Forum: Wirtschaft
Portugals soziale Krise: Millionenfaches Elend
Projecto Troika /Bruno Simo¿es Castanheira

Portugal verlässt den Euro-Rettungsschirm, doch die Bürger zahlen dafür einen hohen Preis. Harte Sparprogramme haben die Mittelschicht zerstört, soziale Netze zerfetzt. 2,5 Millionen Menschen leben am Rande der Armut. Ein Rundgang durch Lissabon.

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waswuerdeflassbecksagen 17.05.2014, 21:49
1. Schmaler Grat

Griechenland, Portugal, Spanien, Italien, Zypern, Bulgarien, Rumänien - es hat sich doch nichts geändert, es wurden Leute ausgetauscht und Bilanzen sowie Gutachten in einer Art und Weise gefälscht, dass es schon als normal gilt als "Wissenschaftler" die Unwahrheit zu sagen, man möchte ja auch in Zukunft Aufträge und vor allem Vorträge ergattern. Ich finde es beispiellos in der Geschichte der modernen Demokratien, dass dies immer so weitergeht und sich wirklich dem niemand mit Nachdruck entgegensteht, die Populisten der einzelnen Länder kann man nicht Ernst nehmen, aber es wird der Eindruck nicht widerlegt, dass dort "etwas" brodelt und wenn dieses Potential explodiert, möchte ich nicht mehr in Europa sein. Es wird eine Art demokratische Revolution geben und der Merkelantismus wird als die größte politische Zeitverschwendung in die gemeinsame europäische Geschichte eingehen. Merkel hat in wenigen Jahren, das zerstört, was Politiker in Jahrzehnten mühsam ihren Parlamenten abgerungen haben. Merkel und Obama, beides Hoffnungsträger, beide maßlos an Intelligenz und Durchsetzungskraft überschätzt, beide werden und müssen scheitern, kein Plan, kein tragfähiges Konzept, kein Wille, kein Durchblick...

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mustafa20 17.05.2014, 21:52
2.

Zitat von sysop
Portugal verlässt den Euro-Rettungsschirm, doch die Bürger zahlen dafür einen hohen Preis. Harte Sparprogramme haben die Mittelschicht zerstört, soziale Netze zerfetzt. 2,5 Millionen Menschen leben am Rande der Armut. Ein Rundgang durch Lissabon.
Das ist, was dieser EU-Sozialismus macht: "Am Ende geht dir das Geld anderer Leute aus" ...
Hätte Portugal statt auf Subventionen und Pump abseits der eigenen Produktivität gesetzt und ohne Euro noch die Möglichkeit ihre Währung abzuwerten, wäre es nie so gekommen ...

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luny 17.05.2014, 21:55
3. Abgehängt

Zitat von sysop
Portugal verlässt den Euro-Rettungsschirm, doch die Bürger zahlen dafür einen hohen Preis. Harte Sparprogramme haben die Mittelschicht zerstört, soziale Netze zerfetzt. 2,5 Millionen Menschen leben am Rande der Armut. Ein Rundgang durch Lissabon.
Hallo,

wenn ca. ein Viertel der Bevölkerung in Portugal "abgehängt" ist,
also keine Perspektive mehr hat, werden das die EUR-Fanatiker
immer noch als "Minderheit" abtun.

Denn 75% der Bevölkerung geht es ja prima!

Diese Zahlen ähneln im übrigen frappierend derer in Deutschland.

Wenn das der Preis für den Erhalt der Einheitswährung EUR ist,
dann ist er definitiv zu hoch.

Ene, mene Muh und raus bist Du oder wie?

DAS kann es nicht sein.

LUNY

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sfb 17.05.2014, 22:00
4.

Die EU will eine Angleichung der Lebensverhältnisse in Europa.
Im Klartext: Unsere Sozialsysteme müssen abgebaut werden, bis wir das Niveau von Portugal erreichen.
Das Ganze nennt sich Globalisierung.

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luny 17.05.2014, 22:03
5. Wie wahr

Zitat von mustafa20
Das ist, was dieser EU-Sozialismus macht: "Am Ende geht dir das Geld anderer Leute aus" ... Hätte Portugal statt auf Subventionen und Pump abseits der eigenen Produktivität gesetzt und ohne Euro noch die Möglichkeit ihre Währung abzuwerten, wäre es nie so gekommen ...
Hallo Mustafa20,

wie wahr. Das gilt für alle jetzt "notleidenden EUR-Staaten".

