Forum: Wirtschaft
Power-to-Gas: Die verschleppte Energierevolution
Uniper

Wieder einmal: In Deutschland wird eine Zukunftstechnologie entwickelt - und dann überlässt man der Konkurrenz das Feld. Dabei könnte Wasserstoff aus Ökostrom helfen, Kohlekraftwerke überflüssig zu machen.

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localpatriot 07.05.2019, 13:59
240. Wer den Mut zur Anwendung hat

Wasserstoff Technologien werden bereits seit den 1970er Jahren gepriesen. Wenn ich mich recht erinnere hatte Daimler bereits zu jener Zeit eine Loesung. Dann findet man Kombinationen wie Hythane, Wasserstoff plus Methane, Dieselmischungen u s w im Internet, oft mit Versprechungen welche Jahre zurückgehen.

Man kann nur eines sagen: Wer den Mut zur experimentellen Anwendung mitbringt und die Sache dann geschäftlich verfolgt, wird auch mit dieser Entwicklung gewinnen.

Die Idee ist offen und fuer alle da. Und man muss immer daran denken dass die Bundesregierung die erste Windturbine bei MAN in Auftrag gab. Growian war ein Experiment welches erfolgreich war.

Man kann führend sein, aber nicht exklusiv. Alle Welt brauch sauberen Strom.

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Neapolitaner 07.05.2019, 13:59
241. Für CO2 gibt es Photosynthese

Zitat von tommirf
daß dieser Prozess nicht von alleine läuft, bis hierher stimme ich zu. Deswegen wird ja Energie hineingesteckt, eben in Form von Wasserstoff, das CO2 wird gespalten ( elektrisch und mit Hilfe von Katalysatoren ) und es entsteht ein höherenergetisches Endprodukt. Das hat mit Thermodynamik eben genau gar nix zu tun.
Photosynthese ist jedem chemischen Verfahren weit überlegen, wenn es darum geht, CO2 in Kohlenstoff und Sauerstoff rückzuverwandeln. Wenn man mit Wasserstoff Methan erzeugen will (Hydrierung), so würde man dafür geförderte Kohle verwenden. Warum dann überhaupt Methan? Weil Methan viel einfacher verflüssigt und gelagert werden kann als Wasserstoff. Und weil Methan von allen Kohlenwasserstoffen die mit Abstand beste CO2-Bilanz hat, sofern es nicht gefördert und über weite Strecken transportiert (Verluste) werden muss.

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xtechnokratx 07.05.2019, 14:00
242. Ein

Zitat von Freedom of Seech
Bei neuen Kernkraftwerkstypen gibt es keine Kernschmelze mehr, daher werden keine Regionen verstrahlt. Das wurde gerade von der US-amerikanischen Bundesbehörde (Nuclear regulatory Commission NRC) dem Reaktortyp des Unternehmens Nuscale bescheinigt (senkt die Baukosten wegen wegfallender Sicherheitsvorkehrungen und Regulierungsauflagen dramatisch). Die Entsorgungsfrage wurde poltisch verschleppt. Man hätte das längst lösen können z.B. auch dadruch indem man das Angebot der australsichen regieurng vor einigen Jahren angenommen hätte die Endlagerung in Australien vorzunehmen. Der Klagewut kann man durch die Ausrufung des Klimanotstands entgegen wirken. Außerdem wäre eine breit angelegte Aufklärung der Bevölkerung über die realen (und nicht phantasierten) Risiken der Kernkraft hilfreich - wenn man hier den Emotionsfaktor abzieht bleibt nur noch wenig übrig.
Reaktor der gerade auf dem Papier existiert kann natürlich schwer eine Kernschmelze haben aber 2026 soll der erste Prototyp stehen, also bis es brauchbare Erfahrungen gibt ist es 2030. Falls die Firma dann noch existiert, kaum hilfreich für die derzeitige Lage. Wenn sie Kernkraft propagieren dann mit aktueller Technik alles andere ist unseriös.

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Referendumm 07.05.2019, 14:01
243.

