Forum: Wirtschaft
Power-to-Gas: Die verschleppte Energierevolution
Uniper

Wieder einmal: In Deutschland wird eine Zukunftstechnologie entwickelt - und dann überlässt man der Konkurrenz das Feld. Dabei könnte Wasserstoff aus Ökostrom helfen, Kohlekraftwerke überflüssig zu machen.

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wuxu 07.05.2019, 10:59
120.

Zitat von abcd63
Was heisst denn "wirtschaftlich noch nicht vertretbar"? Wir reden hier von grünem Strom aus Überkapazitäten, dieser Strom würde sonst gar nicht erzeugt werden wg. Abschalten von Windkraftanlagen oder Herunterregeln von Photovoltaik. Sicherlich könnte man auch eine Menge Leitungen einsparen wenn man grünen Strom von Offshore-Anlage in Gas umwandelt und so über das bestehende Netz in den Süden transportiert. Was für Idioten sind denn hier in diesen Behörden unterwegs???
Jede Kilowattstunde Strom bekommen die Erzeuger bezahlt. Auch wenn die Windräder aufgrund von Überkapazitäten still stehen, bekommen die Betreiberr den nicht erzeugten Strom vergütet. Recherchieren Sie einmal, wieviel Geld das ist und was man damit alles sinnvoll in unserem Staat machen könnte.

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umfrage_offenlegung 07.05.2019, 11:00
121.

Zitat von m.klagge
aber es ist in Wirklichkeit unendlich traurig, dass es immer noch Leute gibt, deren Spatzenhirne es nicht fassen können, dass Atomkraft in Relation zum möglichen Nutzen ein viel zu hohes Risiko für den Planeten ist. Aber Trolle müssen ja nicht selbst denken. Immerhin, es gibt noch Lobbygruppen, die auf diese Mördertechnologie setzen.
Bislang ist noch nichts kritisches passiert. Selbst Tschernobyl und Fukushima waren am Ende harmlos, wenn man das mal mit alltäglichen tödlichen Gefahren (Straßenverkehr, Haushalt, Sport, Rauchen etc.) vergleicht. Die Atomkraft bedeutet ein Risiko, aber es gibt zahlreiche andere Risiken, die wir akzeptieren müssen .(es gibt auch das Risiko eines Kometeneinschlags, eines Krieges, (sogar eines Atomkriegs) etc.
Den Chauvinismus und die Beleidigung gegen andere 31 Länder, ("Spatzenhirne"), in denen Atomkraft genutzt wird, können sie sich sparen.
Wenn man den Klimapropheten glauben schenken darf, dann haben wir nur noch 10 Jahre und in knapp 50 Jahren werden die Katastrophen das, was ein vereinzelter lokaler Atomunfall verursacht, um Welten übersteigen.
Wer das Risiko der Atomkraft wie andere alltägliche (viel häufigere und gefährlichere Risiken) Lebensrisiken akzeptiert, kann damit das Klima retten ohne auf Wohlstand zu verzichten. Frankreich hat pro Kopf nur 4 Tonnen CO2 Ausstoß anstatt 8 wie bei uns und die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte wird dort Mobilität billiger und komfortabler machen ebenso wie die Digitalisierung (im übrigen sehr stromhungrig).

Viele Menschen (mich eingeschlossen) sind nicht bereit auf Wohlstand zugunsten des Klimaschutzes zu verzichten, wenn es ein Lösung wie die Atomkraft gibt, die CO2 freie Energie bereitstellen kann.
Insofern wäre es m.E. ein Gebot des gedeihlichen Miteinanders für einen gesellschaftlichen Konsens, dass die Atomkraftgegner angesichts der Klimaherausforderungen Ihre Ängste beim Psychotherapeuten und in der Verhaltenstherapie (gern auch staatlich unterstützt und kostenlos) versuchen abzubauen, damit die CO2 freie Wirtschaft mit einer Wohlstandsmehrung als positive Zukunftsversion wahr werden kann.
Es kann nicht sein, dass eine Gruppe einer anderen Gruppe den Willen totalitär aufzwingt (hohe EEG Kosten, kein Individualverkehr mehr, keine Flüge, kein Fleisch, kein gar nichts), wenn dies nicht notwendig ist für das Ziel der Klimarettung. In der Überwindung der eigenen Atomangst und der Akzeptanz derselben als Lebensrisiko liegt der Schlüssel zur Klimarettung und der Bewahrung vor dem sicher geglaubten Klimatod. Alles andere läuft auf fortwährende Konfrontation hinaus, die zu nichts führt.

