Forum: Wirtschaft
Power-to-Gas: Die verschleppte Energierevolution
Uniper

Wieder einmal: In Deutschland wird eine Zukunftstechnologie entwickelt - und dann überlässt man der Konkurrenz das Feld. Dabei könnte Wasserstoff aus Ökostrom helfen, Kohlekraftwerke überflüssig zu machen.

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_McCell 07.05.2019, 11:40
160.

Zitat von Ökofred
Der Weg wird schon diskutiert, aber keiner hört hin. Im Moment braucht kein Mensch Speicher, die werden grad reihen weise abgestellt. Dieses Jahr werden zB 1GW Pumpspeicherkraftwerke stillgelegt (Lt. Bundesnetzagentur). Die Gasspeicher werden an Gazprom verkauft. Ab 60 % reg. Energie mag da anders werden, aber im Moment haben wir ÜBERKAPAZITÄTEN und verscherbeln 10% unserer Stromproduktion ins Ausland.. und speichern ist noch zu teuer, um das zu ändern.
Mal abgesehn davon, daß das mit den Überkapazitäten nur bedingt stimmt. Wir müssen JETZT die Speicher der Zukunft erforschen und bauen, nicht erst in 10 Jahren, wenn wir die Kohlekraftwerke abschalten wollten.

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stevens-82 07.05.2019, 11:42
161.

Die hier vorgestellte Technologie kann sicher sinnvoll sein, wenn sie zur Marktreife geführt wird und damit meine ich ausdrücklich auch Energie zu konkurrenzfähigen Kosten bereitstellen zu können. Auch Kernkraft könnte dazugehören wie z.B. die in Berlin entwickelten Dual Fluid Reaktoren, bei denen nicht nur eine Kernschmelze wie in Tschernobyl oder Fukushima ausgeschlossen ist, sondern die noch dazu vorhandenen Atommüll verarbeiten können, so das man auf ein Endlager verzichten könnte. Leider wird Energiepolitik in Deutschland fast ausschließlich nach ideologischen Gesichtspunkten gemacht und so verpasst man mit DFRs die nächste Zukunftstechnologie. Es ist zum heulen.

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heineken1 07.05.2019, 11:42
162. Überschüssiger EE-Strom?

Ich hatte vor Monaten einmal rein aus Interesse recherchiert, wieviel EE-Strom denn abgeregelt werden mußte, weil entweder Transportnetz nicht mehr aufnahmefähig oder schlicht kein Verbrauch da war. Das waren fürs Jahr 2017 oder 2018 gerade einmal knapp 5,5 TWh. Um das in Relation zu setzen: Bei einer jährlichen Gesamtstromproduktion von etwa 650 TWh und einem Nettostromverbrauch inländisch von etwa 600 TWh (die Differenz ist Regelenergie und v.a. Export - wir hauen ja nicht nur Billigstfleisch aus dem Land raus, sondern auch reichlich Stom. Exportweltmeister halt.)
Der EE-Anteil am Gesamtstrommarkt liegt bei 35% bis 40%?
Da stelle ich es mir JETZT und durchaus auch noch für einige Jahre relativ schwierig vor, Power-to-X Anlagen halbwegs »wirtschaftlich« betreiben zu können.
(Wohlgemerkt: Im CO2-Sinn ist das, auch bei hohem maschinenbaulichen Ansatz - Stichwort graue Energie - sehr wahrscheinlich »wirtschaftlich«. Nur: Solange CO2 eben KEINER realistischen Bepreisung unterliegt ...)

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471148 07.05.2019, 11:43
163.

