Forum: Wirtschaft
Politisches Frustpotenzial : Deutschlands Globalisierungsverlierer
imago/Rainer Weisflog

Deutschland profitiert vom freien Handel. Doch vor lauter Lobhudelei über die Exportpotenz unterschätzt die Bundesregierung, dass es auch hierzulande viele Menschen gibt, die nicht zu den Gewinnern zählen. Viel zu viele.

Seite 9 von 18
teflonhirn 13.07.2018, 15:28
80. die Lohnerhöhungen

gingen ja auch nicht mit den Gewinnzuwächsen einher -- Neudeutsch nennt man das Zurückhaltung.
Mieten ist in Deutschland nach Ansicht der Politik nicht hoch genug, deshalb werden die Geschenke an die Anbieter Alternativer Energie und den Verband der sponsorenden Energieverbraucher auf die Bürger umgelegt.

Das breite Grinsen das Finanzminister zeigen wenn es Mehreinnahmen gibt entsteht auch nicht durch eine gute Ernte in der Geldbaumplantage, D ie Millionen haben die den Bürgern aus der Tasche gezogen. Wobei die Regel gilt je reicher der Steuerzahler, desto mehr Möglichkeiten zur Steuervermeidung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
onelastremarktoall 13.07.2018, 15:28
81. Import, Export, Globalisierung sind nicht die...

...wirklichen Problemzonen, sondern die vor Jahrzehnten begonnene und immer mehr Fahrt aufnehmende Automatisierung der gesamten Arbeitswelt.
Nicht das man das unbedingt schlecht finden muss, nur müssen die Errungenschaften der Technik der Masse zugute kommen. Da, diejenigen, die ihre Arbeit aufgrund dieser Veränderungen verlieren, eher selten diejenigen sein werden, die als Spezialisten neu gesucht sind, gibt das selbstverständlich eine sich immer mehr zunehmende Spaltung der Gesellschaft.

Hier ist es aber Aufgabe der Politik entsprechende Massnahmen zu treffen, dass die Segnungen der Automatisierung auch für diejenigen zur Verfügung stehen, deren Fähigkeiten für die zukünftige Arbeitswelt nicht ausreichen.
Meines Wissens sagte schon Cicero, dass man von niemandem etwas verlangen könne, was er nicht kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Algol-Paradoxon 13.07.2018, 15:31
82. Na was für eine Überraschung

Und dafür brauchts echt ne Studie?
Meine Verwandschaft in der Lausitz und im Nordosten kann nur bitter auflachen, wenn sie mal wieder hören müssen "Deutschland geht es gut". Ja, EINIGEN geht es gut. Die die es sowieso schon immer dicke hatten, haben jetzt noch einen Benz als Drittwagen. Fein.
Wenn dabei aber andere Landstriche untern Tisch fallen (Billigjobs oder gar keine) muss man sich nicht wundern, wenn die rechts wählen. Herr im Himmel, wie oft soll man das denn noch sagen??!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Dorn 13.07.2018, 15:36
83. Soziale Marktwirtschaft

Zitat von julia77
Das Problem liegt IMO mehr in den Einfuhrbestimmungen als in den Lohnkosten. Die Umwelt- und Arbeitsschutzauflagen Auflagen sollten nicht auf den Unternehmen liegen, sondern auf der Zulassung der Produkte zum Verkauf. ...
Volle Zustimmung! Freihandel ist wichtig, aber erfordert umso mehr Leitplanken, desto globaler er aufgestellt ist. Das Augenmaß ist bei EU und der deutschen Regierung doch ziemlich verloren gegangen, von Importen wie Palmöl und Tropenholz bis hin zur Ausfuhr von Plastikmüll nach China oder Elektroschrott nach Afrika. Irgendwie hat ja auch die Flüchtlingswelle aus Afrika mit den europäischen Agrarsubventionen und Fischereipolitik zu tun.
Arbeitsplatzabbau durch Strukturwandel, wie z.B. im Ruhrgebiet, ist aber unvermeidlich. Ein besseres Investitionsklima, Risikokapital oder Bürgschaften für Gründer und Geld für zukunftsfähige Infrastruktur wäre hier besser als Kohlesubvention.
Außer Mütterrente und offenen Grenzen bekommt unsere Regierung aber nix mehr hin. Und die EU hat den Blick für die Realität verloren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vanselow 13.07.2018, 15:39
84. Automatisierung nicht Globalisierung

Was meist verkannt wird: es ist die Automatisierung nicht die Globalisierung, welche diese Jobverschiebungen hervorruft. In sehr hohem Tempo verschwinden alte, oft traditionsreiche Jobs. Dafür entstehen die Jobs dort, wo Maschinen gebaut werden oder Software entwickelt wird. Die künstliche Intelligenz wird das Tempo nochmals dramatisch verschärften, weil die meisten Routinearbeiten damit automatisierbar werden: 80 Prozent der heutigen Jobs sollen in den nächsten 10 bis 20 Jahren automatisiert werden. Es entstehen neue Jobs. Aber die Menschen, die Jobs verloren haben, werden die neuen Jobs nicht machen können. Man muss sich nur die Deutsche Bank anschauen: von 90.000 Jobs sollen in den nächsten Jahren die Hälfte automatisiert werden. Viele Leute sehen das, und bekommen Angst. Da hilft nur das bedingungslose Grundeinkommen. Sollte man einführen, bevor die Rechtspopulisten ganz Europa beherrschen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yvowald@freenet.de 13.07.2018, 15:40
85. Wir Arbeitnehmer sind abgehängt

