Forum: Wirtschaft
Politik und Gesellschaft: Die Tyrannei der falschen Freiheit
Corbis

Freiheit ist schön, oder? Kommt drauf an, sagt die Philosophin Renata Salecl. Zu oft nutzen wir unsere Wahlmöglichkeiten, um ein vermeintlich optimales Leben zu führen. Die Folgen: Unzufriedenheit und Schuldgefühle.

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Kasimir Schneck 08.06.2014, 19:27
20. klingt wie eine naive Kapitalismuskritik

der Warencharakter von allem und jedem als Grundfundament des Kapitalismus wird von ihr ja erkannt aber die Schlussfolgerungen sind doch eher infantil . das hätte man auch in in einem Satz bringen können: "jeder kann es schaffen, nur nicht alle" das ist das problem

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MiniDragon 08.06.2014, 19:38
21. après avoir choisi on se contente du hasard de son existence...

Zitat von OskarVernon
Schrecklich aber auch: Gestern Rumpsteak und Rotwein gekauft - und jetzt ist mir nach Schnitzel und Bier... :-(
et on peut l'aimer. Il vous borne comme l'amour.

Auf Deutsch:

Sie sollten zuerst vertilgen, für was Sie sich gestern entschieden haben. Gut möglich, dass Sie dann gar keinen Appetit mehr auf Schnitzel und Bier haben. :-)

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pecos 08.06.2014, 19:42
22. Die Freiheit der Wahl ....

... ist heute keine Freiheit mehr, sondern ein Zwang und eine Verpflichtung (obligation to choose) - und zwar im Bereich des Konsums. Es gibt einen Zusammenhang dazwischen, sich selbst zu erforschen, seine Wünsche zu erkennen und diese Realisieren zu müssen - durch Konsum; und der Abnahme der Wahlbeteiligung. Da ist ein politischer Traum in die Sphäre des Ökonomischen verlagert worden.

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pecos 08.06.2014, 19:46
23.

Zitat von OskarVernon
Jammern auf hohem Niveau ist so was - weiter nix! Hätte Frau Salecl (und die, die ihr zustimmen) lieber das durchorganisierte Einheitsleben für alle - so richtig mit sicherem, aber alternativlos zugewiesenem Arbeitsplatz, Uniform aka Mao-Anzug und der täglich zugeteilten Schüssel Reis?
Das ist doch vollkommener Unfug. Es gibt für sie nur absolute Freiheit und absolute Diktatur. Wenn Sie den Artikel tatsächlich gelesen haben, dann geht es doch nicht darum, dass die Frau gegen Freiheit ist, sondern nur gegen die Illusion, dass das ständige Vorgegaukel von Wahlfreiheit (im Konsum) auch automatisch Glück bedeutet.

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Vex 08.06.2014, 19:56
24. genau

Zitat von mustafa20
Die sozialistischen Führer der Welt haben bisher nur Armut und Unterdrückung "gleichmässig verteilt" ... Moment ... nicht ganz gleichmäßig. Sich selbst haben sie meist ausgenommen.
Ja genau das ist jetzt alles so viel anders im Kapitalismus ?

Von der NSA konnte die Stasi nur träumen und so reich wie manch ein Multimilliardär waren die Bonzen dort auch nicht. ( nicht mal im Vergleich zu Durchschnittseinkommen ...).

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Scheidungskind 08.06.2014, 20:00
25. ...

Die Freiheit der Elterngeneration ist das Gefängnis der Kinder. Egal ob Umweltverschmutzung, unzuverlässige Zuwendung der Mutter oder elterliche Ehescheidungen. Die Kinder baden es ihr Leben lang aus.

Glück hängt nicht vom richtigen Denken sondern vom richtigen Empfinden ab und das lernen wir im Kindesalter anhand unseres Verhältnisses zu unseren Eltern. Wenn sie ihre Kinder durch ihre Entscheidungen verunsichern, fühlen die Kinder diese Unsicherheit in vieler Hinsicht weiter.

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OskarVernon 08.06.2014, 20:03
26.

Zitat von pecos
Zwang und eine Verpflichtung (obligation to choose) - und zwar im Bereich des Konsums.
Wie sieht denn Ihre Alternative aus? Eine übergeordnete Instanz, die jedem zuteilt, was er nach deren Auffassung braucht? Dreimal täglich Antreten zur Gemeinschaftsverpflegung, damit niemand bunkert oder gar Tauschhandel treibt?

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OskarVernon 08.06.2014, 20:21
27.

Zitat von pecos
... sondern nur gegen die Illusion, dass das ständige Vorgegaukel von Wahlfreiheit (im Konsum) auch automatisch Glück bedeutet.
Mir scheint, die Dame schließt da von sich und ein paar anderen auf uns alle - oder versucht schlicht, uns ein Problem einzureden. Unterm Strich bleibt tatsächlich nicht mehr als die übliche wohlfeile, aber substanzlose Konsumkritik...

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pecos 08.06.2014, 20:28
28. schwarz und weiss

Zitat von OskarVernon
Wie sieht denn Ihre Alternative aus? Eine übergeordnete Instanz, die jedem zuteilt, was er nach deren Auffassung braucht? Dreimal täglich Antreten zur Gemeinschaftsverpflegung, damit niemand bunkert oder gar Tauschhandel treibt?
sind nicht die Antworten. Aber ein wenig Regulierung täte nach der Deregulierungswut der Schröderjahre und danach schon gut. Zum Beispiel wäre es wünschenswert, dass tatsächlich eine übergeordnete Instanz die Qualitäten der Telefonhotlines von grossen Unternehmen kontrolliert. Da wird einem suggeriert, es mache einen Unterschied, welchen Stromanbieter man wähle, und hat man sich einmal einen ausgesucht und danach eine Frage oder ein Kundenproblem, wird man von inkompetenten Mitarbeitern von Pontius zu Pilatus geschickt, aber den, der zuständig ist, erreicht man nicht - weil nämlich niemand mehr zuständig ist, ausser der Kunde selbst. Selber schuld; hätte sich besser informieren sollen, der Depp. Wenn es nun eine Instanz gäbe, die diese Beratermafia tatsächlich kontrolliert und Verantwortlichkeiten bei den Unternehmen einfordert, wäre das schon ne schöne Sache. Solche Lösungen haben doch nichts mit stalinistischem Essensfassen (oder DDR-Töpfchengehen) zu tun, sondern mit Kundenschutz und der Übernahme von Verantwortung. Aber die wird heute immer auf den Einzelnen abgewälzt, nie von einer Behörde oder gar vom Unternehmen übernommen. Der Staat hat sich aus derlei Bürgerschutz zurückgezogen. Aber wenn Sie nur schwarz und weiss sehen wollen, dann hilft wohl keine Differenzierung....

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innerpeace 08.06.2014, 20:32
29.

Das Problem der Menschheit sind die egomotivierten Verhaltensweisen hervorgerufen durch die Identifikation mit dem Verstand. Ich kann deshalb jedem das Buch Eckhart Tolle - "Jetzt! Die Kraft der Gegenwart"‎ empfehlen. Es hat mein Leben von Grund auf verändert.

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