Die Einwände bzgl. Wasserstoff und Brennstoffzelle sind immer die Gleichen, schon seit 2014 hier in den SPON FOREN.
Energie aus regenerativen Quellen ist der einzige Weg aus dem Dilemma künftiger Mobilität und Energieverfügbarkeit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Von ökonomischen Vorteilen ganz zu schweigen.
Die ständige Abwertung neuer Technologien durch etliche Bedenkenträger oder Undercover Lohnschreiberlinge in den Foren bringt uns keinen Schritt weiter, auch nicht die ständig hinkenden Vergleiche der Verbrenner mit E-Antrieb, auch nicht Rechenkünstler hinsichtlich Wirtschaftlichkeit.
Verbrenner hatten viel Zeit gebraucht um den heutigen Technikstand zu erreichen. Die Zeit, fossile Energieträger einfach zu verbrennen, sollte zügig beendet werden. Fossile Brennstoffe werden für andere Verwendungen sehr viel wichtiger sein.
Die konsequente Nutzung alternativer Energiequellen für Mobilität ist erforderlich:

1. Alleinige Akku-Technologie führt in die Sackgasse, es ist nur ein Zwischenschritt Umweltschäden größeren Ausmaßes sowie sozio-ökonomische Verwerfungen für die betroffenen Zivilgesellschaften der Rohstoff-Förderländer sind die Folge.

2. Fragwürdige Technologieschritte. Erst wird mühselig und nicht umweltschonend Energie gewonnen um diese in Akkus zu speichern und anschließend in räumlich begrenzte Fortbewegung zu wandeln. Eine unsinnige, weil sehr verlustreiche Vorgehensweise.
Geringe Reichweite ist ein absolutes Ko Kriterium. Träges Ladeverhalten für Akkus ein Weiteres. Daran wird sich so schnell, trotz guter Fortschritte nichts ändern.

3. Ökonomischer ist Brennstoffzellen Technologie. Wasserstoffherstellung mittels Elektrolyse unter VERWENDUNG der REGENERATIVEN.
Vorteile: bessere Reichweiten gegenüber Akku -Technologien:

4. Voraussetzung ist der zügige Ausbau der Überland- oder erdgebundenen Leitungsnetze, woran bisher haperte:

5. Schrittweiser Ausbau der Power to Gas Stationen, ausgehend vom Norden, bis hin zum südlichsten Punkt Deutschlands.

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descartes 07.05.2019, 11:49
164.

Zitat von christian-h
Wieso soll Wasserstroff damit "praktisch umsonst" hergestellt werden? Laut einer ISE Studie von 2018 kostet der Strom aus neuen PV Anlagen zwischen 3,71 und 11,54ct/kWh, in Abhängigkeit von Größe, Standort, Ausrichtung etc.. Das wären dann durchschnittliche Stromerzeugungskosten von 7,625ct/kWh.
Wenn Sie Ihren benötigten Energieträger H2 Zuhause auf dem Dach selbst erzeugen können, im Keller mit Hilfe LOHC speichern, damit Ihre Heizung, Ihre Hauselektrik betreiben und Ihr Fahrzeug evtl. betanken, kostet Sie das die Anschaffungskosten der Anlage, die Wartungskosten und Wasser.
https://www.pv-magazine.de/2019/01/03/schweden-energieautarker-wohnkomplex-wird-mit-100-prozent-photovoltaik-und-wasserstoff-versorgt/

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471148 07.05.2019, 11:49
165.

Zitat von kaiser.friedrich
Sie haben jetzt mit Ihrer Widerrede dafuer gesorgt, dass ich mir eine Dissertation zum Thema Diffusion von Wasserstoff durch verschiedene Metalle durchlese [1]. Bei der naechsten Diskussion weiss ich hoffentlich mehr, dass ich die Verluste durch Diffusion genauer angeben kann. Im uebrigen ist mir durchaus klar, dass Wasserstoff in Gasflaschen bei 300 bar aufbewahrt werden kann. Die Frage hierbei ist aber, wie hoch die Lagerzeit ist und wie lange es dauert, bis der Stahlbehaelter durch Wasserstoffversproedung [2] nicht mehr genutzt werden kann. > [1] https://mediatum.ub.tum.de/doc/958296/958296.pdf > [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffversprödung
Als selbsternannter Experte zum Thema Wasserstoff sollten Sie ganz in Ruhe sich informieren über den neuesten Stand der Technik.
Ihr Beitrag zeugt von einer gewissen Arroganz.

