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Populismus und Handelskrieg: Das Gespenst der Dreißigerjahre ist zurück
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Drohender Handelskrieg, Populisten in Italien: Auf uns alle kommen schwierige Zeiten zu. Doch in Deutschland macht sich eine erschreckend selbstgerechte Art breit, alle Mitschuld an den Wirren der Welt abzustreiten.

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samsix 09.03.2018, 16:02
80. Wow!

Zitat von n.wemhoener
Die Einkommensteuer macht gerade mal 1/3 des Steueraufkommens aus. Der Forist "dekorte" hat die Schieflage in unserem Steuersystem völlig richtig beschrieben. In keinem Industriestaat wird Vermögen so gering besteuert wie hierzulande.
Die abgeschaffte Vermögensteuer belief sich im letzten Jahr der Erhebung auf weniger als 5% des Einkommensteueraufkommens. Sollte eine Regierung auf den Gedanken kommen diesen Wert durch eine vergleichbare Substanzbesteuerung drastisch zu erhöhen, wird er in ganz kurzer Zeit lernen, wie flüchtig und flexibel Kapital ist. Wer zahlt dann die dramatisch steigenden Sozialleistungen? Selbst in Frankreich hat man (spät) erkannt, dass die Besteuerung der Substanz auf Dauer nicht funktioniert und hat die Vermögensteuer (mit Ausnahme auf Immobilienvermögen)abgeschafft. Außer der Befriedigung des Neidaufkommens führt eine Vermögensteuer zu nichts positivem.

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mostly_harmless 09.03.2018, 16:11
81.

Zitat von matthias50a
[...] Auf Argumente näher einzugehen lohnt sich auch nicht, da der Artikel zu 90 % aus Meinung besteht.
Sie wissen offenkundig nicht was ein Kommentar ist, geben aber hier den Kritiker? Unfreiwilliger Humor at its best!

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wahrsager26 09.03.2018, 16:13
82. An vorwärtsundnichtvergessenNr59

Es kann schon sein,das die Systeme nicht gut genug funktionieren,wie Sie schreiben.Aber das ist es nicht allein: der Kurs,nach dem politisch gesegelt wird ist das Übel.Weder möchte das Volk in der EU 'aufgehen',noch mehr dahin zahlen und die gesellschaftlichen Veränderungen so ohne weiteres hinnehmen ! Warum das alles so gekommen ist? Der Euro funktioniert nicht so wie erträumt und dann gibt es noch eine Besonderheit ,die dem ganzen EUKonstrukt vollkommen entgegen steht.....was ich aber nicht weiter ausführen werde! Danke

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schneller bill 09.03.2018, 16:23
83. Populismus und Handelskrieg

Wie populistisch ist die GroKo? Als ich gerade den Tesla Model S bestellen wollte, hieß es plötzlich, der ist von Kaufprämie ausgeschlossen (über 60.000).
So gesehen hat Deutschland zuerst den Schritt zum Protektionismus gemacht, oder? Aber nein - wir haben die weißeste Weste.

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Plumbum 09.03.2018, 16:35
84.

Zitat von schneller bill
Wie populistisch ist die GroKo? Als ich gerade den Tesla Model S bestellen wollte, hieß es plötzlich, der ist von Kaufprämie ausgeschlossen (über 60.000). So gesehen hat Deutschland zuerst den Schritt zum Protektionismus gemacht, oder? Aber nein - wir haben die weißeste Weste.
Dass es keine Prämie beim Kauf eine Tesla S gibt, hat ausnahmsweise nichts mit Protektionismus zu tun.
Man will schlicht keine Luxuskarossen subventionieren.

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curiosus_ 09.03.2018, 16:39
85. Mal wieder eine…

…typische Anti-Austeritäts-Kolumne von Herrn Fricke. Wie steht in dem zitierten Paper:

"…ist jeder Anstieg der Sparmaßnahmen um 1 Standardabweichung mit einer Erhöhung des Stimmenanteils um 2 bis 5 Prozentpunkte für die Nazis verbunden.
….
Die Koalition, die im März 1933 eine Mehrheit zur Bildung einer Regierung zugelassen hatte, hätte sich möglicherweise nicht bilden können, wenn die Finanzpolitik expansiver gewesen wäre."


Logisch. Und typisch für die Ökonomie-Gartenbetoniermethode: Mit Geld zuschütten hilft immer. Hier mal ein paar Zahlen:

Staatsschuldenquote Weimarer Republik:

1930: 13,76%
1931: 16,57%
1932: 20,62%
1933: 20,19%

Staatsschuldenquote Italien:

2014: 131,78%
2015: 132,05%
2016: 132,62%
2017: 133,02%

Na, da scheint die Italienische Finanzpolitik in den letzten Jahren/Jahrzehnten ja massiv "expansiver" gewesen zu sein als die der Weimarer Republik. Immerhin liegt die Staatsschuldenquote um ca. 550% höher als die der Weimarer Republik an Ihrem Ende. Und, was hat‘s geholfen? Spiegel: "Gewinner ist die populistische Fünf-Sterne-Partei, Europaskeptiker holen zusammen wohl mehr als 50 Prozent".