Zitat von deichgraffe
Power-to-gas, oder auch "Windgas", kann auch für Verbrennungsmotoren genutzt werden. Es bietet also auch eine Alternative zum Kraftakt der Umstellung auf E-Mobiltität. Ebenso kann es zum Heizen genutzt werden, was für die meisten Haushalte ohne weitere Kosten verbunden wäre, da keine neuen Techniken angeschafft werden müssten. ...
Doch genau darin liegen meines Erachtens die Gründe: Vor lauter Ideologie und teils aus geopolitischen Gründen will man a) keine Verbrenner mehr und b) will man nicht unabhängig von Energieexporten werden - man stelle sich mal vor, dass Deutschland unabhängig von Energielieferungen von den Scheichs wären, von den USA oder gar Russland ...

Eine noch sinnvollere Alternative zu Power-to-Gas ("Windgas") stellt nämlich das CWTL-Verfahren dar, also Carbon Dioxide & Water to Liquid Fuel. Das muss man sich wegen des so bösen CO2 mal vorstellen: Man nehme das böse CO2 als chemisch recycelbaren Wertstoff plus Wasser und unter Energieeinsatz von Sonnen-, Windkraft und/oder Biogas etc. verwandelt man das böse CO2 wieder zurück in einen Träger chemischer Energie, nämlich flüssige Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel. Das ist ein im Prinzip altbekanntes Verfahren, was sich schon seit Jahrzehnten bewährt hat.

Es gibt renommierte Ingenieure, die dieses CWTL-Verfahren neu konzipiert haben, Amortisationsrechnungen aufstellten (der Preis für Kraftstoffe nach CWTL ist dabei absolut konkurrenzfähig) und damit in Berlin von einem Ministerium zum anderen rannten. Interessiert dort aber keinen, weil ... siehe oben angemerkt.

Hinzu kommt: Industrieseminar ... Vortrag eines sogenannten Energieberaters ... Tenor: "Die in Berlin haben bzgl. der Energiewende gar kein Konzept" - ist jetzt aktuell im Magazin "Der Spiegel" nachzulesen.

P.S.: Wer war jahrelang für die sogenannte Energiewende zuständig? Genau, Peter Altmaier - noch Fragen?

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Mentor 54 07.05.2019, 14:02
244.

Zitat von Freedom of Seech
Es gibt atomare und subatomare Teilchen. Aber doch: man kann kann die Wirkung unterschiedlicher Isotope durchaus "über einen Kamm scheren" - jedenfalls aus medizinischer Sicht: hier zählt die Auswirkung auf die Gesundheit und dabei spielt vor allem die gesamte Strahlenbelastung eine Rolle (z.B. von Alpha Strahlern) und nicht das einzelne Isotop. Insofern Unterschiede für einzelne Isotope bzgl. der biologischen Wirkung bestehen sind diese eher theoretischer Natur ohne praktisch-medizinische Relevanz (in Verbindung mit einer Kernschmelze). Die Dissertation von Xiang Wang kennen ich längst schon, mir ist das Thorium Reaktor Konzept durchaus vertraut. Ich halte das Konzept für sehr innovativ. Sie haben recht, dagegen ist das Leichtwasser Reaktorkonzept von Nuscale sehr viel konservativer. Wenn es nach mir ginge würde ich sofort den Bau dieses Reaktortyps in Deutschland befürworten - gerne auch u.a. mit Mitteln aus der EEG-Umlage gefördert. Idealerweise könnte dieses Konzept des Berliner Institut für Festkörperphysik sogar den Grundstein legeb für eine Wiederaufbau der Industrie in Ostdeutschland - z.B. in der Lausitz.
Sie meinen das "Institut für Festkörper-Kernphysik" (Festkörperphysik ist etwas ganz anderes), und das bewegt sich auf demselben wissenschaftlichen Niveau wie das "Europäische Institut für Klima und Energie" (EIKE): Eine Handvoll Hobbyforscher ohne eigene Labore oder sonstige Forschungseinrichtungen für praktische Experimente und Messungen. Der wissenschaftliche Seriosität suggerierende Begriff "Institut" ist nämlich rechtlich nicht geschützt. Sogar Sie könnten ein Institut gründen. Aber Sie können Ihren Helden gerne eine Spende zukommen lassen, wenn Sie so sehr an diese glauben: https://festkoerper-kernphysik.de/donate

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det42 07.05.2019, 14:18
245.

