Forum: Wirtschaft
Populismus und Handelskrieg: Das Gespenst der Dreißigerjahre ist zurück
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Drohender Handelskrieg, Populisten in Italien: Auf uns alle kommen schwierige Zeiten zu. Doch in Deutschland macht sich eine erschreckend selbstgerechte Art breit, alle Mitschuld an den Wirren der Welt abzustreiten.

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Tolotos 09.03.2018, 18:16
100. Der Erfolg der Pupulisten hat einen ganz einfachen Grund!

Wenn man sich die Wirkung der Wirtschaftspolitik der letzen Jahre ansieht, dann erkennt man ein ganz einfaches Prinzip:

Immer wenn es etwas zu verteilen gibt, dann kommt das meiste da an, wo schon viel ist!

Immer wenn gespart wird, dann wird da gespart, wo ohnehin schon wenig ist, denn die können sich auch wenig wehren!

Auch wenn das politische System demokratiefeindlich genannt wird, die realpolitische Willensbildung ist bei den Themen, die verteilungsrelevant sind, sehr viel weniger demokratisch als plutokratisch. Das nennt man dann aber verschleiernd Lobbyimus.

Wer in einem politisch so organisierten System ohne viel Kapital Widerstand leisten will kann das nur tun, indem er extrem wählt, denn das etablierte ist auch lobbyistisch etabliert.

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Rosbaud 09.03.2018, 18:26
101. Seichtgewässer

Zitat von matthias50a
Warum erscheint der Artikel eiegntlich noch unter " Wirtschaft " ? Besser wäre Boulevard oder zumindest " Buntes "... :) Alle Länder, die zu lange über ihre Verhältnisse gelebt haben, unterliegen irgendwann harten Anpassungsprozessen. Siehe Wiedervereinigungsschuldenorgie in D und später Harz IV... Italien und Co sind da keine Ausnahme. Wenn Herr F. sich selbst geißeln möchte, bitte schön. Aber immer " wir " Deutschen kann ich nicht mehr hören. Auf Argumente näher einzugehen lohnt sich auch nicht, da der Artikel zu 90 % aus Meinung besteht.
Deutschland ist nun mal der Elefant im Euro-Porzellanladen und hat mit seinem Lohn- und Sozialdumping nicht wenig zu den Verwerfungen in der EWU beigetragen. Griechenland hat wesentlich weniger über seinen Verhältnissen gelebt als Deutschland unter seinen Verhältnissen gelebt hat, und das ist mindestens genauso schlimm wie das andere.

Frankreich hat sich an die Vorgabe einer Zielinflationsrate von etwa 1,9 Prozent und glauben(die Löhne sind entsprechend gestiegen), jetzt hat es aufgrund des deutschen Lohndumpings Probleme, hicht etwa deswegen, weil es über seine Verhältnisse gelebt hätte.

Aber schwäbischen Hausfrauen und -männern ist diese Einsicht nur schwer zu vermitteln. Diese grundeln in mikroökonomischen Seichtgewässern, glauben aber, sie bewegten sich in der Tiefsee.

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Plumbum 09.03.2018, 18:30
102.

Zitat von samsix
Wie gesagt, diese Steuer wünscht sich nur der wirtschaftliche Laie. Unternehmen und Unternehmer werden sicher nicht dort neu investieren, wo sie unabhängig von erwirtschafteten Erträgen besteuert werden. Weniger Investitionen = weniger Wirtschaftskraft = weniger Arbeitsplätze. Preisfrage also: wer verliert durch die Vermögensteuer?
Offensichtlich sind Sie ein wirtschaftlicher Laie, sonst würden Sie nicht solch einen Unsinn von sich geben.

1. Diese Erpressung wirkt nur heute nicht mehr. Wohin will denn der Unternehmer noch ausweichen? Nach Nordkorea?
Es ist ausserdem bekannt, dass viele Investitionen in den sogenannten Billiglohnländern nicht den erwarteten wirtschaftlichen Erfolg brachten. Heute ist sogar China teuer. Mit der Devise "Keine Investition - Keine Geschäfte" kann man übrigens Unternehmen leicht dazu bewegen, zu investieren.

2. Vermögenssteuer sollte übrigens weniger die Unternehmer betreffen, sondern reiche Leute, die keine gesellschaftliche Verantwortung zeigen, also geschätzte 95%.

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curiosus_ 09.03.2018, 18:47
103. Was hat die Art der...

Zitat von syracusa
Das ist keine hohe Kunst, wenn man den Staat ganz einfach durch Enteignungen jüdischer Vermögen finanziert.
...staatlichen Geldbeschaffung mit den ökonomischen Kenndaten zu tun? Für die jüdischen Mitbürger war das natürlich extrem unmenschlich, aber die enteigneten Werte dürften kaum wesentlich zur Staatsfinanzierung beigetragen haben. Oder haben Sie da belastbare Quellen?

Aber, wie gesagt, völlig unerheblich. Der Staat hätte dieses Geld auch über andere, legitime Werkzeuge beziehen können - relevant ist, dass das BIP massiv gesteigert, die Arbeitslosigkeit massiv gesenkt und dabei die Staatsschuldenquote nicht erhöht wurde. Es wurde also eine massive BIP-Pro-Kopf-Steigerung erreicht ohne das über Schulden zu finanzieren (anders als es in Griechenland vor der Krise gemacht wurde). Wie dieses durchschnittliche pro-Kopf-BIP dann auf die Köpfe verteilt wird ist dann eine andere Frage.

