Forum: Wirtschaft
Politische Dauerkrise: Merkels Euro-Strategie ist gescheitert
AP

Der fruchtlose Gipfelmarathon in Brüssel zeigt, wie sehr sich die wirtschaftliche Dauerkrise zur politischen Krise verschärft hat. Angela Merkels Euro-Strategie führt zu Frust und Zynismus.

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wauz 28.06.2015, 13:49
80. ELA und Dummheit

Zitat von jgwmuc
Ulli Hoeness wurde (zurecht) zur Zahlung der hinterzogenen Steuern, einer Strafe von 27 Millionen und 2 Jahre 9 Monate Gefängnis, verurteilt. Frau Merkel hinterzieht dem Deutschen Volk die von ihr gezahlten Steuern, bis dato ca. 135 Milliarden. Wie hoch wird ihre Strafe in Euro und die Gefängnisstafe wohl sein? Jetzt berät die EZB doch tatsächlich noch um weiter Hilfen (ELA) ab Morgen. Das ist gegen jegliche Aufgabe der EZB. Wie wird bei Herrn Draghi wohl einen Prozess ausgehen? Die ganze Regierung inklusive SPD, die jetzt noch weitere Hilfen - die nie zurück gezahlt werden, gehört Strafrechtlich in Haftung genommen.
Wer sich über ELA-Kredite aufregt, möge sich bitte an die Institution wenden, die sie gewährt: die Europäische Zentralbank EZB.
Es gehört zum Grundwissen, dass die EZB anl Notenbank die Institution ist, die Geld MACHT. Dazu braucht sie kein Steuergeld, und sie bekommt dazu auch keines. Selbst dann nicht, wenn die ELA-Kredite ausfallen.
Frau Dr. Merkel so kritikwürdig sie ist, hat in keiner Weise Steuergeld veruntreut. Dazu hätte sie Gelder, die per Haushaltsgesetz ihrer Regierung vom Parlament zur Verfügung gestellt wurden, zweckwidrig ausgeben müssen.
Und Veruntreuung und Steuerhinterziehung sind zwei völlig unterschiedliche Delikte.
Bewahren Sie also bitte das Forum vor solchem Geschwätz und sich selbst vor der Schande, die sich für Sie daraus ergibt!

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brunnersohn 28.06.2015, 13:50
81. Jeder Harz4 Empfänger hier

hält sich an die Regeln, jeder der priv. Insolvenz durchmacht, hält sich an die Regeln.
Warum können das nicht die Griechen? Sind sie besser als die anderen? und nun kommt-schwupp- ein Referendumm! ins Spiel.
Tarnen, Tricksen und Täuschen können Hütchenspieler aber nicht bankrott-korrupte Staaten.
Die griechische Regierung hätte dem Vertagswerk zustimmen können und danach das Volk befragen sollen. Das wäre hilfreicher gewesen. Stattdessen schwadroniert Varoufakis davon, dass diese Bedingungen dem Volk nicht zuzumuten sei
und man darum ein Referendum brauche.
Wenn es dem Volk nicht zuzumuten ist, dann hat die Regierung die Pflicht (mit den nötigen Eiern in den Hosen) abzulehnen!
und nicht zu fragen " hey Volk macht was ihr wollt, ihr wisst es sicher besser, aber lasst uns an der Regierung"

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fthoe 28.06.2015, 13:50
82.

Stimmt: Visionen sind wichtig. Allerdings darf man darüber nicht die täglichen Hausaufgaben vergessen. Diese müssen zunächst erledigt werden, bevor ich daran gehen kann, Visionen zu verwirklichen. Es stimmt auch, dass die Geduld in den letzten Jahren und besonders in den letzten Monaten arg strapaziert wurde. Nur dies ist folge mangelnder Entschlossenheit und vielleicht zu viel Vision. Griechenland hätte klar gesagt werden müssen unter welchen Bedingungen finanzielle Hilfe geleistet wird: take it or leave it!!! Keine endlosen verhandlungen, kein täglicher Wasserstandsbericht, der dann auch meist nicht stimmt.

