Forum: Wirtschaft
Populismus und Handelskrieg: Das Gespenst der Dreißigerjahre ist zurück
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Drohender Handelskrieg, Populisten in Italien: Auf uns alle kommen schwierige Zeiten zu. Doch in Deutschland macht sich eine erschreckend selbstgerechte Art breit, alle Mitschuld an den Wirren der Welt abzustreiten.

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horst01 09.03.2018, 14:59
60. Schulden sind keine Hasen

Die USA haben etwa soviel Schulden wie ihr BSP und die machen auch weitere Schulden. Japan hat das zweifache an Schulden im Vergleich zum BSP. Deutschland hat nur 60% des BSP an Schulden und ist durch die Abhängigkeit vom Weltmarkt verletztlich! Wenn also jemand Geld anlegt, dann geht es ihm immer um die potenziellen Risiken eines Landes. Dann schneiden die USA immer besser ab.

Man kann also folgern: Deutschland ist eine Handelsriese auf tönernen Füssen. Was folgert Olaf Schulz daraus: Schulden sind für uns kein essentielles Thema.

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kakadu 09.03.2018, 15:01
61.

Einmal mehr der Versuch um den heißen Breit herumzureden. Wir wissen doch bereits, wo die Wählerschaft der AfD ansässig ist. Es wurde ihnen ein Eiföhn versprochen und das können sie sich nun mit Harz4 nicht kaufen. Die nähe zu Russland und anderen autoritären Regimen ist in einer bestimmten Hälfte Deutschlands nun mal historisch gewachsen. Man muss doch nicht 80 Jahre zurückreisen, um Parallelen zu entdecken, um die Schieflage nach rechts zu erklären. Obwohl diese Leute jährlich viele Rauchzeichen setzen, werden die Augen schnell wieder verschlossen. Wieso eigentlich?

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syracusa 09.03.2018, 15:01
62.

Thomas Fricke hat recht. Das Wiedererstarken rechtspopulistischer bis rechtsextremer Ultranationionalisten hat einen Grund. Und dieser Grund ist nicht das Versagen der Werte der Aufklärung und der Demokratie. Der Grund ist auch nicht die Globalisierung. Der Grund ist vielmehr der seit den 1980ern zum unhinterfragten Credo erhobene Marktradikalismus, das Zurückdrängen des Staats, die Einführung eines Niedriglohnsektors, und der politische Druck zum Lohndumping..

Leider muss man feststellen, dass in der EU nach Thatchers Großbritannien Deutschland unter Schröder der zweite Staat war, der dieses falsche Credo zur Staatsraison erhoben hat. Und Schröders Geist spukt noch immer in den Köpfen der SPD-Führung, und CDU/CSU/FDP sind dankbar, dass sie diesen Kelch nicht selbst geleert haben. Solange Deutschland hier keine radikale Kehrtwende einleitet, stehen alle anderen EU-Staaten und zuvorderst Frankreich und Italien unter extremem Druck, diesen deutschen Fehler zu wiederholen.

In der GroKo stehen die Chancen praktisch bei Null, dass so eine Kehrwende herbeigeführt wird. Die SPD wird daran zerbrechen, denn die fährt jetzt schon seit fast 20 Jahren einen marktradikalen, asozialen Kurs, der sie biosher schon die Hälfte ihrer Wählerschaft gekostet hat. Ich bin mir fast sicher, dass die AfD mehr Zulauf von enttäuschten SPD-Wählern hat als von reaktionären CDU-Wählern, die in Merkels liberaler CDU keine Heimat mehr finden.

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karend 09.03.2018, 15:03
63. .

Zitat von matthias50a
Warum erscheint der Artikel eiegntlich noch unter " Wirtschaft " ? Besser wäre Boulevard oder zumindest " Buntes "... :) Alle Länder, die zu lange über ihre Verhältnisse gelebt haben, unterliegen irgendwann harten Anpassungsprozessen. Siehe Wiedervereinigungsschuldenorgie......
"Auf Argumente näher einzugehen lohnt sich auch nicht, da der Artikel zu 90 % aus Meinung besteht."

