Forum: Wirtschaft
Power-to-Gas: Die verschleppte Energierevolution
Uniper

Wieder einmal: In Deutschland wird eine Zukunftstechnologie entwickelt - und dann überlässt man der Konkurrenz das Feld. Dabei könnte Wasserstoff aus Ökostrom helfen, Kohlekraftwerke überflüssig zu machen.

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christoph_schlobies 07.05.2019, 12:50
200.

Zitat von goetz.ehlerding
Kleine Nachhilfe: Leichtwasserreaktor: Wirkungsgrad etwa 35%, Stromverlust in der Leitung 6%, nebenbei wird i
Dies Argument ist leider völlig abwegig.Der Wirkungsgrad der AKW ist völlig wurscht,weil nämlich der Brennstoff rel. fast nix kostet.-
Und warum macht man sich so herzensgute Überlegungen um die arme AKW-Industrie.Die können selbst rechnen .-

Ebenso ist der Wirkungsgrad von Windkw völlig wurscht,weil der Wind nix kostet - ENTSCHEIDEND IST NUR,welcher Ertrag PRO EURO.-
Alles andere ist Gewäsch.

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soulbrother 07.05.2019, 12:52
201.

Zitat von Hartmut Euler
Ich, Dr.-Ing. Hartmut Euler, pensionierter, ehemaliger Leiter der Energieabteilung in der Landesregierung von Schleswig-Holstein, gehöre zu denen, die dem Bundeswirtschaftsministerium seit 6 Jahren dringend raten, Power to Gas nicht zu fördern, da es reine Energieverschwendung ist, die Klimagasemissionen erhöht und genau den Strom abzweigt, den wir für die Verdrängung von Kohlestrom und für Klimaschutz benötigen. Dies habe ich auch in einem ausführlichen Aufsatz und in einer Präsentation zusammengestellt. Zu finden z.B. als Anhang einer Stellungnahme unter https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/Stellungnahmen/Stellungnahmen-Strom-2030/euler.pdf?__blob=publicationFile&v=4
Vielen Dank für die Verlinkung Ihrer interessanten und wissenschaftlich fundierten Stellungnahme.

Leider fehlt vielen das Grundverständnis zu diesem Thema. Solange wir keine Überschüsse an EE haben, also alle Sektoren (Strom, Wärme, Verkehr) mit EE versorgt werden, macht es überhaupt keinen Sinn weitere Speicher zu installieren, während woanders fossile Kraftwerke den Strom liefern.
Wenn Windräder abgeregelt werden, dann aufgrund von zu beseitigenden Netzengpässen. Überschussstrom lokal in Wasserstoff umzuwandeln ist nicht möglich, da Anlagen zur Elektrolyse einen kontinuierlichen Stromfluss benötigen; dafür müsste man zB Anlagen in der Wüste installieren und den Wasserstoff hierhertransportieren. Das wäre die teuerste und abwegigste Lösung.

Die EE gleichen sich über die Wetterzonen hinweg aus, der Ausgleich findet also über das Stromnetz statt; die Netze haben die gleiche Funktion wie die Speicher, nur auf der räumlichen Ebene. Und sind um den Faktor 100 billiger als irgendwelche Speicher.

Allerdings freut sich die fossile Lobby wenn wir noch 50 Jahre auf den Superspeicher warten oder EE-Strom vernichten indem wir ihn zu Wasserstoff umwandeln; desto länger können sie ihre fossilen Kraftwerke betreiben.

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mcsunny 07.05.2019, 12:52
202. Es ist wahrlich nicht die erste verpasste Chance.

Hat einfach damit zu tun, das heutzutage Politik nicht mehr mit Hirn, sondern nur nach Parteistrategie gemacht wird. Hätten damals die Politiker, die das Grundgesetzt geschaffen haben, auch so gehandelt, wir hätten bis heute kein Grundsetz - oder nur so einen komplizierten weichgespülten Kompromiss-Wischwasch.
Man sollte die Worte über dem Eingang des Bundestages "Dem Deutschen Volke" ändern in "Den Deutschen Parteien". Um das Wohl des Volkes geht es im Bundestag schon lange nicht mehr. Das Volk hat halt keine Lobby.
Früher waren das mal die Parteien, aber die haben sich längst verselbständigt und sind zu einem eigenen Organismus geworden, der nur dafür sorgt, dass er sich selbst erhält.

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axel.hag 07.05.2019, 12:52
203. Ja, toll

Aber leider ist Merkel nur lahme Physikerin und der einzige Ingenieur in herausragender Position, Mehdorn, war ein Fehlgriff. Der „Ruck“ fehlt immer noch in Deutschland. Zuviel Politik wenig Macher.