Aber der Anreiz war auch zu verlockend!

Werde Teil der EUR-Zone, dann bekommst Du Kredite statt für
14% zu 3% und Subventionen gibt es auch noch, die NIE
zurückbezahlt werden müssen. SUPER!

Ein bestechendes Modell, was es im wirklichen Leben genauso wenig
gibt wie das Schlaraffenland.

LUNY

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larsmach 17.05.2014, 22:04
6. Zu Tode importiert

Hier in Tallinn ist ein milder Abend. Die Menschen gehen zur Kirmes am Hafen oder sitzen in Cafés. Davor parken massenhaft große Limousinen deutscher Hersteller, Geländewagen und Limousinen von Porsche, Audi, Mercedes, BMW und Lexus sieht man hier so viele im Straßenverkehr, dass es nicht mehr auffällt. Auf großen Werbetafeln werden die neuesten Modelle angepriesen ...und gleich daneben die monatlichen Mietraten - denn Estland ist ein Land auf Pump. Während Regierungen ohne Schuldenmachen auskommen (Schuldenverbot in der Verfassung!), ersäuft sich ein ganzes Volk in Leasing-Raten, Abstotterkrediten (gerne auch per SMS mit Zinssätzen ab 150% p.a.), und Waren kosten hier wenigstens so viel wie in Deutschland, teilweise mehr. Unter mangelndem Markenbewusstsein leidet die hiesige Jugend gewiss nicht.
In dem Bürogebäude, in dem die Ingenieure meiner hiesigen Maschinenbaufirma Produkte entwickeln, sind sonst ausschließlich Importfirmen. Importgeschäfte laufen gut (draußen parken mehrere 12-Zylinder). Und dann lese ich im SPIEGEL Online diesen Artikel zu Portugal... Ja - dort war ich seinerzeit auch oft, und habe über den zur Schau getragenen Reichtum gestaunt und mich gefragt, was Portugiesen so alles produzieren, das man gegen Oberklasse-Limousinen und Edelmarken in den Boutiquen eintauschen könnte.

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Tante_Frieda 17.05.2014, 22:04
7. Vorbote

Man könnte sich vorstellen,dass die weitverbreitete Armut im europäischen Süden die Vorboten dessen sind,was auch die Deutschen in einigen Jahren treffen könnte.Bei einem System,das Reichtum immer stärker bei einer kleinen Schicht von Reichen konzentriert,müssen zwangsläufig immer mehr Menschen in den Teufelskreis der Armut geraten.Die politisch Mächtigen werden aber von den Ursachen,wie immer in der Geschichte,ablenken und ein paar Sündenböcke finden,an denen sich das Volk schadlos halten kann...

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kenterziege 17.05.2014, 22:05
8. Der Euro spaltet

Zitat von mustafa20
Das ist, was dieser EU-Sozialismus macht: "Am Ende geht dir das Geld anderer Leute aus" ... Hätte Portugal statt auf Subventionen und Pump abseits der eigenen Produktivität gesetzt und ohne Euro noch die Möglichkeit ihre Währung abzuwerten, wäre es nie so gekommen ...
...nicht nur die Länder untereinander sondern auch innerhalb der Länder! Bei einer Abwertung der eigenen Währung läuft das Ganze so, wie bei einem Schiff in der Schleuse: Alle gehen gleichermaßen stabil nach oben oder wie bei einer Abwertung nach unten. Alles ist gut. Die landesinernen Relationen verschieben sich nicht. Der soziale Frieden bleibt erhalte. Das Gegenteil ist die innere Abwertung wegen einer oktroyierten Währung. Das Schiff bekommt Schlagseite. Die Reichen am Oberdeck bringen sich in Sicherheit. Unten bleibt das Fußvolk! Und zum Schluss gibt es sehr unterschiedliche Ergebnisse der Rettung. Bezahlen müssen die, die nicht vom Schiff kommen können! Der Club-Med wird von den Eurofanatikern beschissen!

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goldring 17.05.2014, 22:09
9. ist die EU für diese Misere verantwortlich,

oder Portugal selbst? Ging es Portugal vor dem Euro besser? Die EU versucht nur zu helfen.

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