Zitat von syracusa
Flug- und Schiffsverkehr ist elektrisch nur sehr klein auf Kurzstrecken möglich, und wohl auch LKW-Verkehr ist elektrisch nicht sehr sinnvoll. Hier sind synthetische Treibstoffe auf Dauer alternativlos. Und ja: warum soll man da nicht heute schon einsteigen? Sinnvoller aber bitte eher in Nordafrika als bei uns, weil die Gestehungskosten für PV-Strom dort nur noch bei 1,5 ct/kWh liegen.
selbst in diesen Bereichen kann ich mir Wasserstoff kaum vorstellen... nach wie vor zu teuer und zu aufwändig. Da kann ich mir eher für die nächste überschaubre Zeit eine Hybridisierung mit Gas und Akkutechnik vorstellen. Das ist bei weitem günstiger und ökologisch vertretbar... einige Zeit später dann vielleicht mit methanisiertem Wasserstoff... will see
... und bitte nicht Nordafrika, das sind Phantastereien, die politisch fragwürdig sind und weitere Abhängigkeiten manifestieren. Außerdem scheitern solche Projekte für gewöhnlich an der Realität, weil das keiner bezahlen und in Vorleistung gehen will.

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christoph_schlobies 07.05.2019, 14:19
246.

Zitat von syracusa
Das kann schon sein, aber das Problem des radioaktiven Mülls bleibt weiterhin ungelöst. Und weil Strom aus neuen, aber noch nicht GAU-sicheren AKWs schon heute in Deutschland 3 mal mehr koster als PV-Strom, wird es bei uns auch keine neuen AKWs mehr geben. Wir sind schließlich nicht mit dem Klammerbeutel gepudert.
Das ist alles millionenfach widerlegt -auch hier- - das Problem ist ,sie lesen keine Beiträge,die ihre Meinung widerlegen.-Bloß mal ein Beispiel.
Den Müll kann man in 200 Jahren mit Transrapid-Technologie umweltfreundlich auf den Juppiter schießen.-
Man kann es natürlich auch einfach unter wasserundurchlässigem Deckgestein lagern.-

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Freedom of Seech 07.05.2019, 14:26
247. @ 237 Mentor 54

Zitat von Mentor 54
Mal wieder stellen Sie bislang nur auf dem Papier oder als Computersimulation theoretisch existierende Reaktorkonzepte als bereits praktisch erprobte und einsatzbereite Technologie dar. For now, NuScale's reactors exist mostly as computer models. But in an industrial area north of town here, the company has built a full-size mock-up of the upper portion of a reactor. Festooned with pipes, the 8-meter-tall gray cylinder isn't exactly small. It resembles the conning tower of a submarine, one that has somehow surfaced through the dusty ground. NuScale built it to see if workers could squeeze inside for inspections, says Ben Heald, a NuScale reactor designer. "It's a great marketing tool." Not everyone thinks NuScale will make the transition from mock-up to reality, however. Dozens of advanced reactor designs have come and gone. And even if NuScale and other startups succeed, the nuclear industry won't build enough plants quickly enough to matter in the fight against climate change, says Allison Macfarlane, a professor of public policy and geologist at George Washington University in Washington, D.C., who chaired NRC from 2012 through 2014. "Nuclear does not do anything quickly," she says. (Adrian Cho)
"Mal wieder stellen Sie bislang nur auf dem Papier oder als Computersimulation theoretisch existierende Reaktorkonzepte als bereits praktisch erprobte und einsatzbereite Technologie dar."
Antwort: Das ist so nicht richtig auch wenn Sie es möglicherweise so verstanden haben. Das Reaktorkonzept von Nuscale wurde vor 2,5 Jahren bei der US-amerikanischen Regulierungsbehörde NRC (Nuclear Regulatory Commission) eingereicht. Mittlerweile hat es nach extrem kurzer Zeit die wichtigsten regulatroischen Hürden bei der Zulassung gemeistert. Nuscale wird gerade nochmal mit 250 Millionen Dollar von der US-Regierung (Department of Energy) zum wiederholten Male unterstützt (bipartisan: Republikaner/Demokraten) um alles für den Baugeinn vorzubereiten. Der Baubeginn ist für 2020/2021 vorgesehen. Voraussichtliche Bauzeit ca. fünf Jahre. Der Bau erfolgt gemeinsam mit einem großen US-amerikanischen Energiekonzern Energy Northwest sowie Utah Associated Municipal Power Systems. Das ist schon deutlich mehr als das von Ihnen angepriesene Berliner Dual Fluid Reactor Konzept - hier gibt es gerade mal ein Patent (das ist nicht die Schuld des Belriner Institut für Festkörperphysik sondern das Eregbnis einer extrem "atomfeindlichen" und kurzsichtigen Politik in Deutschland). Richtig istg Ihr Einwand, dass Nuscale alleine nicht dazu in der Lage sein wird schnell genug eine große Anzahl von Reaktoren zu bauen. Das wissen die auch selbst. Daher suchen (und finden) sie weltweit Kooperationspartner, z.B. in Süd-Korea (vgl. Quuelle unten). Was spricht dasgegen wenn hier Siemens mit einsteigt und den Reaktor in Lizenz für die Amerikaner in Deutschland baut (so ähnlich wurde das in den 60iger Jahren auch schon gemacht). Wünschenswert wäre es allerdings wenn auch eigene Entwicklungen in der Kernenergie (Dual Fluifd Reactor) parallel dazu vorangetrieben würden.
Quelle: http://www.world-nuclear-news.org/Articles/Doosan-to-participate-in-NuScale-SMR-development