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schlob 07.05.2019, 11:01
122.

Aus der Diskussion lässt sich ableiten.Es gibt einen überwältigenden Vorteil für die Herstellung von Diesel oder Benzin aus CO 2.Man könnte damit mit den bisherigen Autos weiterfahren ohne jede Änderung.-Ob nun aus EE-Strom oder AKW-Strom -das kann man denen überlassen,die hier investieren müssen.

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Hartmut Euler 07.05.2019, 11:01
123. Wasserstoff aus Strom einfach nur Energieverschwendung/-vernichtung

Ich, Dr.-Ing. Hartmut Euler, pensionierter, ehemaliger Leiter der Energieabteilung in der Landesregierung von Schleswig-Holstein, gehöre zu denen, die dem Bundeswirtschaftsministerium seit 6 Jahren dringend raten, Power to Gas nicht zu fördern, da es reine Energieverschwendung ist, die Klimagasemissionen erhöht und genau den Strom abzweigt, den wir für die Verdrängung von Kohlestrom und für Klimaschutz benötigen. Dies habe ich auch in einem ausführlichen Aufsatz und in einer Präsentation zusammengestellt. Zu finden z.B. als Anhang einer Stellungnahme unter https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/Stellungnahmen/Stellungnahmen-Strom-2030/euler.pdf?__blob=publicationFile&v=4

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Strangelove 07.05.2019, 11:01
124. Danke

Zitat von kaiser.friedrich
Sie haben jetzt mit Ihrer Widerrede dafuer gesorgt, dass ich mir eine Dissertation zum Thema Diffusion von Wasserstoff durch verschiedene Metalle durchlese [1]. Bei der naechsten Diskussion weiss ich hoffentlich mehr, dass ich die Verluste durch Diffusion genauer angeben kann. Im uebrigen ist mir durchaus klar, dass Wasserstoff in Gasflaschen bei 300 bar aufbewahrt werden kann. Die Frage hierbei ist aber, wie hoch die Lagerzeit ist und wie lange es dauert, bis der Stahlbehaelter durch Wasserstoffversproedung [2] nicht mehr genutzt werden kann. > [1] https://mediatum.ub.tum.de/doc/958296/958296.pdf > [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffversprödung
Das belegt was ich sagte. So weit ich weiß sind Wasserstoffdruck gasflaschen weit über 10 jahre nutzbar ohne zu verspröden weil man entsprechenden Stahl verwendet. Was die Diffusion anbelangt, so wird sie erst bei höheren Temperaturen ein Problem. So nutzt man auch Pd zur Wasserstoffreinigung: Dort spaltet H2 an der Oberfläche bei über 300 °C in atomaren Wasserstoff auf und es diffundiert das Proton durch die Membran, das Elektron quasi davon getrennt "im Metall". Nichts außer Wasserstoff kommt durch diese Membran, daher ideal um ihn hochrein herzustellen. Diese Dissoziation kann auch an anderen Metallen auftreten. Das H2 Molekül selbst diffundiert praktisch nicht, da diffundiert Helium wiederum besser, denn es ist nur ein Atom und damit kleiner. Und das bekommen sie praktisch nicht durch Metalle hindurch, weil es nicht beide Elektronen abgibt, also zu groß bleibt.

An UHV Töpfen haben Sie also, wenn überhaupt, mit Wasserstoff aus der Umgebung nur ein echtes Problem wenn diese sehr heiß werden. Sonst ist der Anteil des Wasserstoffs aus dem Metall über viele Jahre die Hauptquelle dafür. Wenn das Teil dann sehr alt ist wird das Vakuum immer besser da der schwer abpumpbare Wasserstoff irgendwann weg ist. Aber ich denke das wissen Sie bereits.

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NorddeutschePflanze 07.05.2019, 11:03
125. Vorsicht mit dieser Behauptung.