Aber, auch nach der Weimarer Republik hat es ja nicht mit der Machtergreifung aufgehört. Leider. Obige Zahlenreihe lässt sich fortsetzen, Staatsschuldenquote 3. Reich / Arbeitslose in Tausend:

1933/34: 20,19% / 4804
1934/35: 19,01% / 2718
1935/36:19,66% / 2151
1936/37:19,78% / 1593
1937/38: 21,01% / 912
1938/39: 30,61% / 429
1939/40: 43,81% / 119
1940/41 und folgende: Kriegswirtschaft, 1945 betrugen die Staatsschulden das 4,6-fache von 1939/40.

Da ergibt sich jetzt im Vergleich ein bemerkenswerter Unterschied zw. Weimar und dem 3. Reich:

Das 3. Reich war ökonomisch, zumindest bis 1938, zu Friedenszeiten, deutlich effektiver als Weimar. Die Schuldenquote nahm ab, gleichzeitig hat sich trotzdem die Arbeitslosenquote um 81% reduziert. Gleichzeitig nahm das Bruttosozialprodukt von 1933/34 auf 1937/38 um 87% zu, während es von 1930 bis 1933 um 29% abgenommen hat.

Zwischen 1930 und 1933 blieben die Staatsschulden absolut gesehen nahezu gleich, sie nahmen sogar leicht zu (11,34 Mrd. Mark zu 11,79 Mrd. Mark), zwischen 1934 und 1939 nahmen sie massiv zu (12,45 Mrd. Mark zu 47,89 Mrd. Mark). Gleichzeitig blieb die Schuldenquote aber nahezu gleich, bei um 81% niedrigeren Arbeitslosenzahlen.

Herr Fricke, Sie mögen recht haben, dass mehr Geld zunächst mal die unzufriedenen beschwichtigen kann. Aber das ist ein Nebenkriegsschauplatz und sicher keine nachhaltige Lösung. Die liegt nicht in mehr Geld (Schulden), sondern ganz wo anders. Denn auch 133% Schuldenquote (die sicher nicht aufgrund von Austeritätspolitik entstanden sind) helfen nicht gegen "falsches" Wahlverhalten. Was obige Zahlen belegen.

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dieter-ploetze 09.03.2018, 16:42
86. leichtfertige vergleiche zu den 30er jahren

in den 30er jahren, als hitler seinen aufschwung erlebte, war einiges eklatant anders! es gab die kriegsfolgen des 1. weltkrieges, hohe reparartionen, verbot einer deutschen armee usw. deutschland stand unter der knute der siegermaechte. das war fuer hitler wohl am meisten wahlentscheidend. er versprach die reparationen zu verringern oder abzuschaffen, deutschland wieder selbstbestimmung zurueckzugeben. die heute gern gemachten vergleiche mit damaligen zustaenden sind grundfalsch und sind eher ein totschlagsargument.

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oldman2016 09.03.2018, 16:42
87. Purer Unsinn

Eine einzige Frage an den Autor: Wieviele Milliardäre gab es in den 1930er-Jahren und wieviele im Jahre 2018. Die globale Handelspolitik hat nur den Reichen gedient.

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n.wemhoener 09.03.2018, 16:46
88.

Zitat von samsix
Die abgeschaffte Vermögensteuer belief sich im letzten Jahr der Erhebung auf weniger als 5% des Einkommensteueraufkommens. Sollte eine Regierung auf den Gedanken kommen diesen Wert durch eine vergleichbare Substanzbesteuerung drastisch zu erhöhen, wird er in ganz kurzer Zeit lernen, wie flüchtig und flexibel Kapital ist. Wer zahlt dann die dramatisch steigenden Sozialleistungen? Selbst in Frankreich hat man (spät) erkannt, dass die Besteuerung der Substanz auf Dauer nicht funktioniert und hat die Vermögensteuer (mit Ausnahme auf Immobilienvermögen)abgeschafft. Außer der Befriedigung des Neidaufkommens führt eine Vermögensteuer zu nichts positivem.
Die Vermögenssteuer ist nicht abgeschafft, sie wird nur nicht erhoben, weil die Regierung Kohl und auch die nachfolgenden Regierungen ihrer Klientel zu Diensten sein wollten.

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syracusa 09.03.2018, 16:56
89.

Zitat von curiosus_
Das 3. Reich war ökonomisch, zumindest bis 1938, zu Friedenszeiten, deutlich effektiver als Weimar.
Das ist keine hohe Kunst, wenn man den Staat ganz einfach durch Enteignungen jüdischer Vermögen finanziert.

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