Forum: Wirtschaft
Porsches und Piëchs Erben: Die gebremste Generation

Patriarch Ferdinand Piëch steht vor dem kompletten Verlust seiner Macht, die Familie vor einer Zäsur. Jetzt könnten die Alten im Clan Platz machen für die neue Generation. Doch Wolfgang Porsche zögert.

Seite 3 von 4
yogi65 19.03.2017, 15:40
20. Umgekehrt

Zitat von michlauslöneberga
zur Erbengeneration in allen Ehren, aber mit weltanschaulichen Vorurteilen behaftet ist es nicht immer leicht, objektiv zu sein. Durch die Tatsache dass man zu einer Industriellendynastie gehört ist nicht unbedingt gesagt, dass man nicht selber etwas kann. Die nächste Generation wird ebenfalls ihre Meriten verdienen.
Ein Vorurteil wäre es anzunehmen, dass jemand der in eine sehr reiche Familie hineingeboren wird quasi genetisch herausragende Management-Qualtäten oder eine weit überdurchschnittliche strategische Intelligenz hätte. Denn diese Qualifikationen/Begabungen sind erforderlich um bei einem Konzern wie VW erfolgreich in der Führung mitwirken zu können. Statistisch kommen diese Fähigkeiten allerdings vermutlich nur bei einem Menschen unter 1000 vor. Also warum gerade im Porsche-Piech Clan? Damit ist ja nicht gesagt, dass die Familienmitglieder nicht ordentliche Jobs als Kaufleute, Ärzte, Ingenieure, Designer oder sonst etwas ausführen können. Für einen Frühstücks-Direktoren-Posten im Aufsichtsrat reicht es natürlich immer...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frozenf 19.03.2017, 15:52
21. Wer Piëch oder sein Handeln

ein wenig kennt oder beobachtet hat, ahnt/weiß, dass er nichts ohne Kalkül macht. Er plant etwas. Und hier wird Rache oder verletzter Stolz eine Triebfeder sein. Ich kann mir zwar an sich nicht vorstellen, dass er VW bewusst Schaden zufügen will, doch irgendwie ist ihm dies auch wieder zuzutrauen. Sind doch Genie und Wahnsinn immer dicht zusammen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
j.e.r. 19.03.2017, 15:54
22. Wann war das denn .... ?

"Am Freitag vor zwei Wochen, wenige Tage nach dem Genfer Autosalon" - dabei ist der Genfer Autosalon vor 10 Tagen eröffnet worden, endet heute (Sonntag, 19. März 2017) um 19 Uhr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sinasina 19.03.2017, 17:17
23. Interessant auch die vielen Vorurteile vieler Foristen

Mir hat der Artikel sehr gut gefallen. Ebenso die Grafiken.
*
Interessant auch die vielen Vorurteile vieler Foristen: Ein Mensch, der in eine erfolgreiche Handwerks- Bauern- und Unternehmerfamilie geboren wurde, kann ja nichts taugen und ist nur an Kontoauszügen und Party interessiert.
*
Ein Beispiel, weil es der eine oder andere vielleicht schon hautnah im Urlaub miterlebt hat:
Während andere Kinder noch selig schlummern, müssen viele Kinder von Bauern (und ja, auch Bauern sind Unternehmer) schon vor Schulbeginn kräftig mit anpacken, ebenso in den Schulferien, an Sonn- und Feiertagen. War und ist in vielen alten Handwerks- und Unternehmerfamilien nicht anders. Da wird dann auch schon mal solange das Zimmer selbst im tiefsten Winter nicht geheizt, bis die Schulnoten wieder stimmen und Verantwortung sehr handfest eingebläut.
*
Für Arbeitnehmer hat es sich jedenfalls als viel bedrohlicher erwiesen, wenn hoch bezahlte Manager als Wanderarbeiter Betriebe übernehmen.

