Forum: Wirtschaft
Power-to-Gas: Die verschleppte Energierevolution
Uniper

Wieder einmal: In Deutschland wird eine Zukunftstechnologie entwickelt - und dann überlässt man der Konkurrenz das Feld. Dabei könnte Wasserstoff aus Ökostrom helfen, Kohlekraftwerke überflüssig zu machen.

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kratzdistel 07.05.2019, 09:54
40. die konzerne schlafen nicht

jede Neuerung muss auch wirtschaftlich sein. benzin und kohle sind nun
derzeit wirtschaftlicher. nur am 3. 5. 19 har RWE verkündet, dass sie sich zeitnah von der kohle verabschieden werden und zum größten ökostromanbieter mit EON erdenen wollen. lassen wir uns überraschen
siehe link https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boerse/rwe-kohle-103.html.

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jtillieux 07.05.2019, 09:54
41. An Kaiser.friedrich

Schön und gut aber Probleme sind da um gelöst zu werden, hätte Wasserstoff keine Zukunftschancen, hätten die Hersteller längst aufgegeben. Ob alle Fahrzeuge irgendwann alle elektrisch betrieben werden können ist auch fraglich, haben wir überhaupt genügend Rohstoffe um so viele Batterien her zu stellen zur Verfügung? Die Zeit drängt und wir müssen viel mehr Zeit, Geld und Energie verwenden um nach Alternativen zu suchen.

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minimalmaxi 07.05.2019, 09:55
42.

"Rund 1,4 Milliarden Euro an Entschädigungen haben die Betreiber von Ökostromanlagen dafür im vergangenen Jahr bekommen."
Jetzt weiß ich endlich, wöfür die EEG-Steuern verwendet werden.

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jarno80 07.05.2019, 09:56
43.

Zitat von formatierer
Aus ökostrom Wasserstoff herstellen und Kohlekraftwerke absellen. Kann man den Ökostrom nicht ohne Umwandlung in Wasserstoff nutzen?
Nein kann man leider nicht. Von den installierten Kapazitäten im Ökostron sind gerade mal ein 5tel im Schnitt nutzbar. Der Rest schafft entweder Spitzen die vom Verbraucher nicht aufgenommen werden können, oder es gibt zu wenig durch Dunkelflaute, dann müssen wieder die Kohlekraftwerke ran. Geben Sie mal Zappelstrom bei google ein.
Der Vorteil von Wasserstoff der den Nachteile der Flüchtigkeit mehr als aufhebt ist, dass man keine Infrastruktur aufbauen muss, sondern die vorhandenen Gasnetze und Tankstellen nutzen könnte.
Was spricht dagegen die Windräder Wasserstoff produzieren zu lassen, als diese abzustellen?

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hup 07.05.2019, 09:57
44. Kein einziges Wort zu den Problemen der Wasserstoffwirtschaft

So könnte man sogar Atomstrom als Öko-Sahne schönschreiben. Durften hier die beteiligten Firman die Inhalte liefern, oder war der Autor nur absolut unkritisch gegenüber seinem Feld?

- Wasserstofferzeugung hat einen schlechten Wirkungsgrad, mit Dampfreformation aus Methan ist sie nicht CO2-neutral

- Wasserstoff zu speichern und zu transportieren ist extrem aufwändig und teuer

- Auch die Rückwandlung in Strom über Brennstoffzellen ist vom Wirkungsgrad nicht wirklich besser als über einen Verbrennungsmotor (also schlecht)

- Schon der Energieaufwand einer Hochdruckbetankung oder Lagerung (700bar) macht ca. 12% des getankten Wasserstoffs aus - das ist als ob man bei jedem Tanken von Benzin 15% daneben schütten würde

- Wenn Wasserstoff in größeren Mengen verlässlich zur Verfügung stehen soll, kann er nincht nur aus EE-"Überschuss" erzeugt werden, dann benötigt man Dampfreformation, d.h. Wasserstoff aus Erdgas, ebenfalls mit herben Verlusten unf alles andere als CO2-frei

Das dümmste was man mit Wasserstoff machen kann ist ihn in Wasserstoffautos einzusetzen. Die Fahrzeuge selbst sind dann emissionsfrei, aber der Wasserstoff mit dem sie fahren hat eine miserablere Ökobilanz als Diesel. Wer ein Wasserstoffuato fährt ist ein Klimasünder und Umweltverschmutzer. Das ist die Wahrheit die mit der "sauberen Zukunftstechnik" endlich mal ins Bewusstsein verankert gehört.

Das Problem hier ist, dass konventionelle Kraftwerke die Bedafspipeline so verstopfen, dass man EE-Anlagen zu ihren Gunsten herunterfährt. Bei sauberer Aussteuerung zugunsten von EE gibt es keinen EE Überschuss, der zu Wasserstoff verarbeitet werden müsste. Dieser könnte dann effizient direkt als Strom genutzt werden.

Wenn man schon Überschuss-EE zu Wasserstoff machen will, dann ist das nur lokal mit zeitnahmen Verbrauch des Speichers sinnvoll, also direkter Kurzpuffer von EE-anlagen - aber auch hier gibt es bessere Speichertechniken. Es gibt Nischen wie "Windgas" in denen ein geringer Prozentsatz Wasserstoff dem Stadtgas hinzugefügt wird, aber das ist nicht wirklich breit ausbaufähig, da die Beimischung im höheren Verhältnis schnell problematisch wird für das bestehende Leitungsnetz.

