Forum: Wirtschaft
Politisches Frustpotenzial : Deutschlands Globalisierungsverlierer
imago/Rainer Weisflog

Deutschland profitiert vom freien Handel. Doch vor lauter Lobhudelei über die Exportpotenz unterschätzt die Bundesregierung, dass es auch hierzulande viele Menschen gibt, die nicht zu den Gewinnern zählen. Viel zu viele.

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oldman2016 13.07.2018, 14:10
50. Sinkender Stern

Ich bin sehr dankbar, dass wenigstens Spiegel Online die Behauptung von Politik und Wirtschaftsexperten der freie Handel kenne nur Gewinner kritisch hinterfragt.
Ich würde mir weniger Sorgen um die Zukunft machen, wenn die Politik mehr Geld für Forschung und Entwicklung in die Hand nehmen würde um zukunftsträchtige Technologien voranzutreiben. Aber zur Zeit ist das Durchfüttern von Flüchtlingen wichtiger und das wird sich nicht ändern. Das hat sicher auch seine Berechtigung. Jedem muss aber folgendes klar sein. Bei allen in Deutschland lebenden Ausländern war es schon immer so und wird es immer so sein, dass ein Teil des Geldes nicht in Deutschland für den eigenen Lebensunterhalt und Konsum ausgegeben wird sondern zu einem nicht unerheblichen Teil an die Familien in den Herkunftsländern transferriert wird. Nicht über Banken sondern über Unternehmen wie Western Union. Das ist moralisch nicht verwerflich, aber volkswirtschaftlich auch kein Gewinn, weil die inländische Nachfrage nicht gestärkt wird. Jetzt werden die oberklugen sagen, dass aus den Herkunftsstaaten Nachfrage nach deutschen Produkten entstehen und daher der Geldtransfer in die Herkunftsstaaten den deutschen Exportunternehmen zu Gute kämen. Die Staaten würden dann über die erforderlichen Devisen verfüten. Diese von Experten gemachte Behauptung ist aber falsch, weil gleichwertige Produkte aus China und anderen Billiglohnstaaten viel günstiger zu kaufen sind. Deutschlands Stern wird sinken und zwar nicht nur wegen der Handelspolitik von Donald Trump. Er wird den Untergang aber beschleunigen.

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mapcollect 13.07.2018, 14:12
51. Schön das SPON das mal anspricht

denn im allgemeinen Trump Hate ist die Kritik am freien Handel und an der Globalisierung ganz schön unter gegangen. Und es sind nicht nur Arbeitsplätze durch Billigkonkurrenz aus Fernost verloren gegangen, die gesamte Lohnentwicklung hat darunter massiv gelitten. Während Deutschland in den 90ern noch weltweit mit die höchsten Löhne gezahlt hat sind wir inzwischen bei den hochentwickelten Industrieländern in Punkto Löhne nur noch im Mittelfeld. Ähnlich sieht die Entwicklung bei den mittleren Vermögen aus. Daher behaupte ich , dass nicht nur "es auch hierzulande viele Menschen gibt, die nicht zu den Gewinnern zählen", sondern dass überhaupt nur eine kleine, elitäre Minderheit zu den tatsächlichen Gewinnern von "Freiem Handel" und Globalisierung gehört. Wäre sinnvoll, wenn die Linke sich diesem Thema mal wieder zuwenden würde, anstatt immer nur blind auf Trump, Putin, Erdogan, AfD und Co einzudreschen.

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themistokles 13.07.2018, 14:13
52.

Zitat von freudentanz
wenn man jegliche Industrieform als schmutzig, böse ansieht um gewisse "Umweltstandards" (sei es Lärm, weniger als reiner Sauerstoff-Luft, Fahrzeuge, Gebäude,etc) zu erfüllen hat während sich um D herum ein ganz andere Situation darstellt.
Die da wäre? In ganz Europa versuchen Städte und Länder, den Autoverkeher aus der City herauszubekommen und/ oder signifikant zu reduzieren. Und zwar nicht nur kleine Käffer sondern Metropolen und Hauptstädte. Teilweise sogar mit härteren Mitteln, als hier in D. Das Gegenteil ist sogar der Fall: Deutschland hinkt hier meilenweit hinterher!