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misterknowitall2 07.05.2019, 11:50
166. Der Witz...

Zitat von helmut.alt
Die Methanisierung von Wasserstoff bringt gar nichts außer Kosten. Der Siedepunkt von Methan ist -162°C, also als Flüssigkeit schlecht lagerfähig (Wasserstoff: -253°C). Methan gibt es in Unmengen und zu günstigen Preisen, also keine Wertschöpfung bei der Methanisierung.
ist doch, dass man "überflüssigen" Strom nutzt, um praktisch Erdgas herzustellen, was man auch ohne weiteres in unser Gasnetz einspeisen kann. Niemand braucht eine Flüssigkeit wie beim Wasserstoff, da man es über vorhandene Leitungen transportieren kann.

Wertschöpfung braucht bei dem Thema kein Mensch. Es geht darum den überflüssigen Strom zu nutzen und so Reserven zu schaffen, falls mal nicht genug Wind und Sonne da ist.

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100%erneuerbar 07.05.2019, 11:51
167.

Zitat von kritischer-spiegelleser
Ja, da gäbe es viele Möglichkeiten. Gäbe es da nicht die Kohlelobby und die Gas-Lobby und die Windkraft-Lobby usw. Und da ist es als Politiker eben schwer, sich zu entscheiden. Wasserstoff wäre eine Alternative um sinnvoll Windkraft-Strom zu speichern und auch als eigenständiger Energelieferant eine Alternative zum Windkraft-Strom. Aber Deutschland macht nun mal seine Energiepolitik sehr engstirnig und sehr teuer!
Die "Windkraftlobby" hat doch die Anlage in Pritzwalk bezahlt, WEIL Wind + Wasserstoff + vorhandene Gasinfrastruktur die Lösung für viele angeblich unlösbare Probleme sind.

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Neapolitaner 07.05.2019, 11:52
168. Bei 5% bis 10% Wirkungsgrad

gerechnet von der Nabe am Windrad bis zum Endverbraucher - können wir entweder planen, den jetzigen Ausbau der Windkraft um den Faktor 10 voranzutreiben - oder es ist schlicht nicht genügend (Wind-)energie vorhanden, um Wasserstoff als Zwischenenergieträger zu nutzen. Von den Kosten ganz zu schweigen. Man sollte sich besser überlegen, was mit den Windkraftanlagen passiert, wenn die Förderungen auslaufen - was bei einem Großteil der installierten Windkraft bereits im kommenden Jahrzehnt der Fall ist - denn ohne Förderung sind diese Altanlagen nicht länger konkurrenzfähig am Markt und werden als (teure) Ruinen in der Landschaft stehenbleiben. Das Thema der kommenden Jahre wird nicht die Wasserstoffwirtschaft, sondern der ökologisch verträgliche Rückbau der Erneuerbaren sein.

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arr68 07.05.2019, 11:53
169. Ein "Argument" fehlt noch in der Diskussion

Wie haben schon seit Jahren Hersteller von Methan, nämlich in den Biogasanlagen. Auch die wollten ihr Gas lieber in die Gasleitungen einleiten, statt sie direkt zu verstromen. Bis heute wird es mit vielen fadenscheinigen Argumenten von Lobby, Leitungsbesitzer und deren Politikmarionetten verhindert. Und jetzt glaubt doch nicht, dass diese Blockadepolitik für Methan aus Wasserstoff geändert wird. Denn dann könnte man ja grosse Anlagen in Afrika bauen und ganz Europa Wärme und energietechnisch über Gas versorgen. Aber gleichzeitig ginge ja den Russen und Arabern Geld verloren und das kann doch "keiner" zulassen.

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