Eine Wasserstoffwirtschaft erfordert Milliardeninvestitionen in den Aufbau der Infrastruktur, die parallel zur direkten Stromnutzung einfach sinnfrei ist. Dieses Geld ist besser eingesetzt beim aufbau von EE und der direkten Stromnutzung.

Wasserstoff ist keine Technik von Morgen, sondern eine von Gestern.

Die Zukunft ist besseres Strommanagement um überschussabschlatungen schlicht zu vermeiden.

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kraijjj 07.05.2019, 09:57
45. Hmm

Zitat von kaiser.friedrich
Jeder, der schon mal im UHV-Labor mit Wasserstoff gearbeitet hat, weiss wie schwer dieser zu handhaben ist, da die Moleküle so klein sind, dass sie selbst durch Stahlwände durch diffundieren. Es hat einen Grund, warum sich trotz der langen Verfügbarkeit von Wasserstofffahrzeugen, die sich nie in der breiten Masse durchgesetzt haben. Mal davon abgesehen rechne ich sowieso nicht damit, dass der SPIEGEL meinen Kommentar freigibt, also koennte ich mir das hier auch sparen.
deshalb hat sich Bosch diesen Monat in einem Joint Venture mit PowerCell Schweden, gegen die Batterie und für die Brennstoffzelle entschieden?
Ich denke da ist genug Expertise vorhanden, die das Fundament ihrer "Wasserstoff ist keine Lösung"-Behauptung erschüttern kann.

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BettyB. 07.05.2019, 10:04
46. Lang, lang ist es her

Bereits in den 1070erm stellte Panasonic in Freiburg als zulungzserisenfe Umweltttechnologie einen Toyota mit Wasserstoffmotor vor. Die deutsche Automobilindustrie war aber schon damals nicht am Umweltschutz interessiert.

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Oberleerer 07.05.2019, 10:04
47.

Schöner Artikel, es steht eigentlich schon alles drin, was hier im Forum sonst nachgetragen wird. Eigentlich eine gute Sache, aber der Wirkungsgrad ist derzeit zu gering.

Neben dem Wirkungsgrad bei der H2-Synthese wäre auch der Forschungsstand von Brennstoffzellen interessant.

Nur daß das Gasnetz ein Vorteil gegenüber einem Stromakkumulator sein soll, leuchtet mir nicht ein, weil das Stromnetz viel engmaschiger ist, als die Pipelines und wohl auch deutlich billiger.
Jeder Haushalt, auch eine Mietwohnung, kann sich einen Bleiakku in die Wohnung stellen und von den Preisschwankungen profitieren, wenn diese gerecht durchgereicht werden.

Den Einsatz von H2 sehe ich viel eher bei Flugzeugen. Entweder ganz klassisch in der Turbine verbennen, oder per Brennstoffzelle in Strom umwandeln, Die Tanks müssen nicht sonderlich gekühlt werden, da ein Flieger ohnehin kontinuierlich Treibstoff braucht. Außerdem ist die Umgebungsluft eh extrem kalt. Ggf geht das alles auch mit dem erwähnten grünen Methan.

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Strangelove 07.05.2019, 10:06
48. Oh der Experte...

Zitat von didel-m
Weil zu teuer und sicherheitstechnisch kaum in den Griff zu bekommen. Wasserstoff in Form von Autos oder Gasflaschen in Privathand wären der Horror!
Was Sie schreiben ist doch Unsinn. Ich arbeite seit über 30 jahren mit Wasserstoff zum Teil in der Großproduktion und habe keine Explosionen oder andere Probleme erlebt. Ich würde sogar sagen es ist harmloser als Benzin. Bei einem Unfall geht der Wsserstoff sofort in die Atmosphäre, Benzin bleibt am Boden wo es unangenehm wird wenn es brennt.
Und teuer ist noch. Wenn man daran arbeitet aber vielleicht bald nicht mehr. Nur wenn man alles schlecht redet dann wird das auch nichts werden.

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aggro_aggro 07.05.2019, 10:07
49. na klar Gas!

Es ist doch völlig klar, dass Gas ein perfekter Energieträger zum Transportieren, Speichern, Verbrennen, Verstromen und für die Chemie ist.
Maßnahmen um Stromüberschüsse (die bei Erneuerbaren Energien nichts zusätzlich kosten) in Gas umzuwandeln müssen gefördert werden!
Wasserstoff ist sehr sympathisch weil er zu Wasser verbrennt und vergleichsweise leicht hergestellt werden kann. Leider sehr flüchtig.
Dazu muss man die Infrastruktur (das Gasnetz) anpassen, neue Materialien zum Abdichten zum Beispiel (bis zu jedem Hausanschluss) aber es kann nach und nach klappen.
Unsere bestehende Infrastruktur garnicht zu verändern ist aufwändiger, dazu müsste man Kohlenwasserstoffe erzeugen, aber auch das ist möglich (billigen Strom vorausgesetzt).
Man muss alle natürlichen Energiespeicher anzapfen, Sonne in der Sahara, Wind auf dem Meer, Erdwärme, vielleicht Biomasse (wenn die Anbauflächen vorhanden wären - Algen?). Die Effizienz in Prozent ist dann unwichtig, Braunkohlekraftwerke liegen bei 30-40 Prozent Energieausnutzung, solange Braunkohle aber massenhaft vorhanden ist war das bisher ein guter Deal.
"Lohnt sich erst ab 75% Wirkungsgrad" ist deshalb ein vorgeschobener Grund, der nur beweist, dass die Marktwirtschaft unser Problem nicht schnell genug lösen kann.

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