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interessierter Laie 13.07.2018, 14:13
53. gefühlt X...

das ist das Problem. Die Leute fühlen sich als Verlierer, sind es aber größtenteils gar nicht - oder nicht deshalb. Die Wahrheit will niemand hören, nämlich dass es an der lokalen Politik, unfähigem Management und Ideenlosigkeit liegt. Viel einfacher ist es da, die Misere dem bösen Chinesen oder Inder zu geben. Und geschürt wird das ganze von der weit verbreiteten Einstellung: Jemand (die Politik) müsse sich doch darum kümmern. Nein! Die Menschen selbst müssen sich kümmern. Der Staat ist kein Heiler für jedes Wehwehchen.

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cruiserxl 13.07.2018, 14:16
54. die wahren Verlierer der Globalisierung...

...werden hier nicht ´mal angesprochen. Die sitzen nämlich nicht in Deutschland sondern in der 3. Welt wie Afrika. Mittlerweile stehen sie vor unseren Türen, da sie in ihren Ländern nicht mehr leben können. Aber halt das sind ja Wirtschaftsflüchtlinge, die sollen bitte da bleiben wo sie herkommen, ob sie da noch was zu essen haben ist uns doch egal...

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dieter-ploetze 13.07.2018, 14:20
55. eine ueberfaellige bestandsaufnahme

aus den globalisierungsvorteilen fuer einige wenige das schlagwort "deutschland geht es gut wie nie" zu machen, klingt dann wie uebler hohn fuer die von den nachteilen betroffenen. eine jetzt ungeregelte globalisierung muss in bahnen gelenkt werden, die auch das jeweils nationale beruecksicht. genau das will trump erreichen, sollte dafuer eigentlich gelobt werden, wird aber laecherlich gemacht. trump zerstoert um dann neue regeln zu schaffen. ginge es denn anders? trumps zerstoerung folgt bisher immer die forderung,
es muesse neu ausgehandelt werden, um die nationalen nachteile auszugleichen. er zerstoert doch nicht einfach aus zerstoerungswut. was ist denn falsch daran?
jedenfalls werden die laender mit den groessten globalisierungsvorteilen niemals strengere regeln einziehen wollen, es waere vordergruendig und kurzfristig zum eigenen schaden. allerdings nuetzlich im grossen ganzen. leider ist das denken und handeln der politiker eben so, was kurzfristig und vordergruendig schadet ist automatisch des teufels.

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helmut.alt 13.07.2018, 14:21
56. Globalisierung bedeutet Konkurrenz mit dem Rest der Welt

Diese Situation hat der ehemalige Siemens Vorstandsvorsitzende Heinrich von Pierer vor Jahren mit dem treffenden Satz beschrieben: es ist riskant nach China zu gehen, aber noch riskanter nicht hin zu gehen. Die letzten 10 Jahre haben eindrucksvoll belegt, dass dieser Weitblick für seine Firma und natürlich auch für andere Firmen, insbesondere die Automobilindustrie, überlebenswichtig war. Es ist kurzsichtig und provinziell zu glauben, dass sich der Weltmarkt nach eigenen Gesetzen und Regeln richtet. Vielmehr bestimmt der Weltmarkt über Überleben oder Untergang einer Firma.

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wolfabc 13.07.2018, 14:22
57.

Nicht ganz logisch in sich, das Ganze. Die Globalisierung hat in jedem Land einige Verlierer hervorgebracht, schreibt der Autor. Wenn wir bisher insgesammt besser als andere Länder mit der Globalisierung fertiggeworden sind, haben wir wohl Einiges richtig gemacht. Und was ist daran auszusetzen, dass wir später als alle andere die negativen Folgen, wenn es sie dann gibt, zu spüren bekommen? Was ist das für eine Logik, die stetig sinkenden Arbeitslosenzahlen in Deutschland als eine Art von Bedrohung darzustellen, nur weil man nach einem evtl. Ende der Hochkonjunktur um so tiefer fällt? Nach jedem Hoch kommt ein Tief, das ist unausweichlich. Sollen wir deshalb auf so ein Hoch verzichten? Wohl kaum, oder? Und die Flüchtlingsfrage wird abgehandelt als sei sie in diesem Zusammenhang ein zweit- oder drittrangiges Problem, um das viel zu viel Wind gemacht werde. Wenn der Autor schon die Angst um einen nahenden wirtschaftlichen Abschwung schüren will, sollte er die Flüchtlingsfrage gerade nicht ausklammern. Denn gerade diese Menschen sind schon jetzt mangels Sprachkenntnissen, fehlendem oder unzureichendem Schulabschluss oder Ausbildung kaum auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen. Den Facharbeitermangel kann man mit ihnen nicht beheben. Und wenn die Konjunktur tatsächlich einbricht, werden gerade die Flüchtlinge die größten Probleme bekommen - und wir alle mit ihnen.

