Forum: Wirtschaft
Populisten-Erfolg ohne Krise: Das holländische Rätsel
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In den Niederlanden könnte Rechtsaußen Geert Wilders die Wahl gewinnen, dabei geht es dem Land blendend. Spielt die Wirtschaft für den Erfolg von Populisten überhaupt eine Rolle?

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weltmann 09.03.2017, 10:06
1. Furcht ist menschlich

Ich glaube, dass Populismus ganz einfach funktioniert: die Grundängste der Menschen anspreche. Darubter fallen Fremde, Ungleichheit und Unsicherheit. Nur auf das eigene Land zu schauen ist viel zu kurz gedacht. Die Holländer haben wahrscheinlich wenig Erfahrung mit Terrorismus im eigenen Land, aber haben grosse Angst, das ähnliche Anschläge wie in Paris möglich sind. Populismus spielt mit den Ängsten der Menschen - real oder erfunden spielt dabei keine Rolle. Davon abgeshen - vielleicht hat das Volk ja recht und es ist an der Zeit, das gewisse "political correctness" überdacht werden muss und den Gegebenheiten und Bedrohungen der Zeit angepasst wird.

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fresigo 09.03.2017, 10:09
2. Wirtschaft ist nicht alles

Wirtschaft ist nicht alles im Leben. Wer glaubt, die Bevölkerung ließe sich durch Brot und Spiele alleine zufriedenstellen lebt noch in der Antike. Die Holländer haben genug Beispiele in Europa gescheiterter Integrationen von Muslimen gesehen und sie wollen das nicht. Sie haben auch an vielen Beispielen erkannt: wenn noch keine Probleme da sind aber drohen zu kommen, dann ist es Zeit zu handeln - wenn diese Probleme erstmal da sind ist es zu spät.

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rabkauhala 09.03.2017, 10:09
3. Auch in Holland

gibt es eine massive Krise, nämlich die, daß die "kleinen" Leute und große Teile der Mittelschicht merken, das Sie vor der Wahl mit Versprechungen geködert werden und nach der Wahl davon nichts umgesetzt wird, sondern nur die Pfründe der oberen 10% gesichert werden und es den Politkern anscheinend nur um Umverteilung bzw. Konzentration des Geldes bei einigen Wenigen geht. Die Ungleichheit in der Vermögensentwicklung ist auch in Holland gefühlt unerträglich. Die Masse hat nicht das Gefühl vom Aufschwung direkt zu profitieren. Früher hat das Einkommen eines Verdieners gereicht eine Familien vernünftig zu ernähren, heute schaffen das oft nicht mal zwei Verdiener gesundes Essen für die Familien zu finanzieren.

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merapi22 09.03.2017, 10:09
4. Angst ist grösser als die Vernunft

Das Problem bei Nationalismus ist die Angstmache vor Fremden. Besonders wenn es Menschen gut geht, haben sie Angst das Erreichte zu verlieren.
Die Politik hat zu wenig aufgezeigt, dass Fremde, Zuwanderer immer ein Gewinn für das Land sind das sie aufnimmt und ein Verlust für das Land was Menschen in Massen verlassen. Beispiel Ostdeutschland das die Mauer gebaut hat und durch Massenflucht in die Pleite ging.
Die Politik ist gerade bei Industrie 4.0 gefordert, die Angst vor Verlust der Arbeit durch Roboter ernst zu nehmen. Neue Ideen wie das BGE würden hier das Wasser der Nationalisten abgraben. Mit BGE ist man nicht arbeitslos, sondern arbeitsfrei.

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theanalyzer 09.03.2017, 10:10
5. Der linke Irrglaube

Der linke Irrglaube ist doch Folgender: Unsere (linken) Ziele werden nicht weit genug umgesetzt, und darum laufen uns die Wähler weg. Das Wähler gar keine linken Ziele umsetzen wollen, ja das kann sich die Linke überhaupt nicht vorstellen. Das Wähler in Ihrem Lande keinen Koran wollen, für Leistung bezahlt werden wollen statt fürs Nichtstun, günstig Auto fahren und in Innenstädten Parkplätze wünschen, Frauen in Ruhe Kinder erziehen möchten statt in Aufsichtsräten zu sitzen, all das passt weder ins linke noch ins grüne Weltbild. Die Quittung kommt dann per Stimmzettel.

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acitapple 09.03.2017, 10:15
6.

Vielleicht spielt weniger die aktuelle Lage eine Rolle als eher die Erwartungen an die Zukunft ? Egal wie gut es einem Land geht, es wird immer die Angst herrschen einen einmal erreichten Wohlstand zu verlieren. Eine hohe Zahl an Migranten/Asylanten ohne nennenswertes Bildungsniveau aus einem völlig anderen Kulturkreis, bzw. die Vorstellung davon, hat ein enormes Potenzial solche Ängste zu füttern.

Die Idee mit dem Planbureau finde ich übrigens klasse. Wird sich leider bei uns nicht durchsetzen. Immerhin haben wir einen Rechnungshof um den sich keiner kümmert.

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andreas_leh 09.03.2017, 10:20
7. Frage

"In den Niederlanden könnte Rechtsaußen Geert Wilders die Wahl gewinnen, dabei geht es dem Land blendend"

...und wie geht es den Bürgern ?

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Kommentator123456 09.03.2017, 10:21
8. Immer von Populismus zu sprechen ist offenbar etwas zu populistisch

Wer denkt sich eigentlich immer aus, dass Geert Wilders ein Populist ist? Was soll das Ettikett eigentlich. "Wir schaffen das" kann man wohl an Einfachheit und Unangemessenheit zur Lösung der Probleme nicht überbieten. Aber wer nennt das "Populismus"?

Es geht um ganz andere Dinge, die viele Medienleute schlicht nicht zur Kenntnis nehmen wollen - warum nicht? Was ist denn daran so schwer zu akzeptieren, dass vielleicht nicht jeder Zuwanderung gut findet - dann auch noch aus Entwicklungsländern. Solche Zuwanderung ist ja quasi per Definitionem ein Problem, da die Leute in der Regel eine geringere Bildung und andere Solzialisierung mitbringen. Wo ist denn die Toleranz gegenüber denen, die die Ideale des Establishments nicht teilen???

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paula_f 09.03.2017, 10:21
9. Wachstumszahlen sagen nicht wohin das Geld wandert

nicht so stark wie in England aber auch in den Niederlanden sinkt der Anteil derjenigen die eigenen Wohnraum bewohnen. Wenn die Mitte der Gesellschaft sich keinen eigenen Wohnraum mehr leisten kann, zerstört das auch die Mitte der Gesellschaft. Die Mieten und der Wohnungsbau gehen nach wie vor in die Volkswirtschaftlichen Kennzahlen ein und täuschen über die wahren Verhältnisse - internationale Investmentgruppen kaufen in ganz Europa Immobilien auf in ganz großem Stil -unterstützt von Politikern wie beispielsweise Herr Söder. Eigentumsverhältnisse wie im Mittelalter mit Leibeigenen führten schon damals zu Revolutionen.

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