Momentan sieht es doch so aus, als wäre die Metro das nächste Unternehmen, welches von Managern an die Wand gefahren wird.
*
Herr Kellerhals (Gründer MediaMarkt, Metro) hat doch Recht wenn er sich darüber aufregt, dass aufgrund der Teilung der Metro mal eben so 47 Millionen Euro an das »Top-Management« ausbezahlt werden sollen.
*
„Die Vorstände erhöhen bei der Aufspaltung drastisch Ihre Gehälter, die das Unternehmen zusätzlich in einer schwierigen Marktlage belasten“, kritisiert Kellerhals die Metro-Führung.
*
Kellerhals: „Wenn ein Unternehmen kleiner wird, müssten doch die Vorstände, die bisher die Gesamtverantwortung trugen, aber jetzt nur für einen Teil weiter zuständig sind, mit Gehaltskürzungen einverstanden sein“, schreibt er auf seiner Website. Das Gegenteil sei jedoch auf der Hauptversammlung verkündet worden, und der Aufsichtsrat habe „großzügig zugestimmt“«
*
Ist das bei Karstadt, Quelle, Neckermann etc. nicht ganz ähnlich abgelaufen? Das »Top-Management« hatte seine Schäfchen im Trockenen und die Arbeitnehmer waren arbeitslos.
»Media-Markt-Scheidung lohnt sich zuerst für die Chefs«
(06.02.2017, Welt, von Gassmann)
»Der knallharte Poker um die Aufspaltung der Metro«
(09.03.2017, Welt, von Gassmann)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MDen 19.03.2017, 17:33
24. Boulevard der Eitelkeiten

Es mag dem bolevardesken Ansatz des Artikels (Machtkampf, Generationenkonflikt in einer Firmendynastie) geschuldet sein, dass hier im Forum ebenfalls vorwiegend Platitüden wiederholt werden (Vetternwirtschaft, zu komplexe Firmenstruktur, starrhalsiger Greis als Firmenlenker). Dabei wird erstens vergessen, dass trotz des Skandals VW im letzten Jahr tatsächlich der größte Autohersteller der Welt wurde, und Piech ebenso altersdemente Machtspielchen unterstellt wurden, als er einige Zeit vor dem Bekanntwerden des Dieselskandals Winterkorn das Vertrauen absprach, aus allzugutem Grund, wie wir heute wissen. Insofern ist viel mehr richtig als falsch gemacht worden. Aber natürlich besteht das Lesepublikum und die Wirtschaftsredaktion des Spiegel in erster Linie aus Experten, die "a la Trump" VW noch viel großartiger und fantastischer und erfolgreicher gemacht hätten, als dieses "Weltgrößter-Autobauer"-Desaster zu verursachen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Skakesbier 19.03.2017, 18:30
25. Wäre für VW schon super,

wenn die neue 'Spitze' in der Lage wäre, Sechs- von Vierzylindern zu unterscheiden. Der 'Alte' konnte das, auch wenn er im Lauf der Zeit viel Schrott veruesacht hat (siehe z. B. sinnlosen Müll wie VW Phaeton, VW Eos u. Ä., siehe verhinderte Übernahme von VW durch Porsche - der Wiedeking hätte die müde/gewerkschaftsbeherrschte VauWeh-Belegschaft mit ihrer quasi inexistenten Rendite mal endlich ans Arbeiten kriegen können).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
davekalama 19.03.2017, 20:35
26.