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christian-h 07.05.2019, 14:28
248. Angabe

Zitat von descartes
Meine Aussage war 1. von den Anschaffungs- und Wartungskosten (die Sie bei allen anderen Anlagen auch haben) "umsonst" 2. Ist diese Anlage für einen Wohnblock mit über 170 Wohneinheiten konzipiert ... 3. Ist, ein Prototyp ja niemals deutlich teurer, als eine folgende Grossserie, nicht wahr?
1) Das macht es nicht wirklich besser, denn nach dieser Definition ist alles "umsonst". Wenn Sie bei allen Produkten die Anschaffungs- und Wartungskosten (Betriebskosten) weglassen, was bleibt da noch als Kostennlock?
Gerade bei PV Anlagen besteht der größte Kostenblock aus den Anschaffungskosten.

2) Die Wartungs-/Betriebskosten halte ich für zu gering. Die Wasserstoffaufbereitung, Speicherung bei 300bar und Nutzung der Brennstoffzelle ist nicht so ohne.
Desweiteren würde ein E-Kfz teurer sein als ein herkömmlicher Verbrenner.

3) Kommt auf die Komponenten an. Anlagenteile die Stand der Technik sind und schon entsprechend verbreitet sind lassen kaum noch Kostenreduktionen zu. Wo sehen Sie noch Preisreduktionen bei den PV Modulen oder anderen Standardbauteilen die verwendet werden?

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Referendumm 07.05.2019, 14:28
249.

Zitat von Stresspille
https://www.deutscher-zukunftspreis.de/de/nominierte/2018/team-3
Danke für den Link. Er sagt allerdings genau das aus, was eins der größten Probleme dabei ist: "Wegbereiter einer zukünftigen Wasserstoffgesellschaft"

DAS wäre (im großkommerziellen Stil ausgeführt) nämlich der Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft. Welche Folgen das hat (abgesehen von den immens hohen Kosten - ähnlich wie die extrem hohen Kosten bei der E-Mobilität) können Sie gerne mal im Net nachlesen. Das ist nicht einfach nur Pillepalle, das ist ein riesen Aufwand und Problem.

Sicher, möglich und realisieren lässt sich vieles. Nur, es wird leider selten diskutiert und offengelegt, was eigentlich sinnvoll und zielführend für einen Staat wie Deutschland ist, denn es gibt zu viele Ideologien und eben auch Lobbyisten, die alle ihr eignes Süppchen kochen wollen; und dann häufig den größten Unsinn durchsetzen.

Forscher, Wissenschaftler und Techniker / Ing. haben bei diesem Spiel leider rein gar nichts zu sagen. Deshalb können die untereinander auch noch so viele Preise vergeben; es interessiert in Berlin keinen.

P.S.: Achtung Werbung: Steht im aktuellen "Der Spiegel" (Heft 19/2019)
"Murks in Germany" - Energiewende: Wie eine große Idee am deutschen Kleingeist scheitert
siehe auch: https://www.spiegel.de/spiegel//index-14873.html

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