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Posse in Niedersachsen: Hier entsteht ein Containerhafen - und keiner braucht ihn
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Mit rabiaten Methoden treiben Politiker im Landkreis Osnabrück den Bau eines Hafens voran: Private Konkurrenz wird verdrängt, Probleme ignoriert. Der Bund fördert den Bau mit Millionen.

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schmidti43 07.08.2018, 16:44
120. vom Binnenschiffer Containerfahrer

die Brückendurchfahrtshöhe ergibt sich aus dem 2 lagigen Containerverkehr, der für einen Betrieb dieses Containerhafens erforderlich ist. Um vom Mittellandkanal zum Rhein nach Duisburg und die so genannten ARA-Häfen (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen) zu kommen muss das Schiff bis nach Datteln. Dazu müssen in Münster Brücken von 4,20 oder weniger Höhe durchfahren werden. Selbst bei einer Brückenhöhe von 5,25 auf der Relation HH-Braunschweig-Minden muss bis zu 300 to Ballast genommen werden. Im übrigen ist 50 km östlich im Mittellandkanal ein Containerhafen in Minden im Bau und schon fast fertig.

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wiseguyno1 08.08.2018, 02:30
121. Stimmt

Zitat von HelmutBaltes
Die Gemeine Bohmte hat den kleinsten Anteil an diesem Projekt. Federführend sind der Landkreis Osnabrück und das Wasser- und Schifffahrtsamt in Minden. Knackpunkt bei der ganzen Sache ist der Hafen Osnabrück, der eine sehr teure Erweiterung des Stichkanals verlangt. Außerdem ist es eine Unverschämtheit Ihrerseits, mir Parteinahme für Herrn Goedejohann zu unterstellen. Leider sind die Foren bei allem Medien zu Pöbelecken verkommen. Wie war noch mal Ihr bürgerlicher Name?
Bitte erst einmal informieren.
Denn das WSA Minden hat mit der Federführung dieses Förderprojektes so gut wie gar nichts zu tun. Verantwortlich für Antragsbearbeitung, Kontrolle der geförderten Maßnahmen und Abrechnung gem. der entsprechenden Förderrichtlinie ist die Generaldirektion in Münster.

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wiseguyno1 08.08.2018, 04:23
122. Thema verfehlt

Zitat von spon-facebook-10000012354
Diese Planungen können keinen realistischen Kern haben, denn nur 82 km von Bohmte entfernt liegt der Hafen von Münster, der völlig an Bedeutung verliert: In den 1980er Jahren wurde der Hafen als günstiger Gewerberaum durch alternative Unternehmen, darunter linksgerichtete Verlage und Druckereien entdeckt. In den 1990er Jahren eröffnete die House-Discothek Dockland im Hafen. Zusätzlich ging die Bedeutung des Hafens als Umschlagplatz auch zugunsten des Gütertransports per LKW zurück. So wurden 1990 noch 483.000 Tonnen umgeschlagen, zwischen 1993 und 2005 pendelte der Wert zwischen 250.000 und 400.000 Tonnen. Mit der Schließung des Kohlekraftwerks im Hafen und der Eröffnung des GuD-Kraftwerks Münster Hafen an gleicher Stelle fielen ab 2006 die Kohleverladung und unter anderem dadurch weitere 50 % des Güterumschlags weg. Es wurden noch rund 118.000 Tonnen Ladung gelöscht, vor allem Baustoffe, Dünger und Eisen. 2007 sank der Umschlag unter 100.000 Tonnen, 2009 lag er bei nur noch 63.000 Tonnen. Hauptimportgut waren weiterhin Baustoffe. Bis 2015 rechnete das Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung NRW in seinem Hafenkonzept 2004 mit einem Umschlag von 72.000 Tonnen. Es seien keine unausgeschöpften Potentiale für die Binnenschifffahrt erkennbar, eine Weiterentwicklung des Hafens nicht absehbar. Mittelfristig komme es aufgrund der Überplanung am Stadthafen außerdem zu einem Auslaufen der Hafenfunktionen. https://de.wikipedia.org/wiki/Hafen_Münster
Der Hafen Münster hat damit nichts zu tun!
Sie schreiben hier was von rückläufigen Umschlagszahlen (Tonnage) für den Bereich Schwer- bzw Schüttgut, dabei geht es hier um die Förderung von Güterverteilzentren (GVZ) für den Containerumschlag. Dafür war und ist aber der Stadthafen Münster weder geeignet noch platzmäßig ausgelegt!
Und was die Erwähnung der "linksgerichteten Verlage und Druckereien" in diesem Zusammenhang soll, erschließt sich wahrscheinlich auch nur Ihnen.

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conny1234 10.08.2018, 06:48
123. Posse?

Leider passiert es viel zu oft, nicht nur in der Politik. Es werden "einsame" Entscheidungen getroffen, die Realitätsfern sind. Trotz, oder gerade wegen der Tatsachen, wird daran festgehalten. Starrsinn? Nein es ist Macht und der krankhafte Umgang mit Macht. Leider ist das Realität. Psychopathen regieren uns und wir lassen es geschehen.

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Heinrich K 10.08.2018, 07:03
124. Verfassungswidrige Normalität und politisch gewollt...

Derlei fragwürdige kommunalpolitische Projekte gibt es leider viele, z.B. mal "Regioport Weser Minden" googeln, auch am Mittellandkanal. Aber nicht nur Häfen, in vielen Kommunen sind Bürgermeister und Verwaltung "so drauf", wenn es um irgendwelche gewerbliche Ansiedlungsprojekte oder auch um den Wohnungsbau geht. Und weil die Planungshoheit und das staatliches Baugenehmigungsrecht nun mal bei den Gemeinden liegen, hat man die Macht dazu. Wenn z.B. unter Anwendung des "Zwischenerwerbsmodells" nur dort ein Baugebiet ausgewiesen wird, wo die Gemeinde die Grundstücke vorher günstig, meist als Ackerland, kaufen kann, um sie dann mit Gewinn zu "vermarkten". Das ist zwar eigentlich verfassungswidrig, Stichwort "Koppelungsverbot", ist jedoch offensichtlich politisch gewollt, Verfassungsklagen dagegen werden nicht angenommen.

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mausgrau 10.08.2018, 14:47
125.

Die Lokal- oder Provinzpolitiker in Bohmte und dem Landkreis Osnabrück sollten sich dringend mit den Lokalpolitikern in Halle an der Saale an einen Tisch setzen. Auch dort wurde ein moderner Binnenhafen errichtet. Auf Grund des mangelnden Wasserstandes der Saale kann er zum überwiegenden Teil des Jahres garnicht angelaufen werden. Eine Fehlinvestition erster Güte. Aber jede Lokalgröße will wahrscheinlich seine eigenen Fehler machen, koste es was es wolle. Ich nenne soetwas Profilneurose. Nur schade, dass ein gut florierendes Unternehmen dafür plattgemacht werden musste.

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