Zitat von yogi65
Ein Vorurteil wäre es anzunehmen, dass jemand der in eine sehr reiche Familie hineingeboren wird quasi genetisch herausragende Management-Qualtäten oder eine weit überdurchschnittliche strategische Intelligenz hätte. Denn diese Qualifikationen/Begabungen sind erforderlich um bei einem Konzern wie VW erfolgreich in der Führung mitwirken zu können. Statistisch kommen diese Fähigkeiten allerdings vermutlich nur bei einem Menschen unter 1000 vor. Also warum gerade im Porsche-Piech Clan? Damit ist ja nicht gesagt, dass die Familienmitglieder nicht ordentliche Jobs als Kaufleute, Ärzte, Ingenieure, Designer oder sonst etwas ausführen können. Für einen Frühstücks-Direktoren-Posten im Aufsichtsrat reicht es natürlich immer...
Richtig. Wer aber in einer vermögenden Unternehmersfamilie aufwächst hat eben die meisten praktischen Managementlösungen am Mittagstisch praxisgerecht diskutiert. Diesen Vorsprung kann keine Uni mehr wettmachen. Wer sorgenfrei reich aufwächst hat eben auch die Möglichkeit entspannt, abstrakt and die Dinge ranzugehen. Ich setz jetzt mal Durchschnittsintelligenz und Bildungsfähigkeit voraus. Die Managerkaste ist ganz anders zusammengesetzt. Hier werden durchschnittlich begabte Soziopathen aus der Unterklasse aufeinander losgelassen mit dem Ziel die Dividende zu verbessern. Da fehlts an allem - vorallem an Führungsqualitäten und menschlichen Qualitäten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
davekalama 19.03.2017, 20:46
27.

Zitat von Skakesbier
wenn die neue 'Spitze' in der Lage wäre, Sechs- von Vierzylindern zu unterscheiden. Der 'Alte' konnte das, auch wenn er im Lauf der Zeit viel Schrott veruesacht hat (siehe z. B. sinnlosen Müll wie VW Phaeton, VW Eos u. Ä., siehe verhinderte Übernahme von VW durch Porsche - der Wiedeking hätte die müde/gewerkschaftsbeherrschte VauWeh-Belegschaft mit ihrer quasi inexistenten Rendite mal endlich ans Arbeiten kriegen können).
Wiedeking hatte keine Skrupel ins Teilelager der VW Group zu greifen. Die Folge sind VW mit Porschebadge und leicht bessere Auslastung der Produktion. Er hat Porsche zum Badge degeneriert und VW wachsen lassen. Zudem - zufriedene und frische Arbeiter mit Verantwortung sind besser und das bedeutet auch zufriedenere Konsumenten. Gewerkschaften können das...manchmal.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hubsi49 20.03.2017, 23:10
28.

Bin mir sicher, dass die Porsche-Piechs eine gute Lösung finden - die wahre Macht im ganzen Konzern bleibt sicher in Salzburg konzentriert, und dass der Ferdinand in seinem Alter den Übergang zu seinem Nachwuchs regeln wird ist auch klar. Einzig unklar ist, dass durch das Auseinanderklaffen der Interessen der einzelnen Erben vielleicht der Focus auf den Erfolg verloren geht - es kommt ja trotzdem noch genug an Dividenden, dass man großartig leben kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yves1981 20.03.2017, 23:57
29.

Also ich persönlich bin nicht reich, hatte aber ein paar Freunde in der Jugend die aus sehr sehr reichen Elternhäusern stammen. Ich glaube einige hier kapieren nicht, dass solche Familien sehr viel Wert darauf legen, dass Ihre Kinder perfekt ausgebildet werden. Solange diese Kinder nicht total blöde sind, stecken die als Erwachsene so ziemlich jeden im Vergleich in die Tasche, der aus einem 0815 Elternhaus stammt. Das ist es was eine perfekte Förderung von Geburt an und entsprechendes Umfeld einfach mit sich bringen. Und ja zur Not werden die schwarzen Schafe, halt auf einem unwichtigen gut bezahlten Posten "geparkt". Die Regel ist das aber nicht. Kann man so etwas wirklich vorwerfen, dass sich jemand um seine Familie kümmert.

Wie immer in Deutschland viel Neid und gemecker, aber nicht viel dahinter. Ich wette die Kinder von Peach und Co. sind besser in der Lage VW zu führen, als irgendwer von den negativen Kommentatoren hier. Und zwar mit Abstand. ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 4