Forum: Wirtschaft
Politisches Frustpotenzial : Deutschlands Globalisierungsverlierer
imago/Rainer Weisflog

Deutschland profitiert vom freien Handel. Doch vor lauter Lobhudelei über die Exportpotenz unterschätzt die Bundesregierung, dass es auch hierzulande viele Menschen gibt, die nicht zu den Gewinnern zählen. Viel zu viele.

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Neandiausdemtal 14.07.2018, 13:43
170. Danke dafür!

Zitat von reifenexperte
als die Betroffenen chinesischer Billigprodukte. Es wurde zwar insgesamt ein hoher Exportüberschuss erzielt, nur konnten einige Schuldnerländer die Rechnung nicht mehr zahlen. Das führte z.B. zur Griechenland und Finanzkrise. Die Rechnung dafür zahlen die kleine Leute durch den Verlust ihrer Zinserträge. Das geht von Lebensversicherungen bis zu Betreibsrenten, die nun gesenkt werden. Auch der Staat hat nicht profitiert, da einge der internationalen Unternehmen ihrer Profite ins Ausland verschieben. Ob für die deutschen Bürger die Globalisierung und die Exportüberschüsse überhaupt positive Wirkungen haben, ist nicht zweifelsfrei abgerechnet.
Ein sachlicher Hinweis. Ich meine, dass Deutschland mit Stand heute unterm Strich gewonnen hat, aber das kann ganz schnell viel schlechter werden. Und das letzte, was da hilft, ist stumper Rechtspopulismus gepaart mit abartiger Fremdenfeindlichkeit .
Und die fehlende Steuermoral dieser us-amerikanischen Internetfirmen kann gar nicht oft und laut genug angeprangert werden. Wobei auch kein deutscher Großkonzern sauber unterwegs ist. Man denke nur an die ganzen Briefkastenfirmen im Steuerparadies Niederlande.

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goodand 14.07.2018, 14:09
171.

Zitat von mapcollect
Ich behaupte auch nicht, dass Globalisierung grundsätzlich schlecht ist. So wie sie momentan funktioniert, profitiert aber nur eine kleine Elite davon. Einfach nur die Löhne rauf setzen reicht nicht, denn dann ist man auch schnell nicht mehr wettbewerbsfähig und raus aus dem Markt. Die Märkte müssen besser geregelt werden (nein, das bedeutet nicht Planwirtschaft), aber das wird ja derzeit als Protektionismus gebrandmarkt. Wenn wir in Deutschland unseren Wohlstand behalten wollen, müssen wir massiv in Bildung und Zukunftstechnologien investieren. Davon schwafelt zwar jede Partei, de facto passiert das aber nicht mal ansatzweise.
Die LB ist aber ein sehr guter Indikator für Wettbewerbsfähigkeit. Wenn man die Löhne soweit erhöht, bis die LB ausgeglichen ist, ist man quasi per Definition noch wettbewerbsfähig...

MfG

goodand

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spon_12 14.07.2018, 14:35
172.

Zitat von Annabelle_
Nein, nicht alle. Aber es reichte jedenfalls, dass 20 J. später Parteien erstarken konnten, die später die politische Ordnung hinwegfegten, so wie Ihre Benzinkutschen die Pferde. Ist doch was :)
Und was versprächen Sie sich davon?

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spon_12 14.07.2018, 14:43
173.

Zitat von seit1973
Doch warum wählen Verlierer in der BRD AfD, und nicht mehr Die Linke? Ich befürchte, hier tut sich ein Abgrund auf...
Weil es sich nicht um Verlierer handelt. Die AfD wird vom Mittelstand gewählt, diesen Leuten fehlt nichts und sie haben eine unendliche Langeweile.

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AlfredZimmer 14.07.2018, 15:29
174. Kleine Anmerkung

Die Basis des Wohlstands des Staates, des Rentners, des Millionärs und des normalen Bürgers ist und war die industrielle Wertschöpfungskette.