Es nutzt auch nichts, die Augen zu schließen die Fakten nicht zu akzeptieren. Angesichts der demographischen Entwicklung in ganz Europa werden wir uns Gedanken darüber machen müssen, wie wir die sozialen Systeme zukünftigfinanzieren wollen. Mehr soziale Wohltaten zu verteilen wird nicht funktionieren. Ganz im Gegenteil werden einzelne Gruppen, die derzeit besonders reichhaltig bedient sind, erhebliche Abstriche hinnehmen müssen. Nicht nur in Griechenland sondern auch in Deutschland. Wohlstandszuwächse werden geringer ausfallen als bisher gewohnt. Die Alternative dazu ist, noch unschöner: immer mehr Menschen, die ganz aus dem System fallen.

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eriberto 28.06.2015, 13:50
83. Prinzipiell haben Sie recht,

Herr Müller. Aber, ich sehe diese Vision nicht nur in Deutschland nicht, sondern auch in den anderen europäischen Staaten.
Es klingt ja schön, über Integration zu sprechen - mit positiver Konnotation -, die Frage die sich allerdings geradezu aufdrängt ist: wollen die Völker Europas eine weiter gehende Integration mit all ihren Konsequenzen ? Ich glaube eher nicht. Eine tiefergehende Integration würde dabei m.E. nicht an Deutschland scheitern, sondern an nationalen Egoismen der anderen 'Partner'. So kann ich mir einen weitgehenden Souveränitätsverzicht insbesondere bei unseren französischen Nachbarn nur schwerlich vorstellen. Schon daran würden etwaige Bestrebungen scheitern. Den Deutschen wurde im Nachgang des zweiten Weltkrieges der Nationalstolz und Patriotismus 'aberzogen', wofür auch unser Bildungssystem, das auch ich 'genießen durfte', verantwortlich ist. Wir wären vielleicht sogar bereit, Souveränität abzugeben. Die Frage, die sich mir stellt ist schlicht: wäre dies - wirklich - zu unserem Vorteil ? Ich bringe mal, vereinfacht - zugegeben - den Mathematiker Justus von Liebig ins Spiel. bzw. dessen Minimumgesetz. Demnach bestimmt in einem Fass die kürzeste Daube, wie weit dieses gefüllt werden kann. Verwendet man nun die Daubenlänge als Symbol für die Wirtschaftskraft der EU-Mitgliedsstaaten, wird m.E. stark vereinfacht deutlich, wie stark (wirtschaftlich) das Gesamtkonstrukt (hier die EU) sein kann. Um die Daubenlänge anzugleichen wäre 'ein Abschneiden der längeren Dauben' notwendig, um kürzere Dauben verlängern zu können. Dies ist im Fall der EU gleichbedeutend mit Transfer-, bzw. Ausgleichszahlungen der wirtschaftlich stärkeren an die Schwächeren. Wie gut das funktioniert, sieht man ja schon am deutschen Länderfinanzausgleich. Insofern kann man die EU in der heutigen Form - langfristig - 'vergessen'...

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keksguru 28.06.2015, 13:50
84. Artikel ist mir zu radikal

und geht in keinster Weise drauf ein, daß andere EU-Staaten (in etwa die baltischen Länder) sehr wohl durch Sparen bei den Ausgaben auf einen grünen Zweig gekommen sind. Weil dort radikale strukturelle Reformen stattfanden... jedes EU Mitglied muß auf seine Art und Weise zur EU beitragen. Weigert sich ein Land, seinen Part zu leisten, dann haben wir ein Problem... was bis dato noch nie so drastisch zutage getreten ist. Eine demokratisch legitimierte Regierung lehnt die Forderungen der Geldgeber ab, und infolgedessen wird ein "kleines" Land in sehr kurzer Frist ins Chaos gestürzt. Ja und? DAs ist nun mal der Lauf der Dinge, wenn Polemiker und Propagandisten an der Regierung stehen und blind weiterhin Klientelpolitik betreiben.

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Brave 28.06.2015, 13:50
85. verglichen mit der

deutschen Einigung ist ja das, was jetzt im Feuer steht und unwiederbringlich weg ist, Peanuts. Griechenland ist auf Zeiten vom Kapitalmarkt abgeschnitten, die Banken werden in Kürze Insolvenz anmelden und die Griechen werden eine staatliche parallele Währung einführen. Die Griechen haben es selbst verdorben. Europa hat zu lange gewartet. Die Pleite hätte eher kommen müssen, dann hätte jedes Land sich auf die heimische Banken konzentriet, Stützungen angeboten, und nach 5 Jahren wäre es überstanden gewesen. Auch Griechenland würde heute mit eigener Währung besser dastehen.

