Forum: Wirtschaft
Populismus und Handelskrieg: Das Gespenst der Dreißigerjahre ist zurück
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Drohender Handelskrieg, Populisten in Italien: Auf uns alle kommen schwierige Zeiten zu. Doch in Deutschland macht sich eine erschreckend selbstgerechte Art breit, alle Mitschuld an den Wirren der Welt abzustreiten.

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Annabelle_ 09.03.2018, 15:38
70. In Weimar fehlten Massenmedien heutiger Desinformationskraft

Und auch wegen größerem Klassenbewusstein in der Bevölkerung war es schwer, Folgen u. Unmut von Austerität gezielter auf untere Bevölkerungsschichten zu kanalisieren. Heute ist das ausgereifter (Agenda 2010 mit "BILD, BAMS u. Glotze", Aufstieg der AfD). Was aber nicht heißen muss, dass sich, wie der Artikel andeutet, in D die 1920er/30er Jahre wenn, dann schlimmstenfalls 'nur' auf us-amerikanische Art wiederholen könnten. Die Gesellschaft in D tickt anders als in den USA. Hier begriffe heute wohl selbst der dümmste Bauerntrampel irgendwann, dass ein gigantischer Klassenkrieg im Gange wäre. Ob dann noch große Selbstgerechtigkeit des Besitzbügertums hilft, weiß ich nicht

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nomadas 09.03.2018, 15:41
71. Kausalattribuierung

Alles entscheidend wird sein, wie damals, wofür sich das Kapital entscheidet. Noch wollen die "Anleger" nichts von "Brauner Soße" wissen, schmeckt ihnen nicht, per dato. Das ist einmal gut so und andererseits auch trügerisch. Europa jedenfalls, ist in den Schatten der Welt geraten, angekettet an die USA, seit `45 der allein seelig machende Weg. Ein verheerender Irrtum. China übernimmt das Ruder. Russland agiert clever, nutzt jede Gelegenheit für sich. Die USE sind tot, nie gewollt, nie gewünscht, nur gestört, die big player. Ein zerstrittenes, frakmentiertes Europa ist ideal, um seine geostrategischen Spiele ungestört weiterspielen zu können. Allen voran die USA. Die USE, unter germanischer Federführung, never ever.
So hampeln sie denn weiter in der Geschichte umher, die kleinen Möchtegerne und zerfallen in ihre uralten Muster. VW-Dieselgate ist z.B. massiv dafür verantwortlich, dass Trump die Autoimporte aus Germany mit Zöllen bestraft. Wer als Kraut den Yankee so "verarscht", der muss mit der Rache aus dem oval office rechnen. internal variabel attribuiert

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chon 09.03.2018, 15:43
72.

Ich dachte auch, dass dank Brexit und Trump die Menschen hierzulande merken würden, dass Alleingänge und Populismus zu nichts Gutem führt, sondern, dass wir als Teil der EU große Vorteile genießen und sich die Zussammenarbeit lohnt. Diesbezüglich müssen wir noch abwarten bis tatsächlich der Brexit durch ist und die deutsche und französische Regierungen etwas Gutes zustande bringen.
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Nach all den kritischen Kommentaren, die ich hier gelesen habe zwecks Wirtschaftsboom in Deutschland, frage ich mich ernsthaft, ob diese Menschen die Kolumne gelesen haben. "Den größten Zulauf bekamen die Nazis gar nicht dort, wo es als Folge von Finanzcrash und Rezession per se etwa besonders viele Arbeitslose gab. Die wählten damals vor allem die Kommunisten. Die Stimmenzuwächse gab es vor allem dort, wo besonders brachial Austerität durchgezogen wurde, die Steuern besonders deutlich angehoben und Ausgaben etwa für Rente oder Gesundheit gekürzt worden waren." In der wirtschaftlichen Hinsicht ist es sicherlich nicht wie in den Dreißigern, aber jeder aus der Mittelschicht und Unterschicht spürt eine Ungerechtigkeit: Die gutverdienende Arbeiterklasse, weil sie die meisten Steuern zahlen und meinen, dass diese nicht richtig eingesetzt werden, zurecht! Und diejeniegen die auf den Sozialstaat angewiesen sind (inklusive diejenigen, die ihre Kinder in öffentliche Einrichtungen bringen). Außerdem nehmen wir alle wahr, dass große Unternehmen unterstützt und verschont werden, weil die Politik es nicht schafft, oder nicht will, sie zur Kasse zu bitten (Stichwörter: -Apple, Starbucks & Co. -Steuerfahnder, Erbschafts- und Vermögensteuer)
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Die einzige Kritik an den Autor, die ich teile ist, dass er die Punkte nicht weiter ausführt und belegt.
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Ich denke unserer Gessellschaft wäre mit einfachen Mitteln schon weit geholfen, wenn die Steuerfahndung attraktiver gestaltet wird und die Hartz-IV-Berechnung realistischer wäre.

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syracusa 09.03.2018, 15:45
73.

Zitat von karend
"Auf Argumente näher einzugehen lohnt sich auch nicht, da der Artikel zu 90 % aus Meinung besteht." Ja, objektiver Journalismus ist auf Spon längst Rarität – leider.
Der Artikel ist als Kommentar gekennzeichnet. Da erwarte ich eigentlich 100% Meinung.

Das, was Sie "objektiver Journalismus" nennen, gibt es ausschließlich in faschistischen Staaten, denn da hat der Führer die Wahrheit gepachtet, und der sorgt dafür, dass die Presse, die er zulässt, ausschließlich diese "objektive Wahrheit" verbreitet.