In den letzten 25ig Jahren wurde die industrielle Wertschöpfungskette der Konsumgüter-Industrie (Textilindustrie, Lederindustrie, Radio und Fernsehtechnik, Küchenelektronik, PC-Industrie usw.) aber auch der Schwerindustrie aus Europa/USA nach Asien verlagert.
Damit wurden aber bei uns eine Unmenge von Arbeitsplätze – besonders Arbeitsplätze für Gering-Qualifizierte - und Lehrstellen der betroffenen Firmen abgebaut und nach Asien/Indien/China verlagert. Gleichzeitig wanderte aber auch das Fachwissen nach Asien ab.
Wenn nun (!Globalisierung!) Herr XY in Asien Schuhe für 1,50 € je Paar herstellen lässt und die pro Paar für 40,00 Euro oder mehr in Deutschland verkauft, wird Herr XY zum Millionär und der asiatische Fabrikarbeiter, der am entsprechenden Wertschöpfungsprozess beteiligt ist, wird seinen Lebensstandard ebenfalls verbessern können. - Letzteres ist obiges die Politik der derzeitigen politischen Elite Europas.
Die andere Seite ist aber, dass der Wohlstand des Durchschnitts-Bürgers und der Staates der westlichen Hemisphäre - mangels gut bezahlter Arbeitsplätze - den Bach hinunter geht.
Wenn in manchen europäischen Staaten bereits jetzt eine Jugendarbeitslosigkeit von 30% oder gar über 40% existieren, dann deshalb, weil es bereits jetzt in den betroffenen Staaten keine Arbeitsplätze mehr gibt!
Auch der Hightech-Bereich schafft keine großartige Menge neuer Jobs, sondern hat seinen eigenen konstanten Bedarf. Hinzu kommt noch, dass mit fortschreitender Digitalisierung und Automatisierung auch bei uns noch weitere, noch vorhandene Arbeitsplätze verschwinden werden.

In anderen Diskussionen wird bereits ganz offen von dem nach-industriellen Zeitalter gesprochen. Wer also wissen möchte, was auf ihn und seine Kinder zu kommt, kann sich einmal die Realität der vorindustriellen Zeit Europas anschauen.

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dieter-ploetze 14.07.2018, 16:51
175. @ adwikel nr.107 warum so eng gedacht?

Zitat von hdwinkel
Was sind denn nationale Belange? Das einzige 'nationale', mit dem sich die neue Rechte hervortut, ist der tief verwurzelte Glaube, aufgrund der eigenen Herkunft, Hautfarbe usw. ein besseres Leben verdient zu haben als der Rest irgendwo da draußen, der deshalb zwangsläufig als Bedrohung wahrgenommen wird.
nationale belange sind z.b. auch die sicherungssysteme, rente, grundsicherung, arbeitslosenbezuege. das gibts naemlich nicht global! allerdings wird der angebliche globale zwang sehr gern dazu benutzt um diese kosten auf ein niedrigeres niveau zu senken.
auch das soziale miteinander gibts nicht global oder wenn, dann hoechstens in verbalen sonntagsreden.
unverstaendlich ist mir, dass Sie national einfach auf den glauben,
auf grund der herkunft was besseres zu sein, beschraenken. dass naemlich ist so ungefaehr das duemmste was man denken kann.
allerdings moechte fast niemand, dass auf grund des globalen hypes seine persoenlichen verhaeltnisse davon verschlechtert werden.

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biesi61 14.07.2018, 19:59
176. In der Lausitz

sind sehr viele Arbeitsplätze im Sektor Kohle und Energie verloren gegangen. Das hat aber nichts mit der Globalisierung zu tun. Nennenswerte andere Industrien hat es dort auch zu Zeiten der DDR allenfalls marginal gegeben.

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rockwater 15.07.2018, 07:54
177. 100% Öko-Landwirtschaft

und 100% Öko-Bauwirtschaft und 100% Öko-Verpackungsverordnung und 100% Öko-Re-Umverteilungsmaßnahmen und in Deutschland kann es allen wieder deutlich besser gehen.

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mhuz 15.07.2018, 08:05
178.

Früher lief immer einer mit einem Schild durch die Straßen, mit der Aufschrift "morgen geht die Welt unter".

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Stefan.klatte.sk@arcor.de 20.07.2018, 20:42
179.

Ich war schon immer ein Gegner der Globalisierung. Zu viele Arbeitnehmer haben ihren Job verloren. Ist es sinnvoll das heute keine Textilien mehr in Deutschland produziert werden. So geht es vielen Branchen. Ich beglückwünsche Donald Trump. Er macht die richtige Politik für den kleinen Mann. So etwas wünsche ich mir auch in Deutschland.

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