Ja, objektiver Journalismus ist auf Spon längst Rarität – leider. Natürlich haben die Deutschen stets an allem Schuld. Besser ist, wir und sämtliche nach uns Kommende sehen das endlich ein. Wenn anderswo jahrzehntelang kaum Steuern gezahlt werden und das dortige Finanzamt auch keinen Wert auf diese Gelder legt ebensowenig wie auf Quittungen, haben die hiesigen Steuerdeppen gefälligst zu haften.

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rkinfo 09.03.2018, 15:09
64. Steuerverweigerung und ausgeglichener Handel

Zitat von samsix
Dann ist die Steuerreform der USA ja wohl der richtige Weg. Es darf ohnehin angenommen werden, dass die italienische Wirtschaft ihre eigenen Wege gefunden hat, mit den italienischen Steuersätzen.....
Mittelfristig wird man weltweit Steuern senken, aber dafür Anspruchskassen, wie Arbeitsloen-, Kranken- oder Rentenkassen, erleben.
Zahlt eine Firma keine Steuern, so gibt's weder staatliche Aufträge, noch Subventionen für Projekte. Straßen, Wasser bis elektrische Stromleitungen müssen sie dann selbst bezahlen.
Erst so kann man eine positive Grundhaltung zu Steuern erleben.

Global muss zudem der Handel ausgeglichen sein, was auch innerhalb der EU/Euroraum gelten muss. Damit wird auch Deutschland massiv seine Exporte zurückfahren müssen, bzw. die Löhne erhöhen müssen.
Das bisherige Verfahren hat viele Länder nahe dem Abgrund und in politische Instabilität gebracht. Der 'reine' Kapitalismus ist gescheitert und nun muss regional nachgesteuert werden.
In einigen Großkonzernen, incl. dem halbstaatlichen VW-Werk, haben sich sogar mafiöse Strukturen gebildet, die Ingenieure und Beschäftigte bedrohten, die ordentlich arbeiten wollten.
Deutschland steht nahe einem Augias - Stall und benötigt eine Grundsanierung. Mädchen das 'Kopftuch binden üben' oder 'Programmiersprachen' - das wird die deutsche Grundsatzfrage der 20er Jahre.

Ob AfD, ob 5-Sterne, das sind Übergangsbewegungen, bis eine echte, neue Politik für die Bürger bei einer erneuerten Partei sichtbar wird.
Es ist auch nicht populistisch, sich übereine absurde EU-Luftreinhalterichtlinien aufzuregen, die nicht mit den Euro Abgasnormen synchronisiert wird. Zudem werden die Meßstellen noch absichtlich falsch aufgestellt ;-)

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papa55 09.03.2018, 15:09
65. manche

Foristen schauen wohl zu viel TV , glauben vielleicht noch den Unsinn vom Exportweltmeister und das es gut für Deutschland wäre usw.
Tatsache ist doch das dieser Artikel ein gutes Stück Journalistische Arbeit darstellt und auch sehr gut die Zusammenhänge im Hinblick auf die Weimarer Republik darstellt.Es heiist ja nicht das es wieder dazu kommt-aber Thema Arbeitslosigkeit-wer glaubt denn das diese Zahlen stimmen??In Wahrheit sind es wenigstens doppelt so viele wenn nicht gar 10 Mio.dazu muss man erstmal Arbeit definieren-ob denn -es darf bezweifelt werden ob diese ganze Finanzindustrie irgendetwas zur Vermehrung der Volkswirtschaft beiträgt-genau das Gegenteil dürfte der Fall sein.
Und das mit der Austerität stimmt auch sehr genau-man kann dies in Griechenland beobachten -hier sagt man man wolle nicht den "faulen Griechen " alimentieren-in Wahrheit geht und ging es nur um Banken die ihre Verbindlichkeiten auf den Steuerzahler abwälzten. Der Mann auf der Straße dort hat davon garnichts-genausowenig wie die meisten Menschen in Deutschland die nicht begreifen wieso man immer mehr Jobs machen muss um zu überleben.

