Forum: Wirtschaft
Power-to-Gas: Die verschleppte Energierevolution
Uniper

Wieder einmal: In Deutschland wird eine Zukunftstechnologie entwickelt - und dann überlässt man der Konkurrenz das Feld. Dabei könnte Wasserstoff aus Ökostrom helfen, Kohlekraftwerke überflüssig zu machen.

Seite 10 von 40
pauli96 07.05.2019, 10:43
90. Speicherung!

Zitat von formatierer
Aus ökostrom Wasserstoff herstellen und Kohlekraftwerke absellen. Kann man den Ökostrom nicht ohne Umwandlung in Wasserstoff nutzen?
Ökostrom ist nicht regelbar. Wo wollen Sie den aufheben? In'ner Zigarrenkiste vielleicht? (Pardon, kurz nach Ostern musste der sein)
Im Ernst, mir ist absolut unklar, warum sich die Politik namentlich CDU/Grüne derartig auf Strom versteift. Jedem Gymnasiasten sollte klar sein, dass Strom so ökologisch ist, wie seine Herstellung. Ein Umstieg auf nichtfossile Energie ist notwendig, aus ökologischer Sicht und ökonomischer Sicht. Das der Weg dahin so wenig diskutiert wird, unter Fachleuten, unter Politikern, in den Medien, halte ich für einen Mangel an Offenheit, Kompetenz und, im Zusammenhang mit politischen Verboten oder Förderprogrammen die einseitig sind auch für einen Mangel an Demokratie

Beitrag melden
soulbrother 07.05.2019, 10:44
91.

Man kann mit Überschussstrom keinen Wasserstoff erzeugen, da die Anlagen zur Elektrolyse einen koninuierlichen Stromfluss benötigen. Anlagen die hierzulande laufen nutzen also auch fossilen Strom, wie sinnvoll das ist kann sich jeder selbst beantworten. Für diese Technologie muss man Anlagen extra dafür errichten, zB in der Wüste und dann den Wasserstoff hierhertransportieren; abenteuerlich.

Ansonsten haben wir noch lange keine Überschüsse an EE-Strom, vor allem nicht solange die Sektoren Wärme und Verkehr noch nicht in die Energiewende einbezogen sind. Wenn Windräder abgeregelt werden liegt es an veralteten Stromnetzen.

Man sollte also erstmal die Netze verstärken, den EE-Strom in allen Sektoren einsetzen (dazu müssen die Abgaben auf den Strom reformiert werden, da derzeit Gas und Öl wesentlich billiger sind mit 4Ct/kwh Gas vs 30 Cent/kwh Strom) und man kann auch die vorhandenen Speicher nutzen.

Dass man etwas verschleppt wenn man diese ineffiziente Wasserstofftechnologie derzeit nicht nutzt ist also falsch. Was verschleppt wird ist der Ausbau der Stromnetze und eine Reform des Abgabensystems. Etwas mehr Recherche hätte dem Artikel gut getan.

Beitrag melden
spon-facebook-10000420664 07.05.2019, 10:44
92.

Die Kritik am Wirkungsgrad kann ich nicht nachvollziehen. Es geht hier um die Verwertung von überschüßigen Strom. Wenn ich dies nicht tue, und die EEG-Anlagen abschalten muss oder drosseln muss, dann ist der Wirkungsgrad = Null. Wasserstoff ist absolut sinnvoll wenn ich ihn dann wieder verstrome (Stichwort: Grundlast/Dunkelflaute) oder ihn ins Gasnetz einspeise. Bei Wiederverstromung in Karftwärmekopplung-Anlagen erreicht man einen Wirkungsgrad von 60%. Für mich ist Wasserstoff der Energiespeicher der Zukunft.

Beitrag melden
soisses1 07.05.2019, 10:44
93. Bei

den gegenwärtigen Strompreisen und den Wirkungsgraden der Hydrolyse ist noch kein Geld damit zu verdienen. Der Strompreis müsste wahrscheinlich bei 8 oder weniger Cent pro kWh liegen. Aber, in Kombination mit einer CO2 Abgabe-Gutschrift könnte es klappen. Die Konzepte reichen weiter als nur Wassrstoffgas, z.B. mit CO2 dann über Fischer-Tropsch zu Methanol.

Beitrag melden
r_saeckler 07.05.2019, 10:44
94. Oh G'tt, Noch ein Waldorfschüler!

Zitat von NorddeutschePflanze
Was ist effizienter? Wirkungsgrad 0%, weil Anlagen abgeschaltet werden, oder Wirkungsgrad 25%, weil mit dem Überschussstrom was produziert wird. Schwierig, nicht wahr?
Maximale Effizienz erreichen Sie, wenn Sie gar nicht erst schweineteure Windradln bauen die in 3 bis 8 Tagen im Jahr bei Starkwindlagen überflüssigen Strom erzeugen.
Immer noch reccht gute Effizienz erreichen Sie, wenn Sie grundsätzlich nur den Strom ins Netz einkaufen, den Sie benötigen - und das Problem der Überproduktion dem Produzenten überlassen wie der damit klarkommt - machen Sie persönlich übrigens bei Erdbeeren, Kartoffeln und Bügeleisen ganz genauso, nicht wahr? (Womit mal wieder die absolute Schwachsinnigkeit der dt. Energeigesetzgebung angesprochen wäre...).
Und wenn "irgendjemand" unter den leider hierzulande derzeit herrschenden schwachsinnigen Randbedingungen des (Elektro-)Energiemarkts eine ökonomische Nische für sich sieht in der er den sinnlos eruzeugten Windradl-Überschussstrom billigst oder sogar geschenkt mit Abnahmeprämie zu irgendwas irgendwie speichert/verarbeitet/sonstwie nutzt - so hat er meinen Segen das doch recht gerne zu tun... Nur: um Himmels Willen jetzt nicht auch noch ein neues Subventionsloch graben!!!