Die Regierenden wissen nur zu genau, daß es enorm viele Globalisierungsverliererinnen und -verlierer gibt - und nimmt dies billigend in Kauf.
Eigentlich "regieren" die Regierenden ja auch gar nicht. Sie sind Erfüllungsgehilfen des Kapitals, der Herrschenden Klasse.
Insbesondere wir Lohnabhängige spüren zunehmend, wie wir abgehängt werden.
Das beginnt mit der Wertlosigkeit unserer Altersvorsorge (Riester-Verträge), setzt sich mit dem Null-Zins für unsere Ersparnisse fort und mit den dürftigen Tariferhöhungen.
Wie lange noch? Das ist die bange Frage...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aussie12 13.07.2018, 15:43
86. wie funktioniert das China Modell

das funktioniert nur weil der westliche Konsument billig kaufen will und muss weil er ja den Job verloren hat.
Das China Modell funktioniert auch nur weil die chinesische Waehrung nicht frei gehandelt wird und an den USD
gebunden ist und daher nicht steigt mit erhoehter wirtschaftskraft und damit die chinesischen Waren verteuern wuerden. Des weiteren funktioniert das nur weil in china eben Umweltvorschriften beachtet werden und die Leute nicht streiken duerfen und doppelt soviel arbeiten wie der deutsche Arbeiter. Zusaetzlich funktioniert das nur weil der Schuldenberg in China auf 400 % des GDP angestiegen ist und damit die gesamte Weltwirktschaft gefaehrdet. Die chinesischen Ueberschuesse werden in die Ruestung gesteckt und es werden Rohstoffe gekauft bzw. ganze Staaten in Afrika, vor allem die von korrupten Diktatoren. Dann kommt Trump und fordert das Deutschland aufrustet. Leider werden in der EU durch die vielen Meinungsverschiedenheiten die wahren Probleme nicht erkannt. Gewissen Industrien muessen geschuetzt werden und Arbeitsplaetze wieder zureuckgeholt werden. reicht es denn nicht wenn die demokratischen Staaten miteinander kokunrieren um Preise unten zu halten. Wir brauchen die Sklavenfabriken in China nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
großwolke 13.07.2018, 15:44
87. Produktionsquoten

Was es braucht, sind Produktionsquoten, wenn nicht für Länder, dann zumindest für bestimmte Weltregionen. Man kann es einfach nicht sinnvoll ausbalancieren, wenn die Weltmarktproduktion für bestimmte Produkte nur aus einem bestimmten Land kommt. Von daher wäre es nur billig, wenn global agierende Konzerne gezwungen würden, ab bestimmten Umsatzgrenzen Produktionskapazitäten für einen Wirtschaftsraum aufzubauen. Oder eben alternativ Zölle zu zahlen. Trump geht zwar mit Brechstange zu Werke, aber im Grunde folgt er den richtigen Impulsen. Eine in der Breite akzeptierte Verteilung von Wohlstand kann nur zustande kommen, wenn die Preise für Konsumgüter und bestimmte gesellschaftliche Standards wie Umweltfreundlichkeit, Sozialstaat, Arbeitsmarktregeln miteinander in Zusammenhang stehen. Das geht leider nicht, wenn das Kapital immer wieder nur dem Gebot der niedrigsten Standortkosten folgen darf, egal in welche Ecke der Welt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
merapi22 13.07.2018, 15:49
88. Digitalisierung ist der Grund und macht 50% der Jobs überflüssig

Zitat von sailor60
was aber, wenn es gar nicht die Globalisierung ist, welche für diese Veränderungen sorgt? Was ist denn mit neuen Technologien, bzw. veraltenden Technologien. Diese Technologiewechsel haben schon früher stattgefunden. Damals hieß das .....
Altindustrien verlieren zur Zeit Jobs, aber bald wird die Digitalisierung einen Tsunami auslösen und über 50% aller Jobs überflüssig machen. Globalisierung bedeutet, man kann diese neue Technologie nicht verbieten, weil es dann andere Staaten machen.
Will man gravierende Ungleichheit überwinden, dann sollte man endlich Daten besteuern, Mikro- Finanztransaktionssteuern umsetzen und den Menschen ein Einkommen ohne Bedingungen gewähren. Nur so kann der soziale Frieden erhalten werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
WolfThieme 13.07.2018, 15:50
89.

Zitat von Algol-Paradoxon
Und dafür brauchts echt ne Studie? Meine Verwandschaft in der Lausitz und im Nordosten kann nur bitter auflachen, wenn sie mal wieder hören müssen "Deutschland geht es gut". Ja, EINIGEN ......
Ich sehe nur überfüllte Flughäfen, Hunderttausende, die in Urlaub fliegen, in Berlin überfüllte Einkaufsmeilen wie in der Schloßstraße, das sollen alles Menschen sein, die "einen Benz als Drittwagen fahren"? Und in den Landstrichen mit Billigjobs wählt man dann eben eine rassistische Partei oder verbreitet Hetzpropaganda gegen Flüchtlinge? In den Demos sehe ich wohlbeleibte Bundesbürger mit wutverzerrten Gesichtern? Denen geht es schlecht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 9 von 18