Zitat von Marut
So hat der nicht für Wasserstoff erzeugte Strom, weil die Windanlage abgeschaltet werden muß, eine Rentabilität von 0% - es ist vorhandene aber verschleuderte Energie.
Ich wurde soeben wegen der 0%-These schon als Waldorfschüler verunglimpft. Hö hö.....

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Bin_der_Neue 07.05.2019, 11:04
126. Könnte, hätte, wäre..

Man hat sich aber mit aller Gewalt auf dem falschen Pferd vergaloppiert und hält daran fest, koste es was es wolle. Erst wenn Milliarden von Steuergeldern für eine kaum flächendeckende Lade-Infrastruktur ohne einheitlichen Standard in den Sand gesetzt wurden und sich hunderttausende Bürger unausgereifte und überteuerte E-Mobile haben aufschwatzen lassen, wird man vielleicht das Wasserstoffauto mit Brennstoffzelle als neuen Heilsbringer predigen. Derzeit lässt sich noch genug Reibach mit unzulänglicher Akkutechnik machen. Erst wenn das ausgereizt ist, wird man sich neuen Geschäftsmodellen zuwenden. Umwelt und Energiewende kommen an allerletzter Stelle, auch wenn man uns das anders Glauben machen will.

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interessierter Laie 07.05.2019, 11:04
127. es rächt sich wiedermal...

dass die Politik wie so oft Einzeltechnologien fördert, aber kein Gesamtsystem. Bei der Energiewende wird das besonders deutlich. Das Ziel einer sicheren nachhaltigen Energieversorgung kann nicht allein in regenerativer (fluktuierender) Erzeugung liegen. Speicher, Netze und variable Erzeuger und Verbraucher und die zugehörige Steuertechnik gehören unbedingt dazu und gehören zusammen. Wenn der Strom eines Windrades weder lokal genutzt, noch transportiert oder gespeichert werden kann, nützen auch 100 % Wirkungsgrad nichts. Wir brauchen keine Förderung für Erzeugung oder Netzausbau, sondern einen Wettbewerb um die effizienteste, klimaneutrale und bedarfsgerechte Bereitstellung von Energie.

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ChrisLockes 07.05.2019, 11:05
128. Entwicklungen benötigen Zeit und Offenheit

Die Politik legt sich - getrieben von Lobbys - zu schnell auf eine Richtung fest, zuletzt auf E-Autos. Das ist Unfug, weil die Politik damit ihr eigenes Wissen und Können maßlos überschätzt. So hat vor 15 Jahren noch keiner Bedacht, dass die Erneuerbaren die Vögel, Insekten und Feldtiere bedrohen könnten, deren drastischer Rückgang nun festzustellen ist (auch wenn es weitere Ursachen dafür geben mag). Auch die Kosten waren völlig unterschätzt worden ("Die Sonne stellt keine Rechnung.")

Die mehrfache Umwandlung von Energie (Wind in Strom in Gas in Strom) führt zu erheblichen Verlusten von Energie, welche an die Umwelt abgegeben wird. Das ist keineswegs klimafreundlich. Und zudem muss der Strom für die Bürger und die Wirtschaft bezahlbar bleiben, sonst machen wir unser Land kaputt und andere schädigen weiter lustig das Klima. Deutschland wird nicht die Welt retten und wir müssen uns nicht selbst auf dem Altar als Opfer für alle zelebrieren.

Stattdessen sollte die Politik langfristig moderieren und Wege öffnen. Wasserstoff könnte ein Weg sein, aber auch der ist nicht ohne Probleme.

Zb

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Bin_der_Neue 07.05.2019, 11:06
129.

Zitat von kaiser.friedrich
Jeder, der schon mal im UHV-Labor mit Wasserstoff gearbeitet hat, weiss wie schwer dieser zu handhaben ist, da die Moleküle so klein sind, dass sie selbst durch Stahlwände durch diffundieren. Es hat einen Grund, warum sich trotz der langen Verfügbarkeit von Wasserstofffahrzeugen, die sich nie in der breiten Masse durchgesetzt haben. Mal davon abgesehen rechne ich sowieso nicht damit, dass der SPIEGEL meinen Kommentar freigibt, also koennte ich mir das hier auch sparen.
Ich habe ja schon viel Quatsch gegen wasserstoffbetriebene Fahrzeuge mit Brennstoffzelle gelesen, aber noch nie, dass sich deren Tanks "leer diffundieren".

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