbestimmung auch dort.

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bigroyaleddi 07.08.2017, 21:48
5. Jetzt kommen die Neoliberalen wieder aus der Grube

um eine Sache, die vermutlich vor 50 Jahren mal ein wenig anders gedacht war, zu eliminieren und dem marktwirtschaftlichen Neoliberalismus zu unterwerfen. Wie der für Arbeitnehmer und deren Rechte aussieht, das weis doch jeder.

Aber bitte, wer das gut findet, der darf bei den nächsten anstehenden Wahlen sich ja entsprechend entscheiden. Für meine Person kommt ein Nachgeben zu diesen Positionen keinesfalls in Frage.

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kladderadatsch 07.08.2017, 22:01
6. Als Porsche Aktionär wollte ich eigentlich mal die EU

verklagen. Diese wollte nämlich noch vor der geplanten Übernahme von VW durch Porsche das Gesetz als nicht EU-vertragskonform aufheben. Damals hat die Politik VW gerettet. Porsche hätte mit der VW-Kasse seine Übernahmeverbindlichkeiten bezahlen können. Unter Porsche hätte es solche Skandale nicht gegeben.

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rosenrot367 07.08.2017, 22:03
7. VW-Gesetz muss weg!

Zitat von neurobi
Ein Infragestellen des VW-Gesetzes ist ein Frontalangriff auf die Mitarbeiter des VW-Konzerns. Als Niedersachse sage ich klar nein!
Als Niedersächsin sage ich klar ja: das VW-Gesetz muss weg - und Politiker wie Weil und Lies verschwinden definitiv aus dem Aufsichtsrat! Die haben doch dort überhaupt nichts mitbekommen und auch nichts beaufsichtigt - Herr Weil sagte in einer Pressekonferenz, dass er aus den Medien vom Dieselskandal erfahren hat......Politiker haben in Aufsichtsräten nixxxxx zu suchen!!

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Tumtrah 07.08.2017, 22:09
8. Nicht vergessen !

Das Volkswagenwerk ist mit den Geldern der Gewerkschaften erstellt worden, den Gewerkschaften nach Kriegsende nicht übergeben sondern der deutsche Staat als Treuhänder eingesetzt worden.
Auf dieser Grundlage ist das VW-Gesetz entstanden.

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Aberlour A ' Bunadh 07.08.2017, 22:22
9. VW Gesetz bitte überall

Das VW-Gesetz hat nur einen Fehler: es müsste eigentlich in allen Branchen gelten. Weniger kurzfristiges Kapitalistendenken, mehr Langzeitverantwortung. Und was viele vergessen: es kommt in gewissen Umfang zu einer Demokratisierung der Wirtschaft. Denn implizit können ja die Wähler an der Wahlurne in Niedersachsen mitbestimmen wie "ihr Unternehmen" gemanagt wird. Wenn der Ministerpräsident als Aufsichtsrat seiner bestimmungsgemäßen Aufgabe auch nachkommt.

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