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Robert Mitchum 28.06.2015, 13:50
86. Nicht Merkel ist gescheitert

Griechenland ist gescheitert. Erst Schulden machen und dann "Schuldenschnitt" geht nicht. Wer auf Stur schaltet muss am Ende die Konsequenzen spüren. Eine Einigung um jeden Preis (und damit weites Entgegenkommen) würde Italien, Spanien oder anderen hochverschuldeten Staaten einen "Weg" zeigen wie man aus dem Dilemma rauskommt.

Für DE ist ein Scheitern Griechenlands auf Dauer richtig gut finde ich. Weil sich die "Investoren" bewusst werden, dass es auch bei Staatsanleihen ein Risiko gibt. Dieses Risiko hat jeder "Investor" beim Kauf einer Anleihe gezeichnet. Das macht unsere Schulden mittelfristig bezahlbar - wahrscheinlich stecken wir in GR weniger drin als wir an Zinsen bislang gespart haben. 1% weniger Zinsen sind bei 2200 Mrd Schulden bereits 22 Mrd Euro im Jahr. Selbst mit 20% an dem GR Desaster beteiligt haben wir 100 Mrd zahlungsausfall nach einem Jahr bereits wieder drin.

Schade dass die großen Anleger durch das EU Hilfsprogramm überwiegend "raus aus den Schulden" sind. Nach Darwin gibts kein "too big to fail", sondern nur Exempel.

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Beat Adler 28.06.2015, 13:51
87. 2. Strategie: Gruendung der Vereinigten Staaten von Europa

Zitat von nestor01
Auflösung der Eurozone und Rückkehr zu nationalen Währungen. Solange der EURO ein politisches Projekt ist, wird jede Strategie, die ihn erhalten will, scheitern.
Heute, 13:18 von nestor01
"Es gibt nur eine Strategie, die nicht scheitert
Auflösung der Eurozone und Rückkehr zu nationalen Währungen. Solange der EURO ein politisches Projekt ist, wird jede Strategie, die ihn erhalten will, scheitern."

Es gibt eine 2. Strategie: Gruendung der Vereinigten Staaten von Europa.

Dazwischen ist die EU mit der Eurozone weder Fisch noch Vogel. Zur Zeit herrscht eben Zwischenzeit;-)
mfG Beat

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j.cotton 28.06.2015, 13:51
88. Die Folgen einer Gratwanderung.

Aber ob das die Kanzlerin auch weiss?
wenn es schon die Mehrheit der Deutschen Wähler nicht wissen (wollen)?
Obwohl - in den letzten Tagen vermeine ich leichte Schweissperlen auf den Stirnen unserer "Spitzenpolitiker" zu entdecken.
Auf der Stirne von Gegenspieler (Grau ist jede Spieltheorie...) Varoufakis seltsamerweise aber nicht.
Vl doch nicht so irre, dieser Spieler, wie man(n) denkt?
Und dann noch die IRRlichternde Meinung einiger BILDungsbürger, die meinen, in diesem (Schei?)-Spiel ginge es NUR um die WÄHRUNGS-Turbulenzen, leicht beherrschbar dazu, nach einem Grexit.
Einfach irr-e oder nur ein -tum?
In ein paar Tagen sind wir weiter - in dieser Gratwanderung!

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robert.lechl 28.06.2015, 13:51
89. Erfolg...

Ich denke es ist ein Erfolg, nicht so sehr als Politikerin als eher als Lobbyist. Erfolgreich wurden die Zinsen der Gläubiger mit Steuergeldern in Milliardenhöhe getilgt und auch ein Schuldenschnitt ist damit zum Großen Teil gedeckelt.
Verlierer sind die Steuerzahler, aber Merkel kann in ein paar Jahre eine tolle Kariere etwa bei einer amerikanische Großbank machen und bekommt nicht allein wegen der Unterstützung in der NSA Krise eine Orden vom amerikanischen Staat.
Noch größerer Verlierer aber ist Putin, er hat den Griechen Hilfe versprochen und gleichzeitig den Kontakt zu den Europäern verloren. Er bekommt sicher auch eine Orden der Amerikaner für seine fantastische Arbeit.
Gewinner ist die USA. Sie hat erfolgreich Europa abkassiert, seine Renten damit gesichert und nebenbei Deutschland klein bekommen. Aber im Eurotopf warten noch Billion die die Wallstreet im Visier hat.

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