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NorddeutschePflanze 07.05.2019, 12:53
204. Bitte den Post lesen, dann

Zitat von Marut
Warum sollte der Begriff Waldorfschüler eine Verunglimpfung sein? Es ist eine Schulform, die nicht jeder mag, aber die deshalb ja nicht zu verteufeln ist. Und das Argument mit den 0% ist mit solch einem Populismusvergleich auch nicht wiederlegt.
wissen Sie, dass der andere Forist den Begriff als Verunglimpfung benutzt hat und nicht ich.

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Friedrich der Streitbare 07.05.2019, 12:54
205. Hirnrissig

"Im zuständigen Wirtschaftsministerium heißt es, die Technologie sei wegen ihres geringen Wirkungsgrads "wirtschaftlich noch nicht vertretbar".

Anders kann man diesen Kommentar nicht benennen. Es scheint wohl wirtschaftlich vertretbarer zu sein, überschüssigen Strom gegen Gebühr in Österreich zu parken, um ihn dann zeitlich versetzt wieder teuer von dort zu beziehen. Oder einfach Off-shore Windparks still liegen zu lassen. Gerade bei Letzteren wäre der Einsatz höchst sinnvoll, denn unbeliebte und teure Trassen würden entfallen. Stattdessen kämen Ernteschiffe an den automatischen Wandlerstationen vorbei und würden den Wasserstoff bzw. das Methan abfüllen. Und wenn es da draußen mal rummst, dann entsteht nur Sachschaden.

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anark 07.05.2019, 12:55
206.

In vielleicht hundert Jahren haben wir mit etwas Glück Politiker, die etwas anspruchsvollere Technologien kapieren. Allerdings scheint unsere Bildungspolitik eher darauf abzuzielen, diese Kaste noch mehr zu verblöden.

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det42 07.05.2019, 12:55
207. wie bitte ?

Zitat von MatthiasPetersbach
Sehe ich auch so. Elektro leidet an der Tatsache, daß man das nicht speichern und physisch transportieren kann. Das ist aber oft von Vorteil. Deshalb ist Gas so praktisch. Das kann in bestehenden Leitungen befördert werden. UND es könnte da produziert werden, wo es ausreichend Sonne und weniger ökologische Nachteile durch die Produktion gibt. Eigentlich BRAUCHEN wir dringend ein leicht zu transportierendes, von irgendwelchen Anschlüssen aka Netzen unabhängiges Energiemedium.
wenn man irgendetwas gut transportieren kann, dann sind es Elektronen in Kupferleitungen. Die Verluste sind dabei so gering, wie bei kaum einem anderen Medium. Dann kann es überall entweder in Akkus (Hausspeicher oder Autoakku) gespeichert werden oder relativ effizient Wasser über eine Wärmepumpe erwärmt werden.... oder ganz simpel, und das ist zur Zeit der absolute Normalfall, einfach direkt verwendet werden.
Die verlustreiche und teure Umformung in Gas ist dabei der allerletzte Anwendungsfall, weil alles andere billiger und weniger aufwändig ist.

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Promethium 07.05.2019, 12:56
208.

Man rechnet das P2G Anlagen ab etwa 3000 Betriebsstunden halbwegs interessant werden.

Wir haben aber nur ca. die Hälfte davon mit Überschuss-Strom.

Trotzdem ist P2G eine interessante Technologie, denn man könnte auf Länder mit günstigeren Bedingungen zurück greifen. Das Methan kann dann in Form von Flüssiggas (LNG) zu uns transportiert werden.
Auch deshalb sind die LNG Terminals sehr wichtig.

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adal_ 07.05.2019, 12:56
209. EEG-Umlage

Zitat von heineken1
Ich hatte vor Monaten einmal rein aus Interesse recherchiert, wieviel EE-Strom denn abgeregelt werden mußte, weil entweder Transportnetz nicht mehr aufnahmefähig oder schlicht kein Verbrauch da war. Das waren fürs Jahr 2017 oder 2018 gerade einmal knapp 5,5 TWh.
Sie reden hier nur von dem Strom, der zu Negativpreisen abgegeben werden musste. Meistens nach Frankreich. Die Franzosen haben also bis zu 223 Euro pro MWh dafür kassiert, dass sie uns derlei Strom freundlicherweise abgenommen haben.
Strom, der zu Billigpreisen verschleudert werden muss, fällt natürlich ungleich häufiger an. Die Differenz zwischen garantiertem Erzeugerpreis und niedrigerem Abgabepreis an der Strombörse zahlt wer? Richtig, der Stromkunde via EEG-Umlage. Die Umlage beträgt derzeit 6,405 ct/kWh.

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