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aussie12 13.07.2018, 14:29
58. globalisierung ...

ist natuerlich das Problem, weil die Globaliesierung mit China halt nicht unter fairen Bedingungen stattfindet. In the 80 iger Jahren sind die Politker mit erhobenen Fingern nach China und haben auf die Human Rights gepocht. Das ist heute kein thema mehr. Hauptsache der Rubel/Euro/Yuan rollt. Das Beispiel das eine Stadt in China 80 % aller Schuhe der Welt herstellt sagt alles. In Deutschland und vielen anderen Laendern wurden gerade solche Fabriken ( auch Textil etc. ) geschlossen. Die Griechen koennten doch auch wieder Schuhe herstellen.Dann wuerden diese zwar etwas teuere aber die Arbeiter koennten dann wenigstens wieder die Miete bezahlen etc. und keine ALG vom Staat beziehen. Zweitens waeren diese Menschen zufriedener mit Arbeit und wuerden weniger auf Alkohol und Drogen zurueckgreifen, was dann auch wieder auswirkungen auf die Kinder hat. China hat keine Gewerkschaften und zieht vor allem die Arbeit fuer den NIedriglohnsektor an. Dabei ist es denen egal ob das wirtschaftlich oder umweltfreundlich ist hauptsache die Leute (Sklaven) haben Arbeit mit 6 Tagen Urlaub im Jahr und miesen Massenunterkuenften. Der deutsche Unternehmer hat das natuerlich mitgemacht und dabei praechtig verdient. Der chinesiche Staat der fast alles kontrolliert verteilt das Geld aber nur teilweise and die Arbeiter (reicht wohl gerade zum Essen etc. ) sondern baut das ganze Land um. ruestet auf um zu einer Supermacht zu werden und kauft ueberall in der Welt zu - in Deutschland fabriken und in Afrika Rohstoffe. Die Afrikaner verkaufen und machen sich auf dem Weg nach Deutschland. Trump hat also in vielen Recht. Warum hat Deutschland keinen Staatsfond wie viele andere Laender. Die Chinesen lachen sich wohl kaput ueber soviel Bloedheit der demokratischen Laender. Leider muesste Trump das auch so sehen und nicht nur auf Deutschland rumhacken. Die Englaender mit ihrem Brexit machen das auch noch schlimmer, nachdem sie und die amerikaner das mit Irak/Syrien und Lybien eingebrockt haben. Die europaere sollten das mal deutlich machen. Globalisierung ist so nur mit demokratischen Laendern moeglich und nicht mit China. Das muss umgkehrt werden auch wenn dadurch einige Preise steigen.

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jpecerovic 13.07.2018, 14:37
59.

https://www.welt.de/wirtschaft/article115143342/Deutsche-belegen-beim-Vermoegen-den-letzten-Platz.html
Deutsche belegen beim Vermögen den letzten Platz

https://www.welt.de/wirtschaft/article168220608/Deutschland-die-Investitionsruine.html

Deutschland – die Investitionsruine
Deutschland ist seit geraumer Zeit auf einem absteigendem Ast, wir vergleichen uns nur noch mit den anderen Euroländern und nicht mehr mit dem Rest der Welt, der uns nach und nach überholt. Jeder vierte Arbeitsplatz verdient nur den Mindestlohn, die Renten müssen heute schon mit 70 Mrd. Euro subventioniert werden, eigentlich müssten die Rentenbeiträge viel höher sein, aber dann wäre man nicht mehr konkurrenzfähig; in den Zukunftsfeldern künstliche Intelligenz, Batterietechnik, Robotik spielt die Musik längst woanders, wir leben von unseren Cashcows Auto- und Maschinenbauindustrie und Chemie, die aber insbesondere von China stark angegriffen werden. Die Politik hat keine Zukunftsvisionen mehr, alles ist doch scheinbar gut, um so stärker wird das Erwachen, von den ungelösten Problemen durch illegale Migration gar nicht zu sprechen.

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