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samsix 09.03.2018, 18:51
104. Mmmmh

Einfach mal informieren, wieviele EU Mitglieder noch Vermögensteuern veranlagen. Da hätten Sie dann die Investitionsalternativen zusammen.
Und zum Thema gesellschaftliche Verantwortung der 10% Topverdiener empfehle ich dann nochmals sich zu informieren, bevor hier abgedroschene Vorurteile wiedergekeut werden.

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Hagen67483 09.03.2018, 19:14
105. Man sollte es sich nicht zu einfach machen

Meiner Meinung nach gibt es hier eine Medallie mit 2 Seiten:
Die erste Seite ist die Theorie der antizyklischen Wirtschaftspolitik das man also in guten Zeiten spart um dann in schlechten Zeiten die Wirtschaftanzukurbeln, diese Theorie wurde in Deutschland recht erfolgreich in der letzten Krise angewendet (siehe Kurzarbeitergeld, Abwrackprämie...)
Die zweite Seite ist der Reformwille von Politikern, die meisten sind nur dann bereit ihr Land zu reformieren wenn es richtig weh tut. Selbst Deutschland musste erst zum "kranken Mann" Europas werden um bereit zu sein für die Agenda 2010.
Am besten wäre es gewesen die Italiener zu Reformen zu zwingen und ihnen für jede Reform finanzielle Unterstützung aus Brüssel zukommen zu lassen. So kann man sicherstellen das Italien krisenfester und zukunftssicherer wird und gleichzeitig verhindern das die Menschen sich populistischen Parteien zuwenden.
Ja das kostet uns alle etwas, aber genau deshalb müssen es die richtigen Reformen sein damit es bei Einmalzahlungen bleibt.

Alles hier natürlich nur meine persönliche Meinung.

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curiosus_ 09.03.2018, 19:45
106. Die besetzten Gebiete...

Zitat von spaceagency
alleine in Deutschland bis 1939 mindestens 10 Milliarden und in besetzten Gebieten um die 50 Milliarden. Ist nicht gerade wenig. http://www.hagalil.com/2012/07/schoah-12-04/
...beziehen sich auf die Kriegszeit, ich habe mit der Zeit davor argumentiert. Und die "bis 1939 mindestens 10 Milliarden" gibt Ihre Quelle nicht her. Laut Wikipedia ("Arisierung") waren es bis 1938 6 Milliarden Mark ("Das jüdische Vermögen war von 12 Mrd. Reichsmark 1933 zusammengeschrumpft auf die Hälfte im Jahre 1938.")

Diese Diskussion ist, wie oben schon ausgeführt, für die Bewertung der ökonomischen Kenndaten völlig unerheblich. Der Staat hätte dieses Geld auch über andere, legitime Werkzeuge beziehen können - relevant ist, dass das BIP massiv gesteigert,....

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stefan.p1 09.03.2018, 19:54
107. Man kann es auch anders sehen:

Das Model EU ist eine Missgeburt und gehört zurück gebaut auf EWG Niveau.
Und Trump scheint doch tatsächlich mit seiner Gaga Politik Erfolg zu haben,siehe die neusten Beschäftigungszahlen in US
und das aktuelle Gesprächsangebot von dem kleinen dicken Kim.
Es kommt nur auf den Blickwinkel an - aber deshalb heisst es auch Kolumne.

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Monty76 09.03.2018, 20:03
108.

Wo Sie die Italiener so schön loben: Wie hoch ist noch mal deren Staatsverschuldung? Und nimmt diese zu oder ab? Sehen Sie hier irgendein Problem aufkommen? Der Hauptgrund für Hitlers Machtergreifung wird i.Ü. in den Versailler Verträgen gesehen. Ohne diese soll Hitler nicht an die Macht gekommen sein. Dass es ettliche andere Gründe geben mag, dürfte klar sein. Den Ihnen hier passenden so hoch zu hängen, scheint mir nicht besonders seriös zu sein, da könnte ich jetzt auch schlechtes Wetter angeben, das für das letzte Prozent verantwortlich gewesen ist.

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johannes.steinel 09.03.2018, 20:42
109. Lieber Herr Fricke,

hinsichtlich deutscher Überheblichkeit, insbesondere gegenüber Italien - volle Zustimmung. Das Verhältnis zwischen dem, was wir selbst in den letzten Jahren unternommen haben, um das Land fit für die Zukunft zu gestalten, und dem, was wir von anderen fordern, ist - für uns - niederschmetternd.

Aber: wenn Schulden um der Schulden willen ein Indikator für die Glückseligkeit der Welt sein sollten, müssten wir alle im Schlaraffenland leben - die weltweiten Schulden (Staaten/Unternehmen/Private) sind auf einem absoluten all-time-high !!! Warum bleibt denn für die wirklich Bedürftigen (s. Tafel) nichts mehr übrig? Weil die Schulden- und Ausgabenjunkies à la Krugman und Fricke immer nur nach weiteren Schulden und Staatsausgaben rufen, anstatt sich darum zu kümmern, was mit dem vielen Geld, das der Staat eh schon raushaut, passiert. Noch mehr BER (10 Milliarden)? Noch mehr HSH Nordbank (15 Milliarden)? Noch mehr öffentliche Verwaltung (Arbeitslosigkeit in 10 Jahren halbiert - trotzdem braucht es 120.000 Mitarbeiter in der BA)? Neuerdings 20% mehr Bundesabgeordnete plus Anhang?

Nichts gegen Kreditaufnahme zu Niedrigzinsen für sinnvolle Investitionen - aber dieser bestehende Moloch muss erstmal saniert werden. Gieskannenprinzip ist kontraproduktiv.

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