Beitrag melden
thomas.kathmann.58 07.05.2019, 10:45
95. Die Kommentare hier...

machen es nur allzu offensichtlich warum jede technologische Neuerung in Deutschland verpennt wird. Liegt nämlich an der Bevölkerung die allem was neu ist mit so großer Skepsis gegenüber steht dass jeder technologische Durchbruch im Meckern, Miesmachen und Schlechtreden erstickt wird.

Natürlich gibt es Probleme und natürlich gibt es Risiken. Früher hat man gedacht Taktfrequenzen über 30 MHz sind nicht möglich wegen der Signale die die einzelnen Leiterbahnen aneinander senden oder Übertragungsraten von mehr als 1K Bit/S kriegt man niemals über einen Draht.

Dann entwickelte man neue Layertechnologien unf führe selbstkorrigierende Checksummen ein. Und Tada - es ging doch.

Der Transrapid war ja zum Scheitern verurteilt und wurde in den Medien lächerlich gemacht, heute fähr er in Shanghai.

Ach ja... und es ist natürlich vollkommen unmöglich eine blaue LED herzustellen.

Wenn man will kriegt man das mit der Wasserstoffdiffundierung auch hin. Aber natürlich nicht wenn man von vornherein sagt dass es nie funktionieren kann.

Beitrag melden
Ökofred 07.05.2019, 10:45
96. tja, Pech gehabt...

Zitat von kaiser.friedrich
Jeder, der schon mal im UHV-Labor mit Wasserstoff gearbeitet hat, weiss wie schwer dieser zu handhaben ist, da die Moleküle so klein sind, dass sie selbst durch Stahlwände durch diffundieren. Es hat einen Grund, warum sich trotz der langen Verfügbarkeit von Wasserstofffahrzeugen, die sich nie in der breiten Masse durchgesetzt haben. Mal davon abgesehen rechne ich sowieso nicht damit, dass der SPIEGEL meinen Kommentar freigibt, also koennte ich mir das hier auch sparen.
Wurde leider doch frei gegeben... jetzt bitte auch die Antworten ertragen. Was ist Methanisierung? Steht doch im Artikel drin.. ausser haben wir doch bereits eine Wasserstoffwirtschaft. Da geht's doch auch? Gut, für den Autotank ist das vielleicht nix aber dafür gibt es dann Methan...

Beitrag melden
martin281 07.05.2019, 10:46
97. Sehr gelungener Beitrag

Hoffentlich wird die Politik hier langsam wach.

Statt Windkrafträder abzuschalten kann die Energie kostengünstig und in großen Mengen als Gas gespeichert werden!

Der Wirkungsgrad mag nicht optimal sein, aber besser als die 0, die gerade durch die Zwangsabschaltung von der Politik gefordert ist.

Mehr solche Ideen, dann klappt es vielleicht auch noch mit der Energiewende!

Beitrag melden
mlarsen 07.05.2019, 10:46
98.

Zitat von MisterD
was RWE, BMW und BASF nicht passt, gibt es in Deutschland halt nicht. Wasserstoff ist nicht eine Lösung... Wasserstoff ist DIE (einzige) sinnvolle Lösung aller Probleme. Klar, Wasserstoff tunnelt auch durch Metalle, das ist bekannt. Aber das Problem wird gelöst, man braucht Nanoverbundstoffe, die ein Tunneln verhindern. Erzählen Sie mir nicht, das ginge nicht...
Das Problem liegt m.E. einzig und allein an der Einstellung. Andere Länder suchen Lösungen für Probleme. Wir suchen Ausreden um möglichst nichts ändern zu müssen. Alles soll so bleiben wie es "immer" war. Computer werden ja heute noch vielerorts als Spielzeug angesehen. Früher hatte man Karteikarten, damit ging es doch auch. Sogar unsere Forschungs- und Bildungsministerin hält nichts von neuen digitalen Standarts. Das ist die vorherrschende Mentalität im Land der ehemaligen Dichter und Denker.

Beitrag melden
deichgraffe 07.05.2019, 10:48
99. Zum Thema Effizienz

Natürlich ist Effizienz wichtig. Sie steht aber immer in Relation zum Nutzen. Betrachtet man beispielsweise die Effizienz des Photoeffekts bei pflanzlichen Blättern, so könnte sie gegen die einer Solarzelle nicht mithalten. Dennoch lohnt sich für die Pflanze der Aufwand Blätter zu produzieren. Wenn die Solarzelle uns aber zu teuer ist, können wir einfach weiter fossile Brennstoffe nutzen. Nur ist dann irgendwann die Folge die, dass wir für uns keinen entsprechenden Lebensraum mehr haben.
Was macht da wohl Sinn?

Beitrag melden
Seite 10 von 40
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!