Der Spiegel war noch nie ein neutrales Blatt, das rechtsextreme Meinungen gleichwertig und gleichberechtigt dargestellt hat. Ich vermute, dass Sie das dann als Fehlen von "objektivem Journalismus" verstehen. Damit haben Sie in einem demokratischen Staat mit einer demokratischen Presse aber ziemlich schlechte Karten. Wir Demokraten wissen uns gegen Antidemokraten zu wehren.

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Plumbum 09.03.2018, 15:46
74.

Zitat von Bondurant
in der heutigen Situation Parallelen zur Weimarer Republik sieht, weiß über Letztere gar nichts. Das gilt offenbar auch für Fricke. Derartigen Schlangenbeschwörern zuzuhören ist das beste Rezept , um die wirklichen Probleme zu übersehen.
Stimmt. Man sollte sich nur mit den wirklichen Problemen befassen.
Folglich mache ich mir jetzt Gedanken darüber, wo ich heute abend essen gehe.

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sanko1212 09.03.2018, 15:47
75. Diesen Artikel

sollten all diejenigen sehr genau lesen, die sich mit dem Gedanken tragen, Initiativen zur Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu gründen oder zu unterstützen und/oder die AfD zu wählen. Der unverantwortliche Umgang mit dem Teil unserer Freiheit, der die Einsicht in die Notwendigkeit beiseite schiebt und das eigene Handeln nicht auch vom Ende aus betrachtet, ist die Initialzündung für gesellschaftliche Katastrophen jeglicher Art. Die deutsche Politik hat jahrzehntelang tatenlos zugesehen, wie etliche Länder in der Eurozone über ihre Verhältnisse lebten und wurde erst "wach", als in Griechenland eine demokratisch gewählte linke Regierung das Zepter übernahm. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass auch Deutschland dabei war, als z. B. Griechenland und Italien ihre Zahlen präsentierten, die ihre Euro-Reife belegen sollten. Und die Tatsache, dass Herr Schäuble trotz Rekordeinnahmen der Finanzämter keinen Cent zur aktiven Schuldenreduzierung im Staatshaushalt verwendete ist ein Beleg für den unverantwortlichen, von Lobbyinteressen diktierten Umgang mit der Zukunft unseres Landes.

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kajoter 09.03.2018, 15:51
76. @ #1

Nein, es ist kein "Alarmismus". So etwas nennt man ganz einfach "aus der Geschichte lernen" und es ist gut, auf eventuelle Parallelentwicklungen zu verweisen, damit ein entsprechende Fortsetzung vermieden werden kann.
Seit die AfD im Bundestag sitzt, muss man dort ein Niveau ertragen, das eines "Hohen Hauses" unwürdig ist und fatal an die 30-er Jahre erinnert. Unsere älteste Partei, die SPD, der man trotz Schröder-Kurs und innerer Zerrissenheit ihre soziale Grundausrichtung nicht absprechen kann, wird in der Zustimmung fast von einem Haufen von Marktschreiern eingeholt.
Alarmiert Sie all das nicht?
Alarmieren Sie nicht Ausdrücke wie "Umvolkung" oder "Kameltreiber"?
Ich habe in früheren Jahren auch über die Überpräsenz der Aufklärung über Nazis und Holocaust gestöhnt. Wahrgenommen hat diesen Overkill sowieso nur der Bevölkerungsteil, dem man all das nicht mehr erzählen musste. Aber jetzt, nach AfD und all den anderen europäischen rechtsnationalen Parteien, nach Trump und einem drohenden Handelskrieg und generell nach der Tendenz, im politischen und öffentlichen Diskurs immer heftiger die Ellenbogen einzusetzen, klingen auch bei mir die Alarmglocken.

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Sandlöscher 09.03.2018, 15:54
78. Richtig

der Neoliberalismus ist Wegbereiter des Neofaschismus. D sollte sich an die eigene Nase fassen. Es hat schon skurrile Züge, wenn hier 60 Prozent der SV-Beschäftigen eine Rente auf Grundsicherungsniveau zu erwarten haben. Skurril, wenn trotz blendender Wirtschaftsdaten, Tafeln die Grundversorgung der sog. Abgehängten zu organisieren haben. Skurril, wenn Millionen von Kindern in Armut aufwachsen. Skuril, wenn ein Staat einen Niedriglohnsektor subventioniert und so den Lohn für die Wirtschaft bezahlt. Es gärt nicht nur in Italien, in D, in Frankreich etc. Verliert der Staat seine Bürger und besonders die gebildete Mittelschicht, sind die 1930er und 1940er Jahre keine Utopie mehr.

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isnotnull 09.03.2018, 15:57
79. War das ein Ausdruck Ihrer Verzweifelung?

Zitat von Annabelle_
Hier begriffe heute wohl selbst der dümmste Bauerntrampel irgendwann, dass ein gigantischer Klassenkrieg im Gange wäre. Ob dann noch große Selbstgerechtigkeit des Besitzbügertums hilft, weiß ich nicht.
Mit anderen Worten: Nur Sie wissen was wahr ist, nur Sie sind in der Lage zwischen Information und Desinformation zu unterscheiden, und alles was eine andere Meinung stützen würde ist dann eben Desinformation. Wer Ihre Meinung nicht teilt ist eben dümmer als der dümmste Bauerntrampel. Und das sagen Sie den Leuten deren Interesse Ihnen angeblich am Herzen liegt? Ich glaube nicht dass Sie damit irgendjemanden erreichen, der nicht sowieso schon Ihrer Meinung ist. Sie dienen so höchstens den Radikalen der Gegenseite als Begründung für deren Verhalten. Eigentlich schade, ihre Begeisterung an sich könnte viel Gutes bewirken, aber dafür sollten Sie den Menschen zuhören; nicht unbedingt mir, ich komme klar, aber den anderen vielleicht.

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