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lazyfox 09.03.2018, 15:17
66. Die Alarmglocke

vielleicht zu laut - aber nötig, wie ich finde. Teilweise hat man den Eindruck wir haben keine Regierung mehr, sondern nur ein erweitertes Wirtschaftsministerium. Die Teilhabe an Errungenschaften und Profit muss einer breiteren Basis zugänglich sein. Weil das nicht so ist und weil junge Menschen, die zur Hälfte nur in befristeten Jobs unterkommen können und nicht ihr Leben gestalten können werden sie zutiefst unzufrieden. Da nützen hohe Aktienkurse herzlich wenig. Der Sozialismus für Banken und die Besserstellung für Unternehmen zu Lasten von Steuern müssen korrigiert werden, um allen Menschen Perspektiven zu bieten. Die Verlagerung unternehmerischer Risiken auf untere Leiharbeiter-Schichten ist völlig unakzeptabel und im Kern nicht mit Marktwirtschaft vereinbar - in der die Verantwortung bei den Entscheidungsträgern liegt.

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japhyryderson 09.03.2018, 15:19
67. @mehlgipser

Zitat von mehlgibser
Reflexartig will man wegschauen. Schon wieder so ein Artikel der das nahenden Ende herbeireden will.... Aber ich gebe unumwunden zu, dass mich kürzlich der selbe Gedanke beschlich, dass es derzeit, einige Paralleleln zur Weimarer Republik gibt. Ich habe mich selbst gefragt ob es sich hierbei schon um eine von den Medien indoktrinierte Paranoia handelt. Ich bin aber zu der Überzeugung gekommen, dass ich meiner eigenen Wahrnehmung und Interpretation der Gesamtlage schon trauen darf. Der Artikel hat mich darin bestätigt. Daher werde ich die Entwicklung weiterhin genau beobachten.
"Reflexartig wegschauen" würde ich nicht anraten. An dem Artikel ist schon sehr viel wahres dran. Ich habe schon manche Berichte gelesen, die unsere Gegenwart in Bezug zu bestimmten fatalen Entwicklungen der 30er Jahre stellten. Mir macht diese Entwicklung jedenfalls große Sorgen. Ich glaube manchmal, da kommt etwas auf uns zu, dessen sich die meisten in seiner Konsequenz überhaut nicht bewußt sind. Im Gegenteil, diese Entwicklung aus einer Mischung von Ignoranz, Dummheit und kleinkarierter Wut noch unterstützen. Stichwort: Populisten.

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Bondurant 09.03.2018, 15:29
68. Wer

Zitat von mehlgibser
Aber ich gebe unumwunden zu, dass mich kürzlich der selbe Gedanke beschlich, dass es derzeit, einige Paralleleln zur Weimarer Republik gibt. Ich habe mich selbst gefragt ob es sich hierbei schon um eine von den Medien indoktrinierte Paranoia handelt. Ich bin aber zu der Überzeugung gekommen, dass ich meiner eigenen Wahrnehmung und Interpretation der Gesamtlage schon trauen darf. Der Artikel hat mich darin bestätigt. Daher werde ich die Entwicklung weiterhin genau beobachten.
in der heutigen Situation Parallelen zur Weimarer Republik sieht, weiß über Letztere gar nichts. Das gilt offenbar auch für Fricke. Derartigen Schlangenbeschwörern zuzuhören ist das beste Rezept , um die wirklichen Probleme zu übersehen.

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Annabelle_ 09.03.2018, 15:32
69. In Weimar fehlten Massenmedien heutiger Desinformationskraft

In Weimar fehlten Massenmedien heutiger Desinformationskraft
Und auch wegen größerem Klassenbewusstein in der Bevölkerung war es schwer, Folgen u. Unmut von Austerität gezielter auf untere Bevölkerungsschichten zu kanalisieren. Heute ist das ausgereifter (Agenda 2010 mit "BILD, BAMS u. Glotze", Aufstieg der AfD). Was aber nicht heißen muss, dass sich, wie der Artikel andeutet, in D die 1920er/30er Jahre wenn, dann schlimmstenfalls 'nur' auf us-amerikanische Art wiederholen könnten. Die Gesellschaft in D tickt anders als in den USA. Hier begriffe heute wohl selbst der dümmste Bauerntrampel irgendwann, dass ein gigantischer Klassenkrieg im Gange wäre. Ob dann noch große Selbstgerechtigkeit des Besitzbügertums